[BUCHREZENSION] Himmelsfern

Titel:
OT:
Himmelsfern
Autor/in:
Jennifer Benkau
Genre:
YA Fantasy
Buchreihe:
Nein!

Jennifer
Benkau lebt mit ihrem Mann, drei Kindern und zwei Katzen inmitten
lauter Musik und vieler Bücher im Rheinland. Nachdem sie in ihrer
Kindheit Geschichten in eine Schreibmaschine gehämmert hatte,
verfiel sie pünktlich zum Erwachsenwerden in einen literarischen
Dornröschenschlaf, aus dem sie zehn Jahre später, an einem
verregneten Dezembermorgen, von ihrer ersten Romanidee stürmisch
wachgeküsst wurde. Von dem Moment an gab es kein Halten mehr.

Deutsch
Gebunden/
18,95€
Seiten:
495
Verlag:
Script5

Englisch
Deutsche
Originalausgabe!
Eine
Liebesgeschichte der anderen Art…
Kurzbeschreibung
Noa
verliebt sich. Doch ihr bleiben nur zwei Wochen. In zwei Wochen wird
der Junge, den sie liebt, dem Menschsein den Rücken kehren,
vielleicht für immer. Hat ihre Liebe unter diesen Umständen
überhaupt eine Chance? Wird der Schmerz am Ende nicht viel zu groß
sein? Doch Noa kennt das Spiel mit dem Feuer – ihre Leidenschaft ist
der Tanz mit den brennenden Poi. Wird sie es schaffen, ihre Furcht zu
bezwingen, so wie sie bei jedem Training, jedem Auftritt ihre Angst
überwindet? Denn sie ist seine einzige Hoffnung …
Buchgestaltung
Einfach
WUNDERSCHÖN! 🙂 Der leichte Rosaton und die schwarze Feder passen
perfekt zusammen und Himmelsfern ist ein wirklich toller Titel, der
super zum Buch passt. Ich mag die Aufmachung sehr, sehr gerne!
Endlich mal wieder was anderes als diese ollen Mädchengesichter,
aber was sag ich? Das gibt es bei Scipt5 sowieso NIE 🙂
Meinung
Endlich – ein
neues Buch von Jennifer Bekau! Na, wer hat genau dasselbe gedacht als
das erste Mal die Rede von Himmelsfern war? 😉 Jennifer Benkau
hat mit ihren tollen dystopischen Romanen ja wirklich die Ehre von
deutschen Schriftstellern/innen gerettet und das ist ihr wieder
gelungen. Ihr neuster Roman ist der Beweis dafür, das gute Fantasy
nicht immer aus anderen Ländern kommen muss. Ich muss gestehen, dass
ich schon etwas skeptisch war, weil es sich hierbei um eine
Liebesgeschichte handelt, aber hey, es ist ein Benkau: Vergesst
Kitsch und Klischees, verabschiedet euch von Stereotypen und allem,
was ihr so kennt…
Schon der Anfang
von Himmelsfern konnte mich wirklich sehr fesseln. Ich finde Jennifer
Benkaus Schreibstil in diesem Buch sogar noch besser als bei ihrer
Dilogie. Im Rahmen der Blogtour hatte ich die schwierige Aufgabe, die
schönsten Zitate herauszusuchen (die findet ihr übrigens *hier*)
und das war alles andere als leicht. Die Autorin hat ein
unglaubliches Gespür für wundervolle Beschreibungen, ergreifende
Dialoge und Szenarien, die einem das Herz mit Schmerz und Freude
füllen. Ihr Schreibstil ist ein Gesamtkunstwerk, das in diese eher
ungewöhnlichen Liebesgeschichte wirklich gut zur Geltung kommt.
Ich wusste
eigentlich nicht recht, was ich von diesem Roman zu erwarten hatte
und muss gestehen, das sich der erste Teil des Buches doch etwas
gezogen hat. Nachdem mich der Start so sehr fesseln konnte war das
ein klein wenig enttäuschend. Es ist nämlich so, dass die
Geschichte mit einem richtigen BAM beginnt und man erst mal wieder
den Mund zuklappen muss und dann folgen jede Menge Beschreibungen der
Umgebung, Charaktere und der Beziehungen derer untereinander. Das ist
natürlich für einen Anfang immer wichtig, damit man sich eine gute
Vorstellung von Setting und Figuren machen kann, aber mir war es
einen Ticken zu viel des Guten. Noa lebt nachdem Vorfall erst mal
eine Weile ihr Leben normal weiter, mit allem, was dazu gehört und
das sich schon etwas gezogen. Ich fand es zwar schön mehr über sie
zu erfahren, aber hier könnte man gut sagen: Show, Don´t Tell.
Nichtsdestotrotz
nimmt die Geschichte genau an der richtigen Stelle wieder Fahrt auf,
denn Noa gerät schnell in eine sehr unangenehme Situation, die zur
Folge hat, dass sie Marlon und seine Freunde besser kennenlernen muss
und die haben alle ein besonderes Geheimnis. Was ich wirklich richtig
genial fand war, das Jennifer Benkau hier wirklich den (und verzeiht
mir bitte) 0815-Scheiß weg gelassen hat. Ich meine Mädchen trifft
auf mysteriösen Jungen kennen wir alle zur Genüge und es war so
herrlich erfrischend das Ganze mal etwas anders zu erleben! Die
Dialoge, die Ereignisse, allgemein die erste Begegnung zwischen Noa
und Marlon war so voller Humor und Abneigung und Zweifel und mehr
mehr mehr…selten habe ich ein Aufeinandertreffen zweier Sturköpfe
so gerne gelesen 🙂
Noa ist allgemein
ein Charakter, den man schnell ins Herz schließt. Sie ist durch ihr
spezielles Hobby interessant und hat eine besonders realistische Art
mit ihrem Leben umzugehen. Das liegt daran, dass sie ihre eigene Welt
als trist und grau beschreibt und mir gefiel die Vorstellung super,
dass sie durch das ungewollte Abenteuer endlich etwas mehr Farbe in
dieser verteilen kann. Marlons Charakter ist lange Zeit sehr
undurchschaubar, aber die Autorin hat auch hier klar gestellt, das er
mit seinem Verhalten keinen bekannten Genre Regeln folgt. Hinter
seinem Handeln steckt nämlich immer eine sehr nachvollziehbare
Erklärung. Zusammen waren die beiden ein echtes Dream-Team. Nicht im
Sinne von „sie haben so perfekt zusammen gepasst“, nein Noa und
Marlon waren lange Zeit wie Feuer und Wasser, absolute Gegensätze,
aber die ziehen sich bekanntlich ja an. Die Beziehung der beiden ist
durch das Fantasyelement wirklich sehr interessant gestaltet.
Besonders dramatisch ist auch, dass dem Leser (genau wie Noa) fast zu
spät bewusst wird, das es Gründe gibt wegen denen beide nicht
zusammen sein können. Es ist kein Geheimnis, das Noa sich verliebt
und man weiß natürlich schnell, wer hier zum Love-Interest wird,
aber der Weg dahin ist eine gefühlvolle Reise mit vielen
Entwicklungen.
Ich finde das
Besondere an dieser Liebesgeschichte ist, dass es eigentlich keine
ist. Sicher, es geht um zwei Jugendliche, die sich ineinander
verlieben, aber das Buch hat auch sehr viel mehr zu bieten. Es geht
um Freundschaft, Loyalität, darum sich selber zu verwirklichen und
das wertzuschätzen was man hat, bevor man es verliert und vermisst.
Durch den schönen Schreibstil wurden Stellen, an denen diese Dinge
erkennbar wurden richtig poetisch und lange nachdem Lesen schwirren
mir unzählige Zitate im Kopf herum – der Roman weiß die Gedanken
zu vereinnahmen.
Erstaunlicherweise
findet man in dieser Geschichte auch eine ordentliche Portion Action!
Ja, sogar Angriffe, Kämpfe und wilde Verfolgungsjagden könnte man
sagen. Es war wirklich toll, dass das Buch so viel Abwechslung zu
bieten hatte. War es eine Zeit lang ruhig, kam danach wieder eine
große Ereigniskette ins Rollen.
Obwohl ich am Ende
richtig glücklich mit Himmelsfern geworden bin, so gab es einige
Sachen, die ich nicht so sehr mochte, wo wir zurück zu dem Anfang
des Ganzen kommen. Ich fand es etwas schade, dass Noa sich an vielen
Stellen mit Marlons Antworten einfach so zufrieden gegeben hat. Sie
bleibt lange Zeit ziemlich gelassen dafür, dass sie so wenig über
Marlon und die anderen weiß. Ihre Neugier verleitet sie regelrecht
dazu, die Gesellschaft der Gruppe zu suchen, aber das war
Erklärungs-technisch nicht immer ganz ausreichend. Ich hätte gerne
noch mehr über Marlons Familie und mehr Details zu den „Clans“
gelesen. Schön hätte ich es auch gefunden, wenn den
Nebencharakteren mehr Bedeutung zugekommen wäre. Ich fand sie
nämlich alle sehr interessant und trotz des Einzelbands wäre an der
ein oder anderen Stelle sicher etwas mehr für diese drin gewesen.
Was ich deshalb klasse finde ist, das Jennifer Benkau ein eShort
(Himmelsnah) geschrieben hat, das sich eben genau mit diesem
Kritikpunkt beschäftigt 🙂
Was den Plot
betrifft, so hatte dieser immer wieder Durchhänger und für meinen
Geschmack hätte ruhig mehr passieren können. Die oben genannten
ruhigeren Szenen halten manchmal nämlich etwas zu lange an. Vor
allem die düstere Atmosphäre und die Wortzauberei haben verhindert,
das man hier aufhören konnte zu lesen. Jennifer Benkau kann es eben
einfach 😛
Himmelsfern
ist ein schöner Fantasyroman, der über die übliche
Liebesgeschichte hinaus erzählt. Eine unverbrauchte Idee, spannende
Wendungen und Unmengen an Poesie und Realismus machen das Buch
lesenswert. Hin und wieder muss man sich mit Längen in der Erzählung
herumschlagen und einige Erklärungen hätten etwas mehr Erklärung
sein können.

Für dieses Rezensionsexemplar! 🙂

4 Kommentare

  1. Nein, ich werde mir die Rezension jetzt NICHT durchlesen. Ich will nicht wissen, um was es darin geht └(>o< )┘

    Aber 7,5 Punkte sind mehr als die Hälfte, also kann das Buch auf meiner Wunschliste bleiben … außerdem ist es von Jennifer Benkau; das Argument muss reichen. Bleibt nur zu hoffen, dass es mich dann nicht enttäuscht, wo ich Dark Canopy/Destiny so gemocht habe 😀

    Caro

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