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[BUCHREZENSION] Red Rising

Titel:
Red Rising
OT:
Red Rising
Autor/in:
Pierce Brown
Genre:
YA, Sci-Fi, Dystopie
Buchreihe:
Red Rising #1
Zur Verlagsseite:

Nach
dem Collegeabschluss hätte Pierce Brown eigentlich nichts dagegen
gehabt, seine Studien in Hogwarts fortzusetzen. Da es ihm dafür
leider an der nötigen magischen Gabe fehlte, versuchte er es mit
verschiedenen Jobs in der Medienbranche. Sein Debütroman Red Rising
wurde ein so sensationeller Erfolg, dass Pierce Brown sich jetzt ganz
dem Schreiben widmen kann. Der Autor lebt in L.A.

Deutsch
Gebunden/
16,99€
Seiten:
560
Verlag:
Heyne (fliegt)

Englisch
Gebunden/
16, 86€
Taschenbuch/
7,99€
Seiten:
400
Verlag:
Del Rey



Düster,
blutig und verdammt spannend!
Kurzbeschreibung
Wenn
du Gerechtigkeit willst, musst du dafür kämpfen!

Der
junge Darrow lebt in einer Welt, in der die Menschheit die Erde
verlassen und die Planeten erobert hat. Bei der Besiedlung des Mars
kommt ihm eine wichtige Aufgabe zu, das jedenfalls glaubt Darrow, der
in den Minen im Untergrund schuftet, um eines Tages die Oberfläche
des Mars bewohnbar zu machen. Doch dann erkennt er, dass er und seine
Leidensgenossen von einer herrschenden Klasse ausgebeutet werden.
Denn der Mars ist längst erschlossen, und die Oberschicht lebt in
luxuriösen Städten inmitten üppiger Parklandschaften. Sein tief
verwurzelter Gerechtigkeitssinn lässt Darrow nur eine Wahl: sich
gegen die Unterdrücker aufzulehnen. Dabei führt ihn sein Weg
zunächst ins Zentrum der Macht. Der unerschrockene Darrow schleust
sich in ihr sagenumwobenes Institut ein, in dem die Elite
herangezogen wird. Denn um sie vernichtend schlagen zu können, muss
er einer von ihnen werden …

Buchgestaltung
Der rote Flügel
auf dem englischen Original steht für eine besondere Klasse im
System des Buches und der Titel Red Rising passt wunderbar, da Darrow
sein Leben als „Red“ fristet bzw. sich als Roter erhebt, um
später seinen Plan umzusetzen. Das deutsche Cover finde ich aber
ebenfalls sehr cool. Mit dem Lichtstrahl im Dunkeln, erinnert das
alles an Tore zu einer neuen Welt, die sich öffnen. Beides
Aufmachungen sind simpel, gelungen und spiegeln das Buch sehr gut
wieder.
Meinung
Red Rising hat mich
schon vom Klappentext her neugierig gemacht, aber ich wusste vorher
nicht auf was genau ich mich da eigentlich einließ, bis ich es dann
als Leserin erlebt habe. Das Buch ist anders in jeder Hinsicht. Im
Gegensatz zu vielen Jugendbüchern ist es blutig, beschönigt nichts
und hat extrem grausame Seiten. Damit meine ich nicht einmal die
Gewalt, die es in Red Rising durchaus gibt, sondern auch die Art und
Weise, wie sich die Geschichte entwickelt. Teilweise war das ganze
Abenteuer von Darrow schon erschreckend und verstörend, sodass ich
eindeutig sagen muss: Dieses Sci-Fi-Buch ist absolut nichts für
zarte Gemüter. Wenn ihr aber auf einen Haufen, nein, einen Mount
Everest an Spannung, Action und abgedrehten Ideen steht, dann werdet
ihr das Buch genau so faszinierend finden wie ich.
Schon allein die
Idee ist außergewöhnlich. Die Menschen leben nicht mehr auf der
Erde, sondern dem Mars, wo eine arme Schicht, die Roten versuchen
diesen bewohnbar zu machen, in dem sie sich in dem Untergrund
herumtreiben, der dank der Kreaturen und Lava sehr gefährlich ist.
Was die Roten nicht wissen ist, dass die Oberschicht aber längst in
einer Art Paradies lebt und sich einen Dreck um die anderen schert.
Darrows Ansicht auf die Welt und seine Einstellung ändert sich
rapide, als er einen großen Verlust erleidet. Zusammen mit einer
Gruppe von „Rebellen“ versucht er dann das System der Goldenen zu
infiltrieren.
Der Autor hat das
Buch in verschiedene Parts der Handlung eingeteilt und ich finde,
genau so lässt sich das auch gut zusammenfassen. Dadurch, dass der
Plot so komplex und spannend ist, kommt es einem auch nicht so vor,
als würde man nur ein Buch lesen, sondern gleich eine ganze Reihe,
wie ich fand. Zu Beginn gibt es die Einführung in das Setting und
man erfährt viel zu den Charakteren. Etwas verwirrend war es schon,
sich dort zurecht zu finden, besonders, weil es nichts Vergleichbares
in dem Genre gibt. Der Mars als Schauplatz hat eine ganze Reihe an
eigenen Ideen in dem Autor hervorgerufen und die wollen beschrieben
werden. Wenn man sich aber eingelesen hat, dann kommt man schnell in
der Welt klar und ist immer wieder fasziniert von den Eigenarten, die
der Autor aufführt. Besonders, weil dieses Buch das Debüt von
Pierce Brown ist, ist das sehr beeindruckend.
Wo der erste Teil
dazu da ist, einen zu schocken und aufzuweisen, auf was man sich
einlässt, geht es danach noch mal eine Ecke härter weiter. Sobald
Darrow nämlich die Wandlung durchzogen hat und in eine andere
Gesellschaftssparte eintritt…woah! Man erwartet zwar, dass es dort
anders zugeht, als bei den Roten, aber der Autor hat noch eins zum
ersten Teil draufgelegt und man kann kaum den Atem anhalten. Als
Leser folgt man dem Protagonisten dabei, wie er sich mehr und mehr in
einem Knäuel aus Moral, Hass, Angst und Hoffnung verstrickt und mehr
als eine seiner Handlungen sind fragwürdig. Darrow ist fast selber
ein Antagonist geworden und unterscheidet sich damit deutlich vom
üblichen Jugendbuch-Helden. Das Beste daran war, dass man ihn
dennoch irgendwie verstehen konnte. All die Ereignisse, die ihn
geprägt haben, würden jeden über eine Grenze treiben und die Frage
nach dem wie-weit-würdest-du-gehen-? Stand immer hoch oben in der
Luft.
Ich gebe zu,
manchmal war mir Red Rising selbst etwas zu unheimlich und abgedreht
und ich wusste nicht recht, was ich von ein paar Entwicklungen halten
sollte, aber das lag eher daran, dass der Autor den Leser öfter vor
den Kopf stößt. Man muss sich selber immer wieder in neuen
Situationen zurecht finden, Geheimnisse verarbeiten und mit all der
Brutalität und der Ungerechtigkeit fertig werden. Vielleicht berührt
einen das Buch auch auf einer so merkwürdigen Ebene, dass man ab und
an selber ein kleines Stück des Wahnsinns von Darrow abbekommt, wer
weiß?
Für meinen
Geschmack war das Buch im Mittelteil etwas zu langatmig
ausgearbeitet. Einige der politischen Aspekte konnten mich nicht ganz
so gut fesseln, wie es die Spannung davor getan hat, aber im
Gesamtbild sind all meine Kritikpunkte echt minimal und mehr Wünsche,
als Störfaktoren beim Lesen gewesen.
Was die Charaktere
betrifft, so gab es im Buch wirklich eine Menge davon. Zwar ist
Darrow als Protagonist immer an der Spitze der Erzählung, aber man
konnte nicht wirklich Bezug zu den anderen Leuten aufbauen. Ich fand
das jetzt gar nicht so schlimm, weil ich auch das Gefühl hatte,
genau das wollte der Autor. Darrow war kein Typ, der nach Freunden
aus war, sondern eben auf Vergeltung für sich und sein Volk. Die
ganze Sache mit den Häusern, die nach Göttern benannt wurden fand
ich hingegen wirklich sehr cool gemacht. Es gab einige Elemente, die
bekannt waren, an denen man sich orientieren konnte, wenn es mal zu
wild von sich ging.
Was das Ende
angeht, so haben einige Leute dieses bereits mit Game of Thrones
verglichen und da kann ich nur zustimmen. Das Spiel spitzt sich zu.
Es gibt Belagerungen, Kriegsführungen und endlose Strategiezüge,
die schon richtig heftig sind, aber das Buch ist schließlich
allgemein keine Kost für zwischendurch. Ich war mit dem Ausgang
nicht ganz zufrieden, bin aber Neugierig auf alles, dass wir von
Pierce Brown noch zu lesen bekommen. Red is Rising, Leute!

Red
Rising ist kein einfacher Start in die Reihe. Es ist harter Tobak,
Spannung pur und voller Grausamkeit, die Leser mit zartem Gemüt
sicher überfordern wird. Mich konnte das Buch trotz einiger
Schwächen bestens unterhalten, obwohl…vielleicht eher packen,
schocken, vom Hocker hauen, mit offenem Mund
zurücklassen…Geschichte über Geschichte in der Geschichte – so
siehts aus! Das ganze System des Buches ist einzigartig und
interessant. Pierce Brown hat ein fesselndes, grausames Debüt
geschaffen, das sicher noch Geister spalten wird.

4 Comments

  • Tina

    Kann ich dir mal wieder zustimmen Tanja! Das Buch ist einfach abgefahren und das muss man mögen, oder man hat echt ein Problem. Dafür bekommt man viele neue Ideen und vor allem eine etwas andere Umsetzung, als das was es sonst so zu lesen gibt. Und genau das hat mir so wahnsinnig gut gefallen. Auch dass kein Blatt vor den Mund genommen wird und in den passenden Szenen sich auch mal die Leichenberge türmen. Schließlich geht es hier auch um einiges. Hach, ich fands toll und freu mich rieeeesig, dass ich Band 2 schon im Januar lesen kann. Mal sehen, ob ich da auf Englisch durchblicke^^

    Liebe Grüße,
    Tina

  • Nadja A.

    Deine Rezi hat mich jetzt gerade extrem gespannt gemacht. Ich war mir nicht mehr so sicher, ob ich das Buch lesen will, weil ich auch ein paar eher negative Rezis gesehen habe, aber deine Rezi klingt soo toll. Das Buch wandert eindeutig wieder auf meine Wunschliste. 🙂

    glg Nadja

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