[BUCHREZENSION] Die Verschworenen

Titel:
OT:
Die Verschworenen
Autor/in:
Ursula Poznanski
Genre:
YA, Dystopie
Buchreihe:
Die Verratenen #2

Ursula Poznanski, geboren in Wien, studierte sich einmal quer durch das Angebot der dortigen Universität, bevor sie nach zehn Jahren die Hoffnung auf einen Abschluss begrub und sich als Medizinjournalistin dem Ernst des Lebens stellte. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie Kinderbücher zu schreiben. Ihr Jugendbuchdebüt Erebos erhielt zahlreiche Auszeichnungen (u. a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und machte die Autorin international bekannt. Sie lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.
Deutsch
Gebunden/
18,95€
Seiten:
464
Verlag:
Loewe

Englisch
Deutsche
Originalausgabe!
Super
Mittelteil einer bisher spannenden Trilogie 🙂
Kurzbeschreibung
In der
Stadt unter der Stadt finden Ria und ihre Freunde Zuflucht, doch bald
zeigt sich, dass auch hier ein Überleben nicht garantiert ist.
Während Aureljo seine Rückkehr in die Sphären vorbereitet, sucht
Ria nach Jordans Chronik und findet Fragmente, die sie nicht zur
Gänze deuten kann. Als Lichtblick erweist sich in dieser Zeit, im
wahrsten Sinn des Wortes, ihre Freundschaft zu Sandor, mit dem sie
immer wieder kurze Ausflüge an die Oberfläche unternimmt und dessen
Zuneigung ihr täglich mehr bedeutet. Doch dann wird Sandor
Clanfürst, und mit einem Schlag ist alles anders. Ria sieht sich
gezwungen, entgegen ihrer ursprünglichen Absicht gemeinsam mit
Aureljo in die Sphären zurückzugehen.
Buchgestaltung
Gefällt mir sehr gut 🙂 Ähnelt dem ersten Band, passt aber – besonders der Titel!
Meinung
Die
Verschworenen
war ein heiß herbeigesehntes Highlight von mir –
die drei magisches H´s 😛 Der erste Band die Verratenen gefiel
mir letztes Jahr wahnsinnig und ich konnte das Erscheinen des
Mittelteils der Trilogie kaum erwarten. Wie das immer so ist, bei
Büchern, die mich maßlos begeistern konnten, sitzt die Latte
dementsprechend hoch, wenn das nächste Buch der Autorin kommt. Ich
freue mich wirklich sagen zu können, dass die Verschworenen zwar in
vielerlei Hinsicht anders ist als der Vorgänger, aber nicht minder
spannend oder unterhaltsam.
Die Freunde, die in
Band eins aus ihrer Heimat fliehen mussten und einige harte Zeiten
hinter sich haben, verstecken sich in diesem Teil in einer Art Stadt
unter der Stadt in der Nähe der Clans. Weder die Sphären, noch die
Clans – bis auf einige, wenige Ausnahmen – wissen, wo sich die
„Lieblinge“ befinden und das ist Ria und ihren Freunden auch ganz
recht so. Immerhin ist ihr Leben noch immer in Gefahr. Während in
der Außenwelt immer mehr Konflikte deutlich werden und das große
Ganze des Plots mehr und mehr enthüllt wird, schmieden Ria und die
anderen einen Plan, um an mehr Informationen wegen ihrer Situation zu
kommen. Natürlich wollen sie noch immer ihren Namen reinwaschen und
herausfinden, was damals wirklich geschehen ist und wer hinter ihrer
rasanten Flucht aus den Sphären steht.
Das Buch beginnt
mit einer etwas ruhigeren Phase, in der die Autorin die ganzen
Veränderungen schildert, die mit den Charakteren passieren. Dabei
liegt in den ersten hundert plus Seiten besonders auf dem Innenleben
von Ria und ihren Freunden. Jeder leidet unter den Voraussetzungen
ihres Aufenthalts. So wünschen sich Ria und Tomma nichts sehnlicher
als mehr Zeit an der Oberfläche zu verbringen, während Aureljo
zurück in die Sphären will, um von innen heraus agieren zu können.
Der Einstieg bietet wenig Action, aber ich finde die Autorin hat das
genau richtig gemacht. Im ersten Teil konnte man kaum den Atem
anhalten und hier hat Ursula Poznanski wirklich ein Händchen für
tolle Charakterentwicklung bewiesen. Man erfährt sehr viel über die
Gedanken und Motive aller Figuren und das hat mir gefallen. Ria war
mir immer sehr sympathisch und sie hier mit ihren eigen Gedanken so
kämpfen zu sehen, hat sie als Charakter sehr authentisch gemacht.
Schön fand ich auch, dass sie hier deutlich mehr Schwäche gezeigt
hat als noch zuvor. Ich war nicht immer mit ihren Handlungen
einverstanden, aber verstehen konnte ich sie trotzdem irgendwie.
Wirklich beeindruckend, wie die Autorin es geschafft hat niemanden zu
kurz kommen zu lassen, wo Ria doch die Erzählerin des Buches ist.
Die Beziehungen der
Charaktere untereinander stehen hier sehr im Fokus, denn durch die
Veränderungen in deren Leben, verändern sich auch diese stark. Das
merkt man besonders bei Ria und Aureljo. Die beiden entfremden sich
immer mehr. Ich fand es schon in die Verratenen klasse, wie die
Autorin eine schöne Liebesgeschichte in den Plot geschrieben hat,
ohne dem zu viel Bedeutung zuzumessen und hier geht das auch genauso
weiter. Ich muss sagen, dass ich nicht immer mochte, wie Ria sich
Sandor gegenüber verhält und auch ihr Schweigen hat mich manchmal
wirklich gestört, aber weil es eben so viel Wichtiges gab, das
gerade vor sich ging, konnte ich das gut verzeihen.
Man könnte das
Buch gut in zwei Teile gliedern. Der erste findet außerhalb, der
Zweite in den Sphären statt. Überraschenderweise mochte ich beide
gleich gern. Wo es am Anfang viel um die Figuren geht und nicht die
ganze Welt in die Verschworenen, dreht sich der Spieß später
nämlich um. Ria bringt so viele Dinge in Erfahrung, die Poznanskis
Welt sehr viel greifbarer und komplexer machen als zunächst
angenommen. Erstaunlich, wie die Autorin hier noch mal eins oben
drauf gelegt hat, waren ihre Ausführungen im ersten Teil der
Trilogie doch immer schon logisch und bildlich beschrieben. Beim
Lesen hat es sich angefühlt, als würden mehr Handlungsstränge
zusammenfließen und auch die vielen, kleinen Geheimnisse waren genau
an den richtigen Stellen eingebaut. Eine sehr durchdachter Plot ließ
mich das Buch kaum aus den Händen legen.
Spannung gibt es
auch, wenn auch nicht mehr in Form von körperlichen
Auseinandersetzungen. Vielmehr geschieht die Action außerhalb von
Rias Reichweite: Bei den Clans. Bröckchenweise werden ihr (und uns)
neue Information zugetragen und öfters wird man richtig kirre, weil
man nur sehr wenig erfährt. Rias Aufenthalt in den Sphären ist
trotzdem unterhaltsam gewesen, denn sie lebt hier verdeckt ein
anderes Leben als eine Studentin der Akademie. Dadurch erhält man
mehr Einblicke in verschiedene Schichten und wie die Regierung
aufgebaut ist.
Das Buch hat viele
Höhepunkte, wenn auch alle nicht mehr ganz so unvorhersehbar sind,
wie sie es noch zuvor waren. Was bei mir ein paar Minuspunkte
gekostet hat, war der Gegenspieler. Im Buch gibt es zwar keine
schwarz-weiß-Malerei, aber dennoch hat mir hier etwas der Tiefgang
gefehlt. Die Motive hinter dem Gegenspieler waren meiner Meinung nach
nicht stark genug, um die Konsequenzen dessen Handlung tragen zu
können.
Die
Verschworenen ist ein genialer Mittelteil, der nicht enttäuscht. Die
Autorin schlägt hier eine etwas andere Richtung ein, lässt dabei
aber keines ihrer Elemente außer Acht. Es wird emotional, spannend
und man bekommt in guten Dialogen und einer abenteuerlichen
Entdeckungsreise jede Menge Informationen zugetragen. Einzig und
allein die Liebesgeschichte hat mich ab und ab nicht so sehr
begeistern können und die Auflösung am Ende hatte noch großes
Potenzial.
Eine
klare Lesesempfehlung gibt es für ALLE, denn die Reihe ist neben
Jennifer Benkaus Werken ein tolles Beispiel für eine grandiose
Dystopie aus Deutschland 🙂

Für dieses Rezensionsexemplar! 

2 Kommentare

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