4 Sterne,  Buchrezension

[AUSGELESEN] 175 Tage mit dir von Tina Köpke

Welch bessere Motivation für einen Neuanfang gibt es, als vom College zu fliegen?

Amelia ist nach dem Rauswurf auf der Suche nach einem Zimmer, in dem sie bis zum Sommer wohnen kann. Sie will ihr Leben auf eigene Faust auf die Reihe bekommen und die Situation vor ihren Vätern verheimlichen. Da kommt ihr das Aufeinandertreffen mit Riley gerade recht, der ihr nicht nur ein Zimmer in der WG anbietet, sondern auch eine ziemliche stabile Schulter zum Anlehnen. Dass Amelia mit ihrem verrückten, abenteuerlustigen Gemüt sein Leben gehörig auf den Kopf stellt, wirft jedoch eine ganz neue Art von Problemen auf, denen man erst mal gewachsen sein muss …

 Vorgänger /Companien: 125 Tage Leben (siehe Foto)

Tina Köpke | Romance Edition | New Adult | 5. Oktober 2018

Ebook 4,99€ | Taschenbuch 12,99€ | circa 260 Seiten

Die Autorin Tina Köpke ist sicher einigen ein Begriff. Neben dem Schreiben designt sie Buchcover und ist auf Social Media sehr aktiv, wo ich ihr schon eine Weile sehr gerne folge. Nachdem für mich ihr erster New Adult Roman „125 Tage Leben“ ein kleiner Überraschungshit war, war ich ebenso gespannt auf den „Nachfolger“. Es handelt sich dabei um einen Einzelband, in dem jedoch einige Figuren erneut auftauchen – was mich wirklich gefreut hat! Aber zum Roman!

In „175 Tage mit dir“ geht es um Amelia, welche vom College geflogen ist und eine Bleibe sucht, um neue Pläne zu schmieden. Durch Zufall trifft sie auf Riley, der ihr einen Vorstellungstermin in seiner WG besorgt und die Chemie mit den Mitbewohnern passt auf Anhieb. Das ist jedoch nicht das Einzige, was die Autorin in witziger Manier eingefädelt hat, denn zwischen Amelia und Riley knistert es immer wieder gewaltig und die Geschichte beschäftigt sich viel mit der Frage: Wie baut man Vertrauen zu anderen auf? Denn das ist etwas, was Amelia sehr schwerfällt, weshalb sie die Menschen öfter vor den Kopf stößt.

Ich mochte ja schon Harper aus dem Vorgänger echt mega, aber Amelia war eine andere Hausnummer. Sie ist der Inbegriff von Schlagfertigkeit, mit ausgeprägtem feministischem Denken und hat einfach eine sau coole Ausstrahlung. Ganz ehrlich? Hier gibt es sowas von einen Girl-Crush-Alert! Mir war sie vom Fleck weg unglaublich sympathisch. Mit ihrer frechen und sarkastischen Art kämpft sie sich durch ihre Probleme, lässt sich von niemanden schlecht behandeln und steht für ihre Prinzipien ein. Amelia ist definitiv nicht auf den Mund gefallen und haut so einige Sprüche raus, denen ich nur applaudieren konnte. Im Roman gab es allgemein einige sehr kluge Gedanken, die sich auch auf die heutige Gesellschaft übertragen lassen und mir super gefallen haben. Ich habe verdammt oft genickt!

Neben Amelia fand ich auch die Nebencharaktere (die ich bereits aus dem Vorgänger kannte) wahnsinnig charmant – ganz besonders natürlich Riley. Er war ein wundervoller Love-Interest, stets ehrlich und offen, in dem, was er wollte und was ihn als Figur ausgemacht hat. So etwas liest man echt selten im New Adult Bereich und ich bin froh, dass Autorin Tina Köpke auch ihren jüngeren Leser*innen damit suggeriert, dass eine Liebe auf Gleichberechtigung und echten Gefühlen basieren darf und es eben nicht immer der „Bad Boy“ sein muss. Insgesamt war die Lovestory auch einfach nur eines: Schön! Ich habe mich gemeinsam mit Amelia in Riley verliebt, mit den beiden gelitten und mitgefiebert. Ihre Unterhaltungen und gemeinsamen Szenen haben mich berührt und mir so unheimlich tolle Lesestunden beschert – hach! Genau das richtige für mein kleines Romantiker-Herz und dazu noch komplett ohne Kitsch!

Aber auch die Handlung hat mir echt Spaß gemacht. Hier geht es viel um den Alltag der College Studenten, die Stadt Little Springs und die Aufs – und Abs des normalen Lebens, das wir alle so kennen. Dabei sind viele der Kapitel mit viel Humor versehen, welche selbst die einfachsten Dinge amüsant gestalten. Die Autorin hat auch absolut ein Händchen für Dialoge, die von lustig, bis hin zu gefühlsbetont alles sein können und daher den Plot so abwechslungsreich machen. Wie auch schon bei „125 Tage Leben“ kommt die Geschichte (fast) ohne Drama aus und baut viel auf die Konflikte der Hauptcharaktere. Deshalb ist das Buch oftmals ruhiger, baut aber einen guten Spannungsbogen gegen Ende auf.

Neben den alltäglichen Dingen ritzt die Autorin auch einige wichtige Themen an, die ich hier nicht spoilern möchte und das fand ich ebenfalls toll. Ich hätte mir sogar noch mehr gewünscht! Über Amelias Familie hätte ich auch gerne noch mehr gelesen. Ich persönlich finge – mal ganz allgemein betrachtet – dass das Buch an einigen Stellen wirklich gerne noch etwas mehr Tiefgang hätte zeigen können. Das ist jetzt auch keine große Kritik, aber die Geschichte war so flott vorbei und man erfährt doch eher weniger über Riley, da alles im aktuellen Geschehen bleibt und der Fokus doch auf Amelia als Erzählerin liegt.

Klare Empfehlung! Für alle New Adult Fans und die, die es werden wollen! Ich hatte viel Spaß mit Amelia und Riley. Hier gibt es eine schöne Lovestory, mit tollen Werten, wenig Drama und einigen wichtigen Themen. Von Tina Köpke lese ich jederzeit wieder was!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Doofes Pflichtfeld (sorry, muss sein!)

*

Ich bin einverstanden!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.