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[BUCHREZENSION] Artikel 5

Titel:
Artikel
5
OT:
Article
5
Autor/in:
Kristen
Simmons
Genre:
YA,
Fantasy, Dystopie
Buchreihe:
Article 5 #1

Kristen
Simmons lebt in Tampa, Florida. Sie studierte Psychologie und
Sozialarbeit an der University of Nevada und arbeitet heute als
Psychotherapeutin mit Traumapatienten und Missbrauchsopfern. »Artikel
5« ist Kristen Simmons erster Roman.
Deutsch
Broschiert/
16,99€
Seiten:
432
Verlag:
IVI

Englisch
Gebunden/
13,50€
Taschenbuch/
7,90€
Seiten:
365
Verlag:
Tor Teen


Bis
zur Hälfte super, dann nur noch langweilig…
Kurzbeschreibung
Wer
nach Einbruch der Dämmerung sein Haus verlässt, Bücher liest oder
uneheliche Kinder zeugt, wird im Amerika der Zukunft hart bestraft.
Denn die sog. Moralmiliz entmündigt mit ihren totalitären Artikeln
die Bürger der Vereinigten Staaten. Ember ist eines der unzähligen
Opfer jener neuen Gesetze und muss für ihre Freiheit kämpfen …
Religiöser Fanatismus hält Einzug in die Vereinigten Staaten: Wer
gegen die strengen Statuten der Moralmiliz verstößt, dem stehen
öffentliche Demütigung, Haft und sogar der Tod bevor. Die
17-jährige Ember lebt mit ihrer Mutter allein und versteckt. Doch
trotz aller Schutzmaßnahmen wird ihre Mutter verhaftet. Sie hat
gegen Artikel 5 der Moralstatuten verstoßen, weil sie nicht mit
Embers Vater verheiratet war. Ember wird in einer Besserungsanstalt
für Mädchen gebracht und lernt dort Hass, Gewalt und fanatische
Moralisten kennen. Sie weiß, sie muss ihre Mutter retten, koste es
was es wolle … und dazu braucht sie Hilfe des Mannes, der ihre
Mutter verhaftet hat: Embers große Liebe, Chase.
Buchgestaltung
Mir gefällt die
englische Ausgabe um Länger besser, weil sie eben sehr viel
„dystopischer“ aussieht, als nur das verängstigte Gesicht des
Mädchens auf der Deutschen. Es ist auch nicht so, das Ember vom
Charakter her so „verstört“ oder „ängstlich“ ist, daher
passt das Motiv nicht ganz so gut. Super ist jedoch, das der Titel
übernommen würde, den mit dem „Artikel 5“ setzt sich die
Geschichte erst in Bewegung. Das ist der Grund, warum sich Embers
Leben verändert…
Meinung
„Artikel 5 ist
ein Buch, dem man auch abnimmt, das es eine Dystopie ist“ – so
Bouqueen bei einem ihrer Updates bei Goodreads (verklag mich nicht
fürs zitieren, Jana :P) – und da kann ich nur vollkommen
zustimmen! Wo viele Geschichten versuchen etwas Neues aufzubauen,
setzt Artikel 5 auf das alte bewährte Konzept aus einer Regierung,
die die Menschen unterdrückt, ihnen körperliche Gewalt antut und
auch ansonsten die Welt in zwei Lager spaltet, das aus den Anhängern
der gesetzestreuen Bürger und den Leuten des Widerstands besteht.
Was mir besonders gut gefallen hat, war das die Geschichte so viel
schneller ins Rollen kommt, als ich es mir ausgemalt habe. Der
Klappentext verrät mal nicht alles, denn die darin genannten
Situationen kommen schon auf den ersten dreißig Seiten vor. Ember
landet schneller als ihr lieb ist in der Resozialisierungsanstalt und
kaum dort angekommen, wird sie gezwungen sich anzupassen und
geschlagen.
Etwas schade –
und das zieht sich leider durch das ganze Buch – fand ich, das man
als Leser so wenig über den Weltenentwurf erfährt. Man weiß zwar
in etwa, wie es in Embers Welt zugeht, aber genaue oder detaillierte
Informationen gibt es nicht. So folgt dieser Roman dem, was man als
Dystopie Fan schon kennt und kann eher schlecht als recht an den
wichtigen Stellen überraschen. Zu Gute halten kann man der Autorin
dafür aber die Erzählgeschwindigkeit, denn auch, wenn Artikel 5
selten als innovativ zu bezeichnen ist, so ist das Buch in der ersten
Hälfte so spannend geschrieben, das es mich sehr gut packen und auch
unterhalten konnte.
Was ich wirklich
sehr mochte, war, das Ember und der Love-Interest Chase sich noch von
früher kennen und besonders in den Anfängen des Buches, gibt es
dutzende Rückblicke in die gemeinsame Vergangenheit der beiden. Das
hat einfach so wunderbar nachvollziehbar gemacht, wieso besonders
Ember Chase gegenüber solche Gefühlte empfindet und auch, viel die
Gründe erklärt, wieso beide einander wieder so rasch vertrauen.
Allgemein fand ich es einfach gelungen, das die Autorin
zwischenzeitlich immer wieder so tiefgründig auf das Gefühlsleben
beider Charaktere eingegangen ist. Die Rückblicke sorgten außerdem
ebenfalls dafür, das man sich ein gutes Bild vom alten Chase und dem
damaligen Leben der beiden machten konnte.
Die Reise der
beiden ist lange Zeit ein Kampf ums überleben. Mir gefiel, wie die
Autorin die Flucht der beiden so abwechslungsreich gestaltet hat und
sie eigentlich nie auch nur eine ruhige Minute hatten. Trotzdem
schafft Simmons es, genug Momente für schöne Dialoge zu nutzen, die
viele Konflikte hochschaukeln und für jede Menge Zoff und
Unstimmigkeiten zwischen Ember und Chase sorgen. Es war mal etwas
anderes zu lesen, wie die Protagonisten mit sich selber kämpfen,
anstatt sofort die perfekte Einheit zu bilden, die unbesiegbar alles
schafft. Das ist wahrscheinlich ein weitere Grund, warum ich Artikel
5 so gerne gelesen habe. Ich hatte zwar nie das Gefühl, die
Charaktere komplett verstehen zu können, aber durch den hart
erarbeiteten Zusammenhalt und die Pläne wurden mir beide
sympathisch, weil sie nach dem Motto gelebt haben: wenn du etwas
willst, musst du dafür kämpfen.
Für einige, gut
eingesetzte Lacher, sorgten in der Geschichte übrigens die Klischee,
die die Autorin beabsichtigt bloßstellt. So denkt Ember öfters über
Dinge nach, die sie sofort verwirft und regt sich dann selber über
die dämlichen Fehler auf, die sie fast begangen hätte. So wurden
viele Szenen zwischen ihr und Chase unfreiwillig komisch, was mich
zumindest sehr amüsiert hat!
In der zweiten
Hälfte des Buches ging es allerdings mit dem Plot rasch Bergab. Ich
hätte so gerne wieder etwas mehr der Abwechslung der erste Hälfte
gehabt. Im Prinzip ging dort die Flucht der beiden Charaktere weiter
und ich wusste zeitweilig gar nicht mehr genau, wo der rote Faden
war. Oft hatte ich das Gefühl, das die Autorin dies selber nicht so
genau wusste. Der Fokus lag immer auf der Rettung von Embers Mutter,
aber spätere liefen beide nur noch von A nach B, dann zu C rüber zu
D und die Seiten füllten sich mit meiner Meinung nach unnötigen
Ereignissen.
Auch der Widerstand
und die damit verbunden Charaktere kommen erst sehr spät ins Spiel
und tauchen dann erst wieder gegen Ende des Buches aus. Was ich davon
halten soll, weiß ich auch noch nicht genau. Für mich fühlte es
sich so an, als würde da einfach etwas fehlen…die Geschichte ist
nicht offen, aber auch nicht abgeschlossen.
Artikel
5 ist ein spannender Debüt Roman, der viele dystopische Elemente gut
umgesetzt hat. Die Charaktere sind interessant, das Gesamtkonzept
zwar nicht neu, dafür aber unterhaltsam und schnell erzählt. Leider
sackt der Roman im Gesamtbild in der zweiten Hälfte zu schnell ab
und die Autorin hält sich zu viel mit Nebensächlichkeiten auf, die
sich bis zum Ende hin zu sehr ziehen. Trotzdem spreche ich eine
Leseempfehlung aus – für alle, die gerne Dystopien lesen, ist
Artikel 5 ein vielversprechender Auftakt!

Auf Englisch ist Band zwei bereits erschienen.
Die deutsche Ausgabe kommt am 1. Oktober!

Für dieses Rezensionsexemplar! 🙂

3 Comments

  • Elisa

    Hab mal nur das Fazit gelesen, weil ich selbst gerade am Rezension schreiben bin 😀 Mir hat das Buch gut gefallen, das einzige was mich gestört hat, war, dass die Geschichte stellenweise so konstruiert wirkt. Und das versuche ich gerade in meiner Rezi verständlich zu erklären :'D

  • The Blogging Books

    Sehr schöne Rezension 🙂 Eigentlich wie immer. Dankeschön, dass du alles so genau beschrieben hast. Ich gehe dann mal gerade bei der 2. Hälfte mit weniger Erwartungen ran, damit ich nicht allzu enttäsucht werde 😀

    LG, Feyza

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