[Buchrezension] Das Land der verlorenen Träume

Titel: Das Land der verlorenen Träume
OT:
Prized
Autor/in:
Caragh O´Brien
Genre:
YA, Fantasy, Dystopie
Buchreihe:
Birthmarked #1
Englisch Schwierigkeitsgrad: ?
Caragh O’Brien wuchs in Minnesota auf und studierte
Literatur und Kreatives Schreiben. Nach dem Studium begann sie als
Highschool-Lehrerin zu arbeiten und entdeckte nebenbei die Freude am Schreiben.
»Die Stadt der verschwundenen Kinder« ist ihr erstes Jugendbuch und hat in den
Vereinigten Staaten und in Großbritannien viel Aufsehen erregt. Caragh O’Brien
ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit ihrer Familie und zwei
Wüstenrennmäusen in Connecticut.
Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 464
Verlag: Heyne (fliegt)
Englisch
Gebunden/ 11,90€
Taschenbuch/ 8,20€
Seiten: 356
Verlag: Mcmillian

 Gute Fortsetung mit einigen Schwächen…


Kurzbeschreibung

Sei stark und mutig, Gaia!

Die sechzehnjährige Gaia Stone, eine junge Hebamme, muss aus ihrer Heimat
fliehen, mit nichts als den Kleidern am Leib und ihrer neugeborenen Schwester
im Arm. Alles wurde ihr genommen – sind doch ihre Eltern ermordet und die Liebe
ihres Lebens verhaftet worden, und die zerstörte Welt, in der sie lebt, straft
unbarmherzig jede Schwäche. Als ein Fremder sie mitten im Ödland vor dem
Verdursten bewahrt, scheint sie zunächst gerettet. Doch das Dorf des Fremden
nimmt Gaia erst die Schwester und dann auch noch die Freiheit. Verzweifelt und
entmutigt gibt sie beinahe auf. Schließlich besinnt sich Gaia jedoch darauf,
dass vor allem anderen das Leben zählt – und sie stellt sich ihrem Schicksal,
ihrer Verantwortung für ihre Schwester und einer neuen, zarten Liebe …


Buchgestaltung

Auf dem deutschen Cover wiederholt sich das Motiv des ersten
Bandes spiegelverkehrt und in anderer Farbe. Ich fand es schon bei Band 1 sehr
schön, hätte mir aber gewünscht, das die Motive der Folgebände etwas anders ausgesehen
hätten. Unterschiedliche Cover bei einer Buchreihe finde ich persönlich immer
einfallsreicher!
Der deutsche Titel passt allerdings sehr viel besser zum Buch,
wie ich finde. Prized ist zwar mal wieder so ein Titel, der sehr viel
beschreibt und der Geschichte gerecht wird, aber das Land der verlorenen Träume
drückt die Hoffnungslosigkeit besser aus. Das
englische Cover hat einen tollen Bezug zum Buch und sieht auch noch gut aus.

Meinung

Die Stadt der verschwunden Kinder war
eines DER Highlights des letzten Jahres für mich. Da fragt man sich als Leser
natürlich: wie soll die Autorin es schaffen, das zu übertreffen? Viele schaffen
es nicht. Folgebände sacken ab oder ruinieren sogar den Vorgänger und schaffen
große, große Enttäuschung. Caragh O´Brien sorgt durchaus dafür, dass das Niveau
des ersten Teils erhalten bleibt, dennoch hat dem zweiten Teil das gewisse
Etwas gefehlt…
Kaum mehr als zwei Wochen sind
vergangen, nachdem Gaia geflohen ist, zusammen mit ihrer Schwester Maya hat sie
eine Reise durchs Ödland angetreten – auf der Suche nach dem Ort, den ihre
Mutter ihr in ihren letzten Worten als Zuflucht genannt hat. Doch die Reise ist
schwer und lebensbedohlich und Gaia schafft es nicht alleine durchzuhalten. Da
taucht ein Fremder wie aus dem Nichts aus und hilf ihr und ihrer Schwester zu
der Stadt zu gelangen, die das Ziel ihrer Reise ist. Dort angekommen muss Gaia
aber schnell feststellen, das hier kein Frieden auf sie wartet, sondern nur
eine neue Form einer Enklave, voller Machtmissbrauch und Unterdrückung – nur dieses
Mal findet sie sich auf einer anderen Seite wieder.
Der Schreibstil der Autorin bleibt
auch hier wieder wunderbar lebendig und eindringlich. Man kann sich bestens in
Gaia hinein versetzten und spürt ihre Ängste und Sorgen, um sich selbst und
ihre Schwester. Genau wie sie, bangt man mit, freut sich, als sie endlich den
Ort der Sicherheit erreicht hat, nur, um erneut vor den Kopf gestoßen zu
werden. Die Geschichte baut direkt zu Beginn sehr viel Spannung auf und sofort
findet man sich im Geschehen wieder. Die Idee der Stadt inmitten eines Ödland
und all ihren Geheimnissen und Regel fand ich sehr gelungen. Als Leser findet
man sich an einem Ort wieder, den man wie Gaia erst einmal verstehen muss und
das fällt nicht leicht. Man ist geschockt und verärgert über die Zustände und
das Leserherz schlägt eindeutig für Gaia als sie dem System dort den Kampf
ansagt.
Neu eingeführte Charaktere konnten
mich auch überzeugen, da sie alle authentisch dargestellt waren und
sympathische oder interessante Charakterzüge hatten. Auch „die Bösen“ sind
genauso tiefgründig wie im ersten Band und so verfolgt man Dialoge und
Wendungen stets gespannt und erwartungsvoll mit.
Ab der Mitte des Buches nimmt all das
aber leider etwas ab. Die Autorin hat aus Leon einen ganz anderen Charakter
gemacht. Man zweifelt genau wie Gaia daran, ob man ihn jemals richtig gekannt
hat. Er verhält sich unmöglich und die Magie zwischen ihm und Gaia ist wie
weggeblasen! Das fand ich wirklich schade! Zwar war der Konflikt in den
Ansätzen sehr gut erklärt, aber die meiste Zeit war einfach sehr unklar, warum
Leon sich nun so gegensätzlich verhält, was mich sehr verwirrte. Zudem ändert
auch Gaia im Verlauf der Story sich um 180°! Aus der starken, mutigen Frau, die
zuvor noch rebellierte wird eine Person, die sich lieber verkriecht und den
Regeln des Stadtoberhaupts folgt. Natürlich konnte ich nachvollziehen, das Gaia
nur ihre Schwester schützen wollte, aber es war schade zu sehen, wie ein
Charakter so schnell an Farbe verlieren kann. Zum Glück ändert sich das zum
Ende des Buches wieder etwas. Dort erkennt man nämlich, dass Leon und Gaia
ihren Kampfgeist zurück erlangen!
Der Plot ist abwechslungsreich und
vor allem einfallsreich. Auch, wenn es einige etwas langatmige Stellen gibt, so
wird man sehr gut unterhalten. Auch in diesem Band gibt es wieder einen Code zu
knacken und ein großes Geheimnis zu lüften und ich war echt überrascht wie gut
die Autorin es wieder geschafft hat, den Leser zum mitdenken anzuregen!
Gefühle, Spannung und kleine Schocker sind eine gelungene Mischung. Innere
Konflikte stehen ebenfalls stark im Vordergrund und das vertiefen von Beziehungen
und die Frage nach richtig oder falsch. Es ist erschreckend zu sehen, wie
schnell Macht die Menschen verändert und was guter Glaube alles Boshaftes
bewirken kann. Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel!
Das Ende des Buches hat deutlich
einen Höhepunkt, der mir gut gefallen hat. Trotzdem stellt sich mir die Frage:
was nun? Nach der Enklave und dem Ödland…wohin soll die Reise führen? Wieder
zurück in die Enklave? Gibt es überhaupt einen Ort, der so etwas wie Normalität
bewahrt hat…?
Ich bin sehr gespannt auf den
Abschluss der Reihe!
Meiner Meinung nach ist das Land der
verlorenen Träume eine gute Fortsetzung, die mit einer tollen Geschichte und
viel Emotionen überzeugen kann. Leider schwächelt das Buch an vielen Stellen,
was besonders an dem Werdegang der Charaktere liegt.
Wer Band 1 mochte wird auch hier
nicht enttäuscht werden. Man sollte jedoch die Erwartungen etwas herunter
schrauben, denn Band 1 ist um längen besser in so ziemlich jedem Element der
Geschichte ;P
7/10
 Auf Englisch erscheint Band 3 am 2. Oktober diesen Jahres.
Die Übersetzung ist vom Heyne (fliegt) Verlag in Planung.
Für dieses Rezensionsexemplar! 🙂

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