[BUCHREZENSION] Sommernachtswende

Titel:
OT:
Sommernachtswende
Autor/in:
Christelle Zaurrini
Genre:
New Adult, Contemporary
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Seite der Autorin:

Christelle
Zaurrini wurde 1992 in Luxemburg geboren und lebt heute mit Freund
und Kater in der schönen Eifel. Die Liebe zum Geschriebenen
beschränkte sich zunächst auf die Bücher vom Meister des Grauens,
festigte sich aber, als eine ganz bestimmte Dystopie sich an ihr Herz
klammerte und nicht mehr locker ließ. Es wurde zu einer
Leidenschaft, die sich später auch im Selbstgeschriebenen
widerspiegelte. Mit ihrem Blog und kurzen Gedichten hat das Schreiben
begonnen, um mit ihrem Debütroman »Sommernachtswende« erst richtig
zu starten.
Deutsch
Ebook/
2,99€
Taschenbuch/
10,99€
Seiten:
324
Verlag:
BOD

Englisch
Deutsches
Original


Interessantes
Debüt mit Aufs – und Abs voller gemischter Gefühle!
Kurzbeschreibung
Glück
findet man nur dort, wo das Herz ist. Fünf Jahre nach dem Tod ihrer
Mutter findet sich Emma zum ersten Mal wieder in ihrem Heimatdorf ein
und stellt sich ihrer Vergangenheit. Alten Feindschaften, ihrer
vernachlässigten besten Freundin und dem ganzen Schmerz. Dann taucht
Dylan auf, selber gezeichnet vom Schicksal, und beginnt Emmas sorgsam
errichteten Mauern einzureißen.
Buchgestaltung
Ich finde das Cover
wirklich sehr hübsch anzusehen und handwerklich ist es auch echt gut
gemacht. Das Motiv passt auch ganz gut zum Buch, aber mir persönlich
ist Emma etwas zu erwachsen und auch die Stimmung, die das Bild
einfängt kam bei mir nicht vollends so an, wie ich sie auf dem Cover
empfinde. Dennoch ist die Gestaltung besonders für ein
Self-Publisher Buch – echt gelungen. Der Titel ist eine Nummer für
sich. Ich finde ihn einfach traumhaft und er hat eine tolle
Klangfarbe.
Meinung
New Adult Bücher
haben es bei mir nicht leicht, dass habe ich immer und immer wieder
bemerkt und obwohl ich Sommernachtswende eher als Mischung zwischen
YA und NA sehe, so habe ich auch hier wieder ein paar der typischen
Elemente entdeckt, die mir einfach nicht gefallen haben. Das ist aber
rein persönliches Empfinden und hat nichts mit der Qualität des
Buches zu tun. Ob nun Romane bekannter Autoren oder eben Debüts, ich
merke doch, dass dieses Genre nichts für mich ist und das wollte ich
vorab einfach mal gesagt haben. Christelle Zaurrini ist mir vor allem
durch ihren Youtube Kanal bekannt, den ich schon lange verfolge. Ihre
Videos sind immer so wunderbar quirlig, positiv und einfach
sympathisch anzusehen. Als klar war, dass sie ein Buch
schreibt/geschrieben hat, musste ich es natürlich lesen. Und ich
glaube, dass ist auch mit einer der Gründe, warum ich mir gewünscht
hätte, dass mir das Genre etwas mehr zusagen würde. Denn so lieb
und abenteuerlich Christelle als Mensch ist, so anders ist ihre
Protagonistin Emma.
Emma ist eher ein
ruhiger Mensch, sie denkt sich ihren Teil, anstatt den Mund
aufzumachen und so rutscht sie besonders zu Beginn des Romans in
viele Szenen hinein, in denen ich sie gerne einmal an der Hand
genommen und ihr geholfen hätte. Zwar ist sie nicht auf den Mund
gefallen, aber sie lässt doch mehr über sich ergehen, als ihr guter
Charakter verdient hätte. Emma hatte es nicht leicht, denn nach dem
Tod ihrer Mutter zieht sie zusammen mit ihrem Vater weg – in ein
neues Leben. Der Roman setzt fünf Jahre nach diesen Ereignissen an
und beschreibt Emmas Rückkehr an den Ort, an dem so viele ihrer
Erinnerungen und Gefühle hängen. Grund dafür ist ein
Klassentreffen und das Wiedersehen mit ihrer besten Freundin. Der
Einstieg in das Buch gelingt sehr flott, war schön zu lesen und hat
viel Vorfreude in mir geweckt. Ich wusste eine Weile echt nicht, was
ich von Emmas bester Freundin halten sollte, denn leider wurde sie
mir nach und nach durch viele ihrer Aktionen etwas unsympathisch.
Gleich am Anfang lässt sie so Emma für ihren doofen Freund stehen –
etwas, das mir in ähnlicher Form mal selber passiert ist und daher
nur Unverständnis hervorgerufen hat. Emma selbst bleibt die meiste
Zeit verständnisvoll und ihrem Charakter treu, aber ab und zu hätte
es ihr echt gut getan, wenn sie einfach mal alles raus gelassen hätte
und GESAGT, was sie so denkt.
Emma an sich war
nämlich eine tolle Protagonistin. Vom Fleck weg hat sie sich mit
ihrem Humor und ihrer etwas verpeilten Art in mein Leserherz
geschlichen. Ich konnte mit ihr mitfiebern und leiden und wünschte
ihr das große Glück. Vielleicht lag es einfach daran, dass die
Worte aus mir selbst immer herausplatzen, wenn ich etwas als
ungerecht empfinde, aber das Emma mehr denkt, als sagt war wirklich
so ein Kritikpunkt an Emmas Persönlichkeit, der mich immer mal
wieder gestört hat. Ihr Gegenpart Dylan hatte da schon andere
Gründe, warum er eher im stillen seinen Kampf austrägt. Dylan
mochte ich auch ein Stückchen mehr als Emma. Zuerst dachte ich, hier
käme der 0815 Kerl mit einem Haufen Problemen vorbei, aber mit der
Zeit hat die Autorin viel Einblick in sein Leben gewährt und es
wurde verständlich, wieso er ist, wie er nun einmal ist. Dabei ist
sein „Geheimnis“ zwar irgendwie tragisch, aber nicht von der
Sorte dunkel und vernichtend und das hat mir gefallen. Der
Schwerpunkt lag viel auf dem Thema Familie und die Wertschätzung der
Menschen, die einem etwas bedeuten – toll!
Ab der Mitte
plätscherte das Buch dann doch eine Weile vor sich her und ich hätte
mir etwas mehr Pepp gewünscht, denn Situationen spannend oder witzig
zu gestalten hat die Autorin wirklich drauf. Besonders die ganze
Phase, in der Emma und Dylan „Familie spielen“ war für mich ein
etwas zweischneidiges Schwert. Zum einen fand ich es schön, wie die
beiden ihre Beziehung erweitert haben und sich dem Sog des jeweils
anderen nicht entziehen konnten. Zum anderen war mir das alles auch
etwas zu unrealistisch. Alles war so ruhig und einfach und dieses
ganze Familien Konstellation hat so gut geklappt, wie beim
Mutter-Vater-Kind-spielen, das fand ich ein bisschen unglaubwürdig.
Genau wie Emmas Entscheidung zurückzugehen und im Grunde alles wegen
der großen Liebe umzukrempeln. Ich bin wohl einfach zu unromantisch
oder so xD Wenn man aber genau solche schön ausgelegten Dinge an
solchen Romanen mag, wird man sicher das genaue Gegenteil denken.
Die
Liebesgeschichte an sich konnte bei mir wohl am meisten Pluspunkte
sammeln. In den ersten Kapiteln war alles noch etwas unbeholfen und
holprig, ging wirklich sehr schnell, aber erst mal in der Geschichte
hat Christelle Zaurrini sich sehr bemüht die Persönlichkeiten der
Figuren hervorzuheben und das ist ihr auch gelungen. Mit jedem
Kapitel – das Buch ist aus wechselnder Sicht geschrieben –
gewinnt das Konzept mehr Halt und es wird ersichtlich, welche
Richtung die Autorin anpeilen wollte. Vorhersehbarkeit ist ja immer
so eine Sache, aber die Autorin hat viele Klischee doch gut
umschifft. Am Ende gab es einige Szenen, in denen ich dachte „bitte
nicht!“ und zum Glück – Hut ab – kam es dann doch anders
herum.
Was diese ganze
New-Adult-Sachen anging…uff…wie gesagt, ich bin da einfach nicht
der Typ Leser für, der dieses dramatische „von sich stoßen“ und
fehlgeschlagene Kommunikation super mega toll findet und es hält
sich auch in Grenzen, allerdings blieb ich am Ende des Romans doch
etwas zwiegespalten zurück. Das große Finale wurde mir auch ein
wenig zu zügig abgehandelt, wenn das Buch auch wirklich
zufriedenstellend endet, das muss man der Autorin echt lassen.

Sommernachtswende
ist ein guter Debütroman, der Fans des Genres sicher mehr packen
wird als mich. Schreibstil, Figuren, Idee – eigentlich passt alles
gut zusammen und wird sicher besonders Leserinnen, die eine sanft
Atmosphäre, eine Prise Dramatik und Familie im Fokus mögen, sehr
begeistern können. Ich selbst wurde auch wirklich gut unterhalten
und hatte meinen Spaß, für mich war das Buch aber auch eine Fahrt
voller Aufs – und Ab und gemischter Gefühle und genau deshalb
werte ich Emma und Dylans Geschichte mit der goldenen Mitte. 

1 Kommentar

  1. Ich bin aich kein Fan von fehlgeschlagener Kommunikation, wie du das so schön ausdrückst. Nervig. Aber das ist ja zu 99% bei dem Genre. Ich probiere es auch immer mal wieder aus, wie gerade bei The wild Ones von M. Leighton, aber ich merke immer wieder, dass es mich nicht packen und überzeugen kann 😛

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