[BUCHREZENSION] Kirschroter Sommer

Titel:
OT: Kirschroter Sommer
Autor/in: Carina Bartsch
Genre: YA, Contemporary
Buchreihe: Ja! Wie die heißt…?

Carina
Bartsch wurde 1985 im fränkischen Erlangen
geboren und lebt in einem kleinen Dorf in der
Nähe ihrer Geburtsstadt. Sie brach die Realschule, dann die
Wirtschaftsschule und eine Lehre ab. Erst nach diversen Kleinjobs fand sie
mit Anfang zwanzig ihre wahre Bestimmung: das Schreiben. 

Deutsch
Taschenbuch/ 9,99€
Seiten: 512
Verlag: rororo

Englisch
Noch nicht erschienen.
Genaueres unbekannt!
Ein Sommer, der mal heiß, dann wieder
kalt ist…
Kurzbeschreibung
Würdest du deiner
ersten Liebe eine zweite Chance geben? Die erste Liebe vergisst man nicht.
Niemand weiß das besser als Emely. Nach sieben Jahren trifft sie wieder auf
Elyas, den Mann mit den leuchtend türkisgrünen Augen. Der Bruder ihrer besten
Freundin hat ihr Leben schon einmal komplett durcheinander gebracht, und die
Verletzung sitzt immer noch tief. Emely hasst ihn, aus tiefstem Herzen. Viel
lieber lenkt sie ihre Aufmerksamkeit auf den anonymen E-Mail-Schreiber Luca, der
mit seinen sensiblen und romantischen Nachrichten ihr Herz berührt. Aber kann
man sich wirklich in einen Unbekannten verlieben?
Buchgestaltung

Ich finde das Cover recht passend 🙂 Die beiden Menschen darauf
könnten durchaus meiner Vorstellung von Emily und Elyas entsprechen, nur, wie
der Titel zustande kam, verstehe ich selbst nach dem Lesen nicht, schön klingen
tut er aber.
Meinung
Ich habe es also getan. DAS Buch
gelesen von dem ALLE sprechen, alle so begeistert sind und das alle empfehlen,
empfehlen, empfehlen! Ich habe großen Respekt vor der Autorin, denn ihre
Geschichte ist auch sicher auch bekannt: von der Selbstverlegerin, zur Ebook-Bestsellerin
und nun zu einem bekannten Verlag. Beeindruckend. Ob dieses Wort auch wirklich
auf ihren Roman zutrifft? Jein, wäre meine Antwort.
Zunächst einmal fand ich Carina
Bartsch Schreibstil sehr angenehm. Irgendwie hatte er etwas Besonderes an sich
und war nicht ganz so typisch Jugendbuch. Das lag vielleicht daran, dass ihre
Charaktere auch etwas älter sind und der Humor des Buches daher etwas
spezieller 😛 Gerne würde ich behaupten, dass ich von der ersten Seite an
Zugang zu der Geschichte hatte, aber tatsächlich musste ich erst die Hälfte des
Buches hinter mich bringen, ehe sich bei mir der kleine Wow-Effekt einstellen
wollte. Was den Anfang für meinen Geschmack nicht so gut gemacht hat? Das ist
einfach zu erklären! Meiner Meinung nach lebt der (gesamte) Roman sehr von
langen Beschreibungen und etlichen Dialogen, die man so auch sicher hätte
kürzen können, was aber nun einmal der Stil der Autorin ist und ihre
persönliche Note. Mir kam der Anfang dadurch aber unheimlich zäh vor, weil man
nur im Alltag der Protagonistin Emely so vor sich her lebt. Natürlich bleibt
die erste Begegnung mit Elyas nicht lange aus, aber dennoch konnte mich das
Buch zu der Zeit nicht überzeugen.
Das lag daran, dass mir sowohl Emely,
als auch Elyas schrecklich unsympathisch waren. Nett ausgedrückt war Emely stur
und selbstsicher, gemein ausgedrückt zickig und egoistisch. Ich fand es
wirklich interessant, wie sie ihr Leben lebt, weil man Einblicke in dieses zur
Genüge erhält und so etwas nie verkehrt ist, aber die eine Sache, wird gar
nicht erwähnt. Nämlich der Vorfall zwischen den beiden, der Emelys Abneigung
gegen Elyas am Leben erhält. Mir war unbegreifbar, warum sie sich ihm gegenüber
so verhält und das sehr lange Herummunkeln hat mich genervt. Dazu kam, dass
Emely sich Elyas gegenüber wirklich mies verhalten hat, er aber genau dieses
Verhalten gespiegelt hat und dadurch viele Dialoge echt unter die Gürtellinie
gingen. Hier sollte ein Katz und Maus Spiel für Charme und Humor sorgen, aber
ich war wirklich sagen wir Übertriebenerweise mal geschockt, wie ekelig die
beiden zueinander waren :/
Das halbe Buch gab es diese
Machtspielchen zwischen den beiden, die ich gar nicht so amüsant und toll fand,
wie alle anderen Leser und Fans des Buches. Tatsächlich fand ich Emelys
Freundin Alex und deren Handlungsstrang weitaus besser.
Das Blatt hat sich aber für mich
gewendent, nachdem die Stelle mit dem Unfall von Emelys Eltern kam. Ich fand es
zwar schrecklich traurig, dass die beiden ein solches Ereignis brauchten, um
sich mal vernünftig zu benehmen, aber danach haben sich Emely und Elyas von
einer ganz anderen Seite gezeigt. Plötzlich verstand ich, was alle so gut an
den Büchern fanden! Die Gespräche zwischen den beiden können nämlich nicht nur
unglaublich süß, sondern auch urkomisch sein! Es gab wirklich gaaaaaaanz viele
Stelle, an denen ich Laute wie „aww“ und „ohh“ von mir gegeben habe, weil das
ganze so entzückend war 😛 Mit der Zeit habe ich auch angefangen Elyas richtig
zu lieben, weil er ein so netter und aufrichtiger Mensch sein kann! Emely blieb
leider ziemlich kalt, bei allem, was er sagte, obwohl ihr Innenleben ganz
anderes zeigte. Ich hätte mal zählen sollen, wie oft sie, nachdem sie Elyas
Gedanklich angeschmachtet hatte, dachte: ich hasse mich. Etliche male – sehr anstrengend!
Als in der zweiten Hälfte nun die
Vergangenheit der beiden offenbart wurde, kam die Enttäuschung meinerseits
zurück. Ich hatte Großes erwartet, aber das es so simpel sein würde…? Ich
musste mich doch mehrmals fragen, wie eine 23-jährige Frau ein so kindisches
Benehmen beibehalten kann, wenn die eigentlichen Fehler doch in einem klärenden
Gespräch beseitigt wurden -.-
Was mir gut gefallen hat, war, dass
es im zweiten Teil des Buches sehr viel mehr Handlung gibt. Die Nebencharaktere
erhalten etwas mehr Raum, man erfährt viel mehr über die Protagonisten und auch
der beschriebene Alltag wurde sehr viel abwechslungsreicher. Gegen Ende kehrte
das Buch aber wieder zu seinem „Muster“ zurück: lange, ausschweifende
Erzählweise. Diverse neue Charaktere bekamen ihren Auftritt und Emely und Elyas
blieben mal wieder auf der Strecke. Das Ende war dazu noch vollkommen
abgehackt, weshalb ich froh bin Band zwei bereits zu besitzen, denn das war gelinde
gesagt einfach blöd gemacht…
Ein weiter Punkt, der mich etwas
gestört hat, war Luca, der Briefeschreiber. Es gab so viele Hinweise im Buch
auf seine Identität (was auch der Grund ist, dass es einem so leicht fällt
Elyas später zu mögen) die Emely einfach nicht checkt. Dadurch wird die
Handlung des zweiten Bandes mehr als nur offensichtlich und ich hoffe, die
Autorin kann mich dort noch überraschen.
 
Für Fans von langen Contemporary
Geschichten sicher genau richtig. Mir fehlte etwas mehr von der versprochenen
Romantik und richtigen Liebesgeschichte. Unsympathische, unreife Charaktere und
auch die Langatmigkeit der Handlung waren für meinen Geschmack einfach zu viel
des Guten. Trotzdem weiß die Autorin charmant und humorvoll zu unterhalten,
auch, wenn diese Kapitel meiner Meinung nach, in der Minderzahl waren.
 
6/10

Bereits erschienen!

Für dieses Rezensionsexemplar! 🙂

4 Kommentare

  1. Dein Fazit ist mein eigenes Echo. Endlich mal eine Meinung, die sich mit meiner deckt. Bei all den Lobeshymnen hatte ich das Gefühl, das verkehrte Buch gelesen zu haben. Mich hat vor allem Emely gequält. Was ein unreifes Mädchen. Da besitzen so manch jüngere Charaktere in YA Büchern mehr Reife. Zudem ist vieles sehr vorhersehbar (Luca). Auch die Seitenzahl ist viel zu lang. 100 bis 150 Seiten weniger hätten dem Buch nicht geschadet.
    Der Humor reißt es wirklich noch etwas raus.

    LG

  2. Ach ja, du weisst ja sicherlich, dass mich das Buch bzw. die komplette Story begeistern konnte. Dennoch kann ich deine Kritkpunkte gut nachvollziehen. Eingangs ging es mir ähnlich und Emely macht es einem wirklich nicht leicht, sie zu mögen. Ich bin dann mal gespannt, wie die Fortsetzung bei dir ankommt. Diese zieht sich im Ganzen auch wieder ein "bisschen", aber hier wirds dann wirklich mal romantisch/gefühlvoller und Emely zeigt sich dann auch mal von ihrer sympathischen/verletzlichen Seite (wie ich finde) – sehe ich mal von der Halloweenparty ganz am Anfang ab, die mich doch leicht genervt hat = Emely. Aber dann…

    Mich zumindest konnte der zweite Teil dann noch mehr packen, als der erste. Vor allem, weil man beide Charaktere etwas besser verstehen kann. Den Auslöser an sich fand ich jetzt nämlich auch nicht gerade spektakulär, aber besonders in "Türkisgrüner Winter" konnte ich dann gut nachvollziehen, warum beide handelten/so arschig waren wie sie nun mal anfangs waren. Ich bin dann mal gespannt auf dein Gesamtfazit. Schöne und gut begründete Rezi. Wie immer! 🙂

    Liebe Grüße
    Reni

  3. Schöne Rezension 🙂 Auch, wenn die Charaktere anstrengend klingen, werde ich es mal damit versuchen 😀 Ich hoffe, dass ich es bald lesen kann, ich bin nämlich echt gespannt, gerade auch weil alle davon reden. xD

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