[BUCHREZENSION] Die Masken des Morpheus

Titel:
OT:
Die
Masken des Morpheus
Autor/in:
Ralf
Isau
Genre:
YA,
Fantasy
Buchreihe:
Nein!

Ralf
Isau wurde 1956 in Berlin geboren. Fantastische Erzählungen
begeisterten ihn schon früh, aber sein Interesse für
Naturwissenschaft und Technik führte ihn zunächst in die
Informatik. Während er in der EDV-Branche arbeitete, schrieb und
veröffentlichte er mehrere Romane für Kinder, Jugendliche und
Erwachsene, u.a. die mittlerweile legendäre Neschan-Trilogie. 2002
hängte er die Informatik an den Nagel und widmet sich seitdem ganz
der Schriftstellerei.

Inzwischen
gilt Ralf Isau als einer der großen fantastischen Autoren
Deutschlands. Er hat über 35 Bücher veröffentlicht, und seine
Werke wurden in fünfzehn Sprachen übersetzt und mit zahlreichen
Preisen ausgezeichnet. Ralf Isau lebt mit seiner Frau bei Stuttgart.

Deutsch
Gebunden/
17,99€
Seiten:
544
Verlag:
cbj

Englisch
Noch
nicht erschienen.
Deutsche
Originalausgabe!
Wahnsinnig
spannend und kunterbunt erzählt!
Kurzbeschreibung
Ein
außergewöhnlicher Junge. Ein skrupelloser Seelendieb.

Und
ein fantastischer Wettlauf auf Leben und Tod …

London
1793: Arian Pratt, Akrobat, Illusionist und Zirkusstar, kann es kaum
fassen, als er sich während einer Vorstellung plötzlich im Körper
eines geheimnisvollen Fremden wiederfindet – und dieser in seinem!
Arian nimmt die Verfolgung auf – und wird selbst zum Gejagten. Doch
der Junge lässt sich nicht einschüchtern: Er will wissen, wer
hinter dem mysteriösen Tausch steckt – und er möchte seinen
Körper zurück! Zusammen mit der jungen Mira macht er sich auf eine
abenteuerliche Reise und kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur

Buchgestaltung
Die Buchgestaltung
fällt genau wie bei Ralf Isau´s anderen Büchern einfach richtig
genial aus. Selten gibt es Buchcover, die so wunderschön,
detailreich Bezug zu der ganzen Story nehmen und dabei was Farben und
Ausarbeitung angeht, so stimmig sind. Der Titel passt auch einfach
wunderbar – deshalb gehört dieses Buch schon einmal zu meinen
Lieblingen, was das Äußere betrifft 😉
Meinung
Die Masken des
Morpheus ist das erste Buch des Autors, das ich gelesen habe. Dabei
ist der Name in aller Munde und auch auf meinem Stapel ungelesener
Bücher, befinden sich zwei bekannte Werkes des Autors, der weiß,
wie er eine gute Geschichte schreiben und aufbauen muss. Ich weiß
jedenfalls, das ich den beiden Büchern so schnell wie möglich zu
Leibe rücken werde, denn „Die Masken des Morpheus“ konnte mich,
bis ein paar kleine Makel rasch überzeugen und in seinen Bann
schlagen!
Zunächst einmal
habe ich inzwischen ein Faible für Geschichten, die einfach gut
recherchiert sind und Ralf Isau hat in seinen Roman so einiges an
Historie mit einfließen lassen. So sind einige der interessantesten
Nebencharaktere der Buch in Anlehnung an echte Personen entstanden
und am Ende findet man sogar ein Glossar vor, in dem erklärt wird,
wenn es damals wirklich gab und wen nicht.
Was das Buch meiner
Meinung nach besonders aufregend macht ist der schnelle und häufige
Ortswechsel, den der Hauptcharakter Arian befindet sich so gut wie
immer auf der Flut oder Suche (je nach Betrachtungsweise) und macht
dabei an vielen interessanten Orten einen Zwischenstopp. Im Grunde
dreht sich die Story um den mysteriösen Mr. M, der zu Beginn der
Handlung Arian seinen Körper stiehlt. Warum dem so ist, erfährt der
Leser erst nach und nach, als Arian mehr über seine Vergangenheit in
Erfahrung bringen kann – und dort lauern so einige Geheimnisse, von
denen er sich wünscht, er habe sie im Verborgenen gelassen.
Die Idee, das Arian
in einem ganz anderen Körper als seinem eigenen durch die Geschichte
spaziert, fand ich äußerst faszinierend. Zu oft werden Charaktere
auf ihr Aussehen reduziert und das hat hier einfach nicht gepasst! So
lernt man Arians Eigenschaften zu schätzen und auch Charaktere, die
ihm auf seiner Reise begegnen, mögen ihn um seinetwillen und aus
keinem anderen Grund.
Die Zeit, in der
der Roman spielt liegt im späten 17. Jahrhundert und auch das
verleiht der Atmosphäre einen ganz besonderen Flair. Ralf Isau
schreibt der bildlich und lebendig, weshalb man sich als Leser ein
sehr genaues Bild von dem damaligen London und anderen Schauplätzen
machen kann. Was ich besonders an seinem Schreibstil mochte, war die
Art ohne große Umschweife, das Wichtigste mit in die Erzählung
einbinden zu können. Der Roman ist mit seinen über 500 Seiten
nämlich sehr lang, aber keineswegs zäh geschrieben. Der Autor
weicht auch nie vom Wesentlichen ab oder verliert den roten Faden aus
den Augen. Mich hat beeindruckt, wie er über die hunderte von Seiten
die vielen kleinen Handlungsstränge so gut verknüpfen konnte –
besonders dem Ende entgegen blieb der Aha-Effekt nie aus.
Arians Charakter
war mal wieder eine tolle Abwechslung zu all den weiblichen
Protagonistinnen, die so überwiegend im Jugendbuch Genre vertreten
sind. Allein die Tatsache, das er als Illusionist bzw. Künstler
arbeitet, macht seinen Charakter sehr facettenreich, denn er
durchschaut viele Tricks und Motive, wo andere leicht verzweifelt
wären. Er hat zudem ein sehr beständiges Wesen und bildet daher
eine Konstante im Roman, auf die man sich gut verlassen kann, wenn es
mal wieder drunter und drüber geht. Ich wurde von ihm nie
enttäuscht, sondern vielmehr überrascht, wenn Seiten an ihm zu Tage
kamen, die ich so noch nicht kannte. Charakterentwicklung wird hier
nämlich ganz groß geschrieben!
Den Dialoge des
Romans fehlte es meiner Meinung nach etwas an Humor. Sie waren oft
sehr ernst und verzwickt und ab und an, hätte ich mir einfach
gewünscht, das der Autor dem Leser etwas mehr Luft zum atmen
eingeräumt hätte – wie man so schön sagt. Ein wenig Abhilfe hat
der Autor in Form der süßen Liebesgeschichte geschaffen, die uns ab
Mitte durch den Roman begleitet und das Ganze etwas auflockert. Auch,
wenn die Gefühle und Gedanken, der Charaktere oft nachvollziehbar
beschrieben wurden, so waren diese Szenen besonders schön zu lesen,
weil man beim Lesen einfach das Gefühl hatte, das ihnen etwas Glück
vergönnt wurde.
Das Buch steht, was
Action und Spannung angeht, ziemlich hoch im Kurs. Ich war überrascht
wie schnell man hier in wilde Verfolgungsjagden und Kämpfe
verwickelt wurde und kann euch sagen – der Autor macht kurzen
Prozess was Klischees angeht. Vielleicht lag es auch einfach an der
Zeitepoche, in der das Ganze spielte, aber ich hatte wirklich selten
das Gefühl zu wissen, was als nächstes auf mich zukam! Das war ein
wahnsinniger Pluspunkt. Es gab Kapitel, in denen es regelrecht BAM
gemacht hat und ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen konnte
🙂
Ein paar
Minuspunkte bekommt das Buch allerdings für den etwas trägen
Mitteltreil, der meinen persönlichen Geschmack, was die Handlung
betraf, nicht so ganz getroffen hat. Da gab es einige Szenen, die mir
nicht gefielen, aber ich möchte nicht spoilern – also steckt eure
Nase selber ins Buch! 😉
Ein
spannendes Buch, das sich deutlich von anderen Jugendbüchern
abgrenzt. Andere Zeit, anderer Schreibstil, andere Ideen – der Name
des Autors steht für innovative, gut recherchierte Geschichten,
voller fantastischer Wendungen. Mir persönlich war es ab und an
etwas too much des Guten, besonders, wenn es um das plotten und
planen ging 🙂

Für dieses Rezensionsexemplar! 🙂

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