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[BUCHREZENSION] Unsterblich – Tor der Dämmerung

Titel:
Unsterblich
Tor der Dämmerung
OT:
The Immortal Rules
Autor/in:
Julia Kagawa
Genre:
YA Fantasy
Buchreihe:
Blood of Eden #1
Schon in ihrer Kindheit gehörte Julie Kagawas große Leidenschaft dem Schreiben: Langweilige Schulstunden vertrieb sie sich damit, all die Geschichten festzuhalten und zu illustrieren, die ihr im Kopf umher spukten – nicht gerade zur Freude ihrer Lehrer. Nach Stationen als Buchhändlerin und Hundetrainerin machte sie später ihr größtes Interesse zum Beruf und wurde Autorin. Sie lebt und schreibt mit ihrem Mann, zwei schwer erziehbaren Katzen und zwei Hunden in Louisville, Kentucky.
Deutsch
Gebunden/
16,99€
Seiten:
608
Verlag:
Heyne (fliegt)

Englisch
Gebunden/
14,20€
Taschenbuch/
7,30€
Seiten:
504
Verlag:
Harlequin


Unterhaltsamer
Auftakt mit kleinen Makeln…
Kurzbeschreibung
Nur
sie kann die Menschheit retten!

Unsere
Welt ist in Dunkelheit getaucht. Die Menschen sind zu Gefangenen
geworden. Nur wer sich an die Regeln hält, hat eine Chance zu
überleben. Doch die junge Allison will sich nicht mehr an diese
Regeln halten. Sie fordert das Schicksal heraus und lehnt sich gegen
ihre Unterdrücker auf – mit ungeahnten Folgen.

Grenzen,
Mauern und Verbote gehören zum Alltag der 17-jährigen Allison, seit
sie denken kann. Denn sie wächst in einer Stadt auf, in der die
Menschen von den Vampiren regiert werden, grausamen Fürsten der
Nacht. Sie haben sich eine Luxuscity errichtet und lassen ihre
Gefangenen, die ihnen regelmäßig Blutzoll schulden, für sich
schuften. Jeder kleinste Verstoß gegen die Regeln wird geahndet, und
Allison erfährt schon früh, dass ihr Leben nicht viel wert ist. Als
sie vor die Wahl gestellt wird, zu sterben oder ihren Unterdrückern
gleich zu werden, entscheidet sie sich für den Weg der
Unsterblichkeit – und hoff t, nun endlich unangreifbar zu sein.
Doch vor den Toren der festungsartig abgeriegelten Stadt lauert
etwas, vor dem sich sogar die Vampire fürchten …

Buchgestaltung
Alles in allem
gefällt mir die deutsche Aufmachung deutlich besser, auch, wenn der
Titel nicht gerade Sinn in Verbindung mit dem Inhalt des Romans
ergibt. Ich meine „Unsterblich“ passt, wie die Faust aufs Auge,
aber was soll den das „Tor der Dämmerung“ sein? Ich finde die
englische Version jedenfalls viel zu düster, ist das Buch mehr
Fantasy als Dystopie. Das Mädchen passt jedenfalls zu Allison und
auch die Tatsache, das ihre Waffe gezeigt wird, finde ich ziemlich
cool.
Meinung
Wie wahrscheinlich
alle Leser, die zu diesem Buch greifen, habe ich zuerst die Plötzlich
Fee Reihe der Autorin gelesen und bin ein großer Fan geworden. Das
sie nach Feen nun ausgerechnet Vampire aufgreift, hat mich sehr
neugierig gemacht. Ist das Thema schon zur Genüge ausgequetscht
worden, so zeigt Julie Kagawa einerseits, wie gut es in eine
dystopisch angehauchte Welt passt, andererseits erfindet sie hier,
was die Spezies betrifft nicht gerade das Rad neu und greift lieber
auf jede Menge Klischees zurück. Ein Mix der unterhält, aber auch
jede Menge Schwächen hatte, die mein Lesevergnügen an vielen
Stellen gemindert haben.
Zunächst einmal
fand ich Allison als Protagonistin wirklich klasse! Sie ist eine
Kick-Ass-Heldin wie aus dem Bilderbuch und zumindest in der ersten
Hälfte des Romans zeigt sie auch warum: sie ist taff, clever und
mutig. Ihr Kampf ums Überleben in einer Stadt voller Vampire, die
alles andere als skrupellos sind, hat mir sehr gut gefallen. Es fällt
ziemlich leicht, aufgrund der Darstellung ihres schwierigen Lebens
mit ihr zu sympathisieren, auch, wenn man sicher nicht behaupten
kann, das man sich als Leser in ihr wiedererkennt. Was ich allerdings
direkt zu Anfang etwas schade fand, war die Art und Weise, wie die
Autorin uns hier die Informationen näher gebracht hat. Auch im
Verlauf des Buches, gefiel mir das Info-Dumping alles andere als gut.
Viele Stellen wirken praktisch überladen mit all den Erzählungen
zum Weltbild und den Vampiren. Durch das Aneinanderreihen von
Informationen, erschien mir das Buch zuweilen sehr langatmig und das
war wirklich schade. Allgemein war die Idee zuerst Allisons
menschliches Leben zu zeigen und die Umstände vor ihrer Verwandlung
etwas ausführlicher zu behandeln nicht schlecht, aber es fehlte den
ersten hundert Seiten teilweise etwas an Spannung. Doch genau zu dem
Zeitpunkt, als ich mir persönlich zu viel wurde, schlägt die Action
ein, wie eine Bombe!
Plötzlich ging
alles Schlag auf Schlag und man darf als Leser mitfiebern und sich
auch etwas gruseln. Julia Kagawa lässt ihre Vampire Blut trinken und
morden und Menschen nur so zum Spaß hinrichten. Die düstere
Stimmung, die man sich vom Konzept erhofft, wurde zunehmend
greifbarer, besonders nachdem Allison sich einigen Gefahren stellen
muss. Ein großer Pluspunkt dabei ist wirklich, ihre Denkweise, weil
man hier mal nicht mit einer schwächlichen Figur mitleiden muss,
sondern stattdessen die Entwicklung, die ihr Charakter hinter sich
hat, direkt mitbekommt. Durch kleine Rückblicke, erfährt man immer
etwas mehr über sie.
Spätestens nachdem
Allison gestorben und als Vampir wiedergeboren wurde, kamen mir aber
die ersten Zweifel. Ab dieser Stelle im Buch, die recht früh kam,
weiß man als Leser nicht mehr, was als nächstes passieren wird –
das ist eigentlich immer etwas Gutes und spricht ohne
Vorhersehbarkeit für viel Spannung, aber hier war es mit jeder Seite
die verstrich mehr und mehr so, das ich mich fragte, wo genau der
rote Faden in der Story lag – ein Problem, das ich für mich
dauerhaft fortsetzte. Versteht mich nicht falsch! Es war interessant
etwas mehr über die Vampire zu erfahren und Allisons Weg zu
beobachten, wie sie mit ihrem neuen Dasein umgeht, aber als sie dann
sie Stadt verließ, fühlte es sich für mich so an, als würde ich
zusammen mit ihr sinnlos herumirrten, weil Allie selber kein klares
Ziel vor Augen hatte. Es folgten etliche Kapitel des Wanderns, die
sich sehr gezogen haben. Immer öfter, habe ich mir gewünscht, das
Buch wäre etwas kürzer gewesen. Meiner Meinung nach sind knapp 600
Seiten zu lang für den etwas zähen Plot gewesen.
Eine erneute
positive Wende gab es, als Allie auf eine Gruppe von Menschen stieß.
Sie als Vampir in der Gruppe war ein ständiger Gefahrenfaktor.
Etwas, was mich an der ganzen Situation gestört hat, war die Logik.
Allie greift nie auch nur einen von den Menschen an, gerät nur
selten in Versuchung, stattdessen spielt die dauerhaft die Heldin in
der Geschichte und sammelt überall Sympathiepunkte. Ich finde
einfach – besonders, nachdem Kanin (ihr Erschaffer) ihr immer
wieder gesagt hat, wie schwer man es als Neugeborener Vampir hat –
fiel Allie einfach alles zu leicht. Nichtsdestotrotz blieb ich Fan
von ihrer ruppigen und etwas unfreundlichen Art, weil sie eben mal
eine ganz andere Persönlichkeit hatte, als die üblichen YA
Protagonisten. Oft waren ihre Ausbrüche und Gedanken auch
unfreiwillig komisch. Besonders in Kombination mit den Leuten, die
sich nicht mochten, waren die Dialoge mal witzig, dann wieder ernst
und diese Mischung war sehr gut geschrieben.
Sehr positiv
überraschen konnte mich auch die Liebesgeschichte! Hier geht es auch
mal so ganz untypisch zu, denn der Love-Interest übernimmt dieses
Mal die Rolle des zurückhaltenden, ruhigen Typen und ist damit das
genaue Gegenteil von Allie. Hier wird es zudem überhaupt nicht
romantisch, wegen der ständigen Bedrohung, der alle ausgesetzt sind
und daher kann man Kitsch getrost vergessen. Stattdessen wirkte die
Entwicklung der Beziehung beider sehr echt und authentisch, weil sie
so langsam und schleichend voranschritt.
Nach der über
einem Viertel des Buches, gab es auch eine Art 180° Wende für mich.
Die vielen Dinge, die mich zu Beginn noch oft gestört hatten,
verflüchtigten sich in jeder Menge Kämpfe, fesselnden Ereignissen
und der Tatsache, das es wie in einigen Kapiteln als Allison ihr
Katana schwingt, wieder richtig zur Sache geht. Dabei fand ich
besonders genial, wie viele der Nebencharaktere in dem Chaos mehr
durchleuchtet wurden und endlich ein vernünftiger Gegenspieler auf
der Bildfläche erschien. Bis zum Ende hin, steigerte sich der Roman
enorm und der letzte Satz des Buches war einfach nur episch, auch,
wenn es ein fieser Cliffhänger ist.

Zusammenfassend
ist Unsterblich ein guter Auftakt, der durch Setting und eine
tolle Heldin überzeugen kann. Dennoch empfand ich besonders die
zugeführten Informationen als wenig innovativ und zäh erzählt.
Viele Stellen, den vampirischen Teil betreffend mochte ich gar nicht,
dafür punktete die Lovestory. Ich würde das Buch trotzdem
weiterempfehlen, weil Julia Kagawa eben keine wirklich schlechten
Geschichten schreiben kann und die 600 Seiten mit ihrem auf und ab
durchaus überzeugen können. Ich bin mir sicher: Band 2 wird um
einiges besser!

Für dieses Rezensionsexemplar! 🙂

One Comment

  • his + her books

    Tanja! Du versaust unseren Schnitt! 😀

    Ich kann deine Kritikpunkte aber gut nachvollziehen. Hab sie aber so gar nicht als störend empfunden. (zum Glück!)

    glg
    und ein schönes Wochenende!

    Steffi

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