[BUCHREZENSION] Der Rithmatist

Titel:
Der Rithmatist
OT:
The Rithmatist
Autor/in:
Brandon Sanderson
Illustrator:
Ben McSweeney
Übersetzer/in:
Jürgen
Langowski
Genre:
MG/YA Fantasy
Buchreihe:
Rithmatist #1
Zur
Verlagsseite:

Brandon
Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit
phantastische Geschichten. Er studierte Englische Literatur und
unterrichtet Kreatives Schreiben. Sein Debütroman »Elantris«
avancierte in Amerika auf Anhieb zum Bestseller. Seit seinen »Kinder
des Nebels«-Romanen und seinen Sturmlicht-Chroniken gilt Brandon
Sanderson auch in Deutschland als einer der neuen Stars der Fantasy.
Der Autor lebt mit seiner Familie in Provo, Utah.

Deutsch
Gebunden/
14,99€
Seiten:
432
Verlag:
Heyne (fliegt)

Englisch
Gebunden/
17,82€
Taschenbuch/
9,80€
Seiten:
384
Verlag:
Tor





In
sich abgeschlossener Auftakt einer originellen Buch-Idee.
Kurzbeschreibung
Abenteuer,
Magie und unheimliche Kreidemonster!

Wie
wird man Magier, wenn man nicht zaubern kann? Mit diesem Problem
kämpft Joel tagtäglich, denn nichts wünscht er sich sehnlicher,
als ein Rithmatist, ein berühmter Kreidemagier, zu werden. Doch so
sehr er sich auch bemüht, seine Kreidefiguren bleiben leblos – bis
zu dem Tag, an dem plötzlich das Schicksal aller Rithmatisten auf
Joels Schultern ruht. Einem Tag, an dem eine lange verborgene Gabe in
ihm erwacht …

Buchgestaltung
Mir gefällt das
Cover wirklich gut und es passt auch zum Buch. Man sieht eines der
Verteidigungsschilder gegen wilde Kreidlinge, mit einer Art „Special
Effect“, das über der Stadt schwebt. Titel und Name des Autors
nehmen die Hälfte des Platzes ein, aber ich finde die Proportionen
ganz gut verteilt. Warum der Autorename in gelb gehalten ist weiß
ich nicht und in weiß hätte mir das Ganze besser gefallen. Trotzdem
sprechen die düsteren Farben für sich und die gesamte Aufmachung
ist ein Blickfang für Fans des Fantasy Genres. Schön, dass das
Originalcover übernommen wurde.
Meinung
Der Rithmatist ist
das dritte Buch von Brandon Sanderson, das ich lese und neben
Steelheart und Kinder des Nebels nicht unbedingt mein Favorit. Das
bedeutet nicht, dass ich diesen Reihenauftakt nicht mochte,
allerdings fehlte mir besonders im Vergleich zu Sandersons anderen
Romanen etwas mehr durchgehende Spannung im Buch. Man kommt ja leider
nie daran herum, gelesene Werke miteinander zu vergleichen. Dass es
sich bei der Rithmatist um eine Mischung aus Kinder – und
Jugendbuch handelte war mir allerdings von Anfang an klar, weshalb
ich gar nicht mit dieser Art von Komplexität im Roman gerechnet
hatte.
Die Geschichte
dreht sich um den jungen Joel, der zusammen mit seiner Mutter in
einer der Unterkünfte an einer renommierten Schule lebt, weil sein
Vater dort eine Art Professor war und Joel nach dessen Tod dort
umsonst „studieren“ darf. In Joels Welt gibt es eine dunkle
Gefahr, die aus Magie und Kreide geschaffen – die Kreidlinge –
immer wieder Menschen und Städte angreifen und eine echte Plage
sind. Dagegen halten nur die Rithmatisten – Kreidemagier – welche
mit ihrer Begabung Flüche und Banne gegen die kreidige Bedrohung
aussprechen können. Joels größter Wunsch ist es einen von ihnen zu
sein, aber das bleibt ihm leider verwehrt, da man zum Rithmatist
auserwählt werden muss und nicht einfach so einer werden kann. Was
Joel dafür hat ist seine Intelligenz, seine Gier nach Wissen und
sein strategisches Können – Alles Attribute, die ihm zu Großem
verhelfen könnten.
Zu Beginn wird man
eiskalt in das System hineingeworfen. An Joels Seite lernt man, wie
die Welt funktioniert und der Autor hat es einem erstaunlich leicht
gemacht, den Dialogen und Beschreibungen zu folgen. Gerade, weil man
mit Joel unterwegs ist, erhält man viele Einblicke in aktives
Geschehen und reimt sich viel zusammen, als mit Informationen
bombardiert zu werden. Allerdings ändert sich das im Verlauf des
Buches sehr schnell, was ich wirklich schade fand. Besonders am
Anfang fand ich es klasse, wie Brandon Sanderson sich bemüht hat,
die Leser in das Abenteuer einzuführen, aber danach folgte den Rest
des Buches über nur trockene Theorie.
Nach den ersten 100
Seiten ließ meine Begeisterung über die sehr originelle Idee
deshalb leider etwas nach. Vor jedem Kapitel gibt es sehr coole
Zeichnungen, welche einem immer schwieriger werdende Künste der
Kreidemagier erläutern und dazu kommen die endlosen Schmökereien in
Büchern, das Austauschen in Dialogen und Joels innere Gedankengänge,
die von einer Besessenheit an Rithmatisten zeugen. Was ich nach
vielen Informationen noch als interessant empfand wuchs mir schnell
über den Kopf. Dafür, dass Joel noch sehr jung war, kam ich mir
neben ihm manchmal richtig doof vor, weil ich seinen Gedankengängen
auch nicht immer zu 100% folgen konnte. Es war stellenweise echt so,
als wolle der Autor einem sämtliches Rithmatisten Wissen auf den 400
Seiten in den Kopf hämmern. Dazu kommt, dass vieles davon für die
Handlung auch tatsächlich irrelevant gewesen ist. Natürlich war es
schön, dass die Geschichte so durchdacht gestützt wurde und
vielleicht ist dieses Wissen für den zweiten Band auch nützlicher,
aber mir hätte es einfach besser gefallen, wenn es deutlich weniger
gewesen wäre.
Joel an sich mochte
ich allerdings echt gerne. Er hatte eine etwas verquerte Art das
Leben und sein Umfeld zu betrachten und fiel damit aus dem Rahmen.
Seinen Wunsch ein Rithmatist zu werden habe ich auch gut verstehen
können und ich hoffe, dass sich irgendwann für ihn mehr als nur
eine Tür öffnet. Was die Nebenfiguren betrifft, so habe ich etwas
länger gebraucht, um mit ihnen warm zu werden. Der kauzige und etwas
wirre Professor gefiel mir auf Anhieb, aber seine Figur lernt man
erst nach und nach besser kennen – Ebenso bei Melody, die eine
Rithmatistin ist, aber eigentlich keine sein möchte. Besonders
dieser starke Kontrast in dem was man hat und dem was man will war in
der Freundschaft zwischen Joel und Melody sehr spannend gemacht. Ich
fand die Entwicklung ihrer Freundschaft wirklich gelungen und habe
mich mit jedem Kapitel mehr mit beiden verbunden gefühlt.
Meiner Meinung nach
ist das Buch ruhiger, als es den Anschein erweckt. Es gibt zwar
gleich zu Beginn ein Kreideduell und auch ab der Mitte wird es durch
die Entführungen an Schülern der Academy etwas spannender, aber mir
war es einfach nicht spannend genug. Meinem Empfinden nach gab das
Buch 70% Theorie her und 30% richtige Spannung und Kämpfe. Das Ganze
ist eher wie eine lange Suche voller Hinweise aufgebaut und
Zwischenfälle und Höhepunkte lassen auf sich warten. Wenn es sich
dann aber einmal zuspitzt dann war ich vollends gefesselt. Das ist
auch einer der Gründe, warum ich der Geschichte so zwiegespalten
gegenüber stehe. Ich mochte sie wirklich, aber die Handlung war mir
nicht stramm genug erzählt.
Das Ende hat mir
dafür aber umso besser gefallen. Es hatte eine Prise Humor, viele
Offenbarungen, einen guten Kampf und Erkenntnisse, die man in dem
Ausmaß nicht hat kommen sehen. Zudem ist die Geschichte auch
abgeschlossen, was das warten auf den Folgeband (der erst 2017 auf
englisch erscheinen soll) recht leicht macht.

Der
Rithmatist ist nicht Sandersons bestes Werk. Die Idee ist wahnsinnig
originell, das Setting ausführlich beschrieben und die Figuren
gelungen – Dennoch war mir die Handlung einfach zu theoretisch, zu
zäh und ich hätte mir mehr Spannung und Wenden gewünscht, als die
Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Wer jedoch gerne Fantasybücher
liest, die etwas detailreicher ausfallen dürfen und nicht vor langen
Lektionen zurückschreckt, der wird mit Joel mehr Spaß haben, als
ich. 

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