[BUCHREZENSION] Legend #1

Titel: Fallender Himmel
OT: Legend
Autor/in: Marie Lu
Genre: YA, Dystopie
Buchreihe: Legend #1

Marie Lu wurde 1984 in Shanghai geboren und lebte
für einige Zeit in Texas, bevor sie an der University of South California
studierte. Vor ihrem Erfolg als Autorin arbeitete sie als künstlerische
Leiterin bei einem Unternehmen, das Videospiele produziert.
Deutsch
Gebunden/ 17,95€
Seiten: 368
Verlag: Loewe
Englisch
Gebunden/ 13,40€
Taschenbuch/ 8,20€
Seiten: 304
Verlag: Puffin
Innovatives Konzept auf dem
Büchermarkt der Dystopien!

Kurzbeschreibung

Eine Welt der Unterdrückung. Rachegefühle, die
durch falsche Anschuldigungen genährt werden. Und Hass, dem eine grenzenlose
Liebe entgegentritt. Dies ist die Geschichte von Day und June. Getrennt sind
sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende! Der unbändige
Wunsch nach Rache führt June auf Days Spur. Sie, ausgebildet zum Aufspüren und
Töten von Regimegegnern, erschleicht sich sein Vertrauen. Doch Day, der
meistgesuchte Verbrecher der Republik, erweist sich als loyal und selbstlos
angetrieben von einem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn. June beginnt, die
Welt durch seine Augen zu sehen. Ist Day tatsächlich der Mörder ihres Bruders?
Fast zu spät erkennt June, dass sie nur eine Spielfigur in einem perfiden,
verräterischen Plan ist. 
Buchgestaltung

Ich war früher mehr Fan der englischen Aufmachung, aber
inzwischen finde ich, dass die deutsche Ausgabe viel schöner ist! Der weiße,
schlichte Hintergrund und das Zeichen der Republik in Gold darauf, sieht
einfach total klasse aus! Fallender Himmel ist jetzt zwar nicht der beste
Beititel für Legend, aber klingt trotzdem irgendwie episch 😉 
Meinung

Ich habe mir schon viel von Legend
erwartet, nicht nur, weil es sowohl in Amerika, als auch in Deutschland total
gehypt wird. Ausnahmsweise kann ich die vielen positiven Rezensionen zum Roman
auch einmal nachvollziehend, denn wie sich herausstellt, bietet Legend ein
neues Konzept, mit sympathischen Charakteren und dem nötigem Biss, den eine
grausige Zukunftsversion immer so spannend macht.
Besonders gut gefallen hat mir, dass
die Autorin es so wunderbar leicht macht, Zugang zu den Charakteren zu finden,
obwohl Day und June, nicht gerade typische Jugendliche sind, mit denen man sich
identifizieren kann. June ist schon sehr früh erwachsen geworden, nicht nur,
weil sie hochbegabt ist, sondern auch, weil ihr Bruder hohe Ansprüche an sie
stellt und June selbst sehr ehrgeizig ist. Sie ist eine starke, loyale Heldin,
die sich selbst verteidigen kann und stets durchdacht handelt. Durch ihre
Sichtweise, erfährt man viel über die Republik und das Leben dort und diese
Einblicke sind nicht immer schön. Die Republik herrscht mit eiserner Faust und
dabei kommt einem das ganze Rechtssystem zunächst einmal sehr realistisch und
gut durchdacht vor. An vielen Stellen habe ich mit sehr gut vorstellen können,
warum das ganze Land so aufgebaut wurde, aber im Verlauf der Geschichte, fängt
man, genau wie June an, daran zu zweifeln, ob hier wirklich alles mit rechten
Dingen zugeht oder ob nicht mehr hinter der Fassade der Machtinhaber steckt.
Day ist das genaue Gegenteil von
June. Er lebt auf den Straßen der Republik und ist der meist gesuchte
Verbrecher des Landes, weshalb er sich ständig auf der Flucht befindet. Was ich
richtig gut fand, war, dass die Autorin uns hier gute Gründe dafür liefert,
warum ein Junge diesen Titel inne hat, denn es ist wie Day selber sagt: er ist
vielleicht nicht der gefährlichste Verbrecher des Landes, aber derjenige, den
die Republik einfach nicht ausfindig machen kann und somit der meist gesuchte.
Warum das so ist, kann man Day auch gut abkaufen. Er ist clever und listig und
hat immer einen Plan in der Hinterhand, was ich äußerst fähig erscheinen ließ.
Die Geschichte kommt ins Rollen, als
Day beschuldigt wird Junes Bruder ermordet zu haben und diese sich auf die
Reise begibt, um Day ausfindig zu machen. Das Buch bietet ab diesem Zeitpunkt
jede Menge Spannung, denn June gerät öfters auf ziemliche Abwege, bei der Suche
inmitten der „Slums“ der Republik und das ist oftmals sehr gefährlich. Obwohl
die Begegnung der beiden schon an einen ziemlichen Zufall grenzt und June
zunächst gar nicht weiß, wenn sie da vor sich hat, war das Zusammenbringen der
beiden Handlungsstränge doch sehr gut inszeniert. Es war einfach total fesselnd
zu lesen, wie die beiden sich näher kennen lernen und ihr Misstrauen bei Seite
legen, um gemeinsam einem Ziel zu folgen.
Toll war auch die Wende, die ab Mitte
des Buches stattfindet, denn ich hatte eigentlich erwartet, dass der Roman doch
gradliniger und vorhersehbarer verlaufen würde. June begeht nämlich einen
riesengroßen, schrecklichen Fehler und…ja, an dieser Stelle wird nicht mehr
verraten. Die Gesamthandlung des Romans empfand ich als wirklich unterhaltsam,
da sie abwechslungsreich gestaltet ist, in dem man, mal in den Kopf von June,
dann in den von Day blickt, die Dialoge oftmals ernst waren, aber auch genauso
witzig und durch die vielen neuen Elemente und Details, die Marie Lu in ihren
Weltenentwurf mit einbringt, der Leser in eine Welt eintauchen kann, die
fasziniert, echt wirkt und dabei an vielen Stellen schockiert.
Leider gefiel mir die
Liebesgeschichte nicht sonderlich gut, auch, wenn diese wirklich nur die
Nebenhandlung ist. Ich fand es etwas unglaubwürdig, dass beide einander so
schnell auf diese Weise mögen konnten, wo sie doch ihr ganzes Leben lang,
eingetrichtert bekommen haben, einander Feind zu sein.
Durch den flotten Schreibstil kommt
es einem beim Lesen auch gar nicht so vor, als habe man 300 Seiten hinter sich,
sondern die Geschichte wirkt fast etwas zu kurz. Es gab sehr viele Kapitel, bei
denen ich mir einfach etwas mehr gewünscht hätte. Es passiert einfach so viel
in Legend, das manche Stellen ein wenig gehetzt wirken und das mochte ich nicht
so sehr.
Was mir auch nicht so gut gefallen
hat, war, dass viele Dinge im Roman einfach zu glatt ablaufen und den
Charakteren zu leicht gemacht wurden. Besonders zum Ende hin, hatte ich oft das
Gefühl, dass hier einfach zu wenig Raum ist, damit die Szenen anders verlaufen
können und es letzten Endes doch mehrere schicksalhafte Hilfen geben musste,
damit das Buch zu seinem Ende kommt. Ein bisschen mehr Ecken und Kanten hätten
der Handlung für meinen Geschmack nicht geschadet!
Ein tolles dystopisches Konzept, ein
Detaileicher Weltenentwurf, sympathische Helden und eine spannende und
überraschende Handlungen machen Legend zu einem unterhaltsamen Roman mit vielen
Stärken. Stellenweise wirkt die Geschichte leider etwas zu oberflächlich und
zum Ende hin kann man das Ganze nur als rasant bezeichnen. Ob das etwas Gutes
oder Schlechtes ist, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Meine
Leseempfehlung geht an alle Dystopie-Fans da draußen! 😉

8/10

Am 23. Januar erscheint der zweite Teil der Triologie auf Englisch.
Über die deutsche Fortsetzung ist bisher noch nichts bekannt.

 Für die Chance dieses Buch vorablesen zu dürfen! 🙂

 So, zum Schluss kommt noch mein “Hype des Monats” – Fazit! Wie ich am Anfang meiner Rezension bereits erwähnt habe, finde ich, das Legend den Hype doch gerecht wird. Es ist vielleicht nicht das beste Dystopie Buch, aber ein sehr gutes! Man wird toll unterhalten und das Niveau des Buches bleibt ebenfalls sehr konstant, sodass man jedes Kapitel genießen kann. Wenn der Roman auch vielen sicherlich nicht gefallen wird, aufgrund der so rund laufenden Handlung oder der beiden Charaktere, die manchmal ein wenig zu nett sind ;P so denke ich, dass es den meisten Lesern sicher gefallen wird! 🙂

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