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[BUCHREZENSION] WARP – Der Klunkerfischer

Titel:
Der Klunkerfischer

OT:
The
Hangman’s Revolution
Autor/in:
Eoin Colfer
Genre:
YA Fantasy, Sci-Fi
Buchreihe:
W.A.R.P. #2
Zur
Verlagsseite:

Eoin
Colfer lebt mit seiner Frau und den beiden Söhnen im irischen
Wexford. Er war Lehrer und hat mehrere Jahre in Saudi-Arabien,
Tunesien und Italien unterrichtet, ehe er als Schriftsteller für
junge Leser erfolgreich wurde. Neben seiner inzwischen 8-bändigen
Artemis-Fowl-Serie,
die in 34 Ländern erscheint, hat er zahlreiche weitere Kinder- und
Jugendbücher geschrieben. Außerdem ist er als Autor von
Hardboiled-Krimis für Erwachsene erfolgreich.

Deutsch
Gebunden/
16,95€
Seiten:
392
Verlag:
Loewe

Englisch
Gebunden/
17,99€
Taschenbuch/
10,50€
Seiten:
368
Verlag:
Puffin



Spannender
zweiter Teil, bei dem die Zukunft Kopf steht! 🙂
Kurzbeschreibung
Chevie
Savano ist ins 21. Jahrhundert zurückgekehrt. Aber durch ihre Reise
in die Vergangenheit hat sich der Zeitenlauf verändert. Die halbe
Welt befindet sich nun im Krieg und Chevie soll zur Soldatin
ausgebildet werden. Doch glücklicherweise gibt es auch in dieser
Gegenwart eine WARP-Kapsel, mit der sie ins 19. Jahrhundert
zurückkehren kann, um den Zeitstrahl wieder geradezubiegen. Im Jahr
1899 hat sich Riley unterdessen mit dem ehemaligen Gangsterboss und
Klunkerfischer Otto Malarkey verbündet. Denn es gibt einen neuen
Gegner: FBI Agent Colonel Box, der sich seit dreißig Jahren in den
Katakomben von London versteckt, plant einen Aufstand, der den Lauf
der Geschichte verändern wird.
Buchgestaltung
Wie auch bei Teil
eins, kann die englische Gestaltung meiner Meinung nach, nicht mit
der deutschen mithalten. Ich finde das ganze viel zu plastisch und
künstlich, während bei der Aufmachung vom Loewe Verlag viel Liebe
zum Detail in die Gesamtaufmachung gesteckt wurde. Nicht nur der
Umschlag, sondern auch das Buch an sich wurde mit Details versehen,
die inhaltlich einfach Top passen. Der Titel Klungerfischer passt
zudem auch etwas besser, weil Malarkey doch mehr eine Rolle spielt,
als der Bösewicht des Szenarios. Seine Figur wurde perfekt
getroffen. Ich könnte die deutschen Bücher sowieso Stunden lang
anstarrten.
Meinung
Zeitreise,
Dystopie, Agententhriller – Genau auf diesen Mix hatte Eoin Colfer
im ersten Band seiner WARP-Reihe gesetzt und im Folgeband ist das
Ganze nicht anders. Die Grundstruktur des spannendem Konzepts bleibt
die gleiche, auch, wenn das Abenteuer ein ganz anderes ist. Zu Beginn
wird man als Leser einfach ins Geschehen geworfen. Kurz
orientierungslos fragt man sich sofort: Was ist passiert? Denn die
Welt, wie wir und vor allem Chevie sie kannten, gibt es nicht mehr.
Durch die Abenteuer des ersten Bandes hat sich das ganze
Raum-Zeit-Gefüge verschoben und die Zukunft ist komplett anders, als
sie sein sollte. Chevie erinnert sich dazu kaum noch an das, was war
und das, was sein sollte. Nur eine innere Stimme flüstert ihr Dinge
zu, die eigentlich gar nicht sein können. Das moderne London
existiert nicht mehr – genau so wenig Spezialagentin Savano.
Wieder ist das Buch
versetzt erzählt und so folgen wir zunächst Chevies Sicht, später
dann treffen wie wieder auf Riley und dann spielt sich beides im
Wechsel ab. Während Chevie in einer Militär-Akademie ausgebildet
wird und alle dort den Colonel als Gott der Neuzeit anpreisen, der
den Krieg beenden wird, der herrscht, ahnt Riley noch nichts von den
seltsamen Dingen, die vor sich gehen. Er ist nun Magier und Besitzer
eines Theaters, mit dem er schlimme Erinnerung verbindet. Ich hatte
mich wahnsinnig auf ein Wiedersehen mit Chevie und Riley gefreut und
wurde auch nicht enttäuscht. Der Autor fackelt nicht lange, sondern
knallt die Fakten auf den Tisch. Natürlich ist schnell klar, wer
hier der Gegenspieler ist und auch, dass wieder eine Zeitreise-Kapsel
im Spiel ist, aber das tat der Spannung keinen Abbruch.
Man leidet mit
Chevie, weil sie im Zwiespalt steckt und man fiebert mit Riley mit,
der sich mit dem ehemaligem Feind Malarkey verbünden muss, um sein
Leben zu retten. Der Schreibstil des Autors war wieder sehr packend
und hat eine tolle Atmosphäre erschaffen. Es dauert eine Weile, bis
beide Sichtweisen zu einer zusammengefügt werden, aber das war bei
Band eins schließlich nicht anders. Mit viel Liebe zum Detail
beschrieb der Autor aufs neue eine Welt, die dank der anderen
Ausgangssituation erst einmal begreiflich gemacht werden musste. Dank
der neuen Orte bzw. des Settings hat man auch keinesfalls das Gefühl
eine Neuauflage des ersten Bandes zu lesen. Dieser Teil ist etwas
Eigenständiges und Originelles.
Ich muss gestehen,
dass mir besonders zur Mitte hin etwas zu viel Info-Dumping vorkam.
Die Handlung stockt zwar nicht wirklich, aber die vielen Erklärungen
und ausschweifenden Situationen waren mir stellenweise etwas zu viel.
Besonders die Sache mit den Ramböcken mochte ich schon im Vorgänger
nicht so gerne und hier kam von dieser Seite doch noch mal eine
Menge. Auch die Monologe von Box über Gott und den herrschaftlichen
Dienst, den der Colonel allen erweist, war mir etwas zu viel
Geplapper. Man hätte die Handlung gut etwas mehr straffen können.
Allerdings gefielen
mir die neuen Charaktere ausgesprochen gut. Natürlich sind Chevie
und Riley immer noch die Helden, aber auch Malarkey fand ich super.
Er hatte einen Tiefgang, den man von seiner eingebildeten Person gar
nicht erwartet hat. Auch zwei der Ergebenen von Colonel Box fand ich
höchst amüsant mit ihrer Attitüde, auch, wenn ich mir sicher bin,
dass das eher unbeabsichtigt war. Aber besonders diese kleine Romanze
mit Malarkey am Rande war mega amüsant. Chevie ist eine
Kick-Ass-Heldin wie eh und je und mein persönlicher Favorit, aber
auch Riley hat sich ordentlich gemacht. Er ist nicht mehr der kleine
Junge von damals, sondern mutiger und cleverer denn je. Zusammen
waren sie wieder unschlagbar!
Insbesondere die
ganze hoch dramatische Action und Todesgefahr gegen Ende konnte mich
richtig begeistern. Jedes Kapiteln eine Mischung aus
Detektivgeschichte und dystopischem Untergang. Der Kampf gegen den
Colonel war unglaublich fesselnd. Auch die vielen Dinge, die zum Ende
hin immer deutlicher werden fand ich gut inszeniert. Es gab
haufenweise Hinweise auf das, was noch sein wird. Da wären z.B. die
Sache mit Rileys Eltern oder mit Chevies Abstammung. Das Buch endet
zudem recht mysteriös. Kein Cliffhänger, keine Sorge, aber ich
hätte gerne sofort zum nächsten Band gegriffen und gewusst, wie es
nun weiter geht.

Der
Klunkerfischer ist eine klasse Fortsetzung, die mit neuem Setting und
anderer Gegenwart ein spannendes und faszinierendes Szenario bildet.
Bekannte und sympathische Figuren begleiten einen erneut durch ein
Zeitreise-Abenteuer, dessen Mix aus Dystopie, Agententhriller und
Humor einfach überzeugen kann. Für Fans von Lockwood oder Sherlock
Holmes einfach zu empfehlen. Zwar gefiel mir der erste Band einen
Ticken besser, aber der Autor konnte das Niveau der Reihe definitiv
halten und mich überzeugen. 

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