Uncategorized

[BUCHREZENSION] Layers – Die Wahrheit ist vielschichtig

Titel:
OT:
Layers
Autor/in:
Ursula Poznanski
Genre:
YA, Thriller, Mystery
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:

Ursula  Poznanski
wurde 1968 in Wien geboren. Sie war viele Jahre als Journalistin für
medizinische Zeitschriften tätig. Nach dem Erfolg ihrer Jugendromane
«Erebos», «Saeculum» und der Trilogie «Die Verratenen», «Die
Verschworenen» und «Die Vernichteten» landete sie bereits mit
ihrem ersten Thriller «Fünf» auf der Bestsellerliste. 2013 folgte
«Blinde Vögel». «Stimmen» ist der dritte Fall des sympathischen
Ermittlerduos Beatrice Kaspary und Florin Wenninger. Ursula Poznanski
lebt mit ihrer Familie im Süden von Wien.
Deutsch
Broschiert/
14,99€
Seiten:
440
Verlag:
Loewe

Englisch
Deutsches
Original
Ich
werde mit Poznanskis Thrillern einfach nicht warm…
Kurzbeschreibung
Layers
– die Wahrheit ist vielschichtig. Seit Dorian von zu Hause
abgehauen ist, schlägt er sich auf der Straße durch – und das
eigentlich recht gut. Als er jedoch eines Morgens neben einem toten
Obdachlosen aufwacht, der offensichtlich ermordet wurde, gerät
Dorian in Panik, weil er sich an nichts erinnert: Hat er selbst etwas
mit der Tat zu tun? In dieser Situation bietet ihm ein Fremder
unverhofft Hilfe an und Dorian ergreift die Gelegenheit beim Schopf –
denn das ist seine Chance, sich vor der Polizei zu verstecken. Der
Unbekannte engagiert sich für Jugendliche in Not und bringt Dorian
in eine Villa, wo er neue Kleidung, Essen und sogar Schulunterricht
erhält. Doch umsonst ist nichts im Leben, das erfährt Dorian recht
schnell. Die Gegenleistung, die von ihm erwartet wird, besteht im
Verteilen geheimnisvoller Werbegeschenke – sehr aufwendig
versiegelt. Und als Dorian ein solches Geschenk nach einem
unerwarteten Zwischenfall behält, wird er von diesem Zeitpunkt an
gnadenlos gejagt. 
Buchgestaltung
Genau wie der
Beititel „Die Wahrheit ist vielschichtig“ trifft das auch auf die
Aufmachung des Romans zu. Die Klappenbroschur ist in verschiedene
„Layers“ unterteilt – wenn man diese ausklappt entfaltet sich
nach und nach etwas Neues (mehrere ineinander gesteckte Kästen),
fast so, als wäre es von Lage zu Lage schwieriger die Wahrheit im
Blick zu behalten – schaut richtig cool aus! Auch der Titel Layers
zu deutsch „Lagen“ passt richtig gut zum Roman.
Meinung
Die Autorin ist
wohl für die wenigstens Leser ein unbeschriebenes Blatt. Sie hat
mehrere Jugendbücher und Romane für Erwachsene geschrieben und gilt
auf dem deutschen Buchmarkt als eine der ganz großen. Bisher habe
ich vier ihrer Bücher gelesen und als Layers rauskam, war das dieser
typisch „die Autorin schreibt so toll, da muss ich das neue Buch
unbedingt lesen“-Zwang. Dennoch habe ich schon nach den ersten 100
Seiten für mich persönlich festgestellt, dass Layers nicht wirklich
das ist, was ich erwartet habe. Ich lese nicht besonders oft
Jugendthriller und wenn ich dann mal wieder in das Genre abtauche
möchte ich Mystery und mich gruseln und eine Atmosphäre, die zum
Zerreißen gespannt ist. Vielleicht lag es an mir selbst, dass ich
keine Verbindung zur Story aufbauen konnte, vielleicht auch an
Elementen aus dem Buch. Ich jedenfalls war leider nicht begeistert
von der Handlung.
Das Ganze beginnt
damit, dass Protagonist Dorian in eine brenzlige Situation gerät. Er
wacht neben einem Toten Obdachlosen auf und hat auch gleich einen
Zeugen dabei – ein mysteriöser Mann, der Dorian aus irgendeinem
Grund helfen und ihm vor der Polizei verstecken möchte. In seiner
Panik nimmt Dorian seinen Vorschlag an und findet sich bald in einem
merkwürdigem Haus voller Jugendlicher wieder. Doch was führt der
Fremde im Schilde oder gibt es so etwas wie Nächstenliebe doch noch?
Layer beginnt mit einem vielversprechendem Einstieg, wurde danach
dann aber doch für lange Zeit sehr zäh. Ich mochte Dorians
Einführung als Figur ziemlich gerne. Man erfährt nicht sofort, was
seine Beweggründe sind auf der Straße zu leben, aber dafür ein
gutes Gefühl für seine Persönlichkeit: etwas naiv und gutmütig,
aber clever und ziemlich loyal, wenn er die Chance hat sich zu
beweisen.
Lange Zeit wusste
ich gar nicht, um was es in Layers eigentlich gehen sollte. Kapitel
um Kapitel verstreicht, in dem Dorian in seinem neuem Haus lebt, mit
seinen neuen Freunden spricht, sich in ein neues Mädchen verliebt
und ein neues Ich entdeckt. Das alles plätschert doch eher
gemächlich vor sich her und Informationen zum Wohltäter der
Jugendlichen oder anderen Hintergrund Dingen gibt es zunächst nicht.
Irgendwann wird Dorian dann in komische Aufgaben verwickelt, wie z.B.
Nachrichten überbringen oder an einem Platz ausharren, egal, was
kommt – Ereignisse die mir nur wieder mehrere Fragezeichen ins
Gesicht gemalt haben. Irgendwie habe ich vergeblich auf die Spannung
und Action gewartet oder zumindest mal ein paar kleine Schocker und
Wenden, die alles etwas aufpeppen.
Die Figuren neben
Dorian sind dazu noch sehr blass geblieben. Es gibt da diesen
Wohltäter mit seinen guten Absichten, einen rebellischen Freund,
dieses nette Mädchen, das Dorian mag, aber für mich waren die
Charaktere leider nicht richtig greifbar. Ich konnte nicht verstehen,
wieso sie waren, wie sie waren oder ihre Handlungen nachvollziehen,
geschweige denn eine Verbindung zu ihnen aufbauen. Besonders Melvin
war für mich jemand, der immer wieder 180° Wendungen gemacht hat
und dessen Benehmen mir die ganze Zeit ein großes Rätsel war.
Dorian selbst fand ich allerdings ganz cool. Meiner Meinung nach
hätte er mal mehr hinterfragen oder sich mehr fürchten müssen,
aber ansonsten mochte ich ihn. Da das Buch eher neutraler geschrieben
ist und nicht sehr stark auf sein Gefühlsleben eingeht, hatte ich
auch keine Probleme damit seiner Geschichte zu folgen.
Was sind eigentlich
die Layers in „Layers? Nun, auch das war eine Sache, die mir nicht
wirklich begreiflich war. Erst kurz vor Schluss konnte ich endlich
einen Eindruck davon gewinnen, was die Autorin sich mit ihrer Idee
eigentlich vorgestellt hat. Es wird zwar immer wieder von den
Hightech-Brillen gesprochen und ab und an fällt auch der Vergleich
zu Google Glasses, aber wie Layers funktionieren, welche tragende
Rolle sie für das Gesamtbild haben und wie diese eigentlich
technisch/neurologisch gesehen funktionieren wurde zumindest für
mich nicht befriedigend genug erklärt. Das ich erst nach über 300
Seiten einen kleinen Aha-Effekt vorzuweisen hatte, gefiel mir nicht –
vielleicht habe ich aber auch einfach nur das Konzept von Layers
nicht begriffen. Wer weiß das schon?
Auch das Ende war
so gar nicht nach meinem Geschmack. Für mich war es eines dieser
Enden, dass die Idee des Buches etwas zunichte machen. Im Grunde
balanciert der Protagonist die Handlung hindurch um viele Konflikte
herum und am Ende wird dann alles auf eine Art und Weise gelöst, die
mich fragen lässt: wieso das ganze Drama, wenn es doch so einfach
sein konnte? Man muss der Autorin allerdings zu Gute halten, dass sie
kurz vor der Auflösung noch mal einen ordentlichen Showdown
eingeleitet hat, der doch recht spannend zu verfolgen – und auch
die erste richtige Gefahr – im Buch war. Die letzten Seiten lassen
mich recht nachdenklich zurück. Ende gut alles gut? Und wo kommen
eigentlich die Gefühle zwischen Dorian und seiner Angebeteten her,
wo sie doch die meiste Zeit getrennt waren? Ich werde wohl noch eine
Weile die Layers in Layers in meinem Kopf durchgehen.
Layers
ist der neue Poznanski Roman und ein Buch von dem ich mir wirklich
mehr erhofft hatte. Es ist schwer einzuschätzen, ob es an meinem
persönlichem Empfinden lag, dass mir die Geschichte so lang und
unverständlich vorkam oder das eben die neue Art von Thrillern ist,
mit der ich einfach nicht klarkomme. Die Idee hinter Layers ist
ziemlich interessant und auch viele Ansätze mochte ich sehr gerne,
im Großen und Ganzen war ich aber doch enttäuscht und habe den
„Thrill“ einfach nicht gespürt. Wirklich sehr schade. 

One Comment

  • Tina

    So unterschiedlich kann es laufen 🙂 Ich hatte das Buch an einem Tag durchgelesen und mochte es wirklich gerne. Es war zwar nicht so gut wie "Die Verratenen" Reihe, aber die Autorin schafft es einfach immer mich zu fesseln. Ich fand das Ende zwar interessant gemacht mit der Wendung, aber dann ging doch irgendwie alles ziemlich glatt. Auch insgesamt sehe ich es auch so, dass man da schon noch mehr in die Tiefe hätte gehen können. An der Spannung kann ich aber gar nicht meckern 🙂 Das kann gut sein, dass das dann einfach persönliche Vorlieben sind.

    Liebe Grüße,
    Tina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Doofes Pflichtfeld (sorry, muss sein!)

*

Ich bin einverstanden!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.