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[BUCHREZENSION] Love Alice


Titel:
OT:
Love Alice
Autor/in:
Nataly Sevina
Genre:
YA, Contemporary
Buchreihe:
Einzelband!
Quelle:
Danke an den Verlag 🙂

Nataly Elisabeth Savina, 1978 in Riga geboren, zog im Alter von zehn Jahren mit ihrer Mutter nach Helsinki, später nach Freiburg im Breisgau. Nach dem Studium der Angewandten Kulturwissenschaften in Hildesheim ging sie an die Film- und Fernsehakademie Berlin. Dort arbeitet sie als Drehbuchautorin, Dramaturgin und Lektorin. Mit ihrem Partner und ihren beiden Söhnen lebt sie im früheren Ostberlin.

Deutsch
Broschiert/
12,95€
Seiten: 160
Verlag:
Belz&Gelberg

Englisch
Deutsche
Originalausgabe!
Diese
Geschichte klopft erst leise an
und
bringt euch dann zum Weinen…
Kurzbeschreibung
Wieder eine neue Stadt, wieder eine andere Schule: Alice hat das Nomadenleben ihrer Mutter, einer exzentrischen Opernsängerin satt. Dann trifft sie Cherry. Vorsichtig lassen sich die beiden Mädchen aufeinander ein, testen ihre Grenzen, spielen gefährliche Spiele. Doch dann passiert das Unvorstellbare, das Alice für immer verändern wird. »Fühlen ist überlebenswichtig«, sagt ihre Mutter, »aber es macht schwach.« Doch Alice, 14, sehnt sich nach Gefühlen. Mit Cherry ist alles anders; nach der Schule laufen sie durch die verschneiten Wälder, die wie im Märchen aussehen. Sie bauen sich ein Tannenhaus, legen sich auf die Zuggleise und ziehen durch die Stadt. Sie haben sich. Doch als Cherry allein zu ihrer Karateprüfung geht, passiert das Unvorstellbare, dass das Leben von Alice verändern wird.
Buchgestaltung
Ich mag die
Gestaltung des Buches sehr gerne. Besonders der Titel LOVE ALICE hat
es mir wirklich angetan. Wenn man erst mal mit dem Buch durch ist und
auf diesen zurĂĽckblickt, dann kann man gar nicht anders, als tief
berührt zu sein. Das Mädchen auf dem Cover ist übrigens nicht
Cherry, wie ich zunächst angenommen hatte, sondern stellt Alice dar.
Mit all den vielen Details, wie z.B. der Schleife, finden sich auch
sehr viele kleine Dinge aus der Erzählung darin wieder.
Meinung
Beginnt man in LOVE
ALICE einzutauchen, weiĂź man gar nicht so recht, was man eigentlich
von der Geschichte halten soll. So ging es mir jedenfalls. Der
Schreibstil ist schön zu lesen und erzeugt auch eine bestimmte
Atmosphäre, die wirklich frostig sein kann. Das war so eine Sache,
die mir sofort aufgefallen ist. Alice hat vielleicht kein schlechtes
Leben, aber einige Probleme gibt es darin schon. Die Tatsache, dass
sie wegen dem Job ihrer Mutter immer so oft umzieht spiegelt sich
auch in Alice´ Persönlichkeit wieder. Sie ist ein Mädchen, dass
sich schwer fĂĽr etwas begeistern kann, viel nachdenkt und manchmal
auch etwas traurig rĂĽber kam.
Eine Zeit lang
folgt man ihrem Leben und lernt sie und auch ihre Mutter ganz gut
kennen. Die äußeren Umstände wurden gut in Szene gesetzt, ohne das
dem Leser zu viele Informationen vor die Nase gesetzt wurden. Ich
finde besonders durch diesen Einsatz der Art der Erzählung bekommt
man die Entwicklung von Alice sehr gut mit. Es ist nämlich eine
ganze Weile so, dass man sich fĂĽhlt als lese man einen Monolog, doch
sobald Cherry auf die Bildfläche tritt, ist es als löse sich der
Grauschleier von der Handlung, von Alice´ Leben. Man fühlt in
diesem Moment einfach mit, denn man kommt einfach nicht darum herum,
Cherry interessant zu finden.
Plötzlich ist die
Geschichte bunt und verrĂĽckt und einfach lebendig. Das war einfach
wunderbar beschrieben. Man konnte förmlich spüren, wie viel Leben
eigentlich in den Figuren steckte und nur darauf gewartet hat
herauszukommen. Dabei war die Freundschaft der beiden Mädchen
einfach das tragende Element des Ganzen. Es war wirklich schön zu
lesen, wie beide einander so viel geben und darauf basierend anfangen
zu vertrauen und zusammen Pläne zu schmieden. Cherry selbst hat auch
einen Grund dafĂĽr, warum sie diese gewisse Art hat, denn ihr Vater
macht es ihr mit seinen AllĂĽren nicht gerade leicht. So verbindet
beide nicht nur die Freundschaft, sondern auch ihre Erfahrungen.
Die Figuren sind
sehr ausdrucksstark gestaltet. Es bedurfte nur weniger Worte, damit
man sich von ihnen ein gutes Bild machen konnte. Obwohl Alice und
Cherry sehr junge Protagonistinnen waren, konnte ich mich in sie
hineinversetzen. Die Autorin hat wirklich ein Händchen dafür
bewiesen, viele Eigenschaften nach auĂźen zu tragen. Im Buch spielt
aber nicht nur Freundschaft eine Rolle, sondern auch Themen wie
Selbstfindung in allen Bereichen. Ich finde, dass sich hier klasse an
vieles herangetastet wurde, ohne, das groĂź darauf eingegangen ist.
Das war aber auch irgendwie der Stil der Autorin. Mehr Andeutungen,
anstatt den eigentlichen Ereignissen. Mir gefiel das, denn es war
eine spezielle Weise etwas mehr Tiefgang zu zeigen. Gab Denkanstöße
in die richtige Richtung und viel mit auf den Weg.
Was ich etwas
schade fand war, dass besonders der Mittelteil des Buches etwas
abgesackt ist. Die vielen Erzählungen zum Alltag der Mädchen war
zwar nicht langweilig, aber die Spannung oder auch der Wandel vom
Anfang fehlte hier irgendwie. Vielleicht war es auch einfach dieses
„Einleben“ in die Geschichte, aber ich hätte mir gewünscht,
dass die Autorin ihren roten Faden etwas mehr erkennen lieĂź.
Dann gab es so
einen Moment im Buch, an dem ich mir nicht vorstellen konnte, was nun
zum Abschluss kommen sollte. Plötzlich überschlagen sich die
Geschehnisse schneller als einem lieb und und man sitzt vor dem Ende
der Geschichte mit Tränen in den Augen da. Erstaunlich war auch,
dass auf einmal alles wie bei einem Jojo zurĂĽckkam. Das Buch endet
mit einem Knall und man fĂĽhrt sich unbewusst viele Situationen aus
dem Roman noch einmal vor Augen. Ich war geschickt, ergriffen und
todtraurig. Aber das macht gute BĂĽcher ja aus – Sie bewegen die
Leser.
LOVE
ALICE ist ein Roman, der sich schleichend an den Leser herantastet
und einem am Ende völlig perplex zurücklässt. So wie der Stil der
Geschichte, kommt man langsam in den Genuss einer schönen
Freundschaft und anderen Dingen, die im Leben wichtig sind. Die
Botschaft hinter dem Roman ist jedenfalls deutlich und wegen der
angenehmen Schreibweise auch fĂĽr jĂĽngere Leser geeignet.
Zum
Schluss war ich sehr ergriffen und werde Alice und ihr Abenteuer wohl
nicht so schnell vergessen. Ich empfehle das Buch an alle weiter, die
mal eine etwas andere Geschichte lesen möchten: Wie eine Welle wird
sie euch irgendwann umwerfen.

5 Comments

  • Jimmy KrĂĽmel

    Momentan scheint dieser Roman ja wie eine ansteckende aber positive Seuche umzugehen .. wo ist nur der Herd gewesen, das wüsste ich gerne. Bei mir steht es auch schon auf der Wunschliste und von Mal zu Mal bin ich immer mehr davon überzeugt, es mir bald anschaffen zu müssen. Danke, dass du so schöne Worte für die Geschichte gefunden hast, ohne zu viel zu verraten.
    LG Jimmy

  • Binzi

    Von dem Buch hab ich bisher nur sehr wenig gehört … aber was ich gehört habe, war sehr positiv 🙂 Jetzt kommt es endlich auf meine Wunschliste (die sowieso schon ellenlang ist >.<). ich frag mich ja echt, wann ich jemals hinterherkommen werde mit den ganzen BĂĽchern, die ich noch lesen möchte ;D

  • Piglet

    Wow, das Buch klingt wirklich toll. Ich finde man sollte immer mal ab und an ein Buch lesen, dass aus der "realen Welt" erzählt. Beim Lesen der Rezi fiel mir auf, dass mich der Inhalt ein wenig an "Eine wie Alaska" erinnert, in sofern das es um ein Mädchen geht das einfach rastlos ist und nicht weis wo genau es hingehöt.

    Toll geschriebene Rezi, denke das Buch kommt auf meine WuLi!

    LG Piglet ♥

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