[BUCHREZENSION] Vollendet: Der Aufstand

Titel:
Der Aufstand
OT:
Unwholly
Autor/in:
Neal Shusterman
Genre:
YA, Dystopie
Buchreihe:
Vollendet #2


Neal Shusterman, geboren 1962 in Brooklyn, schrieb seine ersten Geschichten bereits zu Schulzeiten. Er studierte in Kaliforniern Psychologie und Theaterwissenschaften, mittlerweile widmet er sich ganz dem Schreiben von Jugendbüchern und Drehbüchern für Fernsehserien und Spielfilme.

Deutsch
Gebunden/
16,99€
Seiten:
544
Verlag:
Sauerländer

Englisch
Gebunden/ 13€
Taschenbuch/ 7,80€
Seiten: 402
Verlag: Simon & Schuster


Würdige Fortsetzung, trotz langem Einstieg.
Kurzbeschreibung
Du hast geglaubt, es ist vorbei?

Die Siegesfreude ist von kurzer Dauer:Connor muss sich als neuer Anführer der Flüchtlinge beweisen. Risa fürchtet, ihm keine große Hilfe zu sein. Lev versucht, ein neues Leben zu beginnen. Einer von ihnen wird verraten werden. Einer von ihnen wird fliehen. Einer von ihnen wird auf Cam treffen, einen Jungen, den es nicht geben darf.
Buchgestaltung
Leider wurde an der
deutschen Gestaltung zu Band eins nicht viel verändert. Da mir das
trotzdem besser gefällt als die unzusammenhängenden Cover der
englischen Originale, finde es es OK, dass der Verlag hier nichts
Neues gemacht hat. Trotzdem hätte man bei dem Potenzial, was das
Buch bietet so viel daraus machen können. Der Titel Unwholly sowie
der Aufstand umfasst nicht mal annähernd das große Ganze des
Inhalts. Insgesamt bin ich also doch enttäuscht von der Aufmachung.
Meinung
Ich habe mich
wahnsinnig gefreut, dass ich bei der Leserunde auf Lovelybooks die
Chance hatte das Buch zu lesen, denn Vollendet gehörte letztes Jahr
zu meinen Highlights und es war ein Roman, den ich so schnell nicht
mehr vergessen konnte. Allgemein ist die ganze Thematik nichts für
schwache Nerven und atmosphärisch zu gut erzählt und dargestellt,
das hier sicher auch Erwachsene ihre Freude dran haben werden. Etwas,
dass mich leider zu Beginn sehr gestört hat war, das es nicht mit
Connor, Risa und Lev weiter geht, sondern der Leser erst mal drei
neue Charaktere kennenlernen „muss“ – Da gäbe es Cam, ein Junge,
der aus verschiedenen „Teilen“ zusammengebaut wurde, Miracolina,
die wie Lev ein Zehntopfer ist und davon überzeugt wie sonst nichts
und Starkey, ein gestorchtes Kind, welches den anderen Charaktere
viele Probleme bereitet.
Das Buch bringt uns
die oben genannten Charaktere eine ganz Zeit lang näher. Es wird
beschrieben, wo die drei herkommen, was sie denken, welche
Charakterzüge sie haben, wodurch die Figuren sehr nachvollziehbar
und greifbar wurden. Dennoch hatte ich das Gefühl, der Autor würde
hier ein altes Süppchen etwas aufkochen. Das Gefühl blieb so lange
bestehen, bis die alten und sympathischen Charaktere in verschiedenen
Handlungssträngen die Wege der neuen kreuzen und man wieder das
Gesamtbild besser erkennen kann. Zu Beginn ist nämlich nicht ganz
ersichtlich, warum der Autor so viel Zeit darauf verwettet uns neue
Charaktere vorzustellen.
Die Probleme
steigern sich von Kapitel zu Kapitel wodruch das Buch wieder sehr
spannend und fesselnd ist und man liest, bis einem die Augen
zufallen. Während Connor im Camp den Anführer macht, hat Risa
innere Konflikte, weil sie im Rollstuhl sitzt und die Beziehung der
beiden hat ordentlich unter den Aspekten zu leiden. Lev ist abseits
von alldem und schließt sich einer Gruppe von Leuten an, die ihn als
den Klatscher sehr bewundern und wollen, das er eine Bewegung
unterstützt.
Der Roman ist
ziemlich komplex, denn der Autor hat an vielen Stellen, unheimlich
viel Input weitergeführt. Dabei kann man trotzdem immer alles gut
mitverfolgen, ohne, dass einem der Kopf schwirrt. Das Gerüst wird
immer durchschaubarer und die Motive der unterschiedlichen Parteien
strukturierter. Heftig, was die Regierung in Vollendet: Der Aufstand
sich noch so alles einfallen lässt, um Kindern Organe zu stehlen.
Wieder spielt Gesellschaftskritik eine Rolle und moralische
Botschaften finden sich an jeder Ecke. Es ist einfach Wahnsinn, wie
der Autor den Leser immer wieder zum Nachdenken anregt und man sich
das Buch und seine Charaktere tatsächlich nicht mehr aus dem Kopf
schlagen kann, so einnehmend ist alles.
Connor, Risa und
Lev bleiben ihren Charakterzügen treu. Sie treffen hier viee falsche
Entscheidungen und man spürt deutlicher, dass Überleben manchmal
auch Egoismus oder eben das genaue Gegenteil heißt. Ich habe nicht
immer gut gefunden, was die drei in diesem Buch getan oder gesagt
haben, aber eben das ist auch eine Stärke des Autors. Die Charaktere
sind facettenreich, authentisch und echt. Sie leben, begehen Fehler,
lieben und hassen und unter den Umständen des Romans ist das eben
mal intensiver und grausiger als alles, was man sonst so ließt.
Natürlich gehen
einem Personen wie Starkey gehörig auf den Wecker, aber der Autor
hat sich hier einiges zusammen gesponnen, was viele Höhepunkte
ergeben hat, bei denen eben nicht jede gleich gut abschneidet. Die
Verstrickung der Handlungsstränge, die abwechselnd unterschiedlichen
Erzählstimmen folgen fand ich immer sehr beeindruckend. Da der
Schreibstil wie in Band eins knapp und treffend ist, hat man keine
Probleme den Überblick zu behalten.
Obwohl hier Gefühle
wie Liebe und Freundschaft, besonders Loyalität im Vordergrund
stehen, so wird es nie zu gefühlsduselig. Neal Schusterman versteht
es blendend, das Innenleben seiner Figuren darzustellen, ohne zu
übertreiben. Winzige zarte Bande zwischen Charakteren runden das
ganze ab und für meinen Geschmack könnte es davon in Zukunft ruhig
eine Prise mehr geben.
Was mir am Buch
nicht sonderlich gut gefallen hat, waren die vielen Kapitel aus der
Sicht von Nebenfiguren, die mir mit ihrer Art und Weise einfach nicht
gefallen haben. Besonders die ganzen Abenteuer, die Lev durchmacht
waren für mich persönlich uninteressant und etwas zu sehr in die
Länge gezogen. Was ich zudem schade fand war, das manche Erklärungen
Risa bezüglich so kurz ausfielen, das ich ihre Handlungen öfters
mal verfluchen musste, da ich diese nicht verstand.
Ich kann nicht
sagen, dass ich diesen Teil so gut fand wie Band eins, aber dennoch
ist der Aufstand ein würdiger Nachfolger, der mich packen konnte,
auch, wenn der Anfang etwas holprig verlief. Die Reihe ist
lohnenswert, da sie eine innovative Idee mit Elementen aus Thriller
und Fantasy vereint und Schocker nie ausbleiben.

Für das Buch und die tolle Leserunde! 🙂

5 Kommentare

  1. Der erste Band hatte noch diese schockierende Idee… Aber ich hätte niemals vermutet, dass der Autor auch die Fortsetzung mit so vielem Neuen vollpackt 🙂

    Hast du die Bewertung mit Absicht weg gelassen o.O

    Ganz liebe Grüße

    Steffi

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