[BUCHREZENSION] Und er steht doch auf dich

Titel:
Und er steht doch auf dich
OT:
The Fine Art Of Pretending
Autor/in:
Rachel Harris
Genre:
YA Contemporary
Buchreihe:
The Fine Art Of Pretending #1
Zur
Verlagsseite:

Bestsellerautorin
Rachel Harris schreibt humorvolle Liebesgeschichten, die jeden zum
Dahinschmelzen bringen. Große Emotionen und überzeugende
Beziehungen bilden die Grundlage für ihre Bücher … und Küsse.
Viele Küsse.
Deutsch
Taschenbuch/
9,99€
Seiten:
400
Verlag:
cbt

Englisch
Taschenbuch/
9,50€
Seiten:
306
Verlag:
Spencer Hill




Sehr
enttäuschende Umsetzung…
Kurzbeschreibung
Aly
will endlich weg von ihrem Kumpel-Image. Ihr Ziel: Justin Carter
erobern, den heißesten Typen der Schule, und mit ihm zum Homecoming
Ball gehen. Also wird die Operation Sex-Appeal gestartet. Dazu gehört
auch die gefakte Beziehung mit Brandon, Alys bestem Freund. Und
tatsächlich beginnt Justin sich für Aly zu interessieren. Nach der
»Trennung« von Brandon kommen Aly und Justin auch wirklich
zusammen. Aber ist es wirklich Justin, den Aly will? Denn eigentlich
haben sich Aly und Brandon längst unsterblich ineinander verliebt.
Doch zuzugeben, dass sie mehr füreinander sind als nur Freunde, ist
gar nicht so leicht …
Buchgestaltung
Ich mag es
immer, wenn Original Cover übernommen werden und daher finde ich das
deutsche (wie eben das englische) sehr niedlich und es passt auch
ganz gut zu Geschichte, wie ich finde. Bei Contemporary ist das ja
allgemein nicht so schwierig, etwas sommerliches und niedliches zu
schaffen 😀 Den deutschen Titel mag ich übrigens lieber! Er fängt
die Thematik des Buches zwischen Freundschaft VS Romantik sehr gut
ein.
Meinung
Das
Buch hatte eine Grundidee, die nicht neu ist.
Das
Buch hatte Figuren, die austauschbar waren.
Das
Buch hatte nicht das gewisse Extra.

ABER,
das Buch hätte gut sein können. Niedlich. Amüsant. War es manchmal
auch.

Als
ich angefangen habe “Und er steht doch auf dich” zu lesen,
hatte ich schon direkt so ein paar Gedanken, die in etwa in diese
Richtung gingen: will die Autorin mich verarschen? Ich meine, von der
Synopsis des Buches her erwartet man ja eine Protagonistin, die
unsicher ist und sich äußerlich ändern möchte, damit sie eben was
aus sich “herausholt”…eine gewisse Oberflächlichkeit
bringt diese Thematik durchaus mit sich und darauf war ich auch
gefasst. Je länger ich an dem Roman gelesen habe, umso schneller
wurde mir aber klar, dass ich ziemlich vergebens auf DEN Wendepunkt
warte. Nämlich den, an dem die liebe Aly erkennt – hey, Schönheit
kommt von innen. Das war echt deprimierend, wenn ich ehrlich sein
soll. Ständig wird betont wie gut Aly aussieht, wie SEXY sie ihr
neuer Look macht und wie wunderbar der funktioniert, denn ALLE
fliegen auf sie.

Ich
fand das fürchterlich. Ich wollte manchmal weinen. Ja,
weinen.

Brandon,
Alys bester Freund fängt erst an etwas “mehr” in Aly zu
sehen, nachdem er ihr auf die sexy langen Beine im Minirock gegafft
hat. Es wird zwar immer betont, wie deutlich doch alle außer den
beide wussten, dass sie füreinander bestimmt sind, aber davon habe
ich nichts gemerkt. Stattdessen musste man sich bei jedem
Blickwechsel geben, wie HOT und SEXY Alys neuer Look ist und wie
leicht es ihr auf einmal fiel alles durchzuziehen, vor dem sie sich
vorher gefürchtet hat. Schüchternheit? Ängste?
Selbstbewusstseins-Problem? Der magische Minirock und der
ultra-knappe Zauber-Bikini haben da schnell Abhilfe geschafft. Das
war mal ein Buch, wo die Protagonistin im Gegensatz zu ihren BFFs
“ge-slut-shamed” wurde. Aber hallo. Richtig fett.

Und
dann die Klischees. Vielleicht sollte ich solche Geschichten nicht
mehr lesen, aber meine Fresse, der halbe Plot hängt mir echt zu den
Ohren raus. Immer wieder dasselbe und dasselbe und dasselbe. Ich habe
die Freundschaft zwischen Aly und Brandon nicht verstanden. Ich habe
einfach nicht “dieses Gefühl” gehabt, sie zu mögen, sie
verstehen zu können. Brandon war noch ganz okay, ich mochte ihn
irgendwie, aber Aly? So blass wie ein weißes Blatt Papier. Was weiß
ich schon über sie? Sie hat eine Schwester und kann singen…ja, das
Mädel bleibt mir sicher ewig im Gedächtnis!

Dabei
gab es gute Momente, ja wirklich! Es gab sie, diese
zuckrig-süßen-Marshmallow-Momente, die ich aus dem Buch schneiden
und in eine Dose tun wollte. Ich hab da schon 1-2 mal geseufzt und
die Küssen zwischen Aly und Brandon war auch niedlich. Leider reicht
so ein Bruchstück von “fand ich gut” nicht aus, um mich
von einer ganzen Story zu überzeugen. Schlimm war auch das endlose
Hin – und her, was ich kaum nachvollziehbar fand. Ich habe schon
Geschichten über Freunde gelesen, die sich ineinander verlieben.
NATÜRLICH gibt es Missverständnisse, es gibt seltsame Momente, man
hat Angst sich zu überwinden und über Gefühle zu reden ist scheiß
schwer – JA! Aber so was ne…Sinn komm raus, du bist umzingelt!
Nein? Na gut, dann bleib der Story halt fern.

Entweder
bin ich zu alt und Contemporary Bücher werden immer blöder.

Ich schätze mal, wenn man sehr wenig Erfahrung mit YA Contemporary hat, dann wird einem das Buch viel mehr Freude bereiten, als etwas kritischeren Leserinnen, wie mich xD Mein größtes Problem lag an der Oberflächlichkeit und den Äußerlichkeiten, auf die in meinen Augen extrem viel wert gelegt wurde und den übermäßig vielen Klischees, die in keinster Weise ausgelassen wurden. Für mich bot das Buch leider null Originalität oder Überraschung, weshalb der Unterhaltungs-Faktor gegen Null ging 🙁 Allerdings ist der Schreibstil sehr flüssig und das Buch an sich, bestimmt nicht unterirdisch…okay, es fällt mir wirklich schwer, etwas Nettes aus der Story rauszupressen 😛

2 Kommentare

  1. Ich mochte das Buch eigentlich, obwohl ich anfangs dachte, ich würde es überhaupt nicht mögen. xD Ich fand es aber dann gar nicht mal so klischeehaft umgesetzt (auch wenn das Grundprinzip natürlich klischeehaft war), gerade in Bezug auf Justin.
    Dein Argument in Bezug auf diese Reduzierung auf Äußerlichkeiten kann ich nachvollziehen, ich fands auch erst wenig moralreich. Allerdings frage ich mich, ob es nicht doch realistisch ist und somit traurige Wahrheit.
    Allerdings hätte die Moral letztendlich doch ein bisschen mehr herausgearbeitet werden können, das stimmt schon.
    Dennoch kam bei mir der Niedlichkeitsfaktor mehr an.

    Ich hoffe, das nächste Contemporary-Buch kann dich wieder mehr überzeugen. 😉

    Liebe Grüße
    Dana

    1. Ich war da irgendwie etwas mieseptrig bei dem Buch! xDD Manchmal schwingt dann auch noch so ne "bestimmte Stimmung" mit und ich hatte bei dem Buch einfach keinerlei "Vibe" 🙁 Eine Freundin von mir mochte es aber auch sehr gerne, deshalb verstehe ich auch deine Seite 😀

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