[BUCHREZENSION] Another Day In Paradise

Titel:
OT:
Another Day In Paradise
Autor/in:
Laura Newman
Genre:
All Age, YA, Post-Apocalptic, Survival
Buchreihe:
ADIP #1
Interessante Seiten der Autorin:

Laura
Newman wurde 1983 in Berlin geboren und schrieb bereits als Kind
gerne bunte, spannende und fantasievolle Geschichten. Im
Laufe ihres Lebens beschäftigte sie sich mit Videoschnitt,
Fotografie Mode- und Grafikdesign bis sie schließlich den Beruf des
Mediengestalters erlernte und diese Tätigkeit etwa 10 Jahre lang
ausübte.  2013
ließ sie ihre Leidenschaft zum Schreiben erneut aufleben und
veröffentlichte ihren ersten Roman.

Deutsch
Ebook/
1,99€
Gebunden/
20,49€
Taschenbuch/
11,99€
Seiten:
369
Verlag:
BOD

Englisch
Deutsches
Original



Action,
Spannung und rasante Wenden – genau, was man erwartet!
Kurzbeschreibung
“Hier
im Raum befinden sich Typen, die ihre Freunde köpfen und Deadheads
mit Brecheisen erledigen, aber niemand sieht sich in der
Verantwortung, mir diese tollwütige Lehrerin vom Hals zu
schaffen?”

Die
Welt, wie Naya sie kannte, existiert nicht mehr. Eine furchterregende
Seuche hat sich innerhalb der Bevölkerung ausgebreitet und
verwandelt ihre Opfer zu einer seelenlosen Gefahr – zu Deadheads.
Einzig die Hoffnung darauf, an der Küste auf das Militär zu
treffen, treibt die kleine Gruppe an, weiterzumachen. Doch die Reise
in den Süden ist riskant. Und dann ist da auch noch dieser Typ, der
eines Nachts ganz plötzlich auftaucht.

Buchgestaltung
Mich hat das Cover
sofort angesprochen und ich finde es richtig toll. Es passt perfekt
zum Buch und weckt genau die richtigen Eindrücke. Der Titel ist echt
genial gewählt und findet sich schon direkt im ersten Kapitel, samt
Erklärung dazu wieder. Das die Autorin ihn auf englisch gewählt
hat, war ebenfalls eine gute Idee – als Buchtitel klingt das ganze
so noch mal etwas cooler finde ich. Die Ironie dahinter hat mir schon
zu Beginn des Buches echt Gänsehaut beschert. Die Innen-Aufmachung
besticht durch tolle Schrift und Blutkleckse vor den Kapitel – sehr
apokalyptisch eben.
Meinung
Von Laura Newman
habe ich schon viel gehört und viel gelesen, bisher aber noch keines
ihrer Werke gelesen. Coherent zog bei mir vor einer Weile schon als
Taschenbuch ein, aber irgendwie war es dann doch ADIP, was mich
zuerst gepackt hat, denn kaum war die Leseprobe angefangen, musste
ich das Buch sofort kaufen und hab es auch in fast einem Rutsch
verschlungen. Ich hatte schon ziemlich hohe Erwartungen – an den
Stil, die Handlung, die Figuren, weil die Autorin in ihren Youtube
Videos und auf ihren Social Media Seiten immer den Eindruck erweckt,
als habe sie es echt drauf – den Beweis liefert die Story rund um
Naya und ihre Gruppe Freunde, die jeden Tag ums Überleben kämpfen.
ADIP besticht im
ersten Kapitel besonders durch die stark eingesetzten Stilmittel. Der
erste und letzte Satz des Kapitels „ein neuer Tag im Paradies“
saugen einen förmlich in die Geschichte hinein. Zunächst erfährt
der Leser alles, was Naya weiß: eine Krankheit hat die Menschen alle
durchdrehen lassen, jegliche Aussicht auf Hilfe scheint niemals zu
kommen und jeden Morgen stehen Naya und ihre Freunden mit jeder Menge
Angst und nur einem Gedanken auf: heute überleben. Und genau das,
was der Klappentext einem verspricht bekommt man auch vorgesetzt.
Eine spannende, blutige und gut durchdachte Story voller Zombies bzw.
Deadheads, Horror, Überraschungen und einer Suche nach so einigen
Antworten.
Dabei ist das
Konzept nun wirklich simpel: eine tödliche Krankheit, die
Apokalypse, der blanke Kampf ums Überleben. Eigentlich müsste man
meinen, nach etlichen Filmen und Buchreihen sei das Thema
ausgelutscht, aber die Autorin hat es geschafft eine interessante
Geschichte zu kreieren, die nichts für schwache Gemüter ist. Das
ganze Verhalten der Figuren, Nayas Gedanken und auch die Einfälle
und die Organisation der Gruppe fand ich sehr gelungen. Hier hat man
Figuren vor Augen, die wirklich eine Persönlichkeit besitzen, ohne
Klischees zu entsprechen und dann auch noch zu 100% nachvollziehbar
handeln. Das war auch mit eine der besten Sachen am Buch. Man denkt
in vielen Situationen immer „bitte nicht…“, aber Laura Newman
hat ihren Figuren zum Glück ein Hirn geschenkt. So waren Nayas
Gefühle immer ein Hin und Her zwischen dem, was sie wollte, kannte
und von dem sie wusste, dass es nicht ins Gewicht fällt –
angesichts der prekären Lage. Sie war einfach total sympathisch und
dabei so normal, dass man sich als Leser gut vorstellen kann, an
ihrer Stelle in der Klemme zu sitzen. Es wurde unglaublich
eindringlich und atmosphärisch beschrieben, wie es ist, sich mit
krassen Dingen wie Mord, Verlust, Traumata, Angst und
Hoffnungslosigkeit auseinandersetzen zu müssen.
Die Gruppe hat bei
dem Ziel, was sie erreichen möchte auch kein leichtes Los gezogen.
Wer glaubt, wichtige Figuren blieben vor den Deadheads sicher, der
irrt sich gewaltig. Die Viecher tauchen ständig und überall auf, es
folgen harte Kämpfe und schlimme Verlust. Mir lief es echt eiskalt
den Rücken runter, wenn die Zombies irgendwo aus ihren Löchern
kamen und auf unsere Protagonisten los gegangen sind. Dank des
flüssigen und facettenreichen Schreibstil war ich immer mitten im
Geschehen und einige Stellen war wirklich so heftig, dass mir die
Luft weg blieb. Aber der Grund, zu einem solchen Buch zu greifen ist
ja schließlich, dass man den Nervenkitzel und die Gänsehaut sucht,
oder? Und das ist hier bestens gelungen. Jede einzelne Sekunde
bibbert und betet man mit und man will einfach, das die Helden
überleben, man will, dass sie es wirklich schaffen…
Neben Naya gab es
noch einige andere wichtige Figuren, denen allen eine Rolle zuteil
wurde, die Laura Newman gut in Szene gesetzt hat. Zwischen ersten
Begegnungen, Gesprächen und Gefühlen war einfach immer Platz für
das zwischenmenschliche. Die Mischung aus Action pur und dem
Miteinander hat mit sehr gut gefallen. Man hatte das Gefühl alle
Figuren nacheinander kennen zu lernen und so war auch der Verlust
einiger Charaktere – besonders gegen Ende – wirklich, wirklich
schlimm!
Und obwohl es ADIP
nicht an blutigen Actionszenen mangelt, so werden hier auch viele
Fragen gestellt. Fragen nach der Krankheit und wo diese herkam,
Fragen, die einen nachdenken lassen, was es bedeutet ein Mensch zu
sein oder auch in der übelsten Notsituation Grenzen überschreiten
zu müssen, um sich selber schützen zu können…Fragen über
Fragen, die beklemmend sind und einem sich den Magen zusammenschnüren
lassen. Meistens ist es ja so, dass die Figuren selber nichts über
das „wie“ und „wo“ wissen, aber hier gab es clevere und
logische Spekulationen und zum Ende hin wird auch vieles aufgelöst
oder eben aufgedeckt. Eine Szene, in der es um Verrat ging, habe ich
so auch gar nicht kommen sehen – großartig!
Das ganze Ende an
sich war auch einfach genial. Es gab zwar einige Kleinigkeiten, die
mich in bestimmten Momenten gestört aber, aber im Gesamtbild fallen
sie nicht ins Gewicht. Ich bin total gespannt auf das nächste Buch
in der Reihe. Das Ganze endet nicht mit einem Cliffhänger, sondern
sehr zufriedenstellend, aber dennoch will ich unbedingt wissen, wie
es weiter geht!
Übrigens gibt es
im Roman auch eine Liebesgeschichte, aber diese spielt sich sehr zart
am Rande ab, was ich ebenfalls gut fand. Kein dummes Lovey-Dovey ohne
Sinn und Verstand, sondern Freundschaft schließen, Annäherung und
dieses warme Gefühl, dass zwischen all dem Tod und Elend noch etwas
Gutes entstehen kann.

Ich
war wirklich total gefesselt vom ADIP und freue mich auf weitere
Werke der Autorin. Super Schreibstil, viel mörderische Action, die
richtigen Fragen zur richtigen Zeit, kluge und individuelle Figuren,
die einem echt am Herzen liegen und überraschende Wenden – die
Liste ist lang, wenn ich aufzählen möchte, was an ADIP alles so gut
war. Wer ein Zombie-Buch sucht, der hat es hiermit gefunden. Laura
Newman erfindet das Rad zwar nicht neu, wie man so schön sagt, dafür
dreht sich dieses hier aber besonders schnell und faszinierend in die
richtige Richtung.  

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