[BUCHREZENSION] Stigmata

Titel:
OT:
Stigmata
Autor/in:
Beatrix Gurian
Genre:
YA, Thriller, Mystery
Buchreihe:
Einzelband!
Quelle:
Danke an den Verlag 🙂

Beatrix
Mannel studierte Theater- und Literaturwissenschaften in Erlangen,
Perugia und München. Danach arbeitete sie zehn Jahre als Redakteurin
beim Fernsehen. Seitdem schreibt sie Romane für Kinder, Jugendliche
und Erwachsene, die in mehr als zehn Sprachen übersetzt wurden. Für
ihre aufwändigen Recherchen reist sie um die ganze Welt. Außerdem
unterrichtet sie kreatives Schreiben für alle Altersstufen. Sie lebt
mit ihrer Familie in München.
Deutsch
Gebunden/
16,99€
Seiten:
384
Verlag:
Arena

Englisch
Deutsches
Original
Nach
diesem Buch bin ich Fan von Jugendbuchthrillern geworden! 🙂
Kurzbeschreibung
Kurz
nach dem Tod ihrer Mutter erhält Emma von einem unbekannten Absender
eine alte Schwarz-Weiß-Fotografie, die ein Kleinkind zeigt. Dem Foto
beigefügt ist die rätselhafte Aufforderung, die Mörder ihrer
Mutter zu suchen. Angeblich soll Emma die Täter in einem Jugendcamp
finden, das in einem abgelegenen Schloss in den Bergen stattfindet.
Dort stößt sie immer wieder auf unheimliche Fotografien aus der
Vergangenheit des Schlosses. Und auch in der Gegenwart häufen sich
die mysteriösen Zwischenfälle …
Buchgestaltung
Die Aufmachung
dieses Buches ist einfach sensationell. Das Hardcover ist mit schönen
und gruseligen Details ausgestattet. Zum einen gäbe es das diese
tolle Cover, das mit den silbernen Ornamenten einfach ein echter
Hingucker ist und dazu passend ein Lesebändchen am Buch. Dann wären
da das Innenleben. Verschiedene Stellen im Buch, die in Briefform
oder dergleichen sind, haben ein anderes Papier als der Rest des
Buches. Es gibt echte schwarzweiß Fotografien im Roman. Die
Kapitelüberschriften sind in einem smaragdgrün gehalten, welches
sich in vielen Elementen der Gestaltung wiederfindet. Für mich
einfach Top gemacht!
Meinung
Bei
Jugendbuchthrillern bin ich meistens etwas skeptisch, weil ich immer
zwei große Kritikpunkte haben: Erstens, die Bücher sind sehr
vorhersehbar und zweitens, die Charaktere werden durch ihre etwas
undurchdachten Handlungen immer rasch unsympathisch. Von Stigmata
habe ich eine Menge Gutes gehört und nach dem mir die Leseprobe sehr
gut gefiel, wollte ich unbedingt weiter lesen. Was soll ich sagen?
Wenn auch ihr denkt, dieses Genre wäre nichts für euch, kann dieser
Roman sicher Abhilfe schaffen. Stigmata ist spannend, unheimlich und
komplex.
Zu Beginn weiß man
als Leser nicht so recht wie einem geschieht. Man liest die
Geschichte nämlich in insgesamt drei verschiedenen Handlungsebenen.
Zum einen wäre da die Vergangenheit, in der die Protagonistin von
ihrem Leben und dem Tod ihrer Mutter erzählt, wodurch man viele
Hintergrundinformationen erhält. Dann gibt es noch die Gegenwart, in
der sich Emm sich auf die Suche nach Antworten begibt. Wie der
Klappentext verrät, erhält sie nämlich einen Hinweis, dass der
Unfall ihrer Mutter keiner gewesen ist, was sie zu einem Jugendcamp
führt. Und dann gibt es noch jene Passagen, die Einblicke in
Ereignisse geben, die vor vielen, vielen Jahren geschahen, als Emma
und die anderen Charaktere nicht mal geboren waren.
Es dauerte nicht
lange, da hatte ich mich an diesen komplexen Aufbau gewöhnt. Das lag
sicher an dem tollen Schreibstil der Autorin, denn diese schreibt
sehr eindringlich und baut nach und nach mehr Atmosphäre mit ihren
Worten auf. Durch die Wechsel der Orte und Situationen beginnt man
zudem von der ersten Seite an über alles mögliche nachzudenken. Als
Leser ist man eben so aktiv in die Geschichte eingebunden, dass es
einem oft vorkommt, als stehe man direkt neben Emma. Auch die vielen
Fotos tragen dazu bei, sich mitten im Geschehen zu befinden. Durch
die Augen der Protagonistin erlebt man alles hautnah mit und an
manchen Stellen habe ich mich richtig erschrocken, als auf einmal ein
weitere Hinweis gefunden wurde.
Emma ist eine
Figur, die man nicht leicht durchschauen kann. In den ersten Kapiteln
wusste ich nicht recht, was ich von ihr halten sollte, aber schnell
zeigt sie durch ihre Handlungen und Gedanken, aus welchem Holz sie
geschnitzt ist. Sie schreckt nicht vor Gefahren zurück, begibt sich
aber nie absichtlich in Gefahr. Das war so eine Sache am Buch, die
ich einfach fantastisch fand! Normalerweise rennen die Charaktere ja
in ihr Unglück, aber nicht so Emma. Sie denkt immer genau nach,
bevor sie etwas macht und wenn sie in Konflikte gerät, dann ist das
umso Gänsehaut-mäßiger, weil man es eben selber nicht kommen
sieht. Neben Emma spielten vor allem die Figuren des Camps eine
Rolle. Auch hier hat die Autorin tolle Arbeit geleistet. Man lernt
die neuen Leute zwar kennen, aber trotzdem entsprechen sie keinen
Stereotypen. An vielen Stellen war das Buch dadurch mega fesselnd,
weil man die Absichten der anderen so schlecht einschätzen konnte.
Besonders die Dinge, die sich in dem ehemaligem Kloster ereignen
bringen alle an ihre Grenzen und schnell fragt man sich, was für
kranke Dinge in diesem Camp einfach nur schief laufen.
Zwischenzeitlich
gab es immer wieder den Sprung zu den „alten Zeiten“, die etwas
in Tagebuchform erzählt wurden. Das war die einzige Sache, die mir
nicht so gefallen hat. Fanatischer, religiöser Glaube wird hier
öfter behandelt und mir war das alles ein bisschen zu viel zum Thema
Religion. Viele der Dinge fand ich unheimlich interessant, aber
besonders gegen Endes des Romans, hätte ich weniger Gerede über
dies und jenen Glauben besser gefunden. Das ist aber nur mein
persönliches Empfingen gewesen, was vielleicht daran liegt, dass
mich Religion allgemein nicht so wirklich anspricht beziehungsweise
faszinieren kann.
Ansonsten fiel es
mir schwer, hier an irgendeiner Stelle aufzuhören. Ich bin in der
spannenden Handlung und all den aufregenden Wenden einfach versunken.
Es gab so viele Momente, an denen ich kurz innehalten musste, weil
sich vieles so dermaßen zuspitzt hat und ja, ich habe mich eine
Menge gegruselt! Und egal, wie angestrengt ich nachgedacht habe, ich
bin den Geheimnissen einfach nicht auf die Spur gekommen, weshalb das
Finale im Buch mich wahnsinnig packen konnte.
Nichts im Buch
steht je still und als die Handlungen und alle Informationen anfangen
sich zu überschneiden muss man einfach begeistert sein, weil
Stigmata so gut geschrieben ist. Und ich möchte der Autorin echt
einen Orden dafür verleihen, dass sie einfach alle Klischees
ausgelassen hat. Was das Buch so toll, so spannend und lesenswert
macht ist, das es einfach etwas besonderes ist. Hier wurden viele
Ideen miteinander versponnen und nichts kam zu kurz. Es gab Action
und Mystery. Es gab Spannung und sogar Momente, bei denen man lachen
konnte (die Dialoge sind nämlich öfter mal sehr sarkastisch) und
sehr viel Tiefgang. Man kennt einen Menschen eben nicht wirklich, bis
man in die Abgründe seiner Seele blickt.

Stigmata
ist ein absolut empfehlenswerter Jugendbuchthriller, der unter die
Haut geht und mit dem unvorhersehbarem Plot immer wieder überrascht.
Der fesselnde Schreibstil lässt einen kaum Luft holen, wenn man als
Leser zusammen mit Emma auf der Spur von etlichen Geheimnissen ist,
die ans Licht kommen wollen. Die religiösen Aspekte waren mir
manchmal etwas zu viel, aber stören den Roman im Gesamtbild nicht
wirklich. Das hier war mein erstes Buch von Beatrix Gurian und wird
nicht mein letztes bleiben, so viel steht schon mal fest 🙂

5 Kommentare

  1. Hach das freut mich so Tanja! Jugendthriller können ganz schön in die Hose gehen, aber wenn sie überzeugen, dann nehmen sie einen auf ganzer Linie mit. Auch mit den Fotos, der Aufmachung, es ist einfach ein kleines Leseereignis.

    Liebe Grüße,
    Tina

  2. Hallo Tanja,
    nach deiner tollen Rezension habe ich das Buch jetzt endgültig auf meine Wunschliste gesetzt. Du hast das Buch sehr gut beschrieben, sodass ich jetzt einen guten Einblick darin habe, was mich erwartet.

    Liebe Grüße
    Dana

  3. Hallo Tanja,

    ich habe das buch schon zuhause liegen und jetzt freue ich mich noch viel mehr auf das Buch :-).
    Deine Rezension zeigt ja wie toll und unheimlich das Buch sein muss. Das mit den verschiedenen Handlungsebenen finde ich hört sich auch gut an. Ich mag sowas immer ganz gerne.
    Danke für deine tolle Rezension.

    Liebe Grüße,
    Vanessa

  4. Danke für diese tolle Rezi! Auch ich habe mir das Buch gekauft, obwohl ich sonst bei Jugendthriller auch vorsichtig bin, aber wie du schon sagst, viele positive Stimmen und die Leseprobe und ich musste es einfach wissen!

    LG Piglet ♥

  5. Freut mich, dass dich das Buch so begeistern konnte. Ich fand es außergewöhnlich und die Bilder haben die Atmosphäre im Buch noch einmal unglaublich unterstützt! 🙂
    Sehr schöne Rezension!

    Liebe Grüße
    Katja

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