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[BUCHREZENSION] Flammen über Arcadion

Titel:
OT: Flammen über Arcadion
Autor/in: Bernd Perplies
Genre: YA Fantasy, Dystopie (?)
Buchreihe: Carya & Jonan #1

Bernd Perplies,
geboren 1977 in Wiesbaden, studierte Filmwissenschaft und Germanistik in Mainz.
Heute ist er als Schriftsteller, Übersetzer und Journalist tätig. Zahlreiche
seiner Bücher wurden für Phantastik-Preise nominiert.
Deutsch
Gebunden/ 19,99€
Seiten: 525
Verlag: Lyx

Englisch
Noch nicht erschienen.
Genaueres unbekannt!
 
Frischer Wind im Jugendbuch
„Dystopien“ – Genre 🙂
Kurzbeschreibung
Nach dem Großen Krieg
sind weite Teile der Welt verwüstet. Angst und Aberglaube beherrschen die
Menschen. Die sechzehnjährige Carya lebt mit ihren Eltern in Arcadion. Eines
Tages muss sie mit ansehen, wie ein junger Mann von den Schwarzen Templern
festgenommen wird. Er soll von der Inquisition gefoltert werden. Voller Wut
schießt Carya auf zwei der Inquisitoren und ist fortan auf der Flucht. Ihre
einzige Hoffnung ist der junge Templersoldat Jonah, der sein Leben aufs Spiel
setzt, um Carya zu retten.
Buchgestaltung

Die Aufmachung des Buches ist natürlich super und
ein echter Hingucker! Die vielen Details im Hintergrund und den Titel finde ich
ziemlich passend. Dazu hat das Buch noch ein Lesebändchen in demselben rot, wie
der Umschlag unter dem Schutzumschlag, was ich bei Büchern immer toll finde.
Alles in allem bekommt man für den stolzen Preis von knapp 20€ mit den über 600
Seiten doch viel geboten.
Meinung
Viele begeisterte Leserstimmen habe
ich zu Ohren bekommen, bevor ich das Buch selber in den Händen halten durfte.
Das viele positive Feedback hat mich sehr neugierig gemacht, das Buch war
allein durch Aufmachung und Klappentext schon lange auf meinem Schirm und daher
habe ich mich gefreut bei der Leserunde von Lies & Lausch eines der Bücher
gewonnen zu haben.
Der Pluspunkt schlechthin, den das
Buch bietet und der bisher JEDEN Leser so auch mich) überzeugt hat, ist das
Weltbild. Bernd Perplies hat sich hier sehr viel Mühe gegeben seine Welt und
alle Orte darin außergewöhnlich zu gestalten. In dem Meer aus immer gleichen
Dystopien war der Weltenentwurf in Arcadion daher wirklich etwas Neuartiges.
Die Regierung wird von der „Kirche“ repräsentiert, die mit etlichen Paragraphen
und Vorschriften für Recht und Ordnung sorgen. Tempelritter bilden die
Menschen, die diese Gesetzte ausführen und die Wächter in den Städten sind. Es
herrscht zwar nicht direkt Unterdrückung, aber die Gesellschaften sind trotzdem
in soziale Status eingeteilt und die Menschen werden dementsprechend behandelt.
Über allem steht fast wie bei einer Diktatur eine Person, die aus dem Dunklen
heraus bei allem die Fäden zieht. Das ganze System fand ich ziemlich
ausgeklügelt.
Was ich an dem Buch fast am meisten
geliebt habe, war der wunderbare und abwechslungsreiche Schreibstil. Schon bei
Magierdämmerung mochte ich Bernd Perplies Art zu schreiben sehr! Er kann einfach
ganz besonders gut Dinge um – und beschreiben und so wurden die ganze
Geschichte schnell lebendig vor meinen Augen.
Leider muss ich gestehen, dass mir
der Anfang des Buches nicht sonderlich gut gefallen hat. Es war zwar spannend,
die „Einführung“ in die Welt zu lesen, aber was den Rest betraf, so war ich mir
lange nicht schlüssig, ob das Buch wirklich meinen Geschmack treffen wird. Ich
kann noch nicht einmal so genau sagen, woran es lag, dass mir circa die ersten
150 Seiten nicht gefielen. Ich glaube, es lag besonders an den Charakteren.
Carya war für meinen Geschmack lange Zeit viel zu passiv und ihre Gedanken
stießen bei mir häufig auf Gegenspruch. Auch ihr Leben war nicht gerade das,
was ich als aufregend bezeichnet hätte und so war der Einstieg etwas
langatmiger, als ich es vielleicht gerne gehabt hätte.
Zum Glück (und das geschah wirklich
immer wieder) nahm die Handlung eine Wende, wenn ich gerade dabei war, das
Kapitel zu Ende zu lesen, mit dem Gedanken das Buch nun beiseite zu legen. Der
Balanceakt (wie der Autor es selber bei der Leserunde nannte) war wirklich
immer sehr gut ausgeführt, sodass die ganze Geschichte über mal ruhige, dann
wieder Actionreiche Szenen vorkamen. Irgendwie war das die meiste Zeit schon
perfekt abgepasst, würde ich sagen 😛
Was die Handlung an sich betraf, so
hatte ich (auch längere Zeit) Schwierigkeiten zu erkennen, wohin das Ganze führen
würde. Nach DEM Ereignis zu Beginn und Caryas „Flucht“ war verlor ich
zwischenzeitlich den roten Faden und fragte mich, warum gerade dieser oder
jener Ort nun ein Punkt in der Reise war. Besonders der Mittelteil der
Geschichte basiert viel auf Dialogen, den Bekanntschaften mit neuen Charakteren
und dem Pläne schmieden, etwas, dass ich an, wenn auch wenigen Stellen, eher
unnötig fand. Zudem vermisste ich die außergewöhnlichen Orte, wo man als Leser
doch durchs halbe Land reiste. Der Fokus lag eben viel auf den Beziehungen der
Charaktere, was der Geschichte viel Tiefgang verliehen hat, aber wodurch andere
Elemente etwas gelitten haben.
Etwas das ich auch nicht ganz so toll
fand, waren die vielen Passagen, in denen Jonan etwas getan hat, bzw. man die
Geschichte aus seiner Sicht verfolgte. Das war sicherlich eine gute Methode, um
seinem Charakter etwas mehr Facetten zu verleihen, weil man in seinen Kopf
schlüpfen konnte, aber mir kam es oft so vor, als würde sich dadurch etwas in
der Handlung „wiederholen“ Sein Charakter war mir allgemein etwas zu blass und
durchschaubar. Carya hingegen machte doch eine gute Entwicklung durch, weshalb
ich sie mehr und mehr lieb gewonnen habe.
Was ich richtig klasse fand, war die
Liebesgeschichte, die hier alles andere als im Zentrum des Romans steht und
sehr authentisch rüber gebracht wurde. Das Ende des Buches ließ mich etwas
zwigespalten zurück. Einerseits war es sehr fesselnd und es gab viele
Geheimnisse aufzudecken, anderseits ging es mir alles etwas zu schnell und die
Gegenspieler waren in ihren Motiven und Handeln sehr vorhersehbar. Das Rätsel
um Caryas Vergangenheit wurde auch noch nicht zu 100% aufgelöst, weshalb das
Warten auf Antworten echt bitter wird…
Zusammenfassend klingt das nach einer
Menge Kritik, aber ich mochte das Buch wirklich sehr! Es ist erfrischend
anders, gut geschrieben, hat viele spannende Höhepunkte und sorgt oft für
Abwechslung und nötigen Tiefgang. Die Charaktere sind sympathisch, die
Geschichte emotional und oft auch schockierend – alles in allem ein tolles
Jugendbuch, das eben auch einige Schwächen hatte, die aber vielmehr mit meinem
persönlichen Geschmack bei Büchern zu tun hatten, als dass ich sagen würde es
wären „allgemeine Schwächen“ in der Erzählung.
Flammen über Arcadion bekommt daher
eine klar Empfehlung von mir!
 
7/10
 
Band zwei „Im Schatten des Mondkaisers“ erscheint im März 2013!

Für die Chance das Buch bei einer Leserunde zu gewinnen & 
zusammen mit dem Autor lesen zu dürfen!

2 Comments

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