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[BUCHREZENSION] Die wundersame Geschichte der Faye Archer

Titel:
OT:
Die wundersame
Geschichte
der Faye Archer
Autor/in:
Christoph Marzi
Genre:
YA, Contemporary
Buchreihe:
Nein!

Christoph Marzi, Jahrgang 1970, wuchs in Obermendig nahe der Eifel auf, studierte in Mainz und lebt heute mit seiner Familie im Saarland. Seit dem großen Erfolg seiner Saga um die Uralte Metropole (Lycidas, Lilith, Lumen und Somnia) ist er einer der erfolgreichsten deutschen Phantasik-Autoren.
Deutsch
Brochiert/
14,99€
Seiten:
384
Verlag:
Heyne (fliegt)

Englisch
Deutsche
Originalausgabe!
Eine
wirklich wundersame Geschichte…
Kurzbeschreibung

Eine
Liebe, die alle Zeiten überdauert.

»Geschichten
sind wie Melodien!« Mit diesen Worten verzaubert Alex Hobdon die
junge Buchhändlerin Faye Archer
vom
ersten Augenblick an. Als er sein Skizzenbuch in ihrem Laden
vergisst, tut Faye etwas völlig Untypisches: Sie schreibt Alex über
Facebook an, und aus ein paar kurzen Chats
entwickelt
sich eine berührende Liebesgeschichte. Doch dann erfährt Faye, dass
Alex ein Geheimnis verbirgt, das so unglaublich klingt, dass es
eigentlich nur wahr sein kann, und Faye muss sich entscheiden, ob
ihre Liebe zu Alex stark genug ist, dieses Geheimnis zu teilen …

Buchgestaltung
Die Aufmachung ist
einfach zauberhaft! Der Wechsel zwischen den Jahreszeiten, die
Farben, die vielen Details, all das machen das Cover zu etwas ganz
besonderen. Auch die Klappenbroschur und die Rückseite sehen genauso
toll aus! Hier hat man sich viel Mühe das Ganze genauso wundersam
zu gestalten wie die Geschichte ist 😉
Meinung
Christoph Marzi
hat ein neues Buch geschrieben! Wuhu! Ich bin riesengroßer Fan des
Autors und bisher konnte mich jede seiner Geschichten überzeugen,
die ich gelesen habe. Mit die wundersame Geschichte der Faye Archer
ging es mir nicht unbedingt anders, aber trotzdem wurde ich ein klein
wenig enttäuscht, ist die Geschichte mehr dem Realismus verfallen
als sonstige seiner Bücher und auch das Wundersame an dem ganzen
Roman blieb meiner Meinung nach etwas auf der Strecke.
Das Buch
beschäftigt sich mit Faye Archer. Eine junge Musikerin, die ihr
Leben kunterbunt lebt, so wie es ihr gefällt und mir damit sofort
sympathisch war. Überraschenderweise baut Christoph Marzi in seinem
neusten Werk im Gegensatz zu Büchern wie Grimm oder Memory
nicht viel auf seinen detailreichen Schreibstil oder fantastische
Vergleiche und Metaphern. Vielmehr hatte sein Stil hier etwas ganz
Neues, Frisches, das mir dennoch sehr gut gefallen hat. Der Autor
schildert wortgewandt wie immer vieles aus Fayes Leben und entführt
den Leser dabei in einen Alltag, der interessant und authentisch ist.
Schnell wird klar, das Faye ein außergewöhnlicher Charakter ist,
dem diese bestimmte Leichtigkeit anhaftet, die alle von Charaktere
des Autors immer an sich haben. Dadurch fühlt man sich beim Lesen
irgendwie immer daran erinnert, dass das Leben an vielen Ecken Poesie
und Spannung bereithält, wenn man nur danach suchen möchte.
Geschichten sind
wie Melodien
ist der Satz, der Fayes Abenteuer ins Rollen bringt,
denn dieser Satz weckt ihr Interesse für den Zeichner Alex Hobdon,
der wie eine Brise plötzlich in ihr Leben hineingeweht kommt. Der
Teil der Handlung lässt nicht besonders lange auf sich Warten. Kurz
nachdem Faye von Alex faziniert ist, beginnen die beiden eine
Briefreundschaft per Facebook und lernen sich so besser kennen. Das
scheint ein Thema zu sein, das aktuell sehr bliebt ist und ich
dennoch gut umgesetzt fand. Das zwei Menschen, die sich eigentlich
kaum kennen so viel verbinden kann ist ein schöner Gedanke, zumal
man bei Fremden offener ist, als bei manchen Freunden. Für Faye ist
schnell klar, das sie sich in Alex verliebt, doch wie es auf seiner
Seite aussieht weiß weder sie, noch der Leser richtig.
Etwas verwundert
war ich schon, welche Wende die Geschichte danach nahm. Ehrlich
gesagt war mir das Ganze einfach zu viel, denn es geschieht kaum
etwas Nennenswertes. Faye lebt ihr Leben weiter, Treffen mit Alex
kommen nie zustande und sie entwickelt eine Art stalkerhaftes
Verhalten, was diesen Mann betrifft. Natürlich habe ich von Anfang
an gespürt, das es da eine Art Verbindung zwischen beiden Figuren
gab, aber dass Faye Alex so extrem nachstellt, fand ich schon
ziemlich gewöhnungsbedürftig! Sie lauert seiner Freundin auf der
Toilette auf, belauscht Gespräche, steigert sich in eine Wut hinein,
die für mich kaum nachvollziehbar war. Leider! Es passierte zwischen
Alex und Faye einfach zu wenig, um das gut begründen zu können.
Klar, wenn man jemanden mag und besser kennelernen will, dann kann
einen die Tatsache, das dieser jemand verhindert ist, schon mal
mitnehmen, aber hier war mir das persönlich viel zu melodramatisch.
Leider wurde das
alles ab der zweiten Hälfte des Buches nicht unbedingt besser.
Besonders enttäuscht hat mich, das die komplette Erklärung auf
nicht mal 10 Seiten stattfand – einfach viel zu wenig für die
komplexe Idee hinter Die wundersame Geschichte der Faye Archer,
wie ich meine. Der Autor hat sich hier schon ein tolles Konzept in
den Kopf gesetzt, das so zwar nicht neu ist, aber gut hätte
funktionieren können, wären die Erklärungen etwas logischer
gewesen. Ich war irgendwie etwas verdutzt, dass der Höhepunkt so
schnell kam und alles eine 180° Wende nahm. Hier fehlte einfach das
ganze Info-Dumping und auch die Motive hinter der „bösen Personen“
die für die Geschehnisse verantwortliche waren, waren etwas an der
Nase herbei gezogen. Wie kann denn auch diese eine Nebenfigur so
dermaßen auf einen Hass-Trip gegen Faye unterwegs sein, wo sie zuvor
eine ganz andere Natur hatte?
Das fand ich
ziemlich unbefriedigend gelöst und das Happy End erzwungen,
weshalb ich mich für niemanden wirklich freuen konnte. Normalerweise
bin ich es von Christoph Marzi gewohnt, das er viel Tiefgang in seine
Romane steckt, aber hier hat mir der Bezug zwischen Erzählung und
Ende irgendwie komplett gefehlt.
Auch dafür, dass
das Buch als Liebesgeschichte vermarktet wird, ist es doch vielmehr
etwas anderes 🙂 Eine Erzählung, vielleicht eine Symphonie, aber
Liebe spielt hier wirklich die geringste aller Rollen 😛
Trotz der
Kritikpunkte, konnte mich der Roman zum Großteil fesseln und
unterhalten. Fayes Geschichte ist anders als erwartet, aber besonders
durch die humorvollen Dialoge und aussagekräftigen Emails macht das
Lesen Spaß.
Die
wundersame Geschichte der Faye Archer
ist Marzis neuster Streich
– unerwartet anders, speziell und wirklich wundersam, erzählt er
über das Leben einer jungen Frau, die es durchaus weiß die
Sympathiepunkte der Leser zu gewinnen. Mehr Alltag, wenig Liebe und
besonders die Konstellation der Wenden am Ende ließen mich skeptisch
zurück. Trotzdem ist das Buch für Fans empfehlenswert.
Für dieses Rezensionsexemplar! 🙂

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