[BUCHREZENSION] Living The Dream. Liebe kennt keinen Plan.

Titel:
OT:
Living The Dream. Liebe kennt keinen Plan.
Autor/in:
Amelie Murmann
Übersetzer/in:
Genre:
YA, Contemporary
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:

Amelie
Murmanns Liebe zu Jugendromanen begann mit einem Jungen, der
überlebte, und festigte sich endgültig mit einem Mädchen, das in
Flammen stand. Um diese Liebe mit der Welt zu teilen, eröffnete sie
2010 ihren eigenen Buchblog und begann kurz darauf mit dem Schreiben.
Amelie lebt mit ihrer Familie und ihren über vierhundert Büchern in
Moers. Wenn sie nicht gerade liest, schreibt oder bloggt, studiert
sie Lehramt an der Universität Essen. Ihr Debütroman »Wanderer.
Sand der Zeit« ist bei Impress, einem Imprint des Carlsen Verlags,
erschienen.
Deutsch
Ebook/
3,99€
Taschenbuch/
12,99€
Seiten:
circa 250
Verlag:
Impress/Carlsen

Englisch
Deutsches
Original!
Kurzbeschreibung
Living
the Dream – das ist Lillis Schlachtplan, als ihr zu Anfang des
neuen Schuljahres aufgeht, dass ihr nur noch ein Jahr bleibt, um
alles zu tun, was zu einem ordentlichen Teenagerleben dazugehört:
rauschende Partys, jede Menge Drama und natürlich der erste Kuss!
Ihre Anfangsmission lautet: Bringe jemanden dazu, sich
gezwungenermaßen im Unterricht neben dich zu setzen, und verliebe
dich dann in ihn. Eine Herausforderung, findet Lilli, aber machbar!
Doch dann gerät sie dabei ausgerechnet an Zachery Martinez, den
Draufgänger der Schule. Und als sie ihm auch noch versehentlich
Nachsitzen einhandelt, ist er alles andere als begeistert. Gut, dass
es noch weitere Missionen auf ihrer Liste gibt. Blöd nur, dass ihr
Zach bei diesem Vorhaben immer wieder in die Quere kommt – ganz
besonders bei der Mission »Erstes Date«…
Buchgestaltung
Mir gefällt
das Cover wirklich ausgesprochen gut! Es ist perfekt für eine süße
und leichte Contemporary Geschichte und spiegelt auch den Inhalt ein
klein wenig wieder. Der Zettel symbolisiert auch wunderbar Lillis
Liste aus dem Roman und da dieser den Kuss etwas verdeckt sieht das
alles noch mal eine Ecke niedlicher aus. Ich finde auch die Farben
sehr schön, weil sie einen warmen Eindruck machen und irgendwie
Sommer-Feeling wecken.
Meinung
Die Wanderer
Dilogie und auch das eShort von Amelie Murmann zählen zu meinen
liebsten Büchern und ich war schon sehr gespannt auf ein ganzes Buch
aus dem Genre Contemporary. Dass die Autorin ein Gespür für eine
humorvolle Liebesgeschichte hat, hat sie schon in „Feinde mit
gewissen Vorzügen“ bewiesen. In Living The Dream gibt es neben den
typischen Contemporary-Elementen aber auch eine Menge Spannung, die
besonders das Ende ziemlich aufpeppt. Die Mischung aus Romance und
überraschenden Wenden hat bei mir jedenfalls genau ins Schwarze
getroffen.
Im Roman geht
es um Lilli, die kurz vor dem Abi steht und eines Tages feststellt,
dass ihr Leben gar nicht so diese 0815 Klischees aus den
amerikanischen Filmen beinhaltet, die sie immer sehr gerne schaut.
Kurzum stellt sie eine Liste mit Dingen auf, die sie erfüllen will,
um den „amerikanischen Traum“ eines jeden Teenager zu leben –
Musicalnummer inklusive! Zu Beginn jedes Kapitels steht ein Punkt
ihrer Liste in sehr humorvoller Tagebuch-Manier. So lernt man gleich
die witzige Seite der Protagonistin kennen. Das Coole an der Sache
ist, dass es eben genau die Klischees in Liebesfilmen sind, die uns
alle inzwischen zu den Ohren raushängen, die Lilli hier auf ihre
ganz eigene Weise neu erlebt. Szenen wie den „Kuss im Regen“ oder
den „gezwungenen Sitznachbarn“ nachzustellen ist nämlich gar
nicht so einfach und Lilli muss eine Menge Chaos ertragen, weil
einfach nichts so klappt wie es geplant war.
Lilli als
Protagonistin war mir wirklich sehr sympathisch. Mit ihrer etwas
unbeholfenen, charmanten Art hat sie sich sofort in mein Leserherz
katapultiert und ich habe wahnsinnig gerne ihre Gedanken und Gefühle
verfolgt. Es gab so oft etwas zu lachen, dass ich mehrmals fast vom
Stuhl gekracht wäre xD Aber Lilli hat nicht nur diese leichte Seite,
sondern auch eine Art Geheimnis, das in ihrer Vergangenheit liegt und
ihr das Leben manchmal sehr schwer macht. So erreicht das Buch oft
Punkte, an denen man zum Nachdenken angeregt wird und der Schreibstil
sogar einen sehr poetischen Touch erlangt.
Es gab einfach
so viele Stellen, an denen ich inne halten und mir einen Moment Zeit
nehmen musste, um mir die Worte der Autorin durch den Kopf gehen zu
lassen. Living The Dream ist eben nicht nur eine Story über die
erste Liebe, sondern auch darüber, wie man sich seinen Ängsten
stellt und nach vorne blickt. Unterstützung bei ihrem „Chaos-Plan“
hat Lilli von ihren besten Freundinnen. Von denen mochte ich vor
allem Hannah super gerne! Sie war so ein süßes und liebes Mädchen
und immer, wenn sie etwas zum Besten gegeben hat, musste ich
schmunzeln. Ich fand es wirklich schön, dass Freundschaft hier auch
eine Rolle gespielt hat und es eben um mehr ging, als nur den sexy
smexy Bad Boy, der allen den Kopf verdreht.
Wo wir auch
schon bei Zach wären und den mochte ich von allen Figuren am
meisten. Kaum zu glauben, aber ich fand mal einen Kerl in einem
Contemporary Buch besser als die Protagonistin selbst – Wunder
geschehen also doch noch. Zach hat zwar auf den ersten Blick schon
ein Draufgänger Image, aber das ist vielmehr etwas, was andere ihm
andichten, als das es seinem Charakter entspricht. Der ist nämlich
verständnisvoll, loyal und sehr aufgeschlossen. Das Zach einen
unglaublich süßen kleinen Bruder hat war auch ein mega Pluspunkt,
denn so hat man viel über Zachs Familie erfahren. Normalerweise
fallen „Bad Boys“ ja vom Himmel, ohne irgendwo eine Familie zu
haben, weil Gott bewahre, sonst wären sie ja Menschen wie jeder
andere.
Überhaupt hat
man im Buch auch viel über die Familien der Figuren erfahren und
ihre Hintergründe, was allem mehr Tiefgang verliehen hat. Und obwohl
das Buch auf „Cuteness-Overload-Disney-Film-Level“ agiert und man
sich den Verlauf an vielen Stellen recht schnell ausmalen kann, so
war vor allem das Ende sehr überraschend und sehr spannend. Die
Autorin hat die Story noch einmal gedreht, ohne dabei zu viel Drama
einzubauen und besonders das Ende…uff, dieses Ende….also ich
musste echt ein paar Tränchen verdrücken, weil das ging einfach
direkt mit einem Pfeil der Awesomeness ins Herz 😀 Der ganze Epilog
hat bei mir einen 5-Sterne-Status. Einen halben Stern Abzug in der
Wertung gibt es nur, weil ich ein bisschen gebraucht habe, um mich in
die ersten Kapitel einzulesen, aber das ist schon Meckern auf hohem
Niveau.

Living
The Dream ist ein witziges und niedliches Contemporary Buch, das
besonders Lesern gefallen wird, die – genau wie ich – die Art von
Geschichten mögen, die süß wie Zuckerwatte sind und direkt an den
Romantiker in einem appellieren. Zwischen Humor und Freundschaft
waren es vor allem die starken Dialoge, die an einigen Stellen zum
Nachdenken anregen, dem Buch aber nie die leichte Atmosphäre nehmen.
Klischees können eben doch cool sein!

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