[BUCHREZENSION] Lockwood & Co – Die raunende Maske

Titel:
Die raunende Maske
OT:
The Hollow Boy
Autor/in:
Jonathan Stroud
Übersetzer/in:
Gerald Jung
Genre:
YA Fantasy
Buchreihe:
Lockwood & Co #3
Zur
Verlagsseite:

Jonathan
Stroud wurde in Bedford geboren. Er arbeitete zunächst als Lektor.
Nachdem er seine ersten eigenen Kinderbücher veröffentlicht hatte,
beschloss er, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Er wohnt mit seiner
Frau Gina und den gemeinsamen Kindern Isabelle, Arthur und Louis in
der Nähe von London. Berühmt wurde er durch seine weltweite
Bestseller-Tetralogie um den scharfzüngigen Dschinn Bartimäus,
dessen Abenteuer in »Das Amulett von Samarkand«, »Das Auge des
Golem«, »Die Pforte des Magiers« und »Der Ring des Salomo«
erzählt werden.
Deutsch
Gebunden/
18,99€
Seiten:
464
Verlag:
cbj

Englisch
Gebunden/
15,95€
Seiten:
400
Verlag:
Disney-Hyperion


Spannender
dritter Band – wann kommt der nächste? 😉
Kurzbeschreibung
Die
Agenten von Lockwood & Co.: Anthony Lockwood, Lucy und George,
führt ihr jüngster Fall mitten ins Zentrum der
Geistererscheinungen, die London unerbittlich heimsuchen. Ein
traditionsreiches Londoner Kaufh aus scheint Brutstätte des
grausigen Phänomens zu sein. Wurde es doch auf den Überresten einer
Pestopferruhestätte und über den Ruinen eines mittelalterlichen
Kerkers errichtet. Gemeinsam mit Geisterjägern aus anderen Agenturen
wagen sich Lockwood und seine Freunde bei Nacht in das Gebäude. Wer
hier überleben will, braucht Mut und einen kühlen Kopf. Doch Lucy
und ihre neue Kollegin Holly belauern sich eifersüchtig, Lockwood
kommt von einem dunklen Geheimnis in seiner Vergangenheit nicht los
und die düsteren Warnungen des wispernden Schädels verheißen
Fürchterliches.
Buchgestaltung
Inzwischen kann ich
mich gar nicht mehr entscheiden, ob mir die neuen englischen Cover
oder doch die deutschen besser gefallen. Egal, in welcher Sprache man
die Buchreihe verschlingt, die Aufmachung passt auf jeden Fall immer.
Die Übersetzung des Titels von „Hollow Boy“ zu „raunende
Maske“ finde ich ehrlich gesagt ein bisschen passender, deshalb
kann man als Fan nicht darüber klagen. Alles in allem ist das Cover
aber wieder sehr cool und passt toll zu den Vorgängern.
Meinung
Seit dem ersten
Band von Lockwood & Co bin ich Fan der Figuren und der Story
gewesen und MUSSTE natürlich auch zum dritten und aktuellem Band
greifen. Endete der Vorgänger doch in so einem fiesen Cliffhänger,
das die Wartezeit unmöglich erschien, so war ich umso gespannter,
als es endlich weiter ging. Der Einstieg ins Buch hat mich allerdings
ein bisschen enttäuscht, da man schon über 100 Seiten lesen muss,
um überhaupt zu der Cliffhänger-Information aus „der wispernde
Schädel“ zu kommen. Ich hatte bei diesem Band der Reihe leider
öfter den Eindruck, der Autor würde ihn als eine Art Überleitung
benutzen, um noch mal wichtige Dinge zu wiederholen, die der Leser
eventuell vergessen haben könnte. Klar – in Lockwood & Co geht
es in erster Linie um die Agenturen, Geister und Aufträge der Stadt,
aber im Großen und Ganzen war es vor allem der rote Faden, den ich
hier mehrmals gesucht und nicht gefunden habe. Versteht mich nicht
falsch – das Buch war sehr gut, ich fand es unterhaltsam und ich
liebe die Figuren sehr, aber nachdem der Vorgänger so brillant und
aufregend und spannend war, wollte ich einfach MEHR.
Jonathan Stroud
kann einfach Schreiben und hat es hier auch wieder bewiesen. Sein
Stil ist wortgewandt, klar strukturiert und hat diesen herrlichen
Touch Humor, sodass man durch das dicke Buch hindurch fliegt. Ich
habe es tatsächlich an einem Stück gelesen und wollte nicht, dass
es schon wieder so schnell vorbei ist. In diesem Teil der Reihe
müssen Lockwood & Co aufgrund eines riesen Falls wieder mit
anderen Agenturen zusammenarbeiten und das sorgt für allerlei
Konkurrenzdruck unter den verschiedenen Parteien. Nachdem ein
Massengrab gefunden wurde, nehmen die Geistererscheinungen Überhand
und es tun sich noch einige Rätsel mehr auf. Ein besonders Großes
hat auch wieder etwas mit dem Titel zu tun.
Die Welt der Reihe
ist faszinierend und interessant wie zuvor und ein neues Lockwood
Buch zu lesen bedeutet irgendwie in eine bekannte Welt einzutauchen,
die aber trotzdem so viele Dinge vor dem Leser verbirgt, dass es
niemals langweilig wird. Neben Lucy, Lockwood und George taucht auch
eine neue Figur im Team auf und ich fand es witzig, wie der Autor die
Dynamik des Teams auf die Probe gestellt hat. Auch erfährt man
endlich etwas mehr über Lockwoods Vergangenheit, wenn es für meinen
Geschmack auch gerne noch mehr Informationen gewesen hätten sein
können.
Zwischen lustigen
Schlagabtauschen und ernster Dialoge ist es vor allem Lucy, die in
diesem Teil mit Selbstzweifeln kämpft. Durch das neue Teammitglied
muss sie erst wieder ihren Platz finden und sich auch daran gewöhnen,
dass sie nicht mehr das einzige Mädchen in der Agentur ist. Dazu
kommt, dass ihre Gabe ihr noch immer zu schaffen machte und auch der
Schädel aus dem Vorgänger ihre Bedenken anstachelt. Kann man der
Neuen trauen? Hat Lockwood weitere Geheimnisse? Und was ist
eigentlich in der Stadt los. In einer Mischung aus dem Alltag der
Agenten, vielen kleinen und diesem großen Auftrag erlebt man wieder
hautnah mit, wie unser Charaktere Abenteuer überstehen, Geheimnisse
ans Licht bringen und dabei selbst zur Zielscheibe werden. Besonders
gegen Ende war der Roman unheimlich spannend! An einer Stelle wäre
mir fast das Herz stehen geblieben, weil die Wende so unerwartet kam
und überhaupt versteht es der Autor sehr gut mit den Emotionen
seiner Leser zu spielen. All diese haarscharfen Erlebnisse haben mir
ganz oft Schauer den Rücken hinunter gejagt. Das Finale zum Schluss
ist atemberaubend.
Trotzdem kam mir
das Buch aus oben genannten Gründen an 2-3 Stellen ein wenig
langatmig vor und wünsche mir für den nächsten Band wieder etwas
mehr Interaktion zwischen Lucy und Lockwood und ein paar mehr
Erklärungen zu den Dingen, die hier nur angerissen wurden. Was
Action und Plot angeht kann man bei Stroud niemals meckern, aber die
Figuren mussten hier ein wenig zurückstecken. Nichtsdestotrotz hat
mich Lockwood wieder sehr fesseln können.

Gelungene
Fortsetzung der Bestseller-Reihe, von der wir hoffentlich noch eine
Menge zu lesen bekommen. Die Figuren sind charmant, der Plot ist
abwechslungsreich und das große Finale ist ein Feuerwerk an Gefühlen
und packenden Wenden. Leider fehlte auf Dauer etwas der Zusammenhang
zu den anderen Romanen, was vor allem daran lag, dass Hintergründe
zu Lockwood zu kurz kamen und uns der Autor noch ein wenig auf die
Folter spannend wollte. Von mir gibt es aber eine Leseempfehlung –
die ganze Reihe ist einfach sau cool, witzig und mal was anderes!

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