[BUCHREZENSION] 5 Tage im April

Titel:
OT:
5 Tage im April
Autor/in:
Christoph Marzi
Genre:
YA, Contemporary
Buchreihe:
Einzelband!
Quelle:
Danke an den Verlag 🙂

Christoph
Marzi begann bereits im Alter von 15 Jahren zu schreiben. Sein
Romandebüt „Lycidas“ avancierte 2004 zu einem
Ăśberraschungserfolg: 2005 wurde Christoph Marzi mit dem Deutschen
Phantastik Preis ausgezeichnet. Seitdem schreibt er mit groĂźem
Erfolg sowohl fĂĽr Erwachsene als auch Kinder und Jugendliche. Er
arbeitet als Lehrer und lebt mit seiner Frau und seinen drei Töchtern
in SaarbrĂĽcken.
Deutsch
Gebunden/ 14,99€
Seiten:
328
Verlag:
Arena

Englisch
Deutsches
Original!
Anders
als alle Marzi Bücher bisher und dennoch wunderschön!
Kurzbeschreibung
Als
Jack sich – mit einem rätselhaften Brief in der Tasche – auf den
Weg nach Seals Head Harbor macht, ahnt er noch nicht, welches dunkle
Geheimnis ihn dort erwartet. Schnell begreift Jack, dass er in dem
kleinen Küstenort kein Fremder ist. Auf mysteriöse Weise scheint
seine eigene Vergangenheit mit der Legende des Ortes verbunden zu
sein. Nach einer Reihe merkwĂĽrdiger Ereignisse will Jack bereits die
Flucht ergreifen. Da taucht plötzlich Sadie auf, das Mädchen mit
den meerblauen Augen. Sie ist die Einzige, die ihm bei der Suche nach
Antworten helfen kann. Mit Sadie verbringt Jack fĂĽnf Tage, die sein
Leben für immer verändern.
Buchgestaltung
Ich gestehe,
anfangs fand ich die Buchgestaltung nicht so toll. Besonders die
„weißen Streifen“ zwischen den blauen Wellen gefallen mir immer
noch nicht so recht, aber in echt sieht das Buch einfach viel, viel
besser aus. Die Farben leuchten richtig schön und erinnern einfach
mit all den klaren Linien an das Meer. Dazu kommt, dass mir die
Schriftart einfach wahnsinnig gut gefällt, weil ich diesen leichten
Comicstil sehr gerne mag. Der Titel ist einfach perfekt, zumal der
Autor den April immer wieder mit seinem Spruch „der April ist ein
trügerischer Monat“ aufgreift.
Meinung
Obwohl es sich bei
der neuen Marzi Geschichte um eine Geschichte ohne Fantasyelemente
handelt, hatte die Handlung etwas Magisches an sich haften, dass mich
sehr schnell in ihren Bann gezogen hat. Bereits von seinem DebĂĽt an,
mochte ich den außergewöhnlichen Stil des Autors, der in meinen
Augen bis heute einzigartig und mit nichts anderem vergleichbar ist.
In diesem Buch kommen all die Metaphern, Anspielungen auf Lieder und
blumenhafte Umschreibungen nicht ganz so durch wie man es vielleicht
aus seinen anderen Werken kennt, aber 5 Tage im April hatte auch
einfach noch mal eine ganz andere Botschaft, wie ich finde. Gerade
der gut erkennbare rote Faden und die Mysterien des Alltags hatten
ihren ganz eigenen Charme und natĂĽrlich nicht zuletzt die gewaltige
Atmosphäre, die Marzi mit dem Verbleib Jacks an dem Küstenort
heraufbeschworen hat – Ganz großes Kino!
Jack ist eigentlich
jemand mit einem stinknormalen Leben, bis seine Mutter in einen
Unfall verwickelt wird und ins Koma fällt. Jack weiß sich nicht
anders zu helfen als sich von dem Geschehen abzulenken, um nicht zu
verzweifeln und wie es das Schicksal so will, findet er einen Brief,
den seine Mutter an einem ihm unbekannten Mann in einem ihm
unbekannten Ort adressiert hat. Und so beginnt Jacks Abenteuer, denn
er beschließt den Brief persönlich abzugeben und reist dafür nach
Head Harbor. Dort angekommen hat Jack es aber alles andere als
leicht. Schnell läuft er Sadie über den Weg, dessen Freund er
sofort ein Dorn im Auge ist und dann gibt es all die vielen Leute,
die sein Gesicht zu kennen scheinen und ihm immer wieder
happchenweise BruchstĂĽcke aus der Vergangenheit zuwerfen.
Jack als
Protagonist war einfach genial! Es kommt ja eher selten vor, dass
männliche Figuren in der Jugendbuch Szene die Geschichte aus der
Ich-Perspektive erzählen, aber das ist durchaus eine tolle Sache,
wenn man es denn so gut macht wie Marzi. Schon in Heaven und Memory
hat er es geschafft, dass ich die GefĂĽhle und Gedanken seines
Charakters perfekt nachvollziehen konnte und hier war das nicht
anders. Das was Jack so besonders macht ist einfach seine
Lebenseinstellung. Hinter seiner Fassade stecken ein paar nette
Überraschungen. Er lässt sich nicht so leicht unterkriegen,
einschüchtern oder abweisen – und dabei sieht Jack sich ab der
Mitte pausenlos irgendwelchen Konflikten gegenĂĽber, die mich
teilweise sprachlos gemacht haben. Das Wunderbare an der Geschichte
ist auch einfach, dass sie so viel Wert auf Familie und Liebe legt,
dass mir immer ganz elend oder eben warm ums Herz wurde, weil die
vielen Ereignisse eben so realistisch aus dem Leben gegriffen waren.
Mit der Zeit findet
man sich als Leser schnell in einem Haufen Mysterien verstrickt.
Während man die süße Liebesgeschichte immer mehr lieb gewinnt,
fragt man man sich gleichzeitig, was es mit dem Brief auf sich hat
und wieso Jacks Mutter so viele Lügen erzählt hat, um ihren Sohn
vor der Wahrheit zu beschützen. Ganz ehrlich gegen Ende hätte ich
auch am liebsten ein paar Tränchen verdrückt, weil viele Dinge eben
so unfair und bewegend waren. Es gibt eben nicht immer ein Happy End,
aber gerade diese Art von Schmerz ist eben nicht aus der Luft
gegriffen, sondern echt.
Neben Jack, mochte
ich auch Sadie mit jeder Seite mehr. Allgemein wurde ich oftmals
eines besseren belehrt, was die Charaktere hier anging. Auf den
ersten Blick glichen sie einigen Stereotypen und ja, teilweise
blieben sie das auch, aber Marzi hat jeder Figur in diesem Roman eine
glaubwĂĽrdige Stimme gegeben und nebenbei kleine Geschichten zu deren
Leben in die Haupthandlung eingestrickt.
Angenehm war auch,
dass man hier oft mit rätseln konnte. Die Geschichte war einfach so
konzipiert, dass dem Leser im selben Moment wie Jack gewissen Dinge
wie Schuppen von den Augen fielen. Je mehr man sich dem Finale
nähert, umso offensichtlicher sind sämtlich Verstrickungen und
Geheimnisse.
Die
Liebesgeschichte gefiel mir auch auĂźerordentlich gut. Obwohl Jack
Sadie vom ersten Moment an mag, entwickelt sich ihre Beziehung
langsam weiter und es gab so viele schöne Momente zwischen den
beiden, bei denen Romantik aufkam.
5 Tage im April war
einfach von vorne bis Ende stimmig und hatte einen guten Abschluss.
Von anderen Romane des Autors bin ich ja auch schon etwas offenere
Enden gewohnt, aber hier war das nicht der Fall.

Der
neue Marzi besticht durch eine wunderschöne Atmosphäre, viele
facettenreiche Charaktere und eine Idee, die viele Geheimnisse und
Herzschmerz verspricht. Eine sommerliche Liebesgeschichte voller
Mysterien mit einem gut durchdachten Plot fesseln einen mit jeder
Seite mehr und man möchte einfach weiter in dem Roman versinken.
Klare Empfehlung für alle Fans des Autors und Liebesgeschichten! 🙂

1 Kommentar

  1. Das ist von… Marzi? Muss ich irgendwie verschlafen haben xDD Aber ich mag den Autor auch aus genau dem selben Grund, den du genannt hast. Sein Stil ist einfach zauberhaft! Holen werde ich mir "5 Tage im April" auf jeden Fall. 10 von 10 kommt auch nicht alle Tage vor 🙂

    Liebe GrĂĽĂźe,
    Bramble

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