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[BUCHREZENSION] The Bone Season

Titel: Die Träumerin
OT:
The Bone Season
Autor/in:
Samantha Shannon
Genre:
YA, Fantasy (Dystopie)
Buchreihe:
Scion #1

Erscheint am 12. November auf Deutsch! 

Samantha
Shannon was born in west London in 1991. She started writing at the
age of fifteen. Between 2010 and 2013 she studied English Language
and Literature at St Anne’s College, Oxford. In 2012 the Women of the
Future Awards shortlisted her for The Young Star Award. The Bone
Season is her first novel and has been sold in twenty-one countries.
Follow Samantha Shannon on Twitter @say_shannon and on her blog:
www.samanthashannon.co.uk
Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 512
Verlag: Bloomsbury

(ignoriert den Pfeil in der Ecke xD Wo anders als 
bei Amazon hab ich das Cover nicht gefunden…)

Englisch
Gebunden/
14,80€
Taschenbuch/
12,90€
Seiten:
480
Verlag:
Bloomsbury


DAS
Buch des Jahres?! Wohl eher nicht…
Kurzbeschreibung
Sie ist stark, sie ist schnell, und sie kann etwas, was sonst niemand kann: die Gedanken anderer auskundschaften. In einer Welt, in der Freiheit verachtet und Träume verboten sind, wächst die junge Paige zu einer Kämpferin heran. Doch dann wird sie erwischt und in eine geheime Stadt verschleppt, in der ein fremdes Volk herrscht, die Rephaim. Und wo sie Warden trifft, den jungen Rephait mit den goldenen Augen. Er ist das schönste und unheimlichste Wesen, das sie je gesehen hat. Seine Gedanken sind ihr ein Rätsel. Und ausgerechnet ihm soll Paige von nun an als Sklavin dienen…
Buchgestaltung
Die englische
Aufmachung gefällt mir sehr, sehr gut! Die Farben blau und rot sind
mal etwas, das man nicht so häufig sieht und auch unter dem
Schutzumschlag macht das Buch einiges her. Schick das Ganze. Das HC
Format ist allerdings ein richtiger Klopper. Es ist RIESIG und
ziemlich schwer, so ein Buch stand bisher auch noch nicht in meinem
Regal…seltsam 😛
Die Deutsche Aufmachung ist nicht so mein Fall, besonders de Beititel…
Meinung
Ich habe wirklich
nicht vor über das Buch herzuziehen oder dergleichen. Ihr könnt
euch gar nicht vorstellen, wie heiß ich darauf war meine Augen an
die Seiten zu heften und wie sehr ich mir gewünscht habe Samantha
Shannon wäre wirklich die neue JK Rowling. Leider mauserte sich The
Bone Season nach einem genialen Start für mich immer mehr zur einer
Lesetortour. All die positiven Kritiken kann ich nach Beenden nicht
mehr nachvollziehen, versprach das Konzept doch wirklich eine Idee,
die jeden Fantasy-Liebhaber schnell in ihren Bann hätte ziehen
müssen.
Mein erster
Eindruck war wirklich super! Ich mochte den Anfang des Buches sehr
gerne und Paige war für mich sofort das Ideal einer tollen
Protagonistin. Der Schreibstil ließ auch nicht zu wünschen übrig
und relativ schnell geriet ich in den Bann der Geschichte. Paige ist
kein Charakter, den man leicht zuordnen kann, besonders da sie eine
Menge kriminelle Energie vorzuweisen hat. Sie tut im Grunde alles für
ihr Überleben und will sich dabei nicht den Regeln der Scion
Gesellschaft beugen, die versuchen Menschen mit besonderen
Fähigkeiten (im Buch „Clairvoyant) zu unterdrücken und Propaganda
gegen sie zu betreiben. Ein Szenario das schnell an X-Men erinnert,
sich auch durchaus von den beliebten Filmen unterscheidet. In Paiges
Welt gibt es sieben Arten dieser Begabungen und ihre ist eine ganz
besondere. Sie ist eine „Dream-Walkerin“ und kann sich mit ihrem
Geist aus ihrem Körper bewegen, so andere Clairvoyants aufspüren,
sogar verletzten und manipulieren. Aus diesem Grund arbeitet sie für
eine Art Untergrundbande, die eigene Ziele verfolgt.
Das Setting welches
die Autorin hier versucht hat auszubauen wirkt im ersten Moment
richtig atemberaubend. Sehr viele dystopische und fantastische
Elemente vereint der Weltenentwurf zu einem Konzept, das es in dieser
Form so noch nicht gab. Besonders die Art und Weise, wie futuristisch
hier alles beschrieben wurde hat mir sehr gut gefallen. Leider tat
sich damit bereits nach kurzer Zeit mein erstes Problem auf – das
im Verlauf der Geschichte zur reinsten Qual wurde: Das Info-Dumping!
Es ist verständlich das eine so komplex aufgebaute Geschichte viele
Hintergrundinformationen benötigt, damit man sich als Leser ein
gutes Bilde von allem machen kann, aber hier war es einfach zu viel,
zu viel, ZU VIEL! Verdammt aber auch…es war fürchterlich
anstrengend der Erzählung zu folgen, zumal die Autorin Paige diese
immer wieder in einem stillen Monolog erklären lässt. Es wird mit
Begriffen nur so um sich geworfen und ich wusste teilweise gar nicht
mehr, wo mir der Kopf steht. Es ist nicht gelogen, wenn ich sage, das
ich in meinem ganzen Leben noch nie so schlechtes Info-Dumping zu
lesen bekommen habe. Dabei waren viele der Dinge noch interessant,
aber die Flut an Details und News nahm einfach kein Ende. Das hat den
Lesespaß einen enormen Dämpfer verpasst.
Auch im weiteren
Verlauf der Geschichte bleibt dieser Teil einfach nicht aus. Es wird
erzählt und erzählt und erzählt und nebenbei bleibt einfach alles
andere auf der Strecke. Teilweise kam ich mir wie in einem Videospiel
vor, bei dem es die Aufgabe meiner Figur war jeden verdammten
Charakter anzusprechen und seiner Geschichte zu lauschen. Das war
einfach nur unnötig und uninteressant auf einem so konstanten Level,
das ich sehr bald nur noch genervt war. Eigentlich nehmen die Umrisse
der Welt schnell im Kopf Gestalt an und wie eine gute Freundin von
mir immer sagt „Show, Don´t Tell“ – einen Ratschlag den die
Autorin hätte beherzigen sollen.
Zu Beginn gab es
diverse Action-Szenen die mich trotz der Masse an Gehirn
zermatternden Dingen richtig fesseln konnte! Leider war auch dieser
Part der Handlung viel zu kurz. Wie der Klappentext nämlich verrät
wird Paige von Unbekannten gefangen genommen und sieht sich danach
gezwungen nach ihren Regeln zu spielen, wenn ihr das eigene Leben
lieb ist. Dabei bleibt Paige zunächst ihrem starken und klugen
Charakter treu, auch aber dieser Aspekt geht dem Buch ziemlich
schnell flöten. Kaum tritt nämlich Waren, ihr neuer „Meister“
auf den Plan, konnte ich Paiges Gedankengänge gar nicht mehr
nachvollziehen. Anstatt jede sich ihr bietende Chance zu nutzen zu
fliehen, hilft sie dem Kerl auch noch und hinterher bereut sie ihre
Entscheidung nicht einmal. Im Vergleich zu allen anderen Nebenfiguren
sitzt Paige auch nur in ihrem Zimmer herum und trainiert kaum. Es
gab, wenn es hochkam circa drei Szenen, in denen wir ihre Fähigkeiten
hautnah miterleben und die waren ehrlich gesagt auch alles andere als
spannend.
Stattdessen sterben
Nebencharaktere wie die Fliegen, es gibt die sterotypischen Bösen
Anführer und ihre Untergebenen und zeitweilig wusste ich gar nicht
mehr recht, wo denn der rote Faden abgeblieben war. Die Handlung
wurde erneut durch enormes Info-Dumping gestreckt – in einer Form,
die mich regelrecht gelangweilt hat! Denn wir werden öfters in
Paiges Vergangenheit zurückgeworfen. Das wäre an sich keine
schlechte Sache, um ihren Charakter zu durchleuchten, aber nein, auch
hier geht es nur wieder um die Clairvoyants und Paiges Liebesleben.
Die Bindungen, die sich gegenüber ihren sogenannten Freunden hatte
waren ziemlich unglaubwürdig. Allgemein hatte ich ein Problem damit,
der Autorin irgendetwas in dieser Hinsicht abzukaufen. Zwar gibt es
in The Bone Season keine wirklich Liebesgeschichte, aber alles
beziehungstechnische hinsichtlich Freundschaft und Empfindungen war
so dermaßen oberflächlich, das es mich nicht die Bohn gejuckt hat,
wer nun bestraft wird, etwas Fürchterliches tut oder ob Waren und
Paige sich einander annähern. Der Fokus lag einfach viel zu sehr auf
dem ganzen Drumherum, wie eine endlos lange Beschreibung eines Bildes
und all seiner Details.
Irgendwann ab der
Mitte war ich nur noch genervt und der winzige Rest Begeisterung den
ich dem Buch gegenüber aufbieten konnte löste sich einfach auf.
PLOPP! Mein Gehirn begann auf Durchzug zu schalten, jedes Mal, wenn
jemand den Mund aufmachte und die Ähnlichkeiten der Storyelemente zu
anderen Büchern wurden immer offensichtlicher. Das war zwar nicht so
schlimm wie bei anderen Roman, aber irgendwie verlor das Buch durch
den Vergleich, der sich immer wieder bei mir einstellte immer weiter
seinen Reiz. Egal, was viele Rezensenten auch sagen The Bone Season
unterscheidet sich nicht sonderlich von anderen paranormalen Büchern,
in denen Menschen besondere Fähigkeiten besitzen. Ich muss sogar
einwerfen, das die Erklärungen zur Bone Season selbst, sowie den
Motiven der „Gegenspieler“ für mich gar lächerlich waren. Es
war einfach zu viel des Guten.
Langsam, gemächlich
plätschert der Plot vor sicher her, während Paige die Umgebung
erkundet, andere ihrer Mitstreiter beobachtet, hier und da eine
kleine Freundschaft schließt oder sich mal mehr schlecht als recht
gegen die bösen, bösen Leute auflehnt, die ihr das komplette Leben
gestohlen haben.
Nach über 400
Seiten die ermüdend waren und so gar nicht mehr faszinieren konnten,
gab es dann nicht einmal mehr ein ordentliches Ende! Es fühlte sich
beim Lesen tatsächlich so an, als habe die Autorin versucht so
schnell wie möglich alles abzuschließen und das ist ihr nicht
gelungen. So abgehackt und kurz sollte nun wirklich kein Showdown
aussehen! Zudem hat mich echt das Gefühl beschlichen, das man es
hier mit der Logik auch nicht mehr ganz so genau genommen hat O.o
Zum Schluss gab es
also nochmal eine Enttäuschung obendrauf. Das einzige Befriedigende:
Endlich durch! Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, was
in sechs Folgebänden noch kommen soll.
The
Bone Season versprach so vieles! Von einer guten Geschichte bis hin
zu einer taffen Kick-Ass Heldin und dem einnehmenden Konzept. Mit
jeder Seite schwand all das dahin und zurück bleibt ein Kopf gefüllt
mit Wissen, das einem im Grunde gar nichts bringt. Ich bin zutiefst
enttäuscht und möchte das Buch nur ganz hart gesonnen Lesern
empfehlen, die mehr an Weltenentwurf und Setting interessiert sind,
als an Spannung und Tiefgang, denn das fehlt hier komplett.

3 Comments

  • Friedelchen

    Hm, wie schade. Ich hatte die Ankündigungen des nächsten Hypes ja auch gelesen, war aber noch skeptisch. Und das scheinbar zurecht. Wenn man sich am Ende nur noch durchquält und sich freut, wenn man endlich durch ist, ist das schon ein arg schlechtes Zeichen 🙂

  • buchverliebt

    Der Vergleich mit einem Videospiel war schon genial. Ich musste sofort an Pokemon denken! *yeah* xD

    Dass es hier einen Hype geben soll, tja, vielleicht in einem anderen Bundesland. Bei mir kam dererlei jedenfalls nie an. 😀 Aber nach deiner Rezension würde ich wahrscheinlich eh die Finger davon lassen. Ein aufregendes Setting hier und da ist ja ganz nett, aber es sollte definitiv nicht das Wesentliche (der Plot) vergessen werden.

    Liebe Grüße
    Sarah

  • Tina

    Lustig, dass bei dem Buch von so einem Hype gesprochen wird. Das ist total an mir vorbeigezogen 🙂 Von der Idee hört es sich echt fantastisch an, an sich hab ichs auch gerne, wenn die Weltgestaltung einen großen Anteil annimmt. Hmm, wenn so gar nix passiert ist auch doof. Ich schau mal in die Leseprobe rein.

    Lieben Dank für deine ausführliche Rezension!

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