[BUCHREZENSION] Die Auslese

Titel:
Die Auslese
OT:
The Testing
Autor/in:
Joelle Charbonneau
Genre:
YA, Fantasy, Dystopie
Buchreihe:
The Testing #1

Joelle
Charbonneau begann mit dem Schreiben, als sie noch Opernsängerin
war. Heute ist die Schriftstellerei ihre größte Leidenschaft.
Joelle Charbonneau lebt gemeinsam mit ihrem Mann und ihrem Sohn in
der Nähe von Chicago. Wenn sie nicht schreibt, arbeitet sie als
Schauspiel- und Stimmtrainerin.
Deutsch
Gebunden/
16,99€
Seiten:
416
Verlag:
Penhaligon

Englisch
Gebunden/
13,10€
Taschenbuch/
9,50€
Seiten:
382
Verlag:
Templer


Die
Tribute von Panem 2.0? EPIC FAIL!!!
Kurzbeschreibung
Sie
wurden auserwählt, um zu führen – oder zu sterben

Nach
den verheerenden Fehlern der Vergangenheit war sich die Gesellschaft
einig, dass nur noch die Besten politische Macht ausüben dürfen.
Von nun an sollten die Psychologen darüber urteilen, in wessen
Händen die Zukunft des Landes liegen sollte. So entstand die
Auslese.

Cia
ist sechzehn und damit eine der Jüngsten, die zu den Prüfungen
antreten, die darüber entscheiden, ob man für ein Amt geeignet ist.
Zunächst ist sie von Stolz erfüllt – bis die erste Kandidatin
stirbt! Jetzt breitet sich Angst aus, und Cia erkennt: Nur die Besten
überleben …

Dich
erwarten Gefahr, Liebe – und nackte Angst!

Buchgestaltung
Beide Varianten
sind ganz passend. 
Meinung
Zu Beginn möchte
ich etwas loswerden. Das hier ist eine 1-Sterne Rezension, daher
wisst ihr, was euch erwartet. Mir gefiel das Buch nicht, schlimmer:
Ich fand es grauenhaft und deshalb könnt ihr euch Kommentare wie
„aber, ich fand es super“ oder „du hast so Unrecht“ einfach
sparen. Das hier ist meine subjektive Meinung. Sie ist ehrlich. Sie
ist hart und sie ist gemein. Aber es ist MEINE Meinung. Punkt.
Außerdem enthält
die Rezension kleine Spoiler. Ihr seid gewarnt!
.
.
.
.
.
.
Die Auslese wird
vor allem mit der beliebten Bestseller Reihe die Tribute von Panem
verglichen oder eben auch die Bestimmung. Das (und der Hype um das
Buch) war tatsächlich einer der Gründe, warum ich die Geschichte
unbedingt lesen wollte. Ich bin ein Fan von Dystopien und immer auf
der Suche nach neuen Werken, die mich begeistern können. Ich hatte
hohe Erwartungen, aber was ich stattdessen erlebte war für mich
persönlich ein Schock. Hier wurden Szenen förmlich geklaut, aus
anderen Büchern übernommen, nachgestellt und das in einem Ausmaß,
das mich ganz ehrlich (ohne beleidigend werden zu wollen) wirklich an
all den positiven Meinungen hat zweifeln lassen. Denn wie kann man
etwas gut finden, das so perfide aus anderen Büchern zusammen gemixt
wurde?
Schon allein der
Anfang des Buches erinnert stark an oben genannte Werke. Cia unsere
Heldin stellt sich und ihr Leben vor. Statt Distrikten gibt es so
Kolonien, die Menschen tragen Farben ihres Status, so wie es bei die
Bestimmung Gang und Gebe war, sich auf diese Weise seiner Fraktion
auszuweisen und prompt erfährt man von der Regierung, die nur das
Beste für das Land will, indem es Jugendliche bei einer Zeremonie
auswählt. Schon allein diese wenigen Ähnlichkeiten haben an meinen
Nerven gekratzt und ich konnte die Auslese kaum als „innovativ“
abtun. Vielmehr musste ich das erst mal verarbeiten und nach mehreren
Wochen Pause einen Neustart hinlegen, der mir noch viel mehr die
Augen öffnete. Cia ist ein Charakter, der unbedingt an der Auslese
teilnehmen möchte, denn nur die Besten überleben – wie es der
Titel so wunderbar beschreibt. Die Erklärung für diese Form von
Test fiel meiner Meinung nach recht dürftig auch und diese
Durststrecke blieb dem Plot erhalten. Logikfehler, Lücken in der
Erzählung und viele Fragen, die mich um den Verstand gebracht haben.
Die Regierung möchte die Jugendlichen testen, damit sie später an
der Universität studieren können und das Land führen können.
Dazu ist eine Reihe
von Tests nötig, angefangen bei Matheklausuren bis hin zum
Überlebenstraining. Schön und gut, aber warum müssen viele der
Charaktere sterben? Bei Panem hat das noch Sinn gemacht. Dort wollte
die Regierung für die Fehler der Vergangenheit bestrafen und die
Bürger unterdrücken, aber hier? Das sind keine zufällig
herbeigeführten Tode, hier finden Mordanschläge auf Jugendliche
statt, die ihr Bestes geben. Wieso sollte ein Land, das die Besten
der Besten sucht, die Hälfte ermorden? Was ist, wenn diese
überlebende Hälfte aus anderen Gründen ausscheidet und wieso nicht
dumme Menschen sterben lassen, wenn man denn unbedingt Leute quälen
will? Mich mich unverständlich war auch, wieso es so wenig Leute
einen Scheiß interessiert hat, das während der Auslese die
Statisten, ehm Nebencharaktere abgekratzt sind. Jemand gestorben?
Kein Problem. Kurz darüber nachgedacht, den Schock überwunden, aber
hey, man will ja dabei bleiben, also macht man weiter! Schon allein
der Fakt, das die Weigerung zur Auslese anzutreten mit dem Tod
bestraft wird, müsste doch einige skeptisch werden lassen, oder?
So auch Cias Vater.
Dieser teilt seiner Tochter nämlich direkt zu Beginn mit, das er auf
keinen Fall will, das sie ausgewählt wird, er sogar seine Söhne als
„dumm“ dastehen lässt, damit man sie nicht aus der Kolonie holt.
Die Tochter ist 16 Jahre alt. Wieso lässt man sie ihr Leben auf die
Auslese hinarbeiten? Wieso sagt man nicht vorher etwas von all den
Dingen, die man weiß? Wieso, wieso, wieso?
Das nicht
nachvollziehbare Verhalten der Charaktere zieht sich durch das Buch,
so wie die vielen anderen „Fehler“ die mir den Roman ziemlich
verdorben haben. Es dauert nicht lange und da wird der Love-Interest
eingebaut. Ein Junge aus der Heimat, jemand mit dem Cia kaum ein Wort
gewechselt hat, aber kaum, dass sie ihn erblickt, werden die Worte
des Vaters (vertraue niemanden!) außer Acht gelassen und man wirft
sich blindlings in irgendeine Beziehung, von der man sich ebenfalls
fragt: WIESO jetzt? Da hat man sein Leben lang Zeit, wohnt im selben
Dorf, aber nein erst das dramatische Schicksal an der Auslese
teilzunehmen treibt beide in die Arme des anderen. Dabei beginnt das
„tödliche Spiel“ hier noch ziemlich harmlos. Ankunft im
Testcenter, Klausur hier, Mittagessen da, Freundschaften die
geschlossen werden. Die Teilnehmer werden dabei überwacht. Mit
Kameras. Trotzdem muss Cia den Leser alle fünf Seiten daran
erinnern. Nur, falls man es vergisst. Wir werden beobachtet. Ich
fühle mich beobachtet. Man beobachtet uns. Ich habe irgendwann
einfach aufgehört zu zählen, wie oft das erwähnt wurde -.-
Während der ersten
Test sterben einige der Teilnehmer. Ermordet. Wie bereits erwähnt
schert das aber kaum jemanden. Es wird weiter gemacht wie gehabt.
Selbst ein besonders blutiger Tod konnte mich nicht berühren, denn
der Schreibstil den Joelle Charbonneau hier vorlegt, ist emotionslos
und kalt. Es kommt Null Stimmung auf, liest mehr die leblose
Aneinanderreihung von Wörtern. Die Autorin hat sich auch kaum Mühe
gemacht Cias Innenleben zu beschreiben. Vielmehr war Cia eine
Erzählerin, die nur das tat: Erzählen. Die Geschehnisse werden
beschrieben. Mehr auch nicht. Gefühle, Zweifel, Ängste sind kaum
vorhanden. Innere Konflikte findet man nur mit der Lupe ab der
zweiten Hälfte des Buches und auch diese wurde halbherzig und
schnell abgehandelt.
Trotz allem, habe
ich weiter gelesen, dem Buch immer wieder neue Chancen eingeräumt.
Interessant wurde als, als die ersten Teilnehmer ausgesiebt wurden
und es an Phase zwei ging: Die Teilnehmer wurden im Wald ausgesetzt,
in den Ruinen alter Städte und sollten den Weg zu einem Treffpunkt
finden. Klingt nach viel Potenzial und so wurde es genutzt: Gar
nicht. Vielmehr war das der Teil der Geschichte, der unleugbar Szenen
gestohlen hat. Szenen, die 1:1 übernommen wurden. Besonders
beliebtes Opfer dabei wieder: Die Tribute von Panem.
Cia IST Katniss.
Sie geht jagen. Stellt mit Draht Fallen. Verbündet sich mit Tomas.
Hilft diesem. Tomas wird am Bein verletzt. Die beiden küssen sich.
Cia sorgt für Tomas. Cia kann super gut schießen und trifft alles,
egal auf welche Entfernung. Cia denkt in der Arena…ehm, sorry, dem
Wald an ihre Familie und das sie zurückkehren muss. Cia begegnet
Wolfsmutationen im Wald, die menschliche Augen haben und sie an Leute
erinnern. Ich könnte hier eine ganze Reihe anderer Dinge
auflisten…
Das wirklich
beklemmende daran ist, das ich hier nicht übertreibe, so wie man es
gerne mal tut, wenn man ein Buch einfach nicht mochte! Es hat sich
angefühlt, als ob die Autorin Panems Grundgerüst willentlich
gestohlen hat und mit Details anderer Romane ausgeschmückt hat.
Besonders die
Liebesgeschichte ging mir gehörig gegen den Strich. Cia und Tomas
kommen praktisch zusammen, nachdem sie ihm gerettet hat und er sie
zum Dank küsst. Dahinter stecken kaum Motive. Genau wie Peeta schien
er Katniss, ich meine natürlich Cia, schon immer gemocht zu haben,
aber (wieder) im Gegensatz zu Panem steckt da nicht mehr dahinter.
Die beiden benehmen sich zwar nicht überschwänglich kitschig, aber
trotzdem war mir das Gesülze über Liebe im Angesicht ihrer Lage
doch ein Dorn im Auge. Ich werde einfach nie begreifen können, wie
in Jugendbücher eine solch innige, ewige Liebe entstehen kann, wenn
man sich gefühlte zehn Sekunden kennt! Tja, mein Pech.
Wahrscheinlich stimmt etwas nicht mit mir.
Mal abgesehen davon
weist das Buch wenig Spannung auf. Die Wanderung durch den Wald zum
Ziel führt an vielen Dingen vorbei. Von rachsüchtigen Mitstreitern,
bis zu den Mutantenwölfen, Wasserquellen die explodieren (hui!) und
anderen Dingen, von denen ich gerne behaupten würde, sie konnten
mich überraschen. Cia erhält sogar Hilfe von einem Mann, der sehr
verschwörerisch tut. Dabei wurde der logighalber auch mal vergessen,
das hier immer noch Kameras das ganze Spiel filmen.
Dazu kommt, das
sämtliche Nebencharaktere nicht mehr sind als das: Randfiguren. Sie
haben einen Namen und das war es auch schon, was man über die Leute
erfährt. So wird auch wieder klargestellt, das sich beim Leser keine
Gefühlsregung tut, wenn jemand durch Tod ausscheidet. Ziemlich
clever, richtig? Charakterentwicklung oder Tiefgang könnt ihr auch
aus eurem Wunschdenken streichen. Cia bleibt die Superheldin: taff,
mutig, perfekt und Tomas ein oberflächlicher Kerl, dem sie ständig
den Hintern rettet. Auch der Versuch ihn später durch merkwürdige
Anmerkungen etwas mysteriöser Erscheinen zu lassen prallte
vollkommen an mir ab.
Das Buch hatte auch
einfach keinen guten Gegenspieler zu bieten. Im Grunde haben sich Cia
und Tomas tagelang durch den Wald geschlagen und es gab nur wenige
Auseinandersetzungen, die man kaum als Höhepunkte bezeichnen konnte.
Die äußeren Umstände des Settings, sowie Info-Dumping wurde
einfach weggelassen. Man erfährt reichlich wenig über ALLES und
kann sich demnach auch kaum Gedanken zu dem Weltenentwurf oder
anderen Dingen machen.
Ich könnte Tage so
weiter machen, aber irgendwann wäre die Rezension ein ganzer Roman
und das zu Lesen macht sicher genauso viel Spaß, wie die Auslese
selbst.
Springen wir also
zum Ende. Ich muss sagen, den halben Stern hat sich einzig und allein
dieses Ende verdient. Es war gut gemacht und die Idee dahinter konnte
nach den überstandenen 350 Seiten meine Neugier wecken. Schade, das
es prompt zu Ende war, denn den Folgeband werde ich niemals in die
Hände nehmen. Dabei beziehe ich mich hier wirklich auf die letzten
fünf Seiten, denn alles, was davor kam, war für mich wieder wie
russisches Roulette, ohne Kugel, dafür mit Logikfehlern.
Ich weiß gar nicht
so recht, was ich noch schreiben soll. Die Auslese ist meiner Meinung
nach kein kommender Bestseller. Fans von Panem & Co werden sich
hier nur über den billigen Abklatsch ärgern. Leser, die vielleicht
kaum Bücher des Genres gelesen haben, könnten überzeugt werden,
aber für mich war das ganze „Abenteuer“ verwirrend, unlogisch
und so voller Anwandlungen von Jähzorn, das ich nichts Gutes über
den Roman sagen kann. Und glaubt mir, Spaß gemacht hat mir das
Schreiben dieser Rezension nicht. Da blutet einem echt das
Leserherz…und die Augen…und das Gehirn gleich mit xD

Für dieses Rezensionsexemplar. Ich habe das Buch im Austausch für 
eine ehrliche Meinung bekommen. Tja, ehrlicher geht es nicht.

14 Kommentare

  1. Ich kenne das Buch nicht und kann daher nicht beurteilen, ob die Rezension nun übertrieben ist oder nicht. Mir fiel aber auf, dass viele Kritikpunkte, die du genannt hast, aus meiner Rezension zu Panem stammen könnten. Logikfehler, Lücken, viele offene Fragen, emotionsloser Schreibstil, reine Aneinanderreihung von Erzählungen, Nebencharaktere nur Randfiguren, usw. Schlimmer als Panem kann dieses Buch also auch nicht sein. 😉 Und nee, ich werde es nicht lesen, nur um zu sehen, ob das doch möglich ist. Da hat Panem mir echt gereicht. 😉

  2. Also eigentlich stand das Buch auf meiner WL, aber wenn es stimmt was du sagst, streiche ich das gleich mal wieder… ich war eigentlich sehr neugierig, weil.es ja diese Blogtour von his&her Books und Co. Gab und die ja alle richtig begeistert waren. Aber auf Abklatschen habe ich echt keinen Bock da gibt es genug andere tolle Bücher, die gelesen werden wollen 🙂

  3. Man merkt so richtig, dass du sogar sauer bist, weil du es jetzt schlecht bewerten musstest xD

    Ich finde das alles nachvollziehbar, hab das Buch ja noch nicht gelesen, aber Wolfsmutationen mit menschlichen Augen? Im ERNST? Dass das bisher kaum jemandem aufgefallen ist, wundert mich ja doch irgendwie.

  4. Und genau deswegen bin ich bei mehr oder weniger gehypeten Büchern immer skeptisch… Entweder erwartet man zu viel oder es ist anderen Büchern SO ähnlich, dass es klar ist, dass es allen gefällt – frei nach dem Motto 'Was einmal funktioniert hat, klappt auch ein zweites Mal'. Ich finde das einfach nur arm. Vor allem als du das mit den Wolfsmutationen erzählt hast, wuuuut? ._. Hatte die Autorin nicht einmal den Funken Kreativität, um es wenigstens Mutationen von anderen Tieren zu machen? Sowas ist doch schon fast wieder Plagiat. Ach was red ich. Das IST ein Plagiat. Da freut man sich ja glatt, das Buch bei der Blogtour nicht gewonnen zu haben xD

  5. Ich war auch neugierig was alle in diesem Buch sehen oder was es eben zu kritisieren gab. Den Klappentext fand ich zwar ansprechend, aber bei Dystopien bin ich auch sehr vorsichtig geworden und lese kaum noch welche. Und ich glaube auch auf dieses Buch werde ich verzichten – alleine, dass es an so viele andere Geschichten erinnert schreckt mich schon wieder ab… naja, hat auch keine Eile in diesem Genre.

  6. Wie cool … Auf die Rezension hab ich mich gefreut seit ich auf goodreads in Verbindung mit dir und der Auslese irgendwas mit "fuck-u-stupid-book" gelesen habe … Also seit gestern xD Schön geschrieben, ich wollte das Buch gar nicht lesen weil mir das alles eh schon so elendig bekannt vorkam, und ich hatte wohl recht – die Vergleiche die du schilderst sind echt BEÄNGSTIGEND, das kann man ja nicht mal mehr abstreiten!

  7. Na, das klingt ja gar nicht gut … Hab bisher nur 5 Sterne Rezensionen gelesen …
    Deine Rezi lässt mich jetzt aber doch überlegen, ob ich es wirklich haben will.
    Na ja, mal schauen, es ist jetzt auf jeden Fall nicht mehr auf meiner "Will ich sofort haben" Liste. ;D

    1. Seien wir doch mal ehrlich 🙂 Es kann nicht nur 5 Sterne Rezensionen geben! xD Nicht jeder wird das Buch super finde. Ich bin mir auch sicher, dass viele andere meiner Meinung sein werden *seufz* 😛

  8. Huch! O.O
    Ich habe es selbst noch nicht gelesen. Allerdings dachte ich es seie SO gut. Weil bisher habe ich nur extrem schwärmeriche Rezensionen zu diesem Buch gelesen. Das erstaunt mich nun wirklich, dass es dir gar nicht gefallen hat.
    Ähm… dann wandert es wohl etwas nach hinten auf meiner Wuli.

    LG ♥

  9. Also ich habe das Buch zwar nicht als ganz so schlecht empfunden wie du – aber gut fand ich's auch nicht. Dafür sind die Ähnlichkeiten definitiv zu gravierend und Cia ist ja SOOOO TOLL, das ging mir schrecklich auf die Nerven. Ernsthaft, die kann alles, weiß alles, und es stehen auch noch alle Kerle auf sie. Na doll -.-

    Ansonsten fand ich's eigentlich ganz spannend, aber das ist ja definitiv subjektiv. Ich hab deine Rezension jedenfalls sehr gerne gelesen. Erfrischen, mal keine Lobeshymne 😉 [Die kann ich übrigens auch nicht verstehen. Aber jedem das Seine!]

    1. Ich hab schon mitbekommen, dass die meisten zwischen 3-5 Sternen schwanken. Meine Rezension wird eh erstmal wieder die Geister spalten xD Ich sehe schon die wilde Meute bei Amazon, mit ihren Fackeln und Mistgabeln 😛

      Wer weiß? Vielleicht hilf meine äußerst kritische Meinung die Waagschale auszugleichen? ^^

  10. Ja, ich fand das Buch ja ziemlich klasse. Aber es ist ja oft so – fängt der Kriegsfuß erstmal an und man hat eine Sache gefunden, dann ist man schon mehr am "kratzen" und lässt sich weniger "fallen" bei der Geschichte. Das geht mir jedenfalls oft so, wenn ich irgendwo einen Logikfehler am Anfang sehe, dann beiße ich mich schon mal fest.

    Ich habe bisher nur den ersten Panem-Teil gelesen, vielleicht habe ich deswegen nicht direkt an den Vergleich gedacht. Ähnlichkeiten sind natürlich da. Bei Panem ist es halt der negative Aspekt der Bestrafung, der zur Auswahl führt, bei der Auslese ist es eine Art Selektion der Stärksten, was natürlich auf eine recht perfide Art geschieht, aber sonst wäre es ja keine Dystopie. Ich habe mir das so erklärt, dass sie die Stärksten heraussuchen wollen und für die anderen keine Verwendung mehr haben und sie daher quasi opfern, ebenfalls um die anderen damit zu belasten.

    Ich denke man braucht nicht so naiv zu sein, anzunehmen, dass die Autorin Panem nicht kannte. Ganz sicher sogar. Dennoch finde ich den Ansatz hier nicht uninteressant (den Vergleich mit "Die Bestimmung" sehe ich dagegen nicht, denn Kolonien und Arena? Das ist Panem, sonst nichts). Die Liebesgeschichte fand ich zum Beispiel ganz anders – aber ich fand Katniss im ersten Panem-Band auch einfach nur fies.

    Der Schreibstil der Autorin ist vielleicht Geschmackssache. Ich fand sogar, dass sie sehr nahe an Cia und ihren Gefühlen war. Sie benutzt zum Beispiel auffällig oft indirekte Rede, also lässt Cia wiedergeben, was andere gesagt haben – was die Nebenfiguren natürlich dann zurücknimmt, mich aber bei einer Ich-Erzählerin als Stil doch begeistert hat.

    Insgesamt frage ich mich auch immer, wo man die Grenze zieht zwischen "geklaut" und einem Element, das für das Genre vielleicht einfach ganz natürlich ist. Die gleiche Kleidung beispielsweise. Das haben ja weder Collins noch Roth erfunden, sondern wenn, dann die Geschichte. Abgrenzung durch äußere Merkmale. Uniformen, David-Sterne, "Die Welle". Hatte Ally Condie das nicht auch? Hat Roth dann bei ihr abgeschrieben?

    Na ja, ich finde andere Meinungen immer interessant. Ich weiß, manche akzeptieren das nicht, aber ich finde es immer super, wenn man ehrlich seine Meinung gesagt hat. Deswegen ist das auch für mich eine gute Rezension, auch wenn ich anderer Meinung bin. Also jetzt nicht als "Du bist doof"-Kommentar verstehen 😉

    LG

    1. Ach, Sarah, ich verstehe das gar nicht als "Du-bist-doof"-Kommentar 😉 Im Gegenteil. Du hast deine Aussagen wirklich gut formuliert, sodass ich sie nachvollziehen kann. Du hast auch vollkommen recht! Ich habe das Buch angefangen zu lesen und war schon "negativ beeinflusst" weshalb mich danach einfach nur noch alles gestört hat. Das es so ins Extreme schlagen würde, habe ich selber auch nicht gedacht, aber irgendwie haben mich wirklich Unmengen an Details gestört…

      Ich liebe Panem. Abgöttisch und daher hat es mich vermutlich noch mal einen Tick mehr gestört xD Ich verstehe auch, was du sagen möchtest und sicher, das Rad erfindet selten ein Autor neu, aber hier wurde wirklich Szenen 1:1 übernommen, was ich vielleicht mit Zitaten hätte darstellen sollen, damit man den Worten eher glaubt. Ich finde es halt nur wirklich grausig, wenn man sich als Autorin so viel von anderen Büchern abschaut und es dann als neu und innovativ abgetan wird!

      Schreibstil ist immer Geschmackssache. Auch das kann ich so unterschreiben. Ich freue mich auch immer (ehrlich) für Leute, die Bücher, die ich nicht mochte dennoch gut finden. Jedes Buch findet seine Leser und Kritiker und damit muss man als Autor eben leben können ^^

      Ich persönliche ziehe eine solche Grenze immer zwischen "ähnlich" und "gleich". Sicher, jeder Dystopie bedient sich gängiger Elemente, wie die böse Regierung, Rebellen, Austände etc. – das macht eine Dystopie ja auch aus, aber den kompletten Rahmen einer anderen, bekannten Reihe zu verwenden. Warum musste es z.B. ein Wald sein? Wieso nicht gleich die Stadtruinen? Wieso Mutation im Wald oder auch der Verlauf der Liebesgeschichte. Man sieht ja leider immer wieder, dass es funktioniert, wie z.B. Bei Twilight/Vampire Diaries/Der Kuss des Dämons. Ich bleibe aber ganz hartnäckig bei meiner Meinung und finde das doooooooof. Aber schön zu wissen, das du mit Respekt an solche Dinge rangehst 😛

      LG, Tanja

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Doofes Pflichtfeld (sorry, muss sein!)

*

Ich bin einverstanden!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.