[BUCHREZENSION] Jenseits des Schattentores

Titel:
OT:
Jenseits des Schattentores
Autor/in:
Beate Teresa und Susanne Hanika
Genre:
YA Fantasy
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:

Beate
Teresa Hanika, geboren 1976 in Regensburg, ist Fotografin. Ab 1997
arbeitete sie mehrere Jahre als Model in verschiedenen europäischen
Städten. Bereits seit ihrem zehnten Lebensjahr schreibt sie
Geschichten und Gedichte. Sie lebt mit ihrer Familie in einem kleinen
Ort in der Nähe von Regensburg. Ihr erster Roman ›Rotkäppchen
muss weinen‹ wurde u.a. mit dem Oldenburger Kinder- und
Jugendbuchpreis 2007 und dem Bayerischen Kunstförderpreis 2009
ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010
nominiert. Susanne Hanika lebt mit Mann und Kindern in Regensburg.
Nach dem Studium der Biologie und Chemie promovierte sie in
Verhaltensphysiologie und arbeitete als Wissenschaftlerin im
Zoologischen Institut der Universität Regensburg. Sie hat bisher
fünf Erwachsenenkrimis veröffentlicht und schreibt seit 2010 mit
ihrer Schwester Beate Teresa Hanika im Jugendbuchbereich. Kindern und
Jugendlichen die Begeisterung zum Lesen zu vermitteln, liegt ihr sehr
am Herzen.
Deutsch
Gebunden/ 16,99€
Seiten: 480
Verlag: Sauerländer


Englisch
Deutsches
Original!



Interessantes
Konzept, gewöhnungsbedürftige Umsetzung…
Kurzbeschreibung
Rom,
die Ewige Stadt: Eigentlich sucht die siebzehnjährige Aurora nur
eine Wohnung, doch die Besichtigung läuft anders als erwartet …
»Komm rein, wurde ja auch Zeit! Es ist was schiefgegangen, und jetzt
liegt er tot da drin«, wird sie von der ein paar Jahre älteren Luna
begrüßt. Und bevor Aurora das Missverständnis aufklären kann,
hilft sie schon, die Leiche zu beseitigen. Hals über Kopf gerät sie
in ein rasantes Abenteuer, das selbst vor den Toren der Unterwelt
nicht haltmacht, und verliebt sich auch noch in einen ungehobelten
Kerl. Das alles beobachtet die uralte Göttin Persephone – und kann
einfach nicht anders, als in die Irrungen und Wirrungen dort unten
einzugreifen!
Buchgestaltung
Mir gefällt das
düstere Cover ausgesprochen gut und es ist zwischen all den
typischen Jugendbuch-Covern voller Gesichter und knalligen Farben mal
etwas anderes. Außerdem passt es meiner Meinung nach auch gut zum
Roman und diese Mischung aus dunkel/mythisch spricht mich einfach
sehr an. Der Titel hat einen tollen klang, allerdings hätte man
diesen auch noch besser auswählen können.
Meinung
Die
Hanika-Schwestern sind mir vor allem durch ihre Jugendbuch-Reihe
„Dark Angels“ bekannt, die ich damals sehr gerne gelesen habe,
auch, wenn ich sie nicht perfekt fand. Ähnlich erging es mir auch
mit dem neusten Roman der Autorinnen. Das Buch war gut, ich mochte es
irgendwie, aber ganz überzeugen konnte es mich nicht. Als erstes –
das ist wohl der größte Pluspunkt! – sollte man aber erwähnen,
dass in dem Roman eine Menge Recherche Arbeit zu stecken scheint,
denn die Schauplätze und Beschreibungen waren authentisch und toll
beschrieben. Vor so etwas habe ich grundsätzlich Respekt und dafür
gibt es Extra-Punkte.
Im Buch geht es um
Aurora, die kein normales Leben führt. Sie lebt zusammen mit ihrem
Vater in Rom und erledigt dort für diesen immer seltsame Aufgaben.
Weil ihr Vater Professor ist, hat auch unsere Protagonistin ein paar
mehr Hintergrundinfos und Wissen zu Dingen aus der Mythologie usw.
die man als Leser selber nicht hat. Aurora gerät dann eines Tages an
die verrückte Luna, die gerade einen Mord vertuschen will –
zumindest wirkt es auf den ersten Blick so. Ehe Aurora sich versieht
erlebt die ein Abenteuer, welches das Schicksal geplant zu haben
scheint. Während Aurora in der „menschlichen“ Welt durch ein
Ereignis nach dem anderen stolpert, gibt es eine Zuschauerin, welche
auch oftmals die Erzählung übernimmt: Persephone persönlich
beobachtet das junge Mädchen dabei, wie sie ihrer Bestimmung folgt,
denn Auroras Familie hat ein Geheimnis und Persephone mischt aus
Langweile und Sympathie für das Mädchen immer wieder mal mit. Daher
ist das Buch auch in verschiedenen Stilen geschrieben – einmal aus
der Sicht von Aurora, dann aus der Sicht von Persephone. Ich bin
nicht wirklich Fan von solchen Perspektiven-Wechsel und auch hier
fiel es mir schwer, die „Sprünge“ gutzuheißen.
Das lag besonders
daran, dass ich kaum Bezug zu der Göttin herstellen konnte und immer
dann, wenn ich mich Aurora annäherte wurde der Wechsel wieder
vollzogen. So machten es mir die Autorinnen echt schwer, mich für
eine der Figuren zu begeistern. Aurora war für mich ganz in Ordnung,
aber so wirklich, richtig mögen konnte ich sie bis zum Schluss
nicht. Vielleicht lag es auch daran, dass man eigentlich so wenig
über sie weiß und sie ständig irgendwo durch die Gegend rennt,
anstatt dem Leser ihre familiären Verhältnisse, Wünsche und Ängste
näher zu bringen. Es wurde sehr oft betont, wie gebildet die
Protagonistin ist, allerdings bewiesen verschiedene Situationen immer
das Gegenteil. Oft wurde Auroras „Wissen“ benötigt, aber sie
verstand – genau wie der Leser – die Zusammenhänge der
Ereignisse nicht.
Das war übrigens
so eine Sache, die mich am meisten gestört hat: mangelnde
Erklärungen. Viele Rezensenten haben geschrieben „halten bis zum
Ende durch, es lohnt sich“ und das kann ich auch so unterschreiben,
aber – muss ein Leser wirklich „durchhalten“ müssen? Sollte
ein Buch einen nicht lieber so fesseln und außer Atem bringen, dass
es einen nicht stört, kaum etwas zu wissen? Das war hier leider
nicht der Fall. Durch das langsame Erzähltempo bleibt viel zu viel
Zeit sich Unmengen an Dingen zu fragen, die einfach nicht – oder
erst zum Schluss – beantwortet werden. Ein Leser sollte an dem Plot
und den Figuren hängen. Es gibt schließlich auch Geschichten, wie
z.B. Post-Apokalypsen oder Gedächtnisverlust-Idee, bei denen die
Charaktere auch keinen Schimmer haben, aber die Spannung ist eben da
und lenkt die Gedanken des Leser sozusagen um. Jenseits des
Schattentores hatte seine guten Momente, aber mehr Infos und
Verständnis hätten der Story gut getan.
Die Sache mit der
Mythologie war allerdings echt interessant. Es gibt ja gar nicht so
viele gute Bücher über Mythologie und ich fand die Einwürfe dazu
immer super. Allerdings hätte man Persephone auch noch besser
darstellen können. Teilweise kam sie mir wie eine zickige 16-jährige
vor, nicht wie eine weise alte Göttin eben. Allgemein haben die
Figuren viele nichtige Probleme über das Wesentliche gestellt und
das hat mich hin und wieder den Kopf schütteln lassen.
Dafür ist das
Setting mit Rom und den mythologisch angehauchten Hintergründen
wundervoll atmosphärisch gewesen. Das Buch hat einen schon vom
Gefühl her irgendwie in eine andere Welt entführt und das mochte
ich sehr, sehr gerne. Gegen Ende laufen dann viele Stränge zusammen
und man konnte doch zufriedenstellend mit der Geschichte abschließen.

Jenseits
des Schattentores ist ein Roman mit viel Potenzial. Die Mythologie
ist gut recherchiert, das Setting atmosphärisch und die Idee hinter
dem Konzept interessant. Leider mangelt es dem Buch an sympathischen
Figuren, zu denen man als Leser echten Bezug herstellen kann und die
lange Suche nach Antworten ist sehr ermüdend. Etwas mehr Pepp und
Action und das Buch hätte mich mehr überzeugen können. Auf der
anderen Seite meiner Kritikpunkte steht allerdings, dass die
Hanika-Schwestern zweifelsohne großes Talent besitzen und super
schreiben können. Wenn man also etwas mehr Geduld mitbringt als ich,
kann man sicher besser in die Geschichte rund um Aurora und
Persephone eintauchen. 

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