[BUCHREZENSION] Dornenherz: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne


Titel:
OT:
Dornenherz: Jedem Ende wohnt ein Anfang inne
Autor/in:
Jutta Wilke
Genre:
YA, Contemporary, Fantasy
Buchreihe:
Einzelband!
Quelle:
Danke an BDB & Coppenrath 🙂

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Jutta
Wilke wurde 1963 in Hanau am Main geboren. Aufgewachsen auf dem Land
am Fuß der Ronneburg lebt sie seit 1984 wieder in Hanau. Nach ihrem
Jura-Studium in Frankfurt/Main arbeitete Jutta Wilke 12 Jahre als
Rechtsanwältin, bevor sie ihre Robe mit der Geburt ihres vierten
Kindes endgültig an den Nagel hängte. Seit 2007 arbeitet Jutta
Wilke als Autorin für Kinder- und Jugendliteratur. Die inzwischen
fünffache Mutter schreibt Gutenachtgeschichten, Vorlesegeschichten,
Erstlesertexte, Geschenkbüchlein und auch Abenteuerromane,
Liebesromane und Krimis für Jugendliche.
Deutsch
Gebunden/
14,95€
Seiten:
224
Verlag:
Coppenrath

Englisch
Deutsche
Originalausgabe!



Emotionale
Achterbahnfahrt, ahoi!
Kurzbeschreibung
Seit
dem Unfalltod ihrer Schwester vor einem Jahr ist Anna wie gelähmt
und droht, sich ganz und gar darin zu verlieren, den Eltern die
verstorbene Tochter ersetzen zu wollen. Bei einem Streifzug über den
Friedhof wird sie von einer geheimnisvollen schwarzen Katze
angelockt, die sie zu einer längst vergessenen Lichtung führt. Die
Wege sind mit Moos bewachsen. Efeu rankt über die verwitterten alten
Grabsteine. Und inmitten all dessen erblickt Anna mit einem Mal eine
Engelsstatue umgeben von einem Meer aus weißen Rosen. Wie magisch
angezogen, tritt sie näher an den Engel heran und berührt eine der
weißen Blüten zu seinen Füßen. Nicht ahnend, dass sie damit eine
schicksalhafte Wendung in Gang setzt …
Buchgestaltung
Die Aufmachung des
Buches ist wirklich sehr schön anzusehen. Der Schutzumschlag ist mit
der einen Hälfte des Motivs bedeckt, jedoch durchsichtig, sodass man
bei Abnahme darunter die zweite Hälfte des eigentlichen Cover sieht.
Zudem ist das Buch in ein hübsches Rosen-Ornamente-Muster
eingehüllt, das auch weichem Papier besteht. Hier hat der Verlag
viel Liebe zum Detail in die Gestaltung gesteckt, was klar bei mir
punkten kann. Auch der Beititel „Jedem Ende wohnt ein Anfang bei“
gefällt mir sehr gut, da diese Art von „Poesie“ Großteil der
Story ausmacht.
Meinung
Dornenherz erzählt
in erster Linie die Geschichte eines jungen Mädchen, dass sich mit
Themen wie Trauer und Verlust auseinandersetzen muss. Der Roman
beschreibt vor allem das Innenleben der Protagonistin Anna, welche
sich in einem Delirium aus Angst, Wut und Melancholie befindet. Die
Atmosphäre ist dementsprechend sehr düster und zieht einen als
Leser wirklich oft in die Tiefe. Wenn man solche Geschichten nicht
mag, kann ich direkt davon abraten zum Titel zu greifen. Jutta Wilke
schreibt sehr wortgewandt und versetzt einen immer wieder in Annas
Lage. Besonders am Anfang des Roman war das sehr erdrückend, denn
Annas Gedankenwelt besteht nur aus mechanischen Handlungen und wirren
Erinnerungen, die es einem schwer machen, selber mehr als Traurigkeit
und Verwirrung zu empfingen. Es werden bestimmte Erwartungen an sie
gestellt, die von ihren Elten oder ihrem „Freund“ ausgehen und
sehr lange, lässt Anna alles über sich ergehen.
Ich bin nicht
wirklich begeistert davon gewesen, dass wir mit Anna eine sehr
trübselige Person vor uns hatten, aber ich konnte sie verstehen und
das war sehr wichtig. Man kann nicht behaupten, dass man sich mit
solch einer Figur identifizieren kann, wenn man selber nicht
Ähnliches durchgemacht hat und dennoch konnte die Autorin wahnsinnig
gut die Abgründe zeigen, die sich auftun, wenn man nach dem Tod
einer geliebten Person auch Teile von sich selbst verliert.
Was mich allerdings
immer wieder aus der Bahn geworfen hat, waren die Rückblicke in
Kapitelform, welche immer wieder die Handlung unterbrechen. Selbst
bis zum Schluss konnte ich mir kaum einen Reim auf die Zusammenhänge
machen und das war in meinen Augen eher verschenktes Potenzial. Ich
empfand die kurzen Szenen immer sehr störend und erst auf den
letzten Seiten wusste ich, was die Autorin denn mit diesen Zeilen
bezwecken wollte. Meiner Meinung nach, wäre die Geschichte auch sehr
gut ohne diesen kleinen Zusatz ausgekommen, wenn die geschichtlichen
Hintergründe besonders in Form des Zeitungsartikels sehr interessant
waren.
Was ich am Buch
besonders mochte, war die Entwicklung die Anna durchmacht. Diese war
deutlich zu erkennen und es gefiel mir, dass sie nach und nach auf
solche Weise wieder zu sich selbst gefunden hat. Die
Liebesgeschichte, die hier stattfand war ebenfalls sehr angenehm zu
lesen. Die Autorin hat sich Zeit genommen, um eine Beziehung
aufzubauen, hat Details wichtig erscheinen lassen. Die Dialoge waren
auch etwas, dass ich sehr gerne mochte. In den Gesprächen, waren sie
auch noch so kurz konnte man immer Teile von Annas alter
Persönlichkeit aufblitzen sehen.
An sich ist der
Plot aber sonst sehr langsam voran geschritten. Die vielen Konflikte
mit der Familie nahmen viel Platz ein und so waren Haupthandlunsgorte
Annas zu Hause und dann noch der Friedhof. Auf Letztem verbrachte die
Protagonistin viel Zeit und das mag jetzt seltsam klingen, aber ich
fand die Stille, die von der Beschreibung des Ortes ausging, sehr
beruhigend. Es fühlte sich so an als wäre Anna jedes Mal in einer
anderen Welt gelandet, wenn sie ihren Rosenegel besuchte.
Das Ende des Buches
war meiner Meinung nach eine klare Steigerung. Zwar eskalieren hier
keine Probleme auf dramatische Weise, aber Anna trifft Entscheidung,
die ihr Leben wieder in andere Bahnen lenken und das war sehr
realistisch dargestellt. Ich hätte mir gewünscht, dass man etwas
mehr von ihrem Umfeld oder dergleichen mitbekommen hätte, sowie von
ihrer Schwester, die ja im Grunde der Ursprung des Romans war. Dieser
Aspekt war mir einfach zu knapp geschildert und ich konnte mir diese
einfach kaum vorstellen.
Dornenherz
ist ein einfühlsames Buch, dass den Leser an dunkle und lichte Orte
führt. Jutta Wilke ist sehr gut mit schweren Themen umgegangen und
hat Annas Gefühle perfekt dargestellt. Neben der Geschichte rund um
das Leben der Protagonistin selbst, kamen aber auch viele Dinge
einfach zu kurz. Viele Stellen im Roman waren etwas langatmig und die
Zwischenkapitel so gar nicht Meins.
Ein
Jugendbuch, dass zu denken anregt und besonders Fans von sanften,
melancholischen Geschichten sicher rasch in seinen Bann ziehen kann.

1 Kommentar

  1. Das Buch klingt wirklich interessant und … nennen wir es anders. Interessant genug, um es auf meine Wunschliste zu setzen. 😉 Schöne Rezension, du hast mir gezeigt, dass das Buch eher melancholisch ist (war mir vorher nicht klar), aber ich denke nicht, dass mich das stören würde.

    Liebe Grüße
    Dana 🙂

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