[BUCHREZENSION] Jungs to go

Titel:
Jungs to go
OT:
One of the guys
Autor/in:
Lisa Aldin
Genre:
YA Contemporary
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:

Lisa
Aldin machte ihren Universitätsabschluss in englischer Literatur,
ehe sie sich hauptberuflich dem Schreiben widmete. Mit ihrem Mann,
ihrer Tochter und diversen Haustieren lebt sie in Indianapolis.
“Jungs to Go” ist ihr Debutroman.

Deutsch
Broschiert/
12,99€
Seiten:
368
Verlag:
Heyne (fliegt)

Englisch
Taschenbuch/
9,38€
Seiten:
284
Verlag:
Spencer Hill
Nett trifft es am besten 😀
Kurzbeschreibung
Mädchen
sind einfach nicht so Toni Valentines Ding. In ihrer alten
Jungs-Clique fühlt sich die Siebzehnjährige viel wohler als in der
Gesellschaft ihrer sorgfältig gestylten neuen Klassenkameradinnen
der exklusiven Mädchenschule. Außerdem versteht sie Jungs viel
besser. Als eine ihrer Mitschülerinnen Liebeskummer hat, weiß sie
sofort: Man muss den Treulosen eifersüchtig machen! Und Kerle dafür
hat Toni ja praktischerweise an der Hand. Kurz entschlossen vermietet
sie einen ihrer Jungsfreunde zum einmaligen Date. Der Plan wird ein
voller Erfolg – und Toni kurz darauf Inhaberin einer gefragten
Schein-Date-Agentur. Bis sie sich selbst verliebt und damit nicht nur
ihre Geschäftsidee, sondern auch ihren Seelenfrieden ernsthaft
gefährdet …
Buchgestaltung
Der deutsche Verlag
hat sich hier eindeutig mehr Gedanken um die Gestaltung gemacht –
sie ist knallig, niedlich und passt echt perfekt zum Buch. Auch
„Jungs to go“ als Titel ist einfach super cool und trifft den
Kern des Buches auf den Kopf. Die englische Aufmachung ist nicht nur
nichtssagend, sondern auch echt langweilig. Wenn ich das Buch so im
Laden sehen würde, würde ich dran vorbei gehen.
Meinung
Ich + Contemporary=
Geht eigentlich immer auf 🙂 Jungs to go war auch ein wirklich süßes
Buch, dass ich mochte, von mir aber nur den „OK-Stempel“ bekommt.
Obwohl ich den Roman gerne gelesen habe, verlor ich nach und nach
etwas das Interesse an den Figuren und ihrer Geschichte. Wenn man auf
der Suche nach etwas Leichtem für zwischendurch ist gehen solche
Geschichten immer, aber ich glaube, aufgrund des richtig originellen
Konzepts hatte ich doch etwas zu hohe Erwartungen.
Der Einstieg ins
Buch fiel mit nicht so besonders leicht. Ich hatte das Gefühl, die
Autorin wollte mir unbedingt ins Hirn prügeln wie „anders“ Toni
ist und dass sie sich eigentlich wie ein Junge benimmt. Dabei fielen
mir vor allen die etlichen Wiederholungen negativ auf, die mir sagen
sollten „so und so ist die Prota“, ohne das jetzt so richtig zu
zeigen. Zwar gibt es am Anfang eine einführende Szenen mit Toni und
ihren Freunden, aber diese war schnell vorüber und plötzlich macht
das Buch einen Cut und man ist erst mal verwirrt und denkt sich: wie
geht das jetzt weiter? Das hat mit nicht so gut gefallen, zumal es
danach sofort weiter ging mit „Toni ist so anders, als andere
Mädchen“, dabei war sie nicht mal super begabt oder super schön
und irgendetwas in die Richtung, es ging einfach darum so richtig
kristallklar zu sagen: Toni ist aus den und den Gründen
„jungenhaft“. Aber wir leben schließlich im 21. Jahrhundert und
solche „Klischee“ sollten die Geschlechter nicht belasten dürfen.
Toni macht zwischendurch auch total auffällige Dinge, wie wild herum
rülpsen oder sich am Po kratzen oder irgendwohin rotzen, um zu
zeigen, wie „un-damenhaft“ sie doch ist. Das hätte man wirklich
humorvoller lösen können, wie ich finde.
Nichtsdestotrotz
war ich nach anfänglichen Schwierigkeiten rasch in der Geschichte
drin. Toni war eine nette Protagonistin, deren Agenda man gut
verstehen konnte. Ich fand die Idee des Buches auch total super. Wie
in einem „Coming of Age“ Roman geht es viel darum, wie man sich
verhält, wenn man älter wird und sich bestimmten Umständen
anpassen muss. Toni war immer sichere Abläufe in ihrer Clique
gewohnt, Rituale und Freundschafts-Regeln und plötzlich ist alles
anders und sie fragt sich, wo sie steht und vor allem wie sie zu
ihren Kindheitsfreunden steht. Die Autorin hat auch gut eingefangen
wie es ist Teil einer Gruppe unterschiedlicher Freunde zu sein, wo
jeder seinen Platz hat und wie schwer es sein kann, wenn das Leben
einen zwingt erwachsen zu werden, eben dieser Teil zu bleiben, komme,
was wolle.
Die Romanze im Buch
kommt relativ spät in die Gänge und hat dieses ganze „keine
Ahnung, dass ich in XY verliebt bin und umgekehrt“ Thema, was
niedlich zu lesen war. Ich hätte mir an vielen Stellen gewünscht,
dass etwas mehr der Freundschaft zwischen Toni und den Jungs gezeigt
worden wäre, denn das kam ab und ab etwas zu kurz. Außerdem hätte
man, was die Romanze an sich angeht noch einen Ticken mehr – naja,
Romantik – drauf setzen können. Viel wurde einfach immer wieder in
einem Monolog beschrieben, anstatt aktiv gezeigt zu werden und das
war schade. Dennoch hatte das Buch einen gewissen Unterhaltungswert,
wenn die Dialoge zwischen Toni, ihren Freunden und dem Mädchen des
Internats in die Gänge kamen.
Zwar ist das Buch
in seiner Handlung voraussehbar und kaum überraschend, aber das
liegt dem Genre ja sowieso zu Grunde und kann man der Autorin nicht
vorhalten. Bis zur Mitte fand ich den Ablauf von Tonis Leben wirklich
sehr amüsant, sei es nun ihre alltäglichen Probleme oder das
Auseinandersetzen mit ihren Gefühlen. Danach ging es etwas bergab
mit der Handlung und mir fehlte ein wenig die Spannung. Gefreut habe
ich mich allerdings, als die Autorin eine Prise Dramatik in den Topf
geworfen hat, denn so stereotypisch das alles auch war, ich fand es
süß.
Die Nebenfiguren
gefielen mir auch ganz gut. Die Autorin hat sich mit ihrem lockeren
Schreibstil berühmt diese gut in Szene zu setzen und sie nicht
unbedingt in Schubladen zu stecken. Jedenfalls haben sie alle recht
gut zusammengepasst und auch die Chemie zwischen Toni und dem
Love-Interest hat gestimmt. Das Ende des Buches war so wie man es
erwartet und daher auch sehr zufriedenstellend.

Jungs
to go ist vielleicht kein Meisterwerk to go, aber eine süße und
zeitweilig unterhaltsame Geschichte, deren Idee mir gut gefallen hat.
Die Ausarbeitung hätte besser sein können und besonders die
Geschlechter-Klischees fand ich etwas übertrieben, aber dennoch hat
mir das Buch ein paar nette Lesestunden beschert. Als typische
Sommerlektüre ist es jedenfalls nicht zu verachten, wenn man eine
sucht 😉

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