[BUCHREZENSION] Es duftet nach Sommer

Titel:
Es duftet nach Sommer
OT:
What I Thought Was True
Autor/in:
Huntley Fitzpatrick
Genre:
YA, Contemporary
Buchreihe:
Einzelband
Quelle:
Danke an den Verlag 🙂

HUNTLEY
FITZPATRICK wuchs in einem kleinen KĂĽstenort in Connecticut auf, der
die Vorlage fĂĽr den Ort Stony Bay in ihrem DebĂĽtroman Mein Sommer
nebenan lieferte und der genau gegenĂĽber einer Insel wie Seashell
liegt. Schon als Kind wollte sie Schriftstellerin werden. Nach dem
Universitätsabschluss arbeitete Huntley Fitzpatrick in verschiedenen
Berufen, unter anderem in einem akademischen Fachverlag und als
Lektorin bei Harlequin. Heute lebt die sechsfache Mutter in
Massachusetts und widmet ihre gesamte Zeit dem Schreiben.

Deutsch
Gebunden/
16,99€
Seiten:
480
Verlag:
cbj

Englisch
Gebunden/ 12,95€
Seiten: 416
Verlag: Dial


Ich
mochte es wirklich, trotzdem folgt ein groĂźes „Aber“…
Kurzbeschreibung
Sommer,
Sonne, Meer – und die erste große Liebe

Die 17-jährige
Gwen kann es nicht fassen: Ausgerechnet der größte Fehler ihres
Lebens, Cassidy Somers, lässt sich dazu herab, den Sommer über auf
ihrer Heimatinsel als Gärtner zu jobben. Anders als Gwen, die
befĂĽrchtet, sich wie ihre Eltern mit miesen Jobs durch Leben
schlagen zu mĂĽssen, ist er einer der reichen Kids vom Festland. Doch
Gwen träumt davon, dem allen zu entfliehen. Nur was würde das für
ihr Leben bedeuten? Gwen verbringt einen berauschenden Sommer auf der
Suche nach Antworten darauf, was ihr wirklich wichtig ist, an ihrem
Zuhause, den Menschen, die sie liebt und schlieĂźlich an sich selbst.
Und an Cassidy, der sie in einen verwirrenden GefĂĽhlstaumel zwischen
magnetischer Anziehungskraft und köstlicher Unsicherheit stürzt.

Buchgestaltung
Mir gefallen beide
Aufmachungen wirklich gut. Bei der englischen finde ich den Titel
nicht ganz so passen gewählt und dafür gibt es aber Szene am Strand
so ähnlich auch im Roman. Die Farbtöne sehen dazu noch richtig
schön verträumt aus. Bei der deutschen Ausgabe gefällt mir
besonders, dass alles so „sommerlich“ wirkt. Die Protagonisten,
die im Gras liegen, die Blätter am Rand, der helle Titel. Bei dem
Titel bin ich allerdings auch etwas skeptisch, weil man diesen
Ausdruck „es duftet nach Sommer“ wahrscheinlich in der Form nie
in den Mund nehmen wĂĽrde.
Meinung
Mein Sommer
nebenan, das DebĂĽt der Autorin hat mich damals restlos begeistern
können, da war es für mich klar, dass ich unbedingt ihren zweiten
Roman lesen muss. Huntley Fitzpatrick hat auch hier wieder eine
wunderbar lockere und leichte Art zu schreiben. Beim Lesen ihrer
Geschichten merkt man einfach nie, wie weit man darin schon versunken
ist, ehe man auf die Seitenzahl blickt. Für ein „Sommerbuch“ wie
dieses ist das ganz groĂźer Pluspunkt. Im Gegensatz zu der
Protagonistin aus Mein Sommer nebenan, ist Gwen ein ganz anderer Typ
Mädchen und ich fand es spannend zu sehen, was die Autorin aus ihrer
Persönlichkeit herausgeholt hat. Gwen ist nämlich selbstständig,
nicht auf den Mund gefallen und kann sehr gut fĂĽr sich selber und
andere einstehen. Obwohl sie noch relativ jung ist, war sie fĂĽr mich
doch eine sehr reife Figure, weshalb man sich nicht mit dem ĂĽblichen
Teenager-Drama herumschlagen musste, dass in solchen BĂĽchern gerne
mal ausartet.
Den Sommer ĂĽber
arbeitet sie normalerweise in dem Restaurant ihres Vaters, aber
dieses Mal braucht sie eine Veränderung und nimmt daher einen Job
als eine Art Betreuerin einer älteren Dame an. Dort begegnet sie
dann auch Cass wieder und beide verbindet ein Ereignis aus der
Vergangenheit, weshalb es ordentlich zwischen ihnen krieselt. Was
dieses Geheimnis angeht, muss ich direkt sagen, dass ich ziemlich
enttäuscht war. Im Grunde wird das ganze Buch über immer wieder
darauf angespielt, sogar in RĂĽckblicken bis zu dem finalen Konflikt
alles aufgebaut, aber das, was dem Leser dann erzählt wird bzw. der
groĂźe Konflikt war, wusste man eigentlich sofort ab Beginn der
Geschichte. Im Klappentext wird „es“ sogar erwähnt und ich fand
es richtig schade, dass in dieser Sache nicht mehr gekommen ist.
Mal davon abgesehen
hatte das Buch aber eine Menge spaĂźige Seiten. Gwen ist eine sehr
witzige Person, die immer wieder in peinliche Situationen gerät,
wodurch es sehr amĂĽsant werden kann. Die Dialoge zwischen ihr und
Cass haben dem noch eins daraufgesetzt, weshalb ich die vielen
Szenen, in denen beide zusammen waren sehr mochte. Was ich der
Autorin ebenfalls hoch anrechnen muss ist, dass man trotz der
Liebesgeschichte auch über die Nebenfiguren eine Menge erfährt.
Jeder Charakter in diesem Buch hatte seine eigene, kleine Geschichte
und durch diese vielen Details wurde das Buch selten langweilig. Ich
sage selten, weil fĂĽr meinen Geschmack besonders im Mittelteil
einfach zu wenig passiert ist. Das, was ich gerne den „Alltagstrott“
nennen möchte kam wiederholt vor und als ich gelesen habe, wie Gwen
das zehnte Mal mit ihrem Bruder spielt oder arbeiten geht, fand ich
das wenig interessant. Besonders das Auftauchen einiger Figuren, die
ich ziemlich unsympathisch fand, obwohl die Autorin wohl das
Gegenteil erreichen wollte, ging mir dann auch noch auf den Wecker,
besonders, da viele von ihnen Gwens enge Freunde waren. Das ganze
Thema Freundschaft fiel fĂĽr mich in dieser Hinsicht also flach, weil
ich mir ständig gewünscht habe, Gwen würde wieder zu Cass gehen.
Cass war auch noch
so eine Sache fĂĽr sich. Ich fand es klasse, dass er nicht der
stereotypische Bad-Boy ist, den man heute fast immer vorgesetzt
bekommt, aber ich hätte gerne mehr über diesen netten Kerl
erfahren, den Gwen offenbar so gerne mochte. Die genannten RĂĽckblicke
geben darauf nämlich wenig Aufschluss. Mir hat an der ein oder
anderen Stellen etwas der Tiefgang gefehlt, den es bei Mein Sommer
nebenan immer gegeben hat. DafĂĽr hat die Autorin das Sex-Thema
richtig gut in ihre Geschichte eingeflochten. Gwen geht mit allem
etwas offener um und das entspricht auch der Generation von heute.
Man sollte als Autor/in keine „Angst“ vor solchen
Auseinandersetzungen haben und hier war das alles sehr realistisch.
Was mit mit am
besten an Es duftet nach Sommer gefiel war Gwens Familie. Diese
spielt eine wichtige Rolle im Buch und es gab genug Situationen wo
der Zusammenhalt und die Liebe zwischen den einzelnen
Familienmitgliedern so richtig schön rüber kamen. Die Beziehung
zwischen Gwen und Cass gewinnt auch durch die lange Zeit, die beide
miteinander verbringen eine Menge Authentizität. Man konnte
jedenfalls gut nachvollziehen, warum sie einander mochten.
Durch die ganze
Sommer-Sonne-Strand-Kulisse hatte ich beim Lesen auch sehr gute
Laune. Das Setting wurde lebhaft und bunt beschrieben und die ganze
Atmosphäre der Insel haben bei mir ein richtiges Urlaubs-Feeling
geweckt 🙂
Gegen Ende des
Romans baut die Autorin durch das Zusammenlaufen verschiedenen
Handlungen auch noch mal enorm Spannung auf. Man möchte einfach
wissen, wie es mit den einzelnen Personen weitergeht, wenn auch die
Ergebnisse nicht immer ganz „Meins“ waren, zumal ich die Gwens
Freunde ja nicht sooo gerne mochte.

Es
duftet nach Sommer ist ein unterhaltsames Sommerbuch, mit einer
schönen Liebesgeschichte und ein wenig Drumherum, das mal mehr, mal
weniger ĂĽberzeugt. Im Vergleich zu Huntley Fitzpatricks DebĂĽt
gefiel mir der Roman leider nicht ganz so gut, dennoch mochte ich
besonders die sommerliche Atmosphäre und die humorvollen Diaologe,
die einem genau das geben, was man im Sommer will: SpaĂź.

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