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[BUCHREZENSION] ZOOM – Alles entwickelt sich

Titel:
OT:
Zoom – Alles entwickelt sich
Autor/in:
Lena Hach
Genre:
YA, Contemporary
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:

Lena
Hach, geboren 1982, lebt als freie Autorin in Berlin. Sie besuchte
eine Schule für Clowns, studierte Literatur und Kreatives Schreiben
und arbeitete als Journalistin. Es fällt ihr äußerst schwer, an
Abrisszetteln vorbeizugehen, die irgendjemand aufgehängt hat, ohne
diese zu lesen. Mehr unter: www.lenahach.de

Deutsch
Broschiert/
13,96€
Seiten:
247
Verlag:
Belz & Gelberg

Englisch
Deutsches
Original!
Nicht
so gut wie Wanted, aber unterhaltsam 🙂
Kurzbeschreibung
Till
fotografiert. Paula schreibt. Eine ideale Kombination. Eigentlich.
Doch die Liebe ist manchmal ganz schön kompliziert … Till hat die
Kamera seines Vaters, eine alte Leica M4, überall dabei. Aber die
Fotos will Till erst entwickeln, wenn sich sein verschwundener Vater
bei ihm meldet. Als Paula, die Chefredakteurin der Schülerzeitung,
Till bittet, auf der Klassenfahrt Bilder zu machen, gerät er in ein
Dilemma: Er findet Paula toll. Ach was – er ist total in sie
verknallt! Aber was ist mit seinem Vorsatz? Kann Till Paula die
Wahrheit über seinen Vater sagen?
Buchgestaltung
Ich mag die
Buchgestaltung ziemlich gerne, weil sie zum Titel ZOOM passt und
alles etwas unscharf gehalten wurde – So, als müsse der Zoom noch
einsetzen. Die Figuren auf dem Motiv entsprechen außerdem in etwa
meiner Vorstellung der Figuren. Ich finde es immer toll, wenn auf so
etwas geachtet wird.
Meinung
Ich glaube, ZOOM
hatte es etwas schwer bei mir, weil ich Lena Hachs Debüt einfach so
mega abgöttisch geliebt habe. An so ein grandioses 5-Sterne-Buch
muss erst mal wieder eine andere Geschichte herankommen und daher war
ich ein wenig enttäuscht, dass ich ZOOM nicht mehr abgewinnen
konnte. Dabei ist das Buch nicht schlecht oder blöd geschrieben, ich
bin damit nur nicht richtig warm geworden. Bei Wanted war ich von der
ersten Seite an sofort in der Geschichte und hier…nicht.
Die Autorin hat
sich dieses mal etwas Besonderes einfallen lassen. Das Buch ist nicht
aus der Sicht von Paula und Till geschrieben, sondern aus der Sicht
einer uns Unbekannten. Das war zunächst total faszinierend, dann
aber immer ungewohnter und hat mich beim Lesen unruhig gemacht. Mir
spukten ständig die Fragen nach unserer mysteriösen Erzählerin im
Kopf herum. Wer war das eigentlich und wie genau stand sie in
Zusammenhang mit Paula und Till? Wieso konnte sie das alles so bis
ins Detail beobachten. Ich habe schon verstanden, dass man hier wegen
dem Hauptthema Zeitung so irgendwie an eine live-action
Berichterstattung anknüpfen wollte, aber so cool die Idee auch
klingt, sie konnte mich nicht ganz überzeugen. Bücher mit
außergewöhnlichem Stil finde ich normalerweise echt klasse, weil es
mal etwas anderes ist, aber ich finde, man hätte wenigstens erfahren
müssen, wer denn nun Mäuschen gespielt hat. Oder habe ich da etwas
völlig missverstanden?
Ansonsten war das
Buch von der allgemeinen Stimmung her aber toll. Ich mag es einfach
wie Lena Hach mit wenigen Worten eine schöne Atmosphäre schafft und
Freundschaften beschreibt. Hier hat alles eine Basis und es gibt
keine blöde Instant-Liebe und Herumgeschmachte. Dieser etwas
bodenständigere, lockere Touch macht ihre Geschichten immer schön
unterhaltsam und in ZOOM war das genau so. Paula und Till waren dazu
noch zwei Gegensätze, die sich wirklich angezogen haben. Es gab eine
Zeit, da konnte ich mir nicht vorstellen, dass die beiden wirklich
zusammenpassen, aber die Autorin hat hier eine Liebesgeschichte
eingefädelt, die auch nachvollziehbar war und nicht nur Schwerpunkte
auf Gefühle gelegt hat.
Was die Figuren
angeht so erfährt man außerhalb des Rahmens, in dem die Geschichte
spielt leider nicht so viel. Das lag wahrscheinlich wieder an der
Erzähl-Perspektive, die es nun einmal nicht erlaubt hat, weitere
Infos in Erfahrung zu bringen. Immerhin konnte diese Person Paula
oder Till ja nicht wirklich nach Hause folgen oder in deren Köpfe
blicken. Alles basierte auf Analyse und Beobachtung. Ich hätte es
schon gefunden, etwas aktiver an den Denkweisen der eigentlichen
Protagonisten teilhaben zu können. So fiel es mir manchmal schwer,
bestimmte Beweggründe zu verstehen.
Das viel Wert auf
Kreativität gelegt wurde, beweisen auch die Hobbies von Paula und
Till. Sie ist bei der Schülerzeitung dabei und er fotografiert. Im
Buch gab es oft Momente, in denen das im Vordergrund stand und
besonders dieses Team-Gefühl oder auch Team-Work fand ich klasse
umgesetzt, weil nicht nur diese beiden an einem Projekt arbeiten,
dass viele Figuren zusammenschweißt und anspornt.
Besonders gut
gefallen hat mir der Aspekt des Loslassens. Im Buch ist das viel
Thema, wie Menschen sich an Dinge klammern und die Hilfe anderer
brauchen, um ein Ziel vor Augen haben zu können, das ihr Leben
wieder voranbringt. Diese Entwicklung in den Figuren zu sehen fand
ich sehr gut umgesetzt und war eine der größten Stärken im Roman.

Alles
in allem bin ich nicht ganz mit ZOOM warm geworden. Hier entwickelt
sich zwar wirklich alles Stück für Stück wie ein Film, aber
besonders der Einstieg und auch Mittelteil des Romans war mir einfach
zu ereignislos gehalten. Am schwersten habe ich mich mit der
Perspektive der Erzählerin getan, welche die Geschichte wie einen
Bericht wiedergegeben hat. Etwas mehr Pepp hätte dem Buch gut getan.
Dennoch kann Lena Hach einfach toll schreiben, hat außergewöhnliche
Ideen und weiß, was Charakterentwicklung bedeutet. Ich bin nach wie
vor ein großer Fan von ihr und das nächste Buch gefällt mir
bestimmt besser 🙂

One Comment

  • Piglet

    Schöne Rezi, und an vielen Stellen kann ich dir nur zustimmen. Für mich war es das erste Buch der Autorin, mal schauen was das nächste bringt.

    LG Piglet <3

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