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[BUCHREZENSION] Wen der Rabe ruft

Titel:
Wen der Rabe ruft
OT:
The Raven Boys
Autor/in:
Maggie Stiefvater
Genre:
YA Fantasy
Buchreihe:
The Raven Cycle #1

Maggie Stiefvater, geboren 1981, hatte glücklicherweise immer Schwierigkeiten, ihren Hang zu Tagträumereien und Selbstgesprächen mit ihren Jobs zu vereinbaren. Anstatt also als Kellnerin, Kalligraphielehrerin oder technische Redakteurin zu arbeiten, versuchte sie es mit der Kunst. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin in den Bergen Virginias, ist verheiratet, hütet zwei kleine Kinder sowie zwei neurotische Hunde und hofiert eine verrückte Katze.

Deutsch
Gebunden/
18,95€
Seiten:
496
Verlag:
Script5

Englisch
Gebunden/
14,10€
Taschenbuch/
7,40€
Seiten:
409
Verlag:
Scholastic


Anders
als alles, was ich jemals gelesen habe! 🙂
Kurzbeschreibung
Jedes
Jahr im April empfängt Blue die Seelen derer, die bald sterben
werden, auf dem verwitterten Kirchhof außerhalb ihrer Stadt. Bisher
konnte sie sie nur spüren, nie sehen – bis in diesem Jahr
plötzlich der Geist eines Jungen aus dem Dunkel auftaucht. Sein Name
lautet Gansey, und dass Blue ihn sieht, bedeutet, dass sie der Grund
für seinen nahen Tod sein wird. Doch Blue trägt ein Geheimnis in
sich: Seit sie sich erinnern kann, lebt sie mit der Weissagung, dass
sie ihre wahre Liebe durch einen Kuss töten wird. Ist damit etwa
Gansey gemeint?
Buchgestaltung
Was soll ich sagen?
Ich bin von beiden Aufmachungen echt begeistert. Im englischen
Original passt der Titel einfach wie die Faust aufs Auge und auch der
Rabe steht als DAS Symbol für die Handlung ein. Im Original heißt
das Buch nämlich The Raven Boys, weil Gansey und seine Freunde auf
eine Schule gehen, deren Wappen ein Rabe ist. Aus diesem Grund nennt
Blue die Jungs Raven Boys. Die deutsche Aufmachung sieht
einfach nur wunderschön aus! Der Wald spielt ebenfalls eine große
Rolle und zusammen mit Farben und Schriftart, wirkt das Motiv
schlicht, ist aber trotzdem ein richtiger Eyecatcher 🙂 Die
Übersetzung zu Wen der Rabe ruft ist mehrdeutig und gefällt
mir daher auch ziemlich gut.
Meinung
Ich glaube, die
Welt hat nur darauf gewartet, das Maggie Stiefvater dieses Buch
schreibt. Es ist anders, so anders, als alles, was ich zuvor jemals
gelesen habe und das meine ich zu 100% positiv. Das Buch konnte mich
von Anfang an fesseln, verzaubern und mitreißen, wie es Bücher
selten tun und es gab keine Stelle, an der ich etwas auszusetzen
hatte. Wie viele, denkt man auf den ersten Blick, das es sich hier
entweder um eine Liebesgeschichte oder einen Fantasyroman handelt,
aber Wen der Rabe ruft ist sehr viel mehr. An Tiefgang ist
dieses Buch jedenfalls kaum zu übertreffen. Was immer wieder für
kleine Überraschungen sorgte ist, dass hier die Kapitel abwechselnd
aus der Sicht von Blue und Gansey, aber zwischendurch auch aus Adams
(einer von Ganseys Freunden) Perspektive und die eines Lehrers der
Schule geschrieben sind. So erhält man oft Einblicke in Szenen, die
man zunächst nicht zuordnen kann, welche später aber wichtig für
den Plot sind. Ich hatte mehr als einmal das Gefühl eines
AHA-Effekts, als Einzelheiten an ihren Platz gerückt sind.
Was das Buch so
unglaublich packend und einzigartig macht, sind in erster Linie die
Charaktere. Wenn ich sage, das ich sie geliebt habe, ist das echt
noch untertrieben. Blue lebt zusammen mit ihrer Mutter und nennen wie
sie mal „Tanten“ in recht normalen Verhältnissen. Das Geld ist
oftmals knapp, weshalb Blue jobbt und ihre Mutter eine Art
Wahrsagerladen betreibt. Dabei hat Blues gesamte Familie wirklich
besondere Gaben. So kann ihre Mutter das Schicksal anderer Leute
lesen und Blue selber wirkt wie ein Kräfteverstärker auf andere mit
Fähigkeiten. Zusammen mit einer Freundin ihrer Mutter bewacht Blue
die Schattenpfade – Wege auf denen sich Geister zukünftiger Toten
umher treiben und dort begegnet sie auch dem Geist eines Jungen, der
mit ihr spricht und ihr seinen Namen nennt. Das ist der Auslöser für
Blue, nach diesem Jungen zu suchen, um seinen Tod zu verhindern.
Blue ist ein sehr
sarkastischer, humorvoller, aber auch ernster Charakter. Sie nimmt
alles im Leben so wie es kommt, rebelliert ab und zu gegen die Regeln
ihrer Mutter, aber im Grunde ist sie für alles dankbar und liebt
ihre Familie sehr. Ich konnte mich sehr gut in Blue hineinversetzten,
zumal ihre Neugier die übernatürlichen Dinge betreffend einfach
furchtbar ansteckend ist. Blue ist auch einfach einer dieser
Charaktere, die man vom Fleck weg sympathisch findet, weil sie eben
zweifelt, Fehler macht, mürrisch oder egoistisch sein kann und sie
das sehr authentisch macht. Besonders gut hat mir gefallen, das Blue
sehr oft Fragen stellt und nichts für Selbstverständlich hält,
auch, wenn sie selber weiß, das es zwischen Himmel und Erde mehr
gibt, als man mit dem bloßen Auge sehen kann.
Gansey ist im
Vergleich zu Blue ein eher schwermütiger Charakter. Im Grunde seines
Herzens ist er ein wirklich guter Mensch. Anders kann man das nicht
ausdrücken. Er stammt aus einer reichen Familie und realisiert
selber nicht, in welchem Licht ihn das manchmal dastehen lässt. So
wirkt er auf Blue im ersten Moment wie ein Volltrottel, der versucht
ihre Freundschaft und Zeit mit Geld zu kaufen. Trotz der
Oberflächlichkeit die man Gansey zunächst zuschreibt, steckt hinter
seiner Fassade die spannendste der Hintergrundgeschichten, wie ich
fand. Er hat zwei beste Freunde: Adam (arm, Stipendiat, gewalttätiger
Vater) und Ronan (selbstzerstörerisches Verhalten, aufgrund des Tod
seines Vaters) und die drei gehen in diesem Buch durch eine Menge
Probleme, welche nicht immer schön enden. Dabei steht Gansey im
Zentrum der Erzählung, aber man kann sich bestens ein Bild von
seinen Freunden machen. Ich finde auch, dass sich der Roman lange
Zeit mehr wie realistisches Jugendbuch gelesen hat, als wie Fantasy.
Es geht einfach um so viele tiefsitzende Dinge. Mehr als nur um
Familie und Freundschaft und Maggie Stiefvater hat sich unglaublich
viel Mühe gemacht, die vielen Facetten mit Stärken und Schwächen
aller Figuren zu durchleuchten. Dadurch wurden die Raven Boys
genau wie Blue interessante Persönlichkeiten, deren Story an
jede Seite fesselt!
Die Geschichte
beschäftigt sich aber noch mit weitaus mehr. Zwischen der
Charakterentwicklung und den inneren Konflikte laufen die zwei
Handlungsstränge von Blue und Gansey fast bis zur Mitte des Buches
nebeneinander her, bis ein Ereignis sie verbindet. Hier kommt das der
ganze Fantasy-Aspekt ins Spiel: Geister, Ley-Linien, alte Mythen. Mit
einem sehr atmosphärischen Schreibstil hat die Autorin aus Dingen,
von denen man vielleicht schon mal gehört hat, etwas Eigenständiges
gemacht und perfekt in die Handlung eingeflochten. Im zweiten Teil
des Buches kommen Geheimnisse ans Licht, schockierende Entdeckungen
werden gemacht und dem Leser werden viele Dinge logisch und
unterhaltsam näher gebracht. So schließen sich die vier zu einer
Gruppe zusammen, die täglich auf Entdeckungstour geht, auf den
Spuren eines Geistes, der besonders mit Ganseys Vergangenheit in
Verbindung steht. Ich fand den Roman einfach unheimlich spannend und
gruselig!
Die angeschnittene
Liebesgeschichte entwickelt sich auch in eine ganz andere Richtung
als erwartet. Natürlich ist schnell klar, das zwischen Blue und
Gansey eine besondere Verbindung besteht, aber welche genau, das wird
noch nicht verraten. Außerdem gibt es hier noch jemand anderen, der
sich langsam in Blues Herz schleicht und der Fluch, der über ihr
lastet macht das Ganze sehr kompliziert. Dennoch spielt Liebe in
diesem Sinne hier kaum eine Rolle. Vielmehr findet das Buch sein
Finale in zwei Höhepunkten, die für mich echt unerwartet
daherkamen.
Was ich auch sehr
gut finde ist, das Wen der Rabe ruft einen tollen Anschluss
findet, mit dem man gut bis Band zwei leben kann. Man wird zwar
unsagbar traurig, weil das Abenteuer trotz der Länge von über 400
Seiten schnell vorbei ist, aber immerhin muss man sich nicht mit
fiesen Cliffhängern herumschlagen 😛
Ein
atmosphärisches Meisterwerk mit Spannung und Gruselfaktor! Maggie
Stiefvater hat wieder einmal bewiesen: Ihr Schreibstil ist schön,
mitreißend und ihre Ideen einzigartig. Liebevoll gestaltete
Charaktere, Höhen und Tiefen wie das Leben selbst und
unvorhersehbare Wenden unterhalten den Leser auf ganzer (Ley)Linie 😉

Mehr
als eine Leseempfehlung – Dieses Buch ist ein MUSS!

Für dieses wundervolle Buch! 😀

7 Comments

  • Das Glückskind

    Not bad! Ich wollte es ja eh lesen, aber jetzt befürchte ich hat es mit wollen nicht mehr viel zu tun. Viel eher MUSS ich es jetzt wohl lesen. Danke dir für diese tolle Rezi und das du mir wieder Lust auf das Buch gemacht hast, wo ich diese schon fast verloren hätte 😉

    LG
    Ise

  • L E Y

    Wow, ganze 10 PUNKTE?! Das hab ich (fast? o.O) noch nie erlebt!
    Okay, AB AUF DIE WUNSCHLISTEEEEEEE!!!! Wenn Tanja zehn Punkte vergibt, dann sind das fucking 10 Punkte an ein Buch, dass jeder lesen MUSS =D
    Deine Rezi ist ne so schlimme Hymne, dass ich mich jetzt schon auf das Buch freu und es haaaaben will!!

    Liebste Grüße,
    L E Y

  • Reni

    Klasse Review, bei der es einen richtig mitreißt! Ein Buch, das ich mir definitiv noch zulegen werde … und das hoffentlich noch in diesem Jahr. Vorher muss ich mir aber erst noch das ebook zu "Vor dem Sommer" besorgen. Ich bin scheinbar nicht mehr ganz up to date. Und ich kann mich meiner Vorkommentatorin nur anschließen – ich mag deine kritschen Reviews auch sehr. 🙂

    Liebe Grüße
    Reni

  • Clärchen

    Hach, da bin ich froh, dass dir das Buch gefallen hat :)!!!
    Ich bin ein sehr stiller mitleser bei deinen Rezis und finde es toll, wie kritisch du rezensierst, auch wenn es sich um Rezi-Exemplare handelt! Hut ab :)!

    Deshalb freu ich mich jetzt umso mehr, dass dir das Buch gefallen hat, denn ich hab es noch hier auf dem SuB und ich freue mich schon so sehr darauf :D. Auch bei einer schlechten Bewertung deinerseits hätte ich es natürlich gelesen, aber es verpasst einmal immer Dämpfer xD!

    Also eine tolle Rezension und mach weiter so, ich geb mir mal Mühe mehr bei dir zu kommentieren ^^ und nicht nur stumm zu folgen ^^..

    Liebe Grüße,
    Clärchen 🙂

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