[BUCHREZENSION] Feuerküsse


Titel:
OT:
Feuerküsse
Autor/in:
Eileen Raven Scott
Genre:
YA-Adult, Fantasy
Buchreihe:
Nein!
Quelle:
Danke an die Autorin 🙂

Eileen
Raven Scott wurde 1980 in Norddeutschland geboren, wuchs dann jedoch
in Portugal, England und schließlich Nordrhein-Westfalen auf.
Mittlerweile lebt sie mit ihrer Familie mitten im Bergischen
Land.

Gerne
gelesen hat sie schon immer, die Leidenschaft selbst zu schreiben
packte sie gnadenlos vor vier Jahren. Da begann sie mit ihrem ersten
Roman, der Ende nächsten Jahres unter ihrem Pseudonym Lia Haycraft
im Bookshouse Verlag erscheinen wird. Veröffentlicht sind bisher die
Novelle “Feuerküsse” im Machandel-Verlag und zwei
Kurzgeschichten. Die meisten Geschichten spielen zumindest zu großen
Teilen in England.

Deutsch
Taschenbuch/
5,80€
Ebook/
2,70€
Seiten:
130
Verlag:
Marchandel

Englisch
Deutsche
Originalausgabe!



Schöne
Novelle, die sich als gute Unterhaltung für zwischendurch eignet.
Kurzbeschreibung
Halbdämonin
Aruni hat es nicht leicht. Sowohl in der Menschenwelt als auch in der
Hölle eckt sie an. Gibt es jemanden, der ihr helfen kann, ihr Leben
wieder in eine geordnete Bahn zu bringen? Allerdings wäre dieser
Jemand bei ihr in Lebensgefahr…
Buchgestaltung
Mir gefällt die
Aufmachung sehr gut. Rot ist zwar eine Signalfarbe, aber hier passt
sie toll zur Arunis Persönlichkeit, denn nach und nach zeigt sich,
dass diese ziemlich taff ist. Außerdem kann man die Farbgebung gut
mit dem Thema Dämonen in Verbindung bringen. Der Titel passt auch
sehr gut, denn im hier wird öfters mal mit dem Feuer (der
Leidenschaft) gespielt 😛
Meinung
Da die
Kurzbeschreibung sehr, ehm…kurz ist, wusste ich nicht so recht, was
ich von der Novelle erwarten sollte. Das es um Dämonen ging war mir
klar, aber alles andere blieb ein spannendes Rätsel. Als Leser/in
lernt man die Protagonistin sofort kennen und wird mit ihrer
Situation konfrontiert. Die Autorin schafft es meisterhaft auf ganz
wenigen Seiten die Umstände ihres Lebens zu umreißen und den Rest
erledigt dann eben die Phantasie. Der Schreibstil war auch so eine
Sache, die mich direkt zu Beginn sehr begeistern konnte. Durch die
kurzen, detaillosen Beschreibungen wird man immer wieder ins kalte
Wasser geworfen und es bleibt unvorhersehbar.
Aruni ist eine
Halbdämonin, deren Heimat die Hölle ist. In ihrer Welt ist es
jedoch so, dass Dämonen wie sie die Orte wechseln können und so
sieht sich Aruni gleich mit zwei unterschiedlichen Situationen
konfrontiert. Man merkt sofort, dass die Protagonistin sehr große
Probleme hat sich zugehörig zu fühlen und erst als sie Ilvio
kennenlernt, hat sie das erste mal das Gefühl, etwas könnte anders
werden.
Die Handlung
befasst sich hauptsächlich mit der Liebesgeschichte und das gefiel
mir sehr gut. Aruni und Ilvio bauen nämlich mal nicht die typische
Beziehung zueinander auf, nein, bei den beiden läuft das Ganze
anders herum. Dabei sind die intimeren Szenen hier wirklich gut
beschrieben, ohne dabei in etwas, das ich gerne als „pornös“
bezeichne, abzuweichen. Man spürt einfach die Anziehungskraft
zwischen den beiden und versteht daher auch, warum sie immer einen
Schritt weiter gehen. Der Roman ist auch so ausgelegt, dass zwar viel
Leidenschaft und Gefühle vermittelt werden, sie Sex-Szenen an sich
werden aber nicht ausschweifen geschildert. Das fand ich sehr
authentisch gemacht, ohne, dass man der Autorin jetzt vorwerfen
müsse, sie habe Angst davor gehabt, etwas zu zeigen, das es in
anderen Büchern des Genre meiner Meinung nach einfach viel zu oft
gibt.
Aruni mochte ich
als Charakter auch sehr gerne. Mir gefiel ihre lockere Art, denn
trotz ihrer wer-bin-ich-und-wo-gehöre-ich-hin-Konflikte lässt sie
sich nicht unterkriegen und wird gar weinerlich. Ich habe teilweise
mit ihr gelitten, wenn es mal wieder Momente gab, die verdeutlicht
haben, dass sie eben aneckt, aber gleichzeitig habe ich ihren Mut,
sie selbst zu sein auch bewundert. Ilvio war mir am Anfang lange Zeit
ein Rätsel. Man wusste nie genau, wo seine Absichten lagen und das
fand ich sehr spannend. Da zunächst zwischen ihm und Aruni viel
körperliches abläuft, fragt man sich auch nicht so viel, wie man
eigentlich sollte. Erst als die Gefühle tiefer gehen, erkennt man,
dass Ilvio ein Geheimnis verbirgt. Das war übrigens so eine Sache,
die mich richtig überrascht hat! 🙂 Die ganze Aufklärung um seinen
Hintergrund konnte ganz viele Pluspunkte bei mir sammeln.
Ab der Mitte wird
das Buch zudem sehr spannend, denn hier schwebt mehr als nur ein
Leben in Gefahr. Die Idee dahinter wurde auch wirklich durchdacht
erklärt. Nach und nach wird durch Dialoge ersichtlich, was hinter
den Gefahren steckt und die Motive der nennen wir es jetzt mal
„Gegenspieler“ waren verständlich. Da hier in der Kürze die
Würze liegt, wie man so schön sagt, ist der Plot diesen Teil
betreffend auch sehr fesselnd erzählt. Man möchte einfach wissen,
ob es ein Happy End gibt.
Ein paar kleine
Kritikpunkte hätte ich allerdings, obwohl man es vielmehr als
Wünsche sehen könnte. Man muss sich eben bewusst machen, dass man
hier eine Novelle hat und keinen 500 Seiten Roman. Das bedeutet vor
allem, dass der Roman zügig stattfindet und an vielen Stellen
einfach nicht der Raum für mehr Tiefgang gewesen ist. Auch das
Setting hat bei mir einige Fragen aufgeworfen und ich hätte gerne
mehr darüber erfahren. Teilweise war mir das Handlungstempo deshalb
doch etwas zu schnell, vielleicht aber auch nur, weil ich es gewohnt
bin etwas mehr über die Charaktere zu erfahren. Die Sache mit Arunis
Vater z.B. wäre meiner Meinung nach guter Stoff für einen weiteren
Band 😉
Feuerküsse
ist auf ganzer Linie sehr einfallsreich und untypisch geschrieben.
Das kurze Konzept erinnert ein wenig an ein Drehbuch, was aber auch
die größte Stärke des Schreibstils ist. Sympathische Charaktere,
eine Prise Erotik und eine verständliche Liebesgeschichten sorgen
hier für beste Unterhaltung in Kurzform.

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