Uncategorized

[BUCHREZENSION] Was ich dich träumen lasse

Titel:
OT:
Was ich dich träumen lasse
Autor/in:
Franziska Moll
Genre:
YA, Contemporary
Buchreihe:
Nein!
Quelle:
Danke an den Verlag 🙂
Franziska Moll lebt mit ihren Zwillingsmädchen in einem kleinen idyllischen Dorf in der Nähe von Köln. Nachdem sie schon mit drogenabhängigen Jugendlichen gearbeitet hatte, entdeckte sie das Schreiben für sich, lernte an der Internationalen Filmschule alles, was sie für ein gutes Drehbuch wissen musste und entwickelte Sitcoms und Filmideen. Doch erst, als sie sich entschloss, nur noch Romane zu verfassen, hatte sie endlich ihren absoluten Traumberuf gefunden. Eigene Verluste inspirierten sie zu Was ich dich träumen lasse und bestärktem sie in der Hoffnung, dass aus jedem Schicksalsschlag auch etwas Gutes entstehen kann.

Deutsch
Gebunden/
14,95€
Seiten:
256
Verlag:
Loewe

Englisch
Deutsche
Originalausgabe!

Herzschmerz
im ganz großen Gefühlskino!
Kurzbeschreibung

Elena
hat ihr Glück gefunden mit Rico. Doch ein schwerer Autounfall reißt
Rico aus Elenas Leben in die Tiefen eines Komas. Tag für Tag zeigt
Elena ihm nun, was das Leben für ihn bereithält, und wofür es sich
lohnt, zurückzukommen: für ihre Liebe.

Elena ist bis in die
Tiefe ihrer Seele erschüttert. Ein Leben ohne Rico ist für sie
nicht denkbar, nicht fühlbar. Wie kann sie Rico in der Schwärze
seines Komas helfen? Dann findet sie auf seinem Computer eine Liste:
die Top Ten der Dinge, die Rico vor seinem Tod noch erleben und tun
wollte. Elena fasst einen Entschluss: Solange Rico nicht selbst sein
Leben leben kann, wird sie seine Top Ten abarbeiten und ihm jeden Tag
von ihren Erfahrungen berichten. Ihr zur Seite steht ganz unerwartet
ein hartgesottener junger Krankenpfleger, der für jede Gelegenheit
den unpassendsten Spruch parat hat. Seine Freundschaft hilft Elena,
Rico nah zu bleiben und die Hoffnung nicht aufzugeben. Sie weiß, es
lohnt sich, bis zum Ende zu kämpfen.
Buchgestaltung
Einfach traumhaft!
Ich habe schon lange kein so schönes Cover mehr gesehen. Was ich
auch wundervoll finde ist, dass man nach dem Lesen die vielen Details
Punkten aus der Geschichte zuordnen kann. Der Titel ist gleichzeitig
poetisch und traurig und es hätte wirklich keinen besseren für das
Buch geben können. Allein die Aufmachung verdient also einen ganz
besonderen Buchorden 😉
Meinung
Nachdem ich die
letzte Seite ausgelesen hatte, habe ich mich erst mal gefragt, was
ich überhaupt vom Buch erwartet habe. Eine Liebesgeschichte oder
vielleicht ein Drama? Jedenfalls hat Franziska Moll mit diesem Debüt
mehr getan als eine bloße Geschichte zu Papier zu bringen. Sie hat
Worte eingefangen und einen Roman daraus gezaubert, der mir selbst
nach vielen Tagen noch immer das Herz schwer werden lässt. Was
ich dich träumen lasse
ist so vieles, dass es schwer fällt zu
beschreiben, um was genau es eigentlich geht. Freundschaft. Liebe.
Gefühle. Ängste. Verlust. Das sind nur wenige Begriffe, die eine
große Rolle in der Handlung spielen. Hoffnung.
Sofort zu Beginn
wurde mir klar, das die Autorin wahnsinnig viel Talent besitzt, was
das Schreiben angeht. Ich kenne viele gute Jugendromane, aber der
Schreibstil in diesem Genre ist trotz einiger Unterschiede, dennoch
häufig ähnlich. Fluffig, flüssig, fröhlich – Man könnte fast
sagen, die drei stereotypischen F´s des Genres. Hier war der
Schreibstil einfach mal eine Nummer besser. Auf einem ganz anderen
Niveau. Die Art und Weise wie die Autorin ihre Geschichte erzählt
ist mir sehr nahe gegangen. Mal wird dem Leser gezeigt, was in der
Gegenwart aktuell passiert, dann liefert Franziska Moll
zwischenzeitlich Gespräch der Vergangenheit ab, die besonders durch
die kurzen, scharfen Sätze Eindruck hinterlassen. Elena ist als
Erzählerin auf eine faszinierende Weise an manche Dinge fast
sachlich herangegangen, dann hat sie wieder so tief in der Kiste
ihrer Erinnerungen gegraben, das einem der Atem stockt. 
Wie ihr euch
denken könnt, ist der Roman atmosphärisch ein Meisterwerk. Vom ersten Satz an
wurde ich in das Buch gezogen und habe es immer noch nicht geschafft
mich wieder von den Charakteren und der Handlung zu lösen. Ihr
solltet euch auf eine Achterbahnfahrt bereit machen, die euch nicht
immer gefallen wird.
Die Autorin ist
sehr realistisch mit dem Thema „Koma“ umgegangen und das sie auf
diesem Gebiet eigene Erfahrungen hat, liest man doch deutlich heraus.
Zu jeder Sekunde ist das Buch authentisch und zeigt auf traurige
Weise, wie ein Moment alles verändern kann. Elena macht eine enorme
Entwicklung im Buch durch. Von dem glücklichen, verliebten Mädchen
zu jemanden, der sein Leben nicht mehr weiter lebt aus lauter Frust
und Schmerz, bis hin zu jemanden, der die Hoffnung nie aufgibt. Sie
ist keine Protagonistin mit der man sich wie bei anderen
sarkastischen Figuren vielleicht sofort identifizieren kann, aber man
fühlt einfach mit ihr. Elenas Alltag, ihre Gedanken und Gefühle
sind bildlich fast perfekt dargestellt, weshalb man sich einfach in
ihre Lage versetzen kann und ihre Motive nachvollziehen.
Obwohl das Buch
viele dramatische „Schattenseiten“ hat, die einen melancholisch
machen, so hat es mindestens genauso viel Humor zu bieten. In den
Rückblenden mit Elena und Rico und ihren wunderbaren Dialogen steckt
so viel Witz und Realität, dass ich sehr oft lachen musste, obwohl
mir im nächsten Moment wieder zum weinen zu Mute war. Man kann es
nicht anders sagen, aber Frau Moll hat es einfach drauf ihre
Leser/innen mit den Geschehnissen zu fesseln und zu beeinflussen.
Der Roman erhält
seine besondere Wende, nachdem Elena die Liste mit den zehn Dingen,
die Rico vor seinem Tod machen wollte, entdeckt. Was ich wirklich
super fand, war das die Protagonistin hier eine Freundschaft
gegenüber dem genannten Pfleger entwickelt und die Geschichte nicht
in die Richtung „lässt sich von jemand anderem trösten, um über
X hinwegzukommen“ läuft. Das hatte ich einen kurzen Augenblick
nämlich befürchtet, aber ich wurde nicht enttäuscht. Vielmehr hat
der neue Nebencharakter ein weiteres Element der bis dahin ohnehin
schon guten Story hinzugefügt: Hoffnung. Als Leser zweifelt man an
der nämlich oft.
Ich möchte auch
gar nicht verraten, was passiert, denn das Ende kam für mich einfach
sehr unerwartet, aber anders hätte es auch einfach nicht zum
Gesamtbild gepasst. Was ich dich träumen lasse regt außerdem viel
zum Nachdenken an. Das Leben ist vergänglich. Sollte man es für
andere aufgeben? Wo zieht man die Grenzen zwischen „für jemanden
da sein“ und „sich selber aufgeben“?
Das Buch ist
relativ kurz, trotzdem hat es den nötigen Tiefgang, lässt keine
Fragen unbeantwortet und findet einen guten Abschluss in einem
Höhepunkt der Erzählung. Wie ihr sehr kann ich inhaltlich gar nicht
so viel sagen, ohne zu spoilern. Ich denke, man sollte auf keinen
Fall eine typische Liebesgeschichte mit Happy End erwarten.
Was
ich dich träumen lasse ist mein erstes Highlight 2014 – Wahnsinnig
toller Schreibstil, sehr viel Liebe zum Detail in der Geschichte und
die Atmosphäre die selbst Leser mit Steinherz berühren kann, sind
nur einige der Dinge, die den Roman ausmachen. Franziska Moll hat ein
ergreifendes und authentisches Debüt vorgelegt!

11 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Doofes Pflichtfeld (sorry, muss sein!)

*

Ich bin einverstanden!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.