[BUCHREZENSION] Grisha: Eisige Wellen

Titel:
Grisha: Eisige Wellen
OT:
Siege and Storm
Autor/in:
Leigh Bardugo
Genre:
YA, High Fantasy
Buchreihe:
Grisha #2

Leigh
Bardugo wurde 1975 in Jerusalem geboren und wuchs in Los Angeles auf.
Sie studierte an der Yale University. Wenn sie nicht schreibt,
arbeitet sie als Make-up-Artist. Ihre Grischa-Trilogie schaffte es
sofort auf die Bestsellerlisten und wurde in fünfzehn Länder
verkauft.
Deutsch
Gebunden/
18,90€
Seiten:
384
Verlag:
Carlsen

Englisch
Gebunden/
13,30€
Taschenbuch/
9,50€
Seiten:
386
Verlag:
Indigo


Wunderbare Fortsetzung! 🙂
Kurzbeschreibung
Nur
weg aus Rawka – das ist Alinas und Maljens einziger Gedanke nach
dem furchtbaren Kampf gegen den Dunklen. Doch selbst an ihrem
Zufluchtsort jenseits der Wahren See erreichen sie die Gerüchte: Der
Dunkle habe das Gefecht auf der Schattenflur überlebt und strebe
nach dem Zarenthron. Und er wird nicht ruhen, bis er Alina gefunden
hat. Denn um seine Macht ins Unermessliche zu vergrößern, braucht
er ihre Hilfe – ob freiwillig oder nicht.
Buchgestaltung
Hier gilt dasselbe
wie Band eins: Die englische Aufmachung sieht einfach toll aus, aber
die deutsche übertrifft sie für meinen Geschmack bei Weitem. Ich
liebe die deutschen Cover einfach total! Ich finde es einfach genial,
wie sie Bezug zum Buch nehmen und trotz Mädchengesicht durch die
„Drucktechnik“ aussehen wie ein Kunstwerk. Eisige Wellen passt
auch bestens, weil Alina eine Reise über wilde Meere antritt und das
Abenteuer dort viele Wendepunkte nimmt. Der blaue Drache hat auch
eine ganz besondere Bedeutung, genau wie der Hirsch bei Band eins.
Unter dem Schutzumschlag findet sich ein richtiges, kleines Gemälde!
Von Innen hat das Buch wieder schön detaillierte Motive vor jedem
Kapitelanfang, eine gezeichnete Karte von Rawka und mehr, plus das
Glossar im Anhang. Das typische Carlsen Lesebändchen fehlt hier auch
nicht und ist blau, passend zur Gestaltung. Einfach Top! 😀
Meinung
Mir gefiel der
zweite Band der Grisha Reihe deutlich besser, als der Erste. Weshalb
so viele Fortsetzungen mehr überzeugen können, als das Debüt? Ich
schätze, das liegt besonders daran, das man sich als Leser nicht
mehr durch irgendwelches Info-Dumping quälen muss, man die
Charaktere schon ein wenig kennt und damit viel Raum für tolle, neue
Entwicklungen sind. Das war zumindest bei Grisha: Eisige Wellen der
Fall. Ich mochte die Art und Weise, die Leigh Bardugo ihre
Geschichten beginnt schon bei Band eins. Der Prolog hatte auch hier
wieder etwas sehr wehmütiges und ich finde den Schreibstil der
Autorin wirklich schön. Sie kann besonders, was Gefühle und
Eindrücke angeht, einfach wundervoll schreiben! Alina und ihr Freund
Maljen befinden sich auf einem Schiff, dass sie weit von von ihrem
alten Leben bringen soll und so erkundet man mit beiden neue Gewässer
der Grisha-Welt. Was mir direkt zu Beginn besonders gefiel war, das
hier sofort etwas los ist. Die Schiffsfahrt ist nämlich alles andere
als ruhig. Nach weniger als zwanzig Seiten stehen die Charaktere
schon vor dem ersten Verrat und es gibt einige Kampfszenen. Was mich
auch verwundert hat, war das der blaue Drache so rasch auftaucht und
ich war demnach sehr gespannt auf alles, was folgen sollte!
Ein Riesenpluspunkt
sind hier definitiv die neu eingeführten Charaktere, darunter vor
allem Sturmhond, dessen Identität für viel Furore gesorgt hat. Ich finde
wirklich so ein Charakter hat der Reihe noch gefehlt. Er ist ein
eingebildeter, selbstgefälliger, aber humorvoller und loyaler
Mensch, der mit seinem Charme Alinas Leben ganz schön aufmischt.
Seine spätere Beteiligung an der Gesamthandlung hat mir wirklich gut
gefallen, denn die Autorin lässt durchblicken, das hinter seinen
Motiven mehr steckt, als es zunächst den Anschein hat. Alina ist
auch nicht davor sicher, das er ihr Avancen macht, was Maljen etwas
in Bedrängung bringt. Ich muss leider sagen, das ich seinen
Charakter noch immer nicht besser kennen gelernt habe. Ich hatte
einfach das Gefühl, er kann nur glücklich sein, wenn Alina es nicht
ist. Er hat sich oftmals nicht wie ihr (bester) Freund aufgeführt,
sondern wie ein egoistischer Mann, dem das Wohlergehen von ganz Rawka
egal ist. Das stand im starken Kontrast zu seinem Verhalten aus Band
eins und hat mich etwas verwirrt. Maljen ist nicht besonders leicht
zu durchschauen, weil ihm einfach der nötige Tiefgang fehlt!
Mit Alina hingegen,
konnte ich auch hier wieder sympathisieren. Sie hat durch das erlebte
schlimme Ablträume und kämpft mit ihrem eigenen Gefühlsleben,
sowie dem Durck, der auf ihr als Sonnekriegerin lastet. Ihre
Konflikte wurden sehr ausführlich und nachvollziehbar behandelt,
sodass man nie aus den Augen verloren hat, was sie durchgemacht hat
und warum ihr manche Entscheidungen so schwer fielen. Ziemlich
gelungen war ihre Entwicklung, denn Alina wird in diesem Teil viel
aktiver und beginnt zu begreifen, das sie numal eine Rolle spielen
muss, ob sie das will oder nicht. Mit dieser neuen Akzeptanz geht
dann ein anderes Verhalten einher.

Wir werden hier in
Gebiete aus der Grisha-Welt entführt, die man zuvor noch nicht
kannte. Was mich persönlich auf ganzer Linie überzeugen konnte war,
das man hier mehr Einblicke in das ganze System bekommt. Es folgen
viele Erklärungen zu mächtigen Persönlichkeiten, den Beziehungen
derer untereinander und auch der Kampf gegen den Dunklen zieht weite
Kreise. Es werden Allianzen geschlossen und sich auf einen Krieg
vorbereitet, daher denke ich, das in Band drei eine Menge auf uns
warten wird! Allgemein war Eisige Wellen im Vergleich zum
Vorgänger mehr auf den High Fantasy Aspekt ausgelegt. Es gibt
weniger Spannung und mehr Strategie, es wird eher alles gründlich
durchdacht, als das man sich ins Gefecht stürzt. Viele
Auseinandersetzungen finden auf einer ruhigeren Ebene statt, was aber
zur Handlung des Buches besser gepasst hat, als irgendwelche epischen
Schlachten.
Natürlich gibt es
davon trotzdem etwas. Die Gefahr, die vom Dunklen ausgeht ist ständig
in Reichweite und seine Person hat viele Auftritte im Roman. Er hat
aber einiges an Macht einbüßen müssen und versucht eher den Weg
über Nebencharaktere, um an Alina ranzukommen. So gibt es hier jede
Menge Verrate, einige Menschen spielen ein falsches Spiel und viele
wechseln die Seiten. Was ich dabei ebenfalls positiv anrechnen muss
ist, dass die Schwarz-Weiß-Malerei hier kaum noch vorhanden ist.
Vielmehr wird einem klar, das es immer zwei Seiten einer Medaille
gibt – das bekommt Alina am eigenen Leib zu spüren, denn die
Kräftemehrer zeigen ihr, was sie besitzt: Macht. Und die ist
bekanntlich sehr verführerisch…
Die
Liebesgeschichte ist nur Nebensache. Es gibt auch in diesem Bereich
einige Streitereien und süße Momente, aber meistens gehen diese
neben den übrigen Plotwendungen etwas unter. Mich hat das nicht
weiter gestört, zumal ich so etwas als wesentlich angenehmer
empfinde, als, wenn es anders herum ist!
Allgemein muss ich
jedoch sagen, dass das Potenzial der Reihe noch nicht ganz
ausgeschöpft ist. Leigh Bardugo hat eine tolle Welt geschaffen, wie
es sie noch nicht gab. Sie hat Talent und erschafft eine mitreißende
Atmosphäre. Dennoch ist der Roman wie sein Vorgänger nicht perfekt.
Viele Stellen ziehen sich etwas in die Länge und manchmal hätte ein
wenig mehr Aktivität von Alinas Seite aus nicht geschadet. Besonders
gegen Ende, als eine Wende der Geschichte eine andere Richtung gibt,
hätte ich mir gewünscht, das sie mehr am Geschehen teilnimmt.
Wer
Band eins mochte, wird hier angenehm überrascht werden. Eine
stärkere Protagonistin, mehr gut platzierte Informationen und der
Zauber der Grisha-Welt schlagen den Leser schnell in seinen Bann.
Eisige Wellen ist eine würdige Fortsetzung, die mehr Tiefgang und
Plot aufweist, als der Vorgänger. Interessante Nebencharaktere
machen die Handlung spaßig und die Autorin hält wieder jeder Menge
fantastische Ideen für uns bereit. Trotz kleiner Schwächen wirklich
lesenswert – ich bin sehr gespannt auf das Finale in Band drei! 🙂

Für dieses Rezensionsexemplar! 🙂

2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Doofes Pflichtfeld (sorry, muss sein!)

*

Ich bin einverstanden!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.