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[BUCHREZENSION] Das Haus der verschwundenen Kinder

Titel:
Das Haus der verschwundenen Kinder
OT:
The Cavendish Home for Boys and Girls
Autor/in:
Claire LeGrand
Genre:
MG, Fantasy
Buchreihe:
Einzelband!
Zur
Verlagsseite:

Claire Legrand war Musikerin, bevor sie entdeckte, dass ihr das Schreiben noch mehr Spaß macht. DAS HAUS DER VERSCHWUNDENEN KINDER ist ihr Debütroman, der mit dem Preis der New York Public Library als bestes Jugendbuch 2012 ausgezeichnet wurde. Die Autorin lebt und arbeitet in New Jersey.
Deutsch
Gebunden/
14,95€
Seiten:
320
Verlag:
Heyne (fliegt)
Englisch
Gebunden/
12,30€
Taschenbuch/
5,70€
Seiten:
386
Verlag:
Simon & Schuster


Interessante
Geschichte mit tollen Zeichnungen…
Kurzbeschreibung
Alle
Erwachsenen können dir gefährlich werden – und Mrs. Cavendish
besonders!
Das
Leben in der beschaulichen Kleinstadt Belleville ist genau so, wie
die zwölfjährige Victoria es gern hat: übersichtlich, vorhersehbar
und aufgeräumt. Und Victoria mit ihrem strengen Zopf, den
ordentlichen Kleidern und den hervorragenden Noten passt perfekt nach
Belleville. Eine einzige Unregelmäßigkeit erlaubt sie sich: den
verträumten und vergesslichen Lawrence, der so ganz das Gegenteil
von ihr ist. Lawrence ist ihr bester Freund. Als er plötzlich
spurlos verschwindet, ist es allerdings vorbei mit Victorias
geordnetem Alltag. Sie würde es nie zugeben, aber sie vermisst ihn
furchtbar. Daher stellt sie auf eigene Faust Nachforschungen an. Was
Victoria entdeckt, gefällt ihr gar nicht: Unter der glatten
Oberfläche von Belleville verbirgt sich ein dunkles Geheimnis.
Eines, das offenbar in der Erziehungsanstalt von Mrs. Cavendish
seinen Ausgang nimmt. Die rebellischen Kinder, die dorthin geschickt
werden, kommen ungewöhnlich still und brav zurück – oder gar
nicht mehr. Steckt Mrs. Cavendish hinter Lawrences Verschwinden?
Buchgestaltung
Die Aufmachung des
Buches ist einfach genial! Mir gefällt auch das deutsche Cover
eindeutig besser, da es mit den hellen Farben viel schöner aussieht,
als dieses öde braun, welches wie ein Film über dem Englischen
liegt. Das Buch hat keinen Schutzumschlag, aber trotzdem ist die
Gestaltung einfach toll. Überall finden sich kleine Details und
silberne Akzente wieder, die sich vom Buchdeckel abheben. Im Inneren
befinden sich tolle Zeichnungen, die zur Geschichte passen. Für den
Preis von 15€ bekommt man hier also eine absolute Top-Gestaltung.
Meinung
Der Roman „Das
Haus der verschwundenen Kinder“ hat eine ganze Menge Preise
abgesahnt und wurde mir von allen Seiten her empfohlen. Ähnlich wie
bei Coraline sollte man sich hier gehörig gruseln können und in
eine abstruse Welt voller Mysterien und Wunder abtauchen dürfen.
Meine Lesestunden sahen allerdings etwas anders aus, weshalb ich auch
klipp und klar sagen muss, dass ich im Nachhinein doch etwas
enttäuscht wurde. Claire LeGrand hat eine tolle Art zu schreiben,
dass ist mir sofort aufgefallen. Im Gegensatz zu den trillionen
Jugendbüchern, die auf dem Markt sind, war der Erzählstil in der
dritten Person mal wieder eine Abwechslung. Die Beschreibungen im
Buch waren weder zu viel, noch zu wenig und ich fand, dass die
Eigenarten des Settings dadurch gut zur Geltung kamen.
Die Protagonistin
lebt in einem kleinem Dorf/Stadt, welche sich sehr enorm an Regeln
orientiert. Ein wenig wie im Film Pleasantville erscheint einem alles
ziemlich trist und grau, denn die Leute haben ihre Gefühle unter
Kontrolle, die Kinder sind gut erzogen und niemand erlaubt sich
Fehler oder benimmt sich gar rebellisch. Und sollte das doch mal
jemand tun, dann wird er eben in das Cavendish Heim gesteckt. Jeder,
der einmal dort war, kehrt nicht mehr zurück, denn die soziale
Umschulung scheint jegliche Zeit zu fressen. Victoria war eine
Protagonistin, die mir eigentlich ganz gut gefallen hat. Aufgrund
ihres Alters konnte ich mich nicht wirklich in sie hineinversetzten,
aber ich fand die Entwicklung, welche sie durchmacht sehr gelungen.
Zu Beginn erscheint sie wie ein Roboter, der nichts hinterfragt und
seine Eltern stolz machen will – das perfekte Kind in diesem Buch
also. Nach und nach geschehen jedoch außergewöhnliche Dinge, die
Victoria nicht mehr hinnehmen kann und als ihr bester Freund
verschwindet, wird sie zur Rätsel-Erforscherin.
Die Atmosphäre im
Buch hat mir auch recht gut gefallen. Das Heim von Mrs. Cavendish
thronte wie etwas Böses über der Stadt und das hat man auch
gespürt. Als Victoria das erste mal dort einbricht, um Lawrence zu
suchen, hat man auch einfach das Gefühl: Hier geht es nicht mit
rechten Dingen zu. Leider lässt das im Verlauf der Geschichte stark
nach, denn die Rätsel und Geheimnisse erscheinen einem auf den
zweiten Blick gar nicht mehr so rätselhaft oder eben geheimnisvoll.
Ab der Mitte fand
ich das Buch auch eher uninteressant. Eigentlich hätte genau dieser
Teil der spannendeste sein müssen, ging es doch um das Heim und
darum, Lawrence und die anderen Kinder zu retten. Die Autorin lässt
sich jedoch Unmengen an Zeit, um Victorias Pläne zu erläutern und
das Mädchen hat es auch nicht gerade eilig, endlich mal loszulegen,
um gegen das Böse zu kämpfen. Es war wirklich schade. Das, was als
Fantasyabenteuer begonnen hatte, wurde für mich mehr zu einer
Geschichte über ein unentschlossenes Mädchen, dass es lieber ihren
Eltern recht machen will, als alles andere. Eine wirklich Moral stand
auch nicht dahinter. Ich hätte mir gewünscht, dass Freundschaft
mehr ein Thema gewesen wäre.
Victoria war durch
ihre teils egoistische Art doch etwas unsympathisch und ich konnte
nicht ganz verstehen, was ihre Beziehung zu Lawrence denn ausgemacht
hat. Genau das war wohl auch mein größtes Problem. Waren der
Schreibstil und auch die Idee noch ein großes Plus, so konnten die
Charaktere da einfach nicht mithalten. Besonders die Randfiguren
erschienen mir blass und lieblos beschrieben. Mir fiel es wirklich
schwer für die „Mission“ Begeisterung aufzubringen.
Das Ende des Romans
konnte dafür wieder einiges rausholen. Ich fand es ziemlich gut
gemacht und einer der stärksten Punkte war dort eben der rote Faden,
den man als Leser wieder zu greifen bekommen hat. Obwohl es sich bei
dem Buch wirklich um eine Geschichte für jüngere Kinder handelt, so
denke ich schon fast, dass er für ältere Leser besser geeignet
wäre. Kinder würden sich vielleicht noch schneller langweilen, als
ich es zeitlich getan habe. Wunderschöne Ergänzung sind aber die
Zeichnungen, die an vielen Stellen noch mal einiges rausholen, weil
man sich Momente nimmt, um Situationen mehr auf sich einwirken zu
lassen, als beim bloßen lesen.

Das
Haus der verschwundenen Kinder ist ein Debüt, dass sich sehen lasen
kann. Die Idee hinter der Geschichte ist gut und auch die Umsetzung
bleibt die meiste Zeit gelungen. Ein großes Manko sind aber allesamt
die Figuren, die kaum greifbar sind und einen teilweise gar nicht
interessieren. Dazu kommen die Längen im Plot, die Spannung nehmen.
Wer auf der Suche nach einer außergewöhnlichen Geschichte ist und
Geduld und Zeit mitbringt, der wird vielleicht überrascht werden.

2 Comments

  • Cherry

    Ich kann deine Meinung gut verstehen, fand das Buch aber ein bisschen besser. Das lag auch daran, dass ich es toll fand, dass unsere "Heldin" eben keine typische Heldin war, sondern eher das totale Gegenteil. Sie wollte perfekt sein, es allen – besonders ihren Eltern – recht machen und war anfangs ziemlich im Zwiespalt, ob sie nun die Regeln brechen sollte, oder lieber nicht.
    Während es bei anderen, vielleicht sympathischeren Protagonisten natürlich klar ist, dass sie sofort alles für ihre Freunde aufs Spiel setzen würden und dass sie mutig und selbstlos sind, kostet es Victoria eine beträchtliche Menge an Überwindung ihren Plan in die Tat umzusetzen. Das mochte ich, denn es zeigt auch ihre Entwicklung und macht aus dem Roman mehr als ein einfaches Kinderbuch 🙂

    Aber ich hatte mit den Längen in der Mitte auch zu kämpfen, was recht schade ist, wenn man das Potential des Buches doch sofort erkennt :/

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