[BUCHREZENSION] Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte


Titel:
Im freien Fall oder wie ich mich
in
eine Pappfigur verliebte
OT:
Flat Out Love
Autor/in:
Jessica Park
Genre:
YA Contemporary
Buchreihe:
Flat Out Love #1
Quelle:
Danke an den Verlag 🙂

Jessica Park wuchs in Boston auf und studierte im eisigen Minnesota. Nachdem sie dort vier Jahre lang Schneestürmen standhielt, lebt sie heute mit ihrer Familie wieder an der Ostküste. Wenn sie nicht gerade schreibt, gibt Jessica Park ihren absolut nicht gesundheitsschädlichen Gelüsten nach Facebook und raffinierten Kaffeegetränken nach. Im freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte ist ihr Debüt auf dem deutschen Buchmarkt.
Deutsch
Gebunden/
17,95€
Seiten:
384
Verlag:
Loewe

Englisch
Taschenbuch/ 9,30€
Seiten: 351
Verlag: Skyscape


Ich
fiel ebenfalls und verliebte mich in dieses Buch! 🙂
Kurzbeschreibung
Der
E-Book-Bestseller aus den USA! Eine herzzerreißende Liebesgeschichte
mit feinsinnigem Humor für Leser von Jojo Moyes und John Green.
Julie kann es nicht fassen: Statt die ersten Tage am College zu
genießen, beaufsichtigt sie plötzlich eine 13-Jährige, die keinen
Schritt ohne die lebensgroße Pappfigur ihres Bruders Finn
unternimmt. Zugegeben, ihres sehr gut aussehenden Bruders Finn. Der
befindet sich zwar gerade auf Weltreise, schreibt aber E-Mails, die
Julies Knie butterweich werden lassen. Doch wieso zögert er seine
Rückkehr immer weiter hinaus? Weshalb stört sich niemand an seinem
platt gedrückten Doppelgänger? Und verliebt Julie sich tatsächlich
gerade in eine Pappfigur?
Buchgestaltung
Für mich ist
klarer Sieger die deutsche Aufmachung und das hat auch seine Gründe.
Der Titel ist einfach perfekt, noch viel besser als das Original,
denn während man liest setzt sich dieser Titel durch verschiedene
Ereignisse im Kopf zusammen und das hatte einen tollen Aha-Effekt.
Außerdem ist er so viel zweideutiger als der Englische. Auf dem
englischen Cover sieht man dann zwar in den Buchstaben kleine
Elemente aus dem Buch, aber die bunten Regentropfen gefallen mir
einfach viel besser. Außerdem finde ich es einfach klasse, dass der
Schutzumschlag aus diesem rauen „Papppapier“ besteht, das umso
besser zum Thema Papp-Finn passt 🙂
Meinung
Als Leser befinden
wir uns ja gerade in dieser sommerlichen Zeit des Jahres, in der wir
gerne zu leichter Lektüre greifen, weil wir einfach mal lachen
möchten. Süße Romanzen stehen deshalb bei vielen Verlag hoch im
Programm, aber nach mehreren Romanen merkt man doch, dass diesen
„Sommerbüchern“ öfter mal etwas der Tiefgang fehlt, weil sich
die Geschichte nur auf 200 + Seiten abspielt. IM FREIEN FALL ODER WIE
ICH MICH IN EINE PAPPFIGUR VERLIEBTE schafft da Abhilfe. Das Buch ist
mir ab der ersten Seite so ans Herz gewachsen und hat mich sogar
mehrmals zu Tränen gerührt (vor Lachen und vor Empathie), sodass
ich es mir mit dieser Rezension zur Mission mache, alle davon zu
überzeugen, das Buch zu lesen.
Ihr wollte jede
Menge Humor, Sarkasmus und Anti-Klischees? Möchtet euch mit der
frechen und klugen Protagonistin identifizieren können? Habt doofe
Bad Boys satt und wollt mehr Authentizität? Facettenreiche,
einzigartige Charaktere sind genau euer Ding? Und ihr schreckt auch
nicht vor ein wenig Herzschmerz zurück? Gratulation! DU solltest
jetzt sofort in die Buchhandlung stürmen und diesen Roman kaufen. Am
besten gleich dreimal, um deine Freund/innen zu infizieren 😛
Die Geschichte
beginnt damit, dass Julie in Bosten ankommt und vor einem nicht
existenten Apartmentkomplex steht, der eigentlich ihr neues zu Hause
sein sollte. Kurzerhand quartiert ihre Mutter sie bei einer alten
Collegefreundin ein und dort beginnt das Abenteuer für Julie. Denn
neben der seltsamen Familie, bei der sie nun untergekommen ist, läuft
auch ihr erstes Semester am College anders als erwartet. Julie ist
eine der besten Protagonistinnen überhaupt gewesen. Sie war
eigentlich völlig normal und ziemlich chaotisch, aber auf eine so
gute Weise, dass ich mich sofort mit ihr verbunden gefühlt habe.
Julie ist einfach wahnsinnig witzig und egal mit wem sie wo spricht,
jedes Mal habe ich mich gekringelt vor lachen. Jessica Park ist
wirklich eine Meisterin darin 380 Seiten voller Sarkasmus, Ironie und
schnippischen Sprüchen zu füllen. Es gibt ja diese Autoren, die
versuchen lustig zu sein, aber hier war einfach ALLES purer Humor.
Bereits auf den ersten 25 Seiten lag ich mit Schnappatmung im Bett
und habe so breit gegrinst, dass mir die Wangen weh taten. Dieser
Charme geht dem Buch auf keiner einzigen Seite verloren.
Die Geschichte ist
auch recht außergewöhnlich. Julie hat selber wenig Kontakt zu ihrem
Vater und da sie in einer fremden Stadt ist, ohne ihre Mutter, wird
eben die Gastfamilie zu ihrem neuen zu Hause. Besonders wichtig sind
dabei die Geschwister gewesen. Einmal Celeste, die für ihr Alter
viel zu klug ist und diese merkwürdige Pappfigur mit sich herum
schleppt, dann Matt, der ein Bilderbuch-Nerd ist, der auf den zweiten
Blick aber viel mehr als das zu bieten hat und eben Finn, den man im
Buch nur durch Erzählungen und später Facebook Chats kennenlernt.
Die vielen Figuren, die Jessica Park geschaffen hat, waren einfach
wundervoll. Die Beziehungen und Entwicklungen, die Jessica Park
geschrieben hat waren wundervoll. Mein Leserherz hing einfach
ununterbrochen an allen Geschehnissen und ich mochte diese frische,
sonnige Atmosphäre sehr, die Julies Alltag und das Zusammensein mit
den anderen immer wieder ausgestrahlt hat. Man könnte sogar sagen,
dass mehr Zeit in der Familie spielt, als außerhalb, aber die
Balance wurde sehr gut gehalten.
Nach und nach
freundet sich Julie mit Celeste, Matt und Papp-Finn an und ihr wird
immer deutlicher, dass etwas in der Familie nicht stimmt und diese
Hilfe braucht. Celeste mit ihren wenigen sozialen Kompetenzen, die
überall aneckt oder eben Matt, der selten aus dem Haus geht, weil er
alle elterlichen Pflichten übernimmt. Nicht zu vergessen die ganze
Sache mit dem Bruder aus Pappe, der in der Welt umher reist. Auf eine
zuckersüße, aber gleichzeitig auch langsame und nachvollziehbare
Art integriert Julie sich in das Leben aller Beteiligten und schafft
es diese zu verändern. Der Weg ist nicht immer leicht für die
gewesen und die vielen Konflikte eskalierten öfter mal, aber trotzt
allem blieb der unverkennbare Humor erhalten. Diese Mischung aus
Witz, Familiengeschichte und Freundschaft war toll.
Die Autorin hat es
auch einfach geschafft, dass man sich Finn bestens vorstellen kann,
denn durch die Informationen der Geschwister oder kleine Hinweise und
später auch die Facebook Chats, denkt man ihn wirklich zu kennen. Im
Buch ist es auch gar nicht so, dass Julie hin und weg ist, von der
Idee von Finn, sondern sie erst mal normale Dinge macht, Dates hat
usw. Außerdem sollte man sich nicht täuschen lassen, denn die
Liebesgeschichte ist mehr, als es den Anschein (oder eben der Titel)
erweckt. Am der Mitte circa hatte ich so eine Ahnung, aber mehr will
ich auch gar nicht sagen, weil man das alles eben selber erleben
muss, damit man überrascht und gefesselt werden kann. Was nämlich
in der ersten Hälfte des Buches gar nicht sooo klar ist: Der Roman
nimmt mehrmals unerwartete Wenden und die sind wirklich wahnsinnig
gut gewesen. Allgemein hat Jessica Park diese schöne Art zu
schreiben, die mich eine Gefühlsachterbahn hoch und runter gejagt
hat.
Im Buch geht es
oftmals auch drunter und drüber und die vielen Situationen werden
auch wirklich behandelt und nicht nur abgetan. Gibt es Probleme, wird
darüber nachgedacht. Gibt es Konflikte, dann werden diese geklärt.
Das Buch ist super durchdacht und alle Handlungsstränge und kleinste
Details werden zum Ende hin abgeschlossen und aufgeklärt und man
bleibt mit Zufriedenheit zurück.
Wenn damit geworben
wird, dass dieses Buch „herzzereißend“ ist oder einen
„feinsinnigen Humor“ hat, dann stimmt das auf ganzer Linie. Diese
witzige, pfiffige Geschichte ist das beste Contemporary Buch, dass
ich jemals gelesen habe (und inzwischen bin ich da ein Leseprofi, was
dieses Genre angeht) und ich kann meine Begeisterung kaum in Worte
fassen 🙂 Um es mal mit den Worten der Beatles zu sagen: Love Is All
You Need – Das trifft hier auf jeden Fall zu.

Im
freien Fall oder wie ich mich in eine Pappfigur verliebte ist mein
Sommertipp des Jahres. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein
anderes Buch des Genres diese 387 Seiten voller Humor, Herz und
Charme noch übertreffen kann und empfehle den Roman einfach allen
Lesern, die Liebesgeschichte mit dem besonderem Etwas genau lieben
wie ich 🙂

6 Kommentare

  1. Hach Tanja, deine Rezension ist wirklich wunderschön … wie das Buch …. und ich konnte gleich nochmals in den Erinnerungen schwelgen.
    Und wir gaben das gleiche Ziel vor Augen: die Menschheit mit Papp-Finn infizieren. 🙂

    lg Favola

  2. Uh, na das klingt doch nach genau dem Richtigen für meine derzeitige Lage 🙂
    Hatte das Buch zwar schon ins Auge gefasst, aber erst dein Fazit hat mich so richtig überzeugt. Danke dafür 😉

  3. Tolle Rezension
    Das Buch liegt bereits auf meinem SuB, leider muss ich mich (hoffentlich) nurnoch bis zum 25 Juli gedulden,bis ich das Buch mein eigen nennen darf.
    LG Caro

  4. Ich hatte schon in die Leserprobe reingelesen und schon die ersten paar Seiten sind unglaublich amüsant! Genau mein Humor!
    Man jetzt bestärkst du mich ja noch mehr mein knauserig gespartes Geld wieder auszugeben! ;D
    Hach, der SuB wächst und wächst…

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