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[BUCHREZENSION] Flieg, so hoch du kannst

Titel:
Flieg, so hoch du kannst
OT:
Cassie
Autor/in:
Barry Jonsberg
Genre:
Kinderbuch, Contemporary
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:

Barry Jonsberg ist einer der renommiertesten australischen Kinder- und Jugendbuchautoren. Er studierte Englisch und Psychologie und arbeitete als Lehrer, bevor er freiberuflicher Schriftsteller wurde. Seine Bücher wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Children´s Peace Literature Award für “Das Blubbern von Glück”, und sind in den USA, in England, Frankreich, Polen, Deutschland, China, Ungarn und Brasilien erschienen. Barry Jonsberg lebt mit seiner Frau, seinen Kindern und zwei Hunden in Darwin, Australien.
Deutsch
Taschenbuch/
9,99€
Seiten:
251
Verlag:
cbt

Englisch
Taschenbuch/ 7,19€
Seiten: 162
Verlag: Allen & Unwin






Barry
Jonsberg schreibt wie kein anderer!
Kurzbeschreibung
Und
dann kam Cassie …
Als
ob Holly nicht schon genug Probleme hätte … Jetzt zieht auch noch
Tante Fern mit ihrer Tochter Cassie bei ihnen ein. Cassie leidet an
Zerebralparese, sie kann nicht sprechen und sitzt im Rollstuhl. Holly
ist genervt. Doch nach und nach entdeckt Holly, dass hinter Cassies
Behinderung ein wunderbarer, kluger und einfühlsamer Mensch steckt,
der sie als einziger richtig zu verstehen scheint. Der Beginn einer
außergewöhnlichen Freundschaft.
Buchgestaltung
Ich finde das
deutsche Cover wirklich schön. Es ist zwar nicht ganz so gut, wie
das zu „Das Blubbern von Glück“ aber es passt dank Motiv und
Titel wunderbar zur Geschichte. Was mit dem Englischen los ist, weiß
ich echt nicht. Ich finde es total misslungen, nicht, wegen dem
Mädchen oder dergleichen, sondern, weil es so aussieht, als habe
irgendwer seine kleine Schwester abgelichtet. Es ist total
nichtssagend und sieht echt unprofessionell aus. Den Namen von Cassie
als Titel zu verwenden finde ich auch ziemlich unspektakulär. Sieg
für cbt! xD
Meinung
Das Blubbern von
Glück war so ein wundervolles und originelles Buch, dass ich es kaum
erwarten konnte etwas neues von Autor Berry Jonsberg in die Finger zu
bekommen. Ich wurde auch absolut nicht enttäuscht. Es ist ziemlich
schwer in Worte zu fassen, was der Autor alles in seine Geschichten
steckt. Am Anfang von FLIEG, SO HOCH DU KANNST steht, dass er selber
ein Mädchen namens Cece kennt, welches an Zerebralparese leidet und
ihn zu dieser Geschichte inspiriert hat. Diese Krankheit ist auf die
Schädigung des Nervensystems zurückzuführen uns sorgt dafür, dass
der Betroffene keine Kontrolle über seinen eigenen Körper hat. Man
darf sich das also so vorstellen: Das Bewusstsein ist voll dabei, der
Rest leider nicht.
An genau dieser
Krankheit ist Cassie erkrankt. Sie ist aber nur eine der
Protagonistinnen im Roman. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen
Blickwinkeln erzählt. Zum einen aus der Sicht von Holly, dann
manchmal die ihrer Mutter, ihrer Tante Fern und eben Cassie. Die
Mischung war ziemlich ungewöhnlich, vor allem, weil alle Sichtweisen
irgendwie so unterschiedlich formuliert sind. Schon im ersten Kapitel
saß ich mit einem lachendem und einem weinendem Auge vor dem Buch.
Wir lernen zuerst Cassie und ihre Mutter Fern kennen. Die Art und
Weise, wie hier vermittelt wird, dass man Menschen mit Behinderung so
behandeln soll, kann und muss wie jeden anderen auch, war wirklich
verdammt gut gemacht. Zwischen Wortwitz, Ironie und harter Wahrheit
hat der Autor dargestellt, wie das Umfeld auf Menschen mit
Behinderung reagiert und das war leider all zu realistisch. Im
starken Kontrast dazu war die Schlagfertigkeit und Ehrlichkeit mit
der Fern ihrer Tochter verteidigt einfach unglaublich beeindruckend.
Cassie und Fern
leben mit ungemein vielen Problem und müssen ständig irgendwelche
Hürden überwinden, die ihnen das Leben stellt. Wegen der Trennung
von Cassies Vater ziehen beide bei Holly und ihrer Mutter ein und
Holly findet das absolut doof. Holly war der enorm starke Kontrast zu
Cassie. Sie ist zunächst ein typisches Teenie Mädchen gewesen, das
sich um ihr Aussehen und den Jungen, für den sie schwärmt, sorgt.
Dabei war Hollys Sicht trotz dem ein oder anderem Klischee auch
wirklich unterhaltsam. Berry Jonsberg kann total gut zwischen Ernst
und Humor balancieren und hat mich sehr oft zum lachen gebracht. Die
Dialoge sind aber auch einfach abgedreht, spaßig und triefen nur so
vor Charme. Das muss man bei so einem Thema erst einmal hinbekommen.
Durch das Lesen
seiner Bücher gewinnt man auch einfach den Eindruck, dass der Autor
selbst ein sympathischer Mensch und absoluter Querdenker ist. Mehr
Leute auf dieser Welt sollten das Sand im Getriebe des Universums
sein. Das Buch bringt einem in kurzer Zeit auch bei, einfach mal über
den Tellerrand hinauszublicken. Hast du schon mal einen behinderten
Menschen gesehen und Mitleid gehabt? Genau. Mitleid ist das letzte,
was irgendjemand von uns allen zum leben braucht.
Flieg, so hoch du
kannst schildert in kleinen Passagen aus Cassies Sicht, wie schwer es
ist sich an neue Dinge zu gewöhnen, wenn man Gefangene des eigenen
Körpers ist, gleichzeitig aber auch, wie tief sie in andere Leute
hineinblicken kann. Ich glaube auch fest daran, dass Leute, die in
ihrer Sinneswahrnehmung eingeschränkt sind ganz andere Details
wahrnehmen, als wir selber es tun. Der Gedanke bzw. die Umsetzung im
Buch war sehr faszinierend und bewegend erzählt.
Das Buch
beschäftigt sich aber auch viel mit Familie und Beziehungen. Nicht
nur Cassie lernt etwas dazu, sondern auch Holly, die etwas auf die
schiefe Bahn gerät, weil sie zu sehr versucht die coolen Mädchen in
ihrer Klasse zu beeindrucken.
Das Buch hat zwar
nur 251 Seiten, aber alles, was darin steckt, war wahnsinnig gut. Im
Vergleich zu Jonsberg ersten Roman gefiel mir Cadence und das
blubbernde Glück noch ein klitzekleines bisschen besser, aber die
außergewöhnliche Art des Autors überzeugt wahrscheinlich jeden,
der offen für etwas Neues ist und ich freue mich sehr, auf alles,
was Berry Jonsberg in Zukunft noch in Angriff nimmt! 🙂

Flieg,
so hoch du kannst öffnet einem in vielerlei Hinsicht die Augen. Das
Buch ist informativ, langweilt aber keine Sekunde. Zwischen Humor und
Ernst liest man sich durch die Kapitel, als gäbe es kein morgen und
lernt dabei sogar noch etwas. Die Einstellung des Autors ist einfach
wunderbar und sein Stil unverwechselbar, athenisch und herzlich. Wenn
ich Mr. Jonsberg mal in echt begegnete, bekommt er auf jeden Fall
eine Runde Applaus für seine Wertvorstellungen und seinen Humor.
Empfehlung? JAHAHAA! An wen? Alle, die sich auf etwas Unbekanntes
einlassen können und wollen. 

2 Comments

  • Nazurka

    Also ich finde es ja total komisch, dass sie den Titel im Deutschen so arg geaendert haben. Ob das wirklich Sinn macht, so? Naja, leider kein Buch fuer mich, freue mich aber, dass es dir gefallen hat!

    Liebste Gruesse,
    Nazurka

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