[BUCHREZENSION] Auf eine wie dich habe ich lange gewartet

Titel:
OT:
Auf eine wie dich
habe
ich lange gewartet
Autor/in:
Patrycja Spychalski
Genre:
YA Contemporary
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:

Patrycja
Spychalski, in Polen geboren, in Berlin aufgewachsen, arbeitet mit
Kindern und Jugendlichen, schreibt Bücher, hört gerne laute Musik
und träumt davon mal in San Francisco zu leben.

Deutsch
Taschenbuch/
9,99€
Seiten:
320
Verlag:
cbt
Englisch
Deutsches
Original!



In
meinen Augen Spychalskis bestes Buch! 🙂
Kurzbeschreibung
Ab
ans Ende der Welt, heißt es für Großstadtmädchen Laura – dort,
wo sich höchstens die Wildgänse und Mamas neue Hühner gute Nacht
sagen. Wie soll sie es da nur aushalten? Aber das piefige Kaff hat
dann doch etwas zu bieten: Enzo, den süßen Neffen des
Pizzeriabesitzers, und Irina, das hübsche, durchgeknallte Mädchen,
mit dem Laura sich auf Anhieb versteht, Musik hört, am Bach
herumliegt und … dann passiert es: Auf einer Party küsst Irina
Laura – und Laura küsst Irina. Doch so unerwartet schön, so
schrecklich verwirrend sind ihre Küsse auch. Bin ich lesbisch?,
googelt Laura. Und wenn ja, warum dann dieses irre Kribbeln, wenn sie
Enzo sieht?
Buchgestaltung
Die Aufmachung des
Buches ist schlicht und nicht unbedingt sommerlich, aber ich finde
sie trotzdem sehr schön. Der Verlag hätte natürlich irgendein
Pärchen auf das Cover klatschen können, aber dann hätte dies
wirklich viel über den Inhalt ausgesagt – oder umgekehrt, zu
wenig, denn die Protagonistin steht zwischen zwei Stühlen. Der Titel
passt super zum Inhalt und findet sogar im Text Erwähnung.
Meinung
Patrycja Spychalski
steht für mich für gute deutsche Jugendbuchliteratur. Ihre
Geschichten sind immer süß, sommerlich und irgendwie
anders-romantisch. Obwohl sie viele uns Lesern bekannte Themen wie
Freundschaft und erste Liebe in ihren Büchern behandelt haben diese
immer etwas ganz Eigenes. So war das auch bei `Auf eine wie dich habe
ich lange gewartet´ und von der ganzen Stimmung und leichten
Atmosphäre hat mir dieses Werk der Autorin von all ihren Büchern
bisher am besten gefallen. Was ich besonders an ihren Romane mag ist,
dass den Figuren so gut wie nie ein „Label“ aufgedrückt wird.
Neben üblichen Schubladendenken hat die Autorin eine sehr reale und
gute Einstellung gegenüber dem Leben und das spürt man beim Lesen
jedes Mal von neuem. Hier war das Gefühl besonders präsent.
Laura zieht von der
Stadt in ein Dorf und denkt, dass ihr Leben nun endgültig den Bach
runtergeht. In ihrer neuen Heimat schließt sie direkt Freundschaft
mit der exzentrischen und quirligen Irina, die Lauras Leben um einiges
aufregender macht, als diese sich zu Beginn der Freundschaft
eingestehen möchte. Neben Irina nähert sich Laura aber auch Enzo an
und im Verlauf der Geschichte überrumpeln ihre Gefühle sie immer
wieder und ein kleines Chaos entsteht – Sie muss sich entscheiden.
Und obwohl das alles jetzt nach einem komplizierten Liebesdreieck
klingt ist das überhaupt nicht der Fall. Die Figuren spielen sich
nicht gegeneinander aus oder Laura wechselt zwischen den beiden
Love-Interest hin und her und man muss den Kopf schütteln oder die
Augen rollen wegen all dem Teenie-Drama. Stattdessen war die Handlung
überraschend erfrischend und einfach anders.
Die Protagonistin
Laura war mir vom Fleck weg sympathisch. Dieses typische
Umzugsszenario, das es in vielen Bücher gibt, war auch hier wieder
einer der Gründe, warum ich sie so gut verstehen konnte.
Veränderungen jeglicher Art bringen vieles durcheinander und es ist
verständlich, wenn einem das schlechte Laune beschert. Trotzdem hat
Laura ihre Gefühle nie an ihrer Familie ausgelassen, sondern versucht
sich irgendwie damit abzufinden bzw. sich auf etwas Neues
einzustellen. Sie macht zwar nur eine kleine Entwicklung innerhalb
des Buches durch, was aber daran lag, dass sie als Figur von Beginn
an sehr gut gezeichnet und beschrieben war. Irina ist da schon etwas
wilder und es war nicht immer so leicht, ihre Beweggründe verstehen
zu können. Die beiden Mädchen waren richtige Gegensätze. In Enzo
hatte Laura dann den Ruhepol in ihrem Leben. Allgemein war die Dynamik
der drei Figuren echt schön gemacht und irgendwann hat man sie alle
ins Herz geschlossen.
Es ist schwer etwas
über die Liebesgeschichte zu sagen, ohne etwas zu verraten. Die
großen Fragen lauten wohl: Für wen entscheidet Laura sich? Wie sieht
ihre sexuelle Orientierung aus? Und was geht eigentlich in ihrem Kopf
– und Herzen – vor sich. Auf eine ganz locker-leichte Weise wurde
hier das Problem geschildert, wie es ist jung zu sein und
verschiedene Gefühls-Phasen zu durchlaufen. Es könnte schließlich
jedem von uns passieren, dass einen die eigenen Gefühle einen Strich
durch die Rechnung machen. Auch, wenn es einige süße Stellen gab,
so basierte die Handlung doch mehr auf dem Thema Freundschaft. Es
wurde nie wirklich kitschig oder man wurde mit Lebensweisheiten
bombardiert, sondern die Atmosphäre im Buch hatte etwas schön
ruhiges, einfühlsames und dieses Feel-Good-Summer-Ding im Gepäck.
Wie
bei allen Büchern der Autorin war auch dieses hier wieder recht kurz
– Ich wünsche mir bei Spychalski Büchern irgendwie immer ein paar
Kapitel mehr. Der Plot ist sehr gut durchdacht, strukturiert und man
ist schnell mit dem Lesen durch, das muss man der Autorin (immer) zu
Gute halten, aber besonders am Ende hätte ich gerne noch weiter
gelesen oder zumindest einen größeren Ausblick auf das gehabt, was
für die Figuren nun ansteht. Lauras Entscheidung kam mir etwas grob
vor.

Auf
eine wie dich habe ich lange gewartet ist eine schöne Sommerlektüre
voller Aufregung, Gefühlen und dem anders-sein. Die Autorin hat es
wunderbar gemeistert bei dem etwas schwierigem Thema Gefühle nicht
zu kurz kommen zu lassen und ihre Figuren absolut nicht in die
bekannten Schubladen zu stecken. 

4 Kommentare

  1. Hallo liebe Tanja,

    wow, das Buch hört sich echt richtig gut an und von der Story her auch echt mal was anderes. Ich werde das Buch nach deiner tollen Rezi auf jeden Fall auf meine Wunschliste packen.

    Liebste Grüße

    Sonja

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