[BUCHREZENSION] LÚM – Zwei wie Licht und Dunkel

Titel:

OT:
LÚM
– Zwei wie Licht und Dunkel
Autor/in:
Eva Siegmund
Genre:
YA Fantasy
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:

Eva Siegmund, geboren 1983 im Taunus, stellte ihr schriftstellerisches Talent bereits in der 6. Klasse bei einem Kurzgeschichtenwettbewerb unter Beweis. Nach dem Abitur entschied sie sich zunächst für eine Ausbildung zur Kirchenmalerin und studierte dann Jura an der FU Berlin. Mit dem ersten Staatsexamen in der Tasche begann sie 2011 als Volontärin bei einem Hörbuchverlag in der Lizenzabteilung. Doch schon bald wurde ihr Textgespür entdeckt und so wechselte sie ins Lektorat. „LÚM – Zwei wie Licht und Dunkel“ ist ihr Romandebüt.
Deutsch
Gebunden/
16,99€
Seiten:
512
Verlag:
cbt

Englisch
Deutsches
Original!
Eine
Idee, bei der meine Meinung zwischen
Licht
und Dunkel schwankt…
Kurzbeschreibung
Wenn
dein Schicksal zu groß für dich scheint.

In
der Trümmerstadt Adeva entscheidet sich für alle 15-Jährigen in
der Nacht der Mantai, welche Gabe sie haben. Ein Mal, das auf dem
Handgelenk erscheint, zeigt an, ob man telepathisch kommunizieren,
unsichtbar werden oder in die Zukunft sehen kann. Doch bei Meleike,
deren Großmutter eine große Seherin war, zeigt sich nach der Mantai
– nichts. Erst ein schreckliches Unglück bringt ihre Gabe hervor,
die anders und größer ist als alles bisher. Als Meleikes Visionen
ihr von einem Inferno in ihrem geliebten Adeva künden, weiß sie:
Nur sie kann die Stadt retten. Und dass da jenseits der Wälder, in
der technisch-kalten Welt von Lúm, jemand ist, dessen Schicksal mit
ihrem untrennbar verknüpft ist …

Buchgestaltung
Mir gefällt das
Cover des Roman wirklich ausgesprochen gut, trotz des
Mädchengesichts. Irgendwie hat es was…die Farben finde ich sehr
schön gewählt, weil sie schon eine Mischung aus Licht und Dunkel
sein könnten. Dazu die Stadt im Untergrund, in welcher die
Haupthandlung stattfindet und die dunklen Vögel. Der Titel passt
auch richtig gut zum Buch und dessen Inhalt.
Meinung
Zwei wie Licht und
Dunkel – das würde auch ganz gut zu meiner Meinung passen, denn
obwohl mich das Buch unterhalten hat, so gab es auch viel, dass ich
einfach nicht mochte. Ich bin zwiegespalten. LÚM ist
vielmehr ein sanfter Fantasyroman, als eine abenteuerliche Geschichte
und solche treffen nicht immer ganz meinen Lesenerv. Die Schreibweise
von Eva Siegmund fand ich ziemlich einnehmend. Sie hat eine sehr
kompakte Art zu schreiben und schmückt nicht sonderlich viel aus.
Dadurch war besonders die Atmosphäre der Geschichte sehr greifbar,
weil man als Leser sehr nah an der Handlung ist. Man wird sozusagen
hineingeworfen.
Was
leider auch ein Nachteil eines solchen Stil ist, war für mich vor
allem der Informationsmangel. Eine Zeremonie, die Jugendliche
durchlaufen, um herauszufinden, ob sie Kräfte haben oder nicht und
ein Regierungssystem, das viel auf Schichten aufbaut, waren mir nicht
gerade neu. Und dann gab es so viel zu erleben und so wenig wurde
erklärt. Die Sache mit den Kräften zum Beispiel oder allgemein die
vielen Hintergründe von Handlungsmotiven waren für mich einfach
unbefriedigend dargestellt. Ich hatte während des Lesens einige
Fragen und gegen Ende wurde davon keine beantwortet. Vielleicht bin
ich auch einfach jemand, der um zu viele Ecken denkt, aber ich mag es
in Büchern eben, wenn Details eine Rolle spielen. Gerade, weil es so
wenige Dialoge und mehr fließenden Text gab, kam mir das Lesen öfter
sehr zäh und auch etwas langweilig vor.
Das
größte Problem, welches ich jedoch mit der Geschichte hatte, war,
dass mir der Bezug zu den Charakteren gefehlt hat. Meleike und ihre
Familie waren nur der Anfang. Ich habe kaum etwas über sie oder die
anderen erfahren können. Man sieht vielleicht die Beziehungen der
Figuren untereinander, aber nicht, was sie ausmacht. Die Substanz
sozusagen, hat gefehlt. Natürlich war mir Meleike dadurch nicht
gleich unsympathisch, aber in einem Meer aus Farben wäre sie grau
gewesen. Nicht besonders auffällig und schon gar nicht interessant.
Es gibt einfach zu viele Jugendbücher, in denen die Charaktere keine
Ecken und Kanten haben und hier war das auch der Fall. Man mag die
Leute irgendwie, aber sie bleiben einem nicht im Gedächtnis. Sie
vollbringen nichts, was von einer Entwicklung zeugt und ja, ich hatte
einfach keine Gefühle ihnen gegenüber. Das war wirklich sehr, sehr
schade. Für mich spielen Charaktere immer die größte Rolle und da
ich mit niemanden mitfühlen konnte, waren mir ihre Schicksale
teilweise auch einfach egal.
Dabei
hat die Autorin hier ein ziemlich interessantes Setting aufgebaut,
das in seinen Anfängen von viel Kreativität gezeugt hat. Die
Eigenwörter und so manche Abläufe fand ich sehr gelungen und auch
wirklich spannend. Besonders ab der Mitte kommt Bewegung in den Plot
und es tun sich einige Mysterien auf. Das Einführen einiger neuer
Charaktere hat auch gut gepasst, weil man so mehr Abstand zu den
alten nehmen konnte und eben auch mehr Konflikte dank der „Ränge“
stattfanden.
Was
die Liebesgeschichte betrifft bin ich mir immer noch nicht sicher, ob
ich sie nun mochte oder nicht. Diese typische „Hass-Liebe“, die
es hier gab wurde echt gut umgesetzt, aber da ich die Figuren nicht
wirklich ins Herz geschlossen habe, konnte mich natürlich auch das
Aufflackern einer Liebe nicht so ganz für sich einnehmen. Allgemein
hatte ich auch einfach das Bedürfnis, beide hin und wieder zu
schütteln, da sich Gefühle hier oft auf das große Ganze ausgewirkt
haben. Die Sache mit den Visionen war von Anfang an irgendwie
abwendbar. Ich kann auch gar nicht genau sagen, warum, aber ich hatte
nie einen dieser oh-wie-soll-das-nur-gut-gehen-Momente, da für mich
vieles so vorhersehbar war, dass ich Bescheid wusste. Das hat dem
Roman enorm an Spannung genommen, aber vielleicht bin ich mit diesem
ganzen Weltuntergangs-Kram jetzt auch einfach durch. Manchmal glaube
ich, solche Geschichten können immer nur nach dem gleichen Schema
ablaufen. Eine Heldin, ein störsicher Love-Interest, eine besondere
Gabe und das Retten der Welt.

LÚM
– Zwei wie Licht und Dunkel, ist ein Debüt, dass durch einen tollen
Stil und ein andersartiges Setting besticht. Leider fiel es mir sehr
schwer, eine Verbindung zu den Charakteren aufzubauen, weshalb mein
Lesespaß gemindert wurde. Ich hätte mir mehr Informationen
gewünscht, denn neben den starken Beschreibungen der Welt und der
Idee, fielen Gespräche etwas zurück. Langsam und atmosphärisch
geht es in Aveda zu, während es dem Roman ab und an an Action und
Unvorhersehbarkeit fehlt. Mir gefiel das Buch, trotz Kritikpunkten
gut, aber für mehr als „gut“ hat es eben auch nicht ganz
gereicht 🙂

3 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Doofes Pflichtfeld (sorry, muss sein!)

*

Ich bin einverstanden!

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.