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[BUCHREZENSION] Lockwood & Co – Der wispernde Schädel

Titel:
Der wispernde Schädel
OT:
The whispering Skull
Autor/in:
Jonathan Stroud
Genre:
YA, Fantasy, Mystery
Buchreihe:
Lockwood & Co #2
Zur
Verlagsseite:

Als
Kind war Jonathan Stroud (*1970) häufig krank und musste viel Zeit
im Krankenhaus oder zu Hause im Bett verbringen. Um der Langeweile zu
entfliehen, begann er, intensiv zu lesen: Bald war der Boden seines
Zimmers mit Büchern komplett bedeckt. Außerdem zeichnete Jonathan
Stroud und erfand selbst mit Begeisterung Geschichten. Nach dem
Englischstudium arbeitete er einige Jahre als Lektor für Walker
Books in London, wo er alles über Kinderbücher lernte. 1999
erschien sein erster Fantasyroman “Drachenglut”. Damit war
Jonathan Stroud klar, was er in seinem Leben tun wollte. 2001 hängte
er seinen Job endgültig an den Nagel, um nur noch Schriftsteller zu
sein. Im selben Jahr heiratete er und wurde Vater.

Deutsch
Gebunden/
18,99€
Seiten:
512
Verlag:
cbj
Englisch
Gebunden/
13,95€
Taschenbuch/
11,95€
Seiten:
448
Verlag:
Disney Hyperion





Noch
besser als der erste Teil der Reihe! 🙂
Kurzbeschreibung
Dank
des spektakulären Erfolgs im Fall der seufzenden Wendeltreppe ist
Lockwood & Co. nun eine der angesagtesten Geisteragenturen
Londons. Doch inzwischen wird die Metropole bereits von einer Reihe
neuer grausiger Ereignisse erschüttert: In einer beispiellosen
Diebstahlserie werden mächtige magische Artefakte entwendet und
deren Hüter grausam ermordet. Als dann auch noch auf einem Friedhof
ein schauerlich eiserner Sarg geborgen wird, dessen Inhalt unter
mysteriösen Umständen verschwindet, steht fest: Ein klarer Fall für
Lockwood & Co.! Nur wenn das Team um Anthony Lockwood, Lucy und
George ihre ganze Genialität im Umgang mit übernatürlichen
Ereignissen in die Wagschale wirft, kann es ihnen gelingen, die
Verschwörung, die hinter all dem steckt, aufzudecken.
Buchgestaltung
Nach wie vor
gefallen mir die deutschen Cover besser, als die englischen. Ich
finde, die Orginalmotive – so aus hier – sehen etwas zu plastisch
und bearbeitet aus. Das Cover des cbj Verlags ist schön schlicht,
mit aussagekräftigen Farben gehalten. Der Titel wurde 1:1 übersetzt
und passt auch einfach perfekt zum Roman. Auch im zweiten Band der
Reihe finden sich wieder kleine schwarz-weiß-Zeichnungen vor den
Kapiteln und sorgen für eine besonders gruselige Atmosphäre.
Meinung
Den ersten Band von
Lockwood & Co habe ich regelrecht verschlungen. Sympathische
Charaktere und so viel Spannung – da konnte ich nicht lange warten,
bis mich das zweite Abenteuer mit all seinem positiven Feedback
lockte. Meiner Meinung nach gibt es (trotz vieler guter Buchreihen)
nur wenige Autoren, die es schaffen sich selbst noch einmal mit einem
Folgeband zu übertreffen. So auch Jonathan Stroud. Es grenzt schon
an ein Verbrechen, dass ich ihn und seine Bücher bis vor kurzem
nicht kannte. Der zweite Band von Lockwood setzt ein wenig später
nach dem Geschehen des ersten an. Durch den bekannten Fall, den die
Agentur gelöst hat, kommen ein paar mehr Aufträge rein, aber
dennoch könnte es für Lockwood, George und Lucy irgendwie besser
laufen. Besonders ihre persönlichen Gegenspieler, die Agenten von
Fittes, mischen sich immer wieder in das Leben unserer drei Helden
ein und schließlich arbeiten alle zusammen an einem Fall.
Ich mag es
wahnsinnig gerne, dass der Autor seine Bücher in Parts eingeteilt.
So hat man immer einen informativen Einstieg ins aktuelle Geschehen
und findet gut in einen neuen Fall hinein, der nach und nach seine
Gefahren offenbart. Da die Welt der Buchreihe schon in Band eins so
gut beschrieben war, muss man hier nicht mehr mit zu vielen
Informationen zum Setting rechnen. Zwar kommen wieder einige neue
Details im Buch vor, aber alles in allem, hat man das Glossar doch
schon im Kopf und ich glaube, das war auch einer der Gründe, warum
mir Band zwei noch einen Ticken besser gefiel, als Band eins. Da man
sich in der geisterhaften und gefährlichen Welt bereits auskennt,
bleibt mehr Platz für den Fall und das Rätsel des sprechenden
Schädels – beides wunderbar zu einer Handlung verflochten.
Es gibt einfach
kein anderes Wort, aber ich liebe die Figuren einfach. Lucy, die
Erzählstimme ist loyal und mutig und aufsässig wie eh und je und
ich kann in ihr echt eine beste Freundin sehen, denn ihr Sarkasmus
ist unbezahlbar. Es ist mega amüsant, wie sie immer wieder die
Stimmung auflockert oder tollpatschig in ein Fettnäpfchen trifft.
Besonders cool war auch, dass sie selbst etwas mehr über ihre
Fähigkeit erfährt, von der Sache mit dem Schädel ganz zu
schweigen. George war mir in diesem Band auch etwas sympathischer.
Zuvor erschien er mir eher wie ein Handlanger, aber hier spielt er
eine größere Rolle und man sieht etwas mehr von seiner
wissbegierigen Persönlichkeit und seiner Freundschaft zu Lockwood.
Lockwood selbst war einfach genial. Er ist der Sherlock einer neuen
Buch-Generation, denn mit seinem Charme, den lockeren Sprüchen und
der chaotischen Einstellung entlockt er mir permanent ein Schmunzeln
und Kopfnicken.
Ich hatte im ersten
Teil als kleine Kritik aufgeführt, dass ich gerne eine
Liebesgeschichte hätte – diese findet sich hier allerdings nicht.
Inzwischen habe ich aber auch erkannt, dass es kleine Hinweise gibt,
die ich richtig gut gemacht fand. Das Buch bietet eben Beziehungen
auf einer tiefgreifenden Ebene und da hat der Autor wohl keinen Platz
für so etwas banales wie eine Liebesgeschichte gesehen 🙂 In erster
Linie verspricht Lockwood schaurig-schöne Spannung und ist für Fans
des Übernatürlichen ein richtiges Muss. Ich war schon immer von dem
ganzen Geisterthema fasziniert, aber bisher habe ich keinen Roman
gelesen, wo Paranormales so wundervoll mit Krimi und Humor verbunden
wurde.
Das Kipps und seine
Bande ebenfalls öfter auftauchen, hat dem Buch dann noch das gewisse
Extra gegeben. Diese Wortduelle zwischen ihm und Lockwood und der
jugendliche Kampfgeist, der beide immer wieder gegeneinander antreibt
war sehr amüsant zu lesen. Besonders gegen Ende habe ich Kipps und
seine Agenten-Freunde richtig gern gewonnen. Ich glaube, das wird
noch richtig spannend!
Mir kam es dieses
mal auch so vor, als wäre der Fall, den es zu lösen galt, etwas
komplizierter und komplexer gestaltet. Es gab viele Sackgassen und
tote Enden und Lockwood & Co mussten mehr in Kauf nehmen, um an
Antworten zu kommen. Gerade, weil die vielen Wenden ab der Mitte die
Vorhersehbarkeit etwas abgewendet haben, konnte mich der wispernde
Schädel mehr überzeugen, als die seufzende Wendeltreppe. Auch die
vielen kleinen Hinweise, auf offene Fragen, die in Nachfolgerbänden
sicher noch von Bedeutung sein werden, hielten die magische und
mystische Atmosphäre am Leben. Man hat die Geheimnisse beim Lesen
mit jeder Seite förmlich eingeatmet. Und dann dieses Ende. Ich
wusste ja, dass der Autor uns sicher quälen würde und der
Cliffhänger war wirklich fies. Band drei, wo bist du? 🙂

Lockwood
& Co ist eine meiner neuen Lieblingsreihen! Die Charaktere sind
facettenreich, charmant und witzig, die Spannung lässt mit keiner
Seite nach. Intelligente Mystery-Lektüre für alle Fans von Sherlock
Holmes und Geistern oder jenen, die es werden wollen. Die Welt, die
Jonathan Stroud sich ausgedacht hat, wird durch die innovativen
Details zum paranormalem Abenteuer deluxe! Die Fortsetzung hatte
wirklich alles, was ich an guten Büchern schätze. 

One Comment

  • Tina

    Och menno Tanja, ich hätte das Buch ja so gerne auf Deutsch im Regal, aber das ist so blödsinnig, weil ich schon das englische Ebook habe. Aber wer weiß, wenn der Preis mal nachlässt schlage ich vielleicht doch zu. Von deiner Wertung her gibts ja absolut nix zu meckern ;D

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