[Geplauder] Bye, Lesestatistiken!

Lesestatistik – das Wort hat der ein oder andere von euch vielleicht schon einmal gehört. Meistens ist es eine Kategorie auf Buch-Blogs, welche auflistet, was man wann gelesen hat und wie man es fand. Ich blogge seit 2011 und kann mich eigentlich nicht daran erinnern, wann ich eine solche Statistik mal nicht am Ende eines Monats oder am Anfang eines anderen gepostet habe. Mir haben diese Beiträge dabei geholfen zu sehen, was ich alles gelesen habe und auch, um zu reflektieren, was ich eigentlich noch rezensieren wollte. In solchen Statistiken kann man gut erkennen, was dem persönlichen Geschmack entspricht und was so betrachtet ein „Top“ oder „Flop“ waren.

Das fand ich immer super praktisch. Da ich ein großer Fan von Goodreads bin und dort sogar meine Bücher katalogisiere, um einen Überblick zu behalten, hat es sich immer angeboten dort eine aktuelle Lektüre als „currently reading“ zu markieren. Das mache immer noch wahnsinnig gerne, denn ich liebe Goodreads als Tracker und noch mehr als Buch-Community. Die Sache mit den Lesestatistiken ist jedoch etwas, das mir schon seit einer Weile keine Freude mehr bereitet. Zu sehen, wie viel ich geschafft habe war lange Zeit ein schönes Erfolgserlebnis. Ich meine: Der Sub schrumpft dadurch ja immer ein Stückchen und das musste man irgendwie für die Nachwelt festhalten, richtig?

Im Laufe der letzten Jahre habe ich aber herausgefunden, wer ich als Leserin bin. Was gefällt mir und was nicht? Ich lese neben Romanen auch Comics und Graphic Novels und höre Hörbücher und teils kam da in einer Lesestatistik echt einiges zusammen, worauf ich stolz war. Inzwischen bedeuten mir solche Auflistungen aber nicht mehr so viel. Mit der Zeit habe ich dort viele Bücher gezeigt, über die ich nie gesprochen habe, weil sie gleich wieder aus meinem Gedächtnis verschwunden sind und andere wiederum fand ich furchtbar schlecht und wollte keine Energie darauf verwenden, sie überhaupt ins Rampenlicht auf meinem Blog zu rücken. Das heißt, meine Statistiken haben zwar gezeigt, was ich gelesen habe, aber das war mehr ein schnelles Abhandeln von „gelesen“ und „nicht gelesen“.

In Zukunft möchte ich das gerne anders handhaben. Ich mag solche Postings immer noch gerne – nur für mich haben sie etwas den Reiz verloren. Deshalb würde ich auf meinem Blog in Zukunft gerne über die Geschichten spreche, die ich lese und dabei etwas vorstellen. Oder gleich eine Rezension zu einem Titel verfassen, der mich begeistern konnte oder eben nicht. Das Aufzählen gelesener Romane erscheint mir im Vergleich zu den Beiträgen, in die ich Zeit und Spaß stecken kann einfach nicht mehr ganz so sinnvoll. Hattet ihr solche Gedanken auch schon mal? Viele Blogger lesen ja immer „nur“ die neusten Neuerscheinungen, rattern Rezensionen runter, die mehr Inhaltsangabe, als Besprechung sind und posten den gleichbleibenden Content. Ich finde es auch schön, wenn man damit glücklich ist und begeistert seinen Blog füllt. Ich persönlich werde nur versuchen mir genauer zu überlegen, wie ich ein Buch in Szene setze und wofür ich mir Zeit nehme – die wird angesichts meines Jobs und Alltags nämlich immer knapper. Dabei liebe ich das Bloggen und möchte es nicht aufgeben.

Vielleicht wird es statt einer Lesestatistik eher die Monatsfavoriten geben? Das fände ich ganz schön. Wie geht ihr dabei vor? Besprecht ihr alle Romane, die ihr lest? Ist es euch wichtig im Blick zu haben, wie viel ihr lest und wie es euch gefallen hat? Monthly Wrap-Up, ja oder doch eher nein?

1 Kommentar

  1. Liebe Tanja,
    schön, dass das Kommentarfeld nun funktioniert. 😀
    Mich hat das Thema des Beitrags ja sofort angesprochen. Die lieben Statistiken und ich haben es nämlich nie so ganz dicke miteinander gehabt. Vor ein paar Jahren habe ich sogar Wochenstatistiken gemacht, aber das nahm dann überhand.
    Allein nur Bücher runterrattern, ist auf Dauer genauso langweilig.
    Dann habe ich auch mal Monatsstatistiken weggelassen. Es wurden immer wieder Formate angefangen und dann fallen gelassen, weil halt doch viel Arbeit drin steckt. Inzwischen machen ich die Statistik mal wieder ab und zu. Hier geht es aber nicht “nur” um Bücher, sondern ich schreibe auch von gesehenen Filmen oder Events, die mich interessierten. Das lockert alles etwas auf. Von den Monaten Juli + Juli wird es wohl demnächst wieder eine Zusammenfassung geben.
    Generell führe ich für meinen persönlichen Überblick schon seit Beginn eine Unterseite – https://nightingale-blog.net/reziwand/gelesenes-gelistet/ . Die ist ganz schnörkellos und hilft mir vor allem bei meinem Jahresrückblick. Ich schaue mir dann die Aufllistung an, gehe evtl. in die entsprechende Besprechung o.ä. und schreibe dann etwas dazu.

    Deine Idee mit den Monatsfavoriten finde ich daher wirklich schön. Ich bin immer der Meinung, man sollte selbst so bloggen, wie einem zumute ist. Es ist ja schon und gut, dutzende Wochenrückblicke zu diversen Themen online zu stellen, aber das ist für mich komplette Überflutung und leider auch Datenmüll. Bei dem einen oder anderen Blogger geht das Konzept auch auf, bei mir wäre es Verschwendung meiner Zeit. Vor ein paar Jahren habe ich STUNDEN an so einer Statistik gesessen. Mittlerweile ist mir die Zeit zu schade. Denn ich mache mir da nichts vor: klar, ist mein Blog eine Art von Lesetagebuch. Aber ich möchte auch, dass mein Geschriebenes wenigstens von ein paar Leutchen gelesen wird.

    Momentan mache ich mir wieder viele Gedanken, was überhaupt bei mir auf dem Blog noch lesenswert ist. Denn ich merke, wie wenig Interesse viele Beiträge finden.
    Es läuft halt immer mehr nur über Instagram/Facebook, und die ‘richtigen’ Beiträge werden ignoriert. Aber noch bin ich motiviert genug weiterzumachen.
    Hey, vielleicht ist das ja auch ein Aufhänger für einen Beitrag! 😉

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