[BUCHREZENSION] Raven Stone – Wenn Geheimnisse tödlich sind

Titel:
Raven Stone – Wenn Geheimnisse tödlich sind
OT: Storm & Stone o. Struck
Autor/in:
Joss Stirling
Genre:
YA, Contemporary, Mystery
Buchreihe: Storm & Stone o. Struck #1
Zur
Verlagsseite:

Joss
Stirling studierte Anglistik in Cambridge und arbeitete als
Diplomatin in Polen. Mittlerweile schreibt sie sehr erfolgreich
Romane für Kinder und Jugendliche. Mit ›Finding Sky‹, dem ersten
Band der ›Macht der Seelen‹-Trilogie, war sie 2013 von der
Jugendjury für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Sie
lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Oxford. Mehr über die
Autorin unter ww.jossstirling.co.uk
Deutsch
Gebunden/
16,96€
Seiten:
416
Verlag:
dtv

Englisch
Taschenbuch/
7,98€
Seiten:
311
Verlag:
Oxford





Das
neue Stirling Buch überzeugt durch Mystery und Spannung!
Kurzbeschreibung
In
letzter Zeit gehen seltsame Dinge an dem Eliteinternat vor sich, das
Raven Stone besucht. Schüler verschwinden spurlos, ihr beste
Freundin wendet sich plötzlich von ihr ab . . . Also beschließt
Raven, der Sache auf den Grund zu gehen. An Ravens Seite ist der neue
Mitschüler Kieran. Er ist superintelligent und weiß einfach alles –
und geht Raven damit ziemlich auf die Nerven. Andererseits fühlt sie
sich sehr zu dem rätselhaften, ungemein attraktiven Jungen
hingezogen. Aber kann sie ihm wirklich vertrauen?
Buchgestaltung
Bei der englischen
Edition gab es einen Cover – und Titelwechsel und das neue zu
„Struck“ gefällt mir wirklich gut, weil es von der Art zu
Stirlings anderen englischen Büchern passt. Die deutsche Aufmachung
gefällt mir aber tausend mal besser, weil sie erstens, einen richtig
coolen Namen hat und zweitens ,super zum Inhalt passt. Es geht
nämlich um eine Schule, Detektive und ein wenig romantisch wird es
auch. Meiner Meinung nach gewinnt die deutsche Aufmachung da
eindeutig.
Meinung
Ich denke, viele
die zu Raven Stone greifen haben auch Stirlings andere Buchreihe
gelesen. Vorab: Hierbei handelt es sich nicht um einen Fantasyroman.
Ich muss gestehen, dass hatte ich selber zuerst auch angenommen, weil
die Beschreibung des Buches schon einiges an Spielraum lässt. Das
Buch ist eher ein Mystery-Thriller, den man mit einer Sherlock Holmes
Geschichte vergleichen kann. Es gibt eine Agentur mit
Junior-Detektiven, ein gibt seltsame Fälle in der Schule der
Protagonistin und am Ende spitzt sich dann alles zu einem finalen
Showdown zu, der sehr actionlastig ist und eine Menge Geheimnisse ans
Tageslicht befördert. Weil das Buch aber so dick ist, hat die
Autorin sich dazu noch entschlossen ein paar andere Dinge einzubauen.
So liegt viel Fokus auf der Romanze, aber auch auf Ravens Leben
innerhalb der Schule.
Die Idee ist
einfach: Ravens beste Freundin benimmt sich plötzlich seltsam,
stellt Raven als Diebin dar und schwupps geht ihr Leben den Bach
runter. Teenager, die vorher alles andere als vorbildlich waren,
werden zu Musterschülern und sogar die Leiterin der Schule benimmt
sich komisch. Raven rutscht von einer Schwierigkeit in die nächste,
wird regelrecht weg gemobbt – bis die zwei Brüder auftauchen. Was
man als Leser schnell weiß: Sie sind Agenten einer geheimen
Organisation zur Bekämpfung von Verbrechen jeglicher Art und
undercover dort. Während sie herumschnüffeln freunden sich Joe und
Kieran mit Raven an.
Raven fand ich als
Protagonistin wirklich cool. Sie ist nicht gerade auf den Mund
gefallen und sehr schlagfertig. Nach dem Wandel ihrer besten Freundin
ist sie jedoch plötzlich eine Außenseiterin. Man spürt als Leser
sehr gut, wie schwer sie es hat, als sich alles ändert. In der
Schule fühlt sie sich unwohl, weil sie ständig gegen irgendjemanden
zur Wehr setzen muss und das ist ermüdend. Besonders in den Anfängen
der Geschichte kriegt Raven die volle Breitseite ihrer Mitschülern
und es war ziemlich gut beschrieben, wie sie daran langsam zu Grunde
geht, auch, wenn sie sich nicht rausekeln lassen will. Einige Szenen
waren auch wirklich krass!
Eine große Stütze
sind ihr die beiden Brüder. Joe ist einfach sympathisch gewesen, der
typische nette Kerl oder wie man auch sagen könnte: Stille Wasser
sind tief. Und Kieran? Der war eine Nummer für sich. Immun gegen
Sarkasmus, analysiert alles, nimmt alles wortwörtlich und ist mit
seiner Intelligenz der geborene Sherlock gewesen. Ich fand es richtig
gut gemacht, wie er aus kleinen Details große Geschichten spinnt,
die sich dann auch noch als wahr entpuppt haben.
Das Buch braucht
eine Weile, bis es in Fahrt kommt, da kann man nicht dran rütteln.
Man braucht, bis man sich „eingelesen“ hat, weil die Autorin doch
viel Wert darauf gelegt hat Setting und Figuren zu beschreiben. Das
war nicht direkt langweilig oder dergleichen, aber es hat mich doch
etwas Aufmerksamkeit gekostet, bis die Handlung ihre Wenden nahm. Das
hätte man schneller schreiben können. Nach den ersten hundert
Seiten war ich dann aber Feuer und Flamme für den Roman.
Gewohnt im
Joss-Stirling-Humor geraten Raven und Kieran in peinliche
Situationen, nähern sich an, werden Freunde und dann eben mehr. Das
war zwar nicht sonderlich romantisch, dafür aber sehr süß und
stellenweise auch ziemlich feurig. Genau wie bei ihrer Savant-Reihe
war die Liebesgeschichte auf den ersten Blick etwas klischeelastig,
wurde dann aber immer mehr zu einer unterhaltsamen Variable im Plot.
Besonders, weil Raven und Kieran so gegensätzlich waren, war die
Entwicklung ihrer Beziehung so interessant zu verfolgen. Was ich auch
super fand: Kein Liebesdreieck. Joe und Raven sind zwar richtig gute
Freunde, aber es gab nie den Vibe
ich-stehle-meinem-Bruder-jetzt-die-Freundin. Eine echte
Erleichterung!
Ebenfalls richtig
klasse: Das Buch ist aus mehren Blickwinkeln geschrieben. Man folgt
Raven, dann ebenfalls Kieran und Joe. Gerade dadurch hatte das Buch
sehr viele Einblicke für den Leser, war aber für die Figuren selbst
teilweise ein Rätsel. Man erfährt eine Menge über die Brüder,
während Raven im Dunkel tappt, sieht so auch viele Konflikte kommen,
in die Raven blind hinein läuft. Die Autorin hat hier immer dafür
gesorgt, dass man als Leser denkt, man sei der Protagonistin einen
Schritt voraus, was aber die Unterhaltung nicht geschmälert hat,
sondern eher dafür sorgte, dass ich gespannt wie ein Flitzebogen auf
das große BOOM gewartet habe.
Gerade, weil das
Buch etwas länger ist, lernt man die Figuren von all ihren Seiten
super kennen. Stärken, Schwächen, Erfolge, Fehler…wie im echten
Leben gab es von allem etwas und die Konflike waren für mich stets
nachvollziehbar. Ich denke, bei der Fülle an Figuren ist auch für
jeden jemand dabei, den er mögen kann.
Das Hin – und Her
in der Geschichte, besonders auf die Romanze war mir an ein paar
Stellen aber etwas zu viel. Ein gutes Gespräch hätte viel Kummer
erspart, daher empfand ich zur Mitte hin einiges an Drama als etwas
unnötig. Ravens beste Freundin war auch so ein Fall für sich. Sie
ist mir gehörig auf den Wecker gegangen. Allgemein waren sie und
ihre Gang an blöden High School Zicken ein wenig zu viel des Guten,
begegnet man solchen Charakteren doch irgendwie in jedem Buch.
Am Ende holt die
Autorin aber noch mal alles raus, was geht. Es wird spannend, es wird
gefährlich und die Detektive stehen vor der Lösung, die sie einiges
kostet. Sehr schön fand ich auch das abschließende Kapitel, dass
einfach zufrieden stimmt. Kein doofer Cliffhänger, keine
unbeantworteten Fragen.

Raven
Stone ist der Auftakt zu einer neuen Reihe, dieses mal mit der
Organisation für Junior-Detektive im Vordergrund und dieser erste
Band gefiel mir richtig gut. Wer schon einmal etwas von Joss Stirling
gelesen hat weiß: Es wird süß, witzig und ganz schön spannend.
Hat man sich erst mal ins Buch reingelesen, dann unterhält der
Mystery-Plot auf ganzer Linie. Es warten Geheimnisse an jeder Ecke
und die Charaktere sind so facettenreich, dass es selten langweilig
wird. Raven Stone´s Abenteuer ist eine Empfehlung wert!

4 Kommentare

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