[BUCHREZENSION] Hellhole – Wenn der Teufel bei dir los ist

Titel:
Hellhole – Wenn der
Teufel
bei dir los ist
OT:
Hellhole
Autor/in:
Gina Damico
Genre:
YA Fantasy
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:


Gina
Damico wuchs in Syracuse, New York auf. Sie studierte Dramaturgie und
Soziologie am Boston College, wo sie Comedy-Improvisationstheater
spielte. Später fesselten Damico phantastische Stoffe, und sie wurde
Buchautorin. In ihrem Roman »Hellhole« beschäftigt sie sich mit
der überlebenswichtigen Frage, wie man unbeliebte Mitbewohner
loswird, besonders wenn sie aus der Hölle stammen. Gina Damico lebt
mit ihrem Mann in Boston.
Deutsch
Broschiert/
14,99€
Seiten:
384
Verlag:
Penhaligon

Englisch
Gebunden/
17,32€
Taschenbuch/
6,70€
Seiten:
368
Verlag:
HMH


Witzig,
spannend und ziemlich abgedreht 🙂
Kurzbeschreibung
Max
ist ein stinknormaler Nerd. Mit stinknormalen Nerd-Hobbys (Games) und
stinknormalen Nerd-Problemen (zu wenig Kohle für Games und keine
Freundin). Doch als eines Tages ein ausgewachsener Teufel – rot,
mit Hörnern und einem unglaublich derben Wortschatz – in seinen
Keller einzieht, steht Max‘ Leben plötzlich Kopf: Burk macht sich
auf der Couch breit, spielt den ganzen Tag Playstation und futtert
alle Fastfood-Snacks auf, die sich im Haus befinden. Um jeden Preis
muss Max den Teufel loswerden, schon um seiner schwerkranken Mutter
den Schock ihres Lebens zu ersparen. Doch dann schlägt Burk ihm
einen Deal vor: Er rettet das Leben von Max’ Mutter, wenn dieser ihm
eine Luxusvilla mit Whirlpool besorgt. Und schlagartig wird aus dem
unscheinbaren Max ein kriminelles Mastermind wider Willen.
Buchgestaltung
Beide Aufmachungen
des Buches gefallen mir wirklich gut, wobei man sagen muss, dass sich
der deutsche Verlag mit seiner Klappenbroschur deutlich mehr Mühe
gemacht hat. Sieht man auf dem Cover nur die Rücken von Max und
Burk, so befindet sich hinter der Klappenbroschur die Vorderseite des
Motivs – ziemlich coole Sache. Das englische Titel ist eher auf
Humor getrimmt, aber ganz niedlich. Der Titel des Buches wurde ja
grundlegend übernommen und passt so weit auch.
Meinung
Auf Gina Damico bin
ich letztes Jahr durch Zufall gestoßen, als mir ein Freund Croak
schenkte. Der Auftakt ihrer Trilogie gefiel mir so gut, dass ich
prompt die ganze Reihe durchgelesen habe – etwas, das ich wirklich
selten bei Buchreihen mache. Die Reihe hatte ihre Schwächen, aber
auch viele Stärken und so war ich gespannt, was die Autorin sich hat
neues einfallen lassen. Von der Thematik her erinnerte mich der
Klappentext zunächst doch wieder an das ganze Reaper/Hölle Thema
und das findet man im Buch auch wirklich wieder, allerdings doch in
anderer Form. Vielleicht ist das einfach Gina Damicas Ding – sie
hat es jedenfalls super umgesetzt.
In Hellhole geht es
um Max, der eine kranke Mutter daheim hat, einen doofen Job, dutzende
Rechnungen und auch ansonsten nicht das schönste Leben. Eines Tages
gräbt er auf einem Hügel ein Loch und prompt findet er Satan auf
seiner Couch wieder. Zumindest einen davon, denn dem Konzept im Buch
nach gibt es insgesamt 666 Teufel, die alle unterschiedliche Namen
und Eigenschaften aufweisen. So muss Max mit Burk vorlieb nehmen, der
sich nicht mehr vertreiben lassen will, es sei denn ein Deal wird
ausgehandelt und genau dieser Deal könnte das Leben von Max Mutter
retten, Max und seine Mutter aber auch in große Schwierigkeiten
bringen…
Max war ein
großartiger Protagonist! Es ist immer wieder ein Vergnügen auch mal
Jugendbücher aus der Sicht eines männlichen Protagonisten zu
verfolgen und die Autorin hat Max wirklich sehr sympathisch
gestaltet. Er ist nicht gerade taff, aber auch kein Loser. Max steht
für sich und seine Prinzipien ein – auch, wenn diese manchmal
rechtliche Grenzen überschreiten. So wird er durch den Deal mit Burk
dazu gezwungen immer wieder zu stehlen, was auch, wenn es hart
klingt, zu den lustigsten Situationen im Roman geführt hat. Allein
die Idee, das „Satan“ nur gestohlene Dinge benutzen/essen kann,
fand ich total ulkig und hat eine Menge Konflikte hinaufbeschworen.
Zum einen die Frage nach dem „sollte man Grenzen überschreiten, um
seiner Familie zu helfen?“, aber auch etwas diesem Robin Hood
Thema, nach dem Motto: Wieso haben andere mehr als man selbst und hat
Glück wirklich etwas mit…naja Glück oder doch eher Unglück
anderer zu tun?
So waren viele
Entscheidungen von Max an Schicksale anderer Menschen geknüpft und
besonders gegen Ende ist mir doch mehr als einmal die Luft
weggeblieben, weil mir mulmig wurde. Die Geschichte hat von allem
etwas. Ein wenig Humor (ab und zu auch sehr schwarz), eine Prise
Verrücktheit und Spannung, die sich nicht mit Action oder solchen
Dingen im Buch wiederfindet, sondern eher in etwas sehr Realem. So
sind Maxs kleine Abenteuer doch öfter sehr nervenaufreibend, weil
man befürchtet, dass alles total ins Auge gehen könnte – und es
das manchmal auch tut.
Im Buch gab es zwar
keine richtige Liebesgeschichte, aber ich mochte das, was sich aus
der Freundschaft zwischen Lore und Max entwickelt total gerne. Zwar
war mir vom ersten Moment an klar, was nun genau Lores Geheimnis sein
würde, aber ich glaube, es war auch nicht die Absicht der Autorin
das großartig zu verschleiern. Lore an sich war sowieso ein total
cooles Mädchen. Etwas grob, etwas rebellisch und mürrisch, aber
umso liebenswerter, weil hinter ihrer harten Schale ein weicher Kern
steckte. Sie und Max haben ein absolut tolles Team gebildet. Es gab
nicht wirklich viele Nebenfiguren, mal abgesehen von Maxs Freunden,
die aber eher blass blieben. Dafür war Burk – der Teufel – auch
ein echt schräger Geselle. Ich wusste nie wirklich, ob ich ihn mögen
oder hassen sollte.
Besonders in den
letzten Kapitel ist immer wieder die Stimmung gekippt. Gina Damico
hat es echt geschafft eine Figur zu erschaffen, die sich an Humor
immer wieder selbst übertrifft, aber ebenso ein echtes egoistisches
Ekel sein konnte. Man könnte sagen die Story hat eine Moral, aber
diese bewegt sich doch eher auf Abwegen und genau das fand ich am
Buch wiederum beeindruckend. Es geht eben nicht immer um die Grenze
zwischen Falsch und Richtig, sondern manchmal eben um alle Facetten
dazwischen.
Hellhole
ist ein richtiges Teufelsbuch und auf ganzer Linie empfehlenswert!
Wer mal wieder eine echt abgedrehte und verrückte Geschichte mit
einer Menge (schwarzem) Humor lesen möchte, der sollte hier einen
Blick reinwerfen – es lohnt sich. Max und Lore waren tolle Figuren
und ihr Abenteuer voller ungeahnter Wenden. Das Ende überrascht in
mehr als einer Weise, wenn die Stimmung mehrmals kippt und die
Autorin dennoch einen Weg gefunden hat mich zufriedenzustellen.

Ich
empfehle auch allen, die englisch können die Croak Trilogie von Gina
Damico. Die ist nämlich nochmal eine ganze Ecke aufregender,
fantastischer und cooler als Hellhole. So oder so, die Autorin hat es
einfach drauf 😀

1 Kommentar

  1. Hallo Tanja,

    habe auch gerade Hellhole beendet und bin total begeistert. Dieses gleiten von Lustig zu dann doch ziehmlich tot ernst hat mich umgehauen. Besonders da ich erst mit einer ganz anderen Erwartugn an das Buch herangegangen bin. und Burk habe ich auch im Grunde nicht wirklich ernst genommen. ich meine…. er ist Snak-Süchtig! Wie böse könnte er da schon sein? Ziehmlich wie sich ja dann zeigt. ^^
    Die Sache zwischen Max und Lore hat mir gut gefallen. Sie sind beide so ein wenig andere Charaktere 🙂 Passt gut rein ^^

    Ich wusste gar nicht das die Autorin noch andere Geschrieben hat. Leider scheint es die ja nciht mehr zu geben. Hoffen wir mal auf eine Neuauflange 🙂

    Tintengrüße von der Ruby

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