[BUCHREZENSION] Alba & Seven: Vertraue niemals der Erinnerung

Titel:
Alba & Seven: Vertraue niemals der Erinnerung
OT:
Memory Keepers
Autor/in:
Natascha Ngan
Übersetzer/in:
Michael Koeseler
Genre:
YA Fantasy
Buchreihe:
Einzelband
Zur
Verlagsseite:

Natasha
Ngan wurde im englischen Hertfordshire geboren und hat ihre Kindheit
zwischen Großbritannien und Malaysia verbracht, von wo die
Chinesische Seite ihrer Familie stammt. Bücher waren schon immer
ihre besten Freunde und auch wenn inzwischen ein paar echte
menschliche Freunde dazugekommen sind, sind Bücher ihr noch immer
das Wichtigste.

Mehr
über Natasha auf Twitter @girlinthelens oder natashangan.com.

Deutsch
Gebunden/
17,99€
Seiten:
432
Verlag:
Arena

Englisch
Taschenbuch/
10,79€
Seiten:
336
Verlag:
Hot Key Books





Sehr
enttäuschender Einheitsbrei mit offenem Ende…
Kurzbeschreibung
Alba
will nur eins: endlich aus ihrem goldenen Käfig im Nordbezirk
Londons ausbrechen. Als Tochter des mächtigsten Mannes des Landes
ist ihre Zukunft jedoch längst vorherbestimmt. Die letzte Chance,
frei zu sein, kommt in Gestalt eines jungen Diebes: Seven. Und der
ist nicht nur total unverschämt, sondern auch Mitglied einer
Straßengang, die mit gestohlenen Erinnerungen auf dem Schwarzmarkt
handelt. Ausgerechnet ihm folgt Alba zum ersten Mal in den Süden.
Doch in einer Welt, in der keine Erinnerung privat ist, bleiben auch
Geheimnisse nicht lange verborgen. Geheimnisse, die Albas Leben für
immer verändern, und Seven in tödliche Gefahr bringen. Die beiden
müssen alles aufs Spiel setzen – ihr Leben … und ihre Liebe

Buchgestaltung
Die englische
Aufmachung gefällt mir gar nicht, was für mich auch ein Hauptgrund
war, das Buch auf deutsch zu lesen. Ich finde die Farben fürchterlich
und auch sonst alles irgendwie überladen. Die Gestaltung des Arena
Verlags ist einfach minimalistischer und stimmiger und auch der
deutsche Titel passt viel besser zum Inhalt des Romans.
Meinung
Wenn man sich
das Konzept dieses Buch anschaut, dann klingt das unglaublich
verlockend, oder? Ich war mir schon fast sicher, dass ich dieses Buch
lieben würde, aber dann ist leider das Gegenteil eingetreten, denn
es gab kaum etwas, das mich an dieser Geschichte so wirklich packen
wollte. Zu viel Bekanntes, zu viele Klischees und Originalität sucht
man vergebens.
Die beiden
Figuren sind wie Tag und Nacht. Alba ist die behütete Tochter
reicher Eltern, die ihre ganze Zukunft durchgeplant haben und Seven
ein mittelloser Dieb, der zum Vergnügen und Überleben stiehlt. Die
Idee des Romans basiert auf einem System, bei dem es Trend ist in den
Erinnerungen anderer zu surfen – was sich jedoch nur die Reichen
leisten können. Man erfährt nicht ganz genau wann und wo die Story
angesiedelt ist, aber das Setting hat schon etwas Futuristisches. Bis
auf die Tatsache, dass es Chips mit Erinnerungen gibt, die wie
kostbares Gut gehandelt und gekauft werden findet sich im Roman
leider wenig Neues. Weder die Beschreibungen der Regierung, noch der
Schule oder alltäglichen Dingen unterschied sich groß von uns. Die
Autorin hat nicht sehr viel Zeit in World-Building gesteckt und das
merkt man leider auch. Man hätte alles durch ein paar Details mehr
sehr viel interessanter gestalten können.
Zu Beginn
folgt man beiden Figuren abwechselnd durch ihren Alltag und lernt ein
wenig die Umstände kennen, unter denen sie aufgewachsen sind und
derzeit leben. Die Art und Weise, wie hier Stereotypen zum Einsatz
kamen hat mich wirklich extrem stark an viele andere Bücher
erinnert, z.B. Mystic City, weil die Figuren einfach nicht mehr
waren, als die Rollen, welche die Autorin ihnen aufgezwungen hat.
Armes-reiches Mädchen, rebellisch-kultivierter Querdenken – beide
treffen aufeinander und verändern die Welt des jeweils anderen.
Das alles wäre
auch viel spannender gewesen, wenn ich die Figuren gemocht hätte.
Ich habe absolut nichts gegen „nette“ Figuren oder auch
Protagonistinnen, die eben nicht das besondere Extra haben, aber ein
wenig Persönlichkeit (Interessen, Gefühle, Wünsche, Ängste)
dürfen sie schon haben und davon kam in „Alba & Seven“ eben
einfach ALLES zu kurz. Man weiß von der ersten Sekunde an, wie sich
die Beziehung der beiden entwickelt, wann wer was sagt und die
wechselnde Perspektive hat dabei nicht geholfen. Stattdessen durfte
man gleich doppelt Geschmachte und Verehrung lesen. MEH.
Der Plot an
sich hatte so seine guten Momente. Ich fand die Idee mit den
Erinnerungs-Chip durchaus interessant und es gab auch wirklich einige
unterhaltsame Sequenzen, die ich echt mochte, aber so im Gesamtbild
war die Handlung einfach zu übersichtlich gestrickt und wenig
überraschend. Es gibt die Bösen, es gibt die Guten und das
Geheimnis errät man auch total schnell und leicht – weil es eben
wie alles im Buch dem XY-Jugendbuch-Schema folgt. Finstere
Organisation und Familiendrama noch obendrauf.
Eigentlich
kann ich auch gar nicht sagen, dass das Buch wirklich schlecht ist.
Ich habe nur einfach keine Verbindung zu den Figuren aufbauen können
und mich eben „leer“ gefühlt beim Lesen. Mich konnte eben nichts
berühren oder richtig packen und deshalb habe ich mich oft
gelangweilt. Zum Ende hin wird es dann aber sehr viel besser und
vieles geht Schlag auf Schlag. Leider hängt man beim Abschluss der
Story etwas in der Luft und ehrlich gesagt fand ich, dass sich der
Epilog doch so gelesen hat, als würde es weitergehen. Das war
irgendwie alles so offen und nicht zufriedenstellend gelöst.

Was
soll ich sagen? Mir gefiel das Buch einfach nicht. Im großen Meer
der Jugendbuch-Szene geht „Alba & Seven“ leider mega unter
und es ist keine Geschichte, die man unbedingt gelesen haben muss.
Die Idee klang vielversprechend, aber die vielen 0815-Muster und auch
Figuren haben dieser Idee jegliche Originalität genommen und das
Ende hat mich sehr enttäuscht. Wirklich schade, dass ich nicht mehr
Positives über das Buch sagen kann 🙁

1 Kommentar

  1. Da ging es mir genau wie Dir! Und das Ende hat mich mega abgefuckt. Der "Umbruch" war der reinste Witz…ich kann gar nicht in Worte fassen, wie schlecht dieser Abschnitt war! Der Rest des Buches war einfach nur leeres Geschwafel…total nervig. Schade!

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