[BUCHREZENSION] Girl Online

Titel:
Girl Online
OT:
Girl Online
Autor/in:
Zoe Sugg
Genre:
YA Contemporary
Buchreihe:
Einzelband (?)
Zur
Verlagsseite:
Zur
Blogg dein Buch Seite:
Zoe
Sugg alias Zoella ist eine 24-jährige Videobloggerin aus Brighton.
Ihre Beauty-, Fashion- und Styling-Vlogs haben ihr auf YouTube
Millionen von Followern eingebracht, die Zahlen steigen
kontinuierlich. In den letzten Jahren hat Zoella zahlreiche Preise
erhalten, darunter 2012 den “Best Beauty Vlogger Award” und
2014 den Nickelodeon-Preis der Kids Choice Awards als
“Großbritanniens beliebteste Vloggerin”. Bei den Teen
Choice Awards 2014 wurde sie “Web Star für Fashion und Beauty”.
“Girl online” ist Zoe Suggs erster Roman.

Deutsch
Broschiert/
14,99€
Seiten: 356
Verlag:
cbj

Englisch
Gebunden/
13,95€
Seiten:
352
Verlag:
Penguin



Niedliches
Buch für zwischendurch.
Kurzbeschreibung
Unter
dem Namen Girl online schreibt die 15-jährige Penny einen Blog über
die täglichen Dramen in der Schule. Über Jungs, über ihre
verrückte Familie – und über die Panikattacken, die sie seit
einiger Zeit immer wieder bekommt. Außer ihrem besten Freund Elliot
weiß niemand, wer die Autorin dieses Blogs ist, dessen Fangemeinde
immer größer wird. Im wirklichen Leben sinkt Pennys Fangemeinde
dagegen nach einem megapeinlichen Auftritt in der Schule weit unter
Null. Da kommt ein Auftrag der Eltern in New York gerade recht. Penny
darf mitkommen und trifft den hinreißenden Noah, der Gitarre spielt
und in den sie sich sofort verliebt. Die beiden verbringen
Weihnachten und ein unvergessliches Silvester zusammen. Doch erst als
sie wieder nach Hause kommt, erfährt Penny, dass Noah ihr nicht
alles erzählt hat …
Buchgestaltung
Die englische
Aufmachung ist einfach zuckersüß und ehrlich gesagt auch einer der
Gründe, warum mir das Buch erst aufgefallen ist. Ich finde es
einfach total cool, weil ich diesen Collagen-artigen-Stil sehr mag
und das alles so hübsch zusammenpasst. Die deutsche Aufmachung ist
aber auch nicht schlecht, weil das selbe Motto mit dn Bildern etc.
beibehalten wurde. Etwas fragwürdig ist allerdings, dass auf dem
Cover extrem damit geworben wird, dass es Zoellas erstes Buch ist, wo
inzwischen ja jeder weiß, dass die liebe Zoe das Buch nicht
(komplett) selber geschrieben hat.
Meinung
Was passiert, wenn
ein Internet Phänomen wie Zoella ein Buch schreibt? Tja, die Antwort
lautet: Die Leute lieben es entweder oder sie hassen es. Ich muss
gestehen, dass ich erst nachdem ich das Buch gesehen habe, mir mal
ein paar Videos von Zoe angeschaut habe, aber die einfach nicht in
meiner persönlichen Sparte vloggt oder Themen anspricht, die mich
jetzt persönlich interessieren. Weil ich sie also nicht kannte, habe
ich den Hype um das Buch zuerst auch gar nicht mitbekommen.
Anscheinend ist es das bestverkaufte Debüt ever geworden, was
natürlich den fettesten Skandal ausgelöst hat, als raus kam, dass
Zoe Sugg „ihr“ Buch nicht selber geschrieben hat. Was daran jetzt
wahr ist oder nicht, sei erst mal dahin gestellt, denn schließlich
geht es ja um den Inhalt, oder? Und vom Inhalt her hat mir das Buch
wirklich gut gefallen. Girl Online erzählt eine super niedliche
Liebesgeschichte, die eine Mischung aus tollen Ideen, aber auch einer
Menge Vorhersehbarkeit ist.
Pennys Familie
mochte ich z.B. wirklich wahnsinnig gerne. Sie und ihr Bruder sind
ein Herz und eine Seele, ihre Mom hat den interessanten Job
Hochzeitsplanerin zu sein und ihr Dad ist einfach immer für sie da.
Allein, dass Pennys Familie so sympathisch war, hat einen Pluspunkt
verdient. Penny selber war trotz ihrer Unsicherheiten keine schlechte
Erzählerin. Stattdessen fand ich es irgendwie total entzückend,
wenn sie mal wieder vor sich her gejammert hat oder in einigen
Situationen nicht wusste, wie ihr geschieht. Der Roman erzählt eben
viele „Firsts“: Der erste Kuss, die erste Liebe, der erste Bruch
in einer Freundschaft…im Leben eines Teenagers stehen viele
Veränderungen an und ich glaube, die Zielgruppe des Buches wird sich
einfach extrem in Penny wiederfinden. Gerade, weil sie keine zu
starke Persönlichkeit hat oder schlagfertig ist, sondern stinknormal
und mit vielen Ängsten kämpft.
Ihren Blog „Girl
Online“ benutzt sie, um ihre Gedanken loszuwerden und findet eine
große Anhängerschaft in ihrer Ehrlichkeit. Schließlich fühlen wir
doch alle dasselbe und erleben ähnliche Dinge, wenn wir noch jung
sind. Die Einträge vom Blog halten sich ziemlich in Grenzen, dafür,
dass dies hier so mega als „Blogger-Roman“ angepriesen wurde,
aber das war mir nur recht. Wenn es einen ersten Kritikpunkt bei mir
gab, dann diese Einträge, denn ich fand sie echt langweilig. Im
Grunde erzählen sie einfach nach, was bisher geschehen ist und das
hätte nicht sein müssen. Ich kann mir gut vorstellen, dass man hier
einfach die Verknüpfung von Penny zu Zoella ziehen wollte, die ihre
Follower immerhin durch ähnliches an sich gebunden hat.
Aufgrund einer
geplanten Hochzeit verbringt Pennys Familie Weihnachten in New York
und dort lernt sie dann auch Noah kennen und die Romanze nimmt ihren
Lauf. Ich fand die vielen Dates von Penny und Noah und auch deren
Gespräche wirklich gut gemacht. Stellenweise waren sie ziemlich
witzig und ab und an habe ich mich dabei erwischt, wie ich lächeln
musste, weil es so schön war zu sehen, wie sich zwei junge Menschen
ineinander verlieben. Zu Beginn läuft das Ganze auch noch schön
langsam neben der Haupthandlung, aber ehe man sich versieht IST es
die Haupthandlung und da musste ich dann doch aufstöhnen. Sicher ist
man als Teenager etwas vorschnell mit seinen Gefühlen, aber
plötzlich lagen wieder Worte wie „große Liebe“ und
„seelenverwandt“ in der Luft und ich konnte nur noch die Augen rollen. Vielleicht war das aber auch einfach der Part des Buches, für
den ich mit meinen 25 Jahren einfach zu alt gewesen bin.
Ein wenig Drama am
Rande mit Pennys bestem Freund gab es dazu auch noch obendrauf. Ich
fand es gelungen erzählt, dass Elliot schwul ist, weil das gar nicht
so vordergründig behandelt oder als etwas ganz Großes dargestellt
wurde. Keine Sorge, dass ist kein Spoiler, sondern wird sofort im
ersten Kapitel klargestellt. Auch gefallen hat mir, dass man bevor es
nach New York ging gesehen hat, dass Penny ein Leben vor Noah,
Freunde vor Noah hatte und eben auch etwas, zu dem sie nach den
Ferien zurückkehren möchte. Auf die letzten Seiten wurde dann noch
ein Knaller gesetzt, der die Story hat kippen lassen. Leider waren
mir die Ansätze dahinter viel zu übertrieben gemacht. Ich fand die
Botschaft gut, dass die Medien zu viel Macht haben und Lügen und
Gerüchte verbreiten dürfen, wo normale Menschen wegen Rufmord
angeklagte werden würden, aber die ganze
dein-Geheimnis-mein-Geheimnis-Tour war doch ziemlich ohne Spannung.
Was mich am meisten aufgeregt hat war auch, dass ein gutes Gespräch
vieles geklärt hätte und stattdessen ignoriert man jeglichen
Verstand und suhlt sich eine Runde mehr im eigenen Elend.
Auf den letzten
Seiten wirkte die Handlung auf mich auch leider etwas dahin
geklatscht, als wolle man möglichst schnell ein Ende einleiten,
anstatt sich ein paar Seiten mehr Zeit für die Figuren zu nehmen.
Und die Sache mit dem Blog gerät auch in weite Ferne. Ich hätte
gerne erfahren, wie es damit weiter gegangen ist.

Girl
Online ist ein Debüt, das man nur mit den Worten süß, niedlich und
charmant beschreiben kann. Für jüngere Leser ist es sicher das
perfekte Buch, denn es behandelt viele Ängste und Wünsche von
jungen Mädchen und ist dabei echt realistisch. Das Buch hatte
stellenweise seine ganz eigene Magie, mit der Szenerie von New York
und den ausgefallenen Dates von Penny und Noah. Auch Familie und
Freunde kommen nicht zu kurz. Komplett überzeugt wurde ich jedoch
nicht, war mir das Buch oftmals zu kitschig oder eben auch
dramatisch. Alles in einem eine eine Geschichte, die man schön lesen
kann. 

4 Kommentare

  1. Ich habe die Reihe in den Pfingstferien gelesen und ich muss sagen, mir haben sie als kitschige Liebesjugendbuchromane ziemlich gut gefallen. Schön seicht, für zwischendurch am Strand und schön Schmalz. Der tiefe Griff in die Klischeekiste war das Sahnehäubchen. Nee, im Ernst. Ein schwuler bester Freund, der einen super Modegeschmack hat. Ein Mädchen, das tollpatschig ist, gerne fotografiert. Ein junger Sänger, auf den alle Mädels abfahren. Klischee, Klischee, Klischee.

    Aber manchmal BRAUCHT man solche Bücher halt.

    Liebe Grüße,
    Mila

  2. Ich habe das Buch auch gestern zu Ende gelesen – habs ebenfalls von Blogg dein Buch bekommen und mir hat es wirklich gut gefallen – bis auf ein paar kleine Ausnahmen 🙂 schöne Rezension!

    Liebste Grüße
    Ivi

  3. Hey Tanja,
    dass das Buch so gehypt wurde, wusste ich bis vor zwei Tagen nicht. Zoella kannte ich zwar, aber auch ich fühle mich von ihr nicht wirklich angesprochen. Sie ist niedlich und so, aber ihre Themen sind nicht "meins" 😉 Meine jüngere Cousine hingegen fährt voll auf sie ab.
    Ich will Zoe nicht schlechtreden, aber wenn ein Autor ein Buch nicht "ganz" alleine schreibt, dann weiß ich nicht, was ich davon halten soll :-/

    Liebe Grüße

  4. "…es behandelt viele Ängste und Wünsche von jungen Mädchen und ist dabei echt realistisch."
    Das perfekte Buch für dich xD

    Ich will das Buch im Übrigen jetzt noch mehr, als vor deiner Rezension. Herzlichen Dank dafür xD

    LG, Heffa

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